27.10.2026

Die A1 Falke fängt die unkooperative Drohen mit einem Netz ein und transportiert sie Boden. (Foto: Argus Interception)
Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr hat am 15. Oktober einen Vertrag zur Beschaffung von Netzwerferdrohnensystemen (NWDS) unterzeichnet. Tags zuvor hatte bereits der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages Grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Die Auslieferung der ersten Einheiten soll bereits ab dem Jahr 2027 erfolgen. Mit dieser Maßnahme reagiere die Bundeswehr auf die spürbar gewachsene Bedrohung durch unbefugte Klein- und Kleinstdrohnen, die vermehrt zur Ausspähung militärischer Infrastrukturen oder für potenzielle Sabotageversuche eingesetzt werden, schreibt das Beschaffungsamt in einer Mitteilung.
Der Mitteilung zufolge liegt der wesentliche Vorteil der neu beschafften Drohnenabwehr in ihrer zerstörungsfreien und kontrollierten Vorgehensweise. Statt eindringende Fluggeräte abzuschießen, fangen die Netzwerferdrohnen diese mithilfe eines gezielt verschossenen Netzes im Flug ein. Anschließend wird die abgefangene Drohne an einem vorab definierten Punkt am Boden abgelegt. Dieses Verfahren minimiert das Risiko durch unkontrolliert herabfallende Trümmerteile erheblich, was insbesondere beim Einsatz in dicht besiedelten Gebieten oder sensiblen Umgebungen von großer Bedeutung ist. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass die eingefangenen Fluggeräte für spätere forensische Untersuchungen intakt bleiben.

Die A1 Falke fängt die unkooperative Drohen mit einem Netz ein und transportiert sie Boden. (Foto: Argus Interception)
Netzwerferdrohnen vor allem zum Schutz eigener Bundeswehrliegenschaften
Technisch setzt das System auf das Zusammenspiel bodengebundener Aufklärungsmittel mit den bordeigenen Sensoren der Abfangdrohnen, um Ziele präzise zu erfassen und zu verfolgen. Der eigentliche Abfangvorgang erfordert stets die Freigabe durch einen menschlichen Bediener. Flexible Einsatzmodi erlauben es dabei, Ziele aktiv zu verfolgen oder an festgelegten Verteidigungslinien auch schnell anfliegende Bedrohungen abzufangen. Das System ergänzt bestehende Abwehrmaßnahmen und lässt sich nahtlos mit Detektionsradaren oder Störsendern kombinieren. Eingesetzt werden sollen die Netzwerferdrohnen vor allem zum Schutz eigener Bundeswehrliegenschaften im In- und Ausland, bei Standorten verbündeter Streitkräfte sowie bei sensiblen Großveranstaltungen und kritischer Infrastruktur.
Der Auftragnehmer für das Vorhaben geht aus den beigefügten Bildern hervor. Argus Interception wird die Drohnensysteme vom Typ A1-Falke liefern. Nach vorliegenden Informationen wurde ein Rahmenvertrag über 450 Systeme mit einem Volumen über mehr als eine Milliarde Euro abgeschlossen. Davon wurde etwa ein Zehntel festbestellt mit Lieferbeginn 2027.
