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Samstag, 9. Juni 2012 - 17:38 Uhr

Astronomie - Thüringer Landessternwarte beobachtet gefährliche Kleinplaneten

 

 

Die Thüringer Landessternwarte in Tautenburg beteiligt sich an der Klassifikation und Überwachung von potentiell gefährlichen Kleinplaneten.

Tautenburg. Das Szenario könnten sich Drehbuchautoren von Science-Fiction-Streifen ausgedacht haben: ein Feuerball wälzt sich durch das Dunkel des Alls, rast mit unvorstellbarer Geschwindigkeit auf die Erde zu und ist von keinem Schutzschild aufzuhalten. Er löscht Leben und Natur aus. Noch nach Tausenden Jahren würden die Spuren seiner zerstörerischen Kraft sichtbar sein. "Meteoritenkrater zeigen uns, dass die Erde im Lauf ihrer Geschichte immer wieder einmal mit anderen Himmelskörpern kollidiert ist", sagt Dr. Bringfried Stecklum, Wissenschaftler am Karl-Schwarzschild-Observatorium der Thüringer Landessternwarte in Tautenburg. Solche Einschläge größerer Himmelskörper seien zwar rar, kämen aber dennoch vor. "Heutzutage hätte ein derartiges Ereignis unter Umständen verheerende Folgen." Daher werden solche Objekte von Observatorien und Amateurastronomen weltweit gesucht und überwacht. An dieser Aufgabe beteiligt sich auch das Tautenburger Observatorium.

 

  • Das Schmidt-Teleskop des Tautenburger Observatoriums ist in den Himmel gerichtet.

Bis zum heutigen Tag wurden etwa 8900 erdnahe Kleinplaneten identifiziert, von denen knapp 1000 einen Durchmesser von einem Kilometer und mehr besitzen, weiß der Astronom zu berichten. Ein Beispiel sei der Kleinplanet Apophis, der am 13. April 2029 in nur etwa einem Zehntel der Mondentfernung die Erde passieren wird. Praktisch bedeutet dies, dass der Himmelskörper in einer Entfernung von etwa 30 000 Kilometern an der Erde vorbei fliegt. In kosmischen Dimensionen betrachtet, ist das ein recht kleiner Abstand. Damit nicht genug: "Jeder Vorbeiflug ändert die Bahn des Kleinplaneten geringfügig, so dass sich das Risiko für eine zukünftige sehr nahe Begegnung oder sogar einen Einschlag verringert oder vergrößert", beschreibt er die möglichen Konsequenzen. Eine frühzeitige Risikoabschätzung ist Voraussetzung für mögliche Gegenmaßnahmen, wie sie beispielsweise im Projekt "NEOShield" vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum untersucht werden.

Stecklum. Seit Beginn dieses Jahres werden dafür in Tautenburg aus der täglich aktualisierten Liste potenziell gefährlicher oder noch nicht klassifizierter Objekte solche ausgewählt, die besonders gut von Tautenburg aus beobachtet werden können. "Mit der weltweit größten Schmidt-Kamera von 1,34 Meter Durchmesser ist das Observatorium bestens für die Verfolgung kleinerer Himmelskörper ausgerüstet, die nur eine geringe Helligkeit aufweisen", erklärt er. Allein in der Beobachtungsperiode im März konnten 34 neue erdnahe Kleinplaneten vermessen werden. Ihre Koordinaten wurden an das Minor Planet Center in Cambridge, U.S.A., übermittelt, wo die Beobachtungen gesammelt und aktualisierte Umlaufbahnen berechnet werden. "Ein interessanter Fall war dabei das Objekt TF85899, welches sich als neuer Komet entpuppte." Allerdings war dies den Kollegen am Mt. Lemmon-Observatorium in Arizona bereits aufgefallen, die den vermeintlichen Kleinplaneten am Ende der Nacht fotografierten, bevor er in der Abenddämmerung von Tautenburg aus beobachtet werden konnte. In der Neumond-Periode im Mai haben die Tautenburger Astronomen den dunklen Nachthimmel erneut genutzt, um weitere "Kandidaten" abzulichten. Die Überwachung von Kleinplaneten durch die Thüringer Landessternwarte erfolgt im Rahmen des Netzwerkes Euronear, das alle europäischen Aktivitäten dabei koordiniert. Die Beobachtung von Kleinplaneten hat an der Thüringer Landessternwarte lange Tradition. Schon in den 1960er Jahren beschäftigter sich Dr. Freimut Börngen damit. Unter seiner Leitung wurden bis in die 90er Jahre in Tautenburg gut 5000 Asteroiden gefunden und für diese etwa 18 000 Positionen bestimmt und Bahnen berechnet. 2006 erhielt der Astronom für seine die Tiefen des Alls buchstäblich "erhellenden" wissenschaftlichen Ergebnisse das Bundesverdienstkreuz. War in der damaligen Zeit die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler vor allem darauf gerichtet, Asteroiden, die sich zwischen Mars- und Jupiterbahn bewegen, zu bestimmen, so suchen sie erst seit etwa fünf Jahren verstärkt so genannte Erdbahnkreuzer, die unserem Planeten gefährlich werden könnten. Mit Hilfe der Computertechnik lassen sich potenzielle Gefährdungen berechnen. Szenarien, wie die Menschen diese Gefahren bannen oder mit ihren Folgen umgehen könnten, muss die Gesellschaft erst noch entwickeln. Science-Fiction-Drehbücher taugen dafür sicher nicht.

Quelle: OTZ


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Freitag, 8. Juni 2012 - 08:00 Uhr

Mars-Chroniken - Yardangs im Danielson-Krater: Zeugen von Klimaschwankungen auf dem Mars?

 

 

Fotos+Quelle; DLR - Blick auf Danielson Krater

 

Am 19. März 2012 nahm die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene,  hochauflösende Stereokamera HRSC auf der ESA-Raumsonde Mars Express zwei nebeneinander liegende Krater in der Region Arabia Terra auf, die sehr unterschiedlich sind: der Danielson-Krater  (ca. 60 Kilometer Durchmesser)  ist geprägt von zahlreichen so genannten Yardangs, der kleinere Kalocsa-Krater (ca. 33 Kilometer Durchmesser) zeigt diese überhaupt nicht. Sein Kraterboden liegt etwa 1.000  Meter höher als der des Danielson-Kraters.

Arabia Terra markiert die Übergangszone zwischen dem südlichen Marshochland und der Tiefebene auf der nördlichen Hemisphäre. Wie viele Krater in der Arabia Terra-Region ist der Danielson-Krater mit geschichteten Sedimenten gefüllt, die im Laufe der Zeit aber zum Teil wieder stark abgetragen wurden. Die so entstandenen Geländeformen werden „Yardangs“ genannt. Yardangs sind mehr oder weniger stromlinienförmige Gesteinsrücken, die als Restberge von dieser Form der Erosion noch nicht gänzlich abgetragen wurden. Durch ihre meist parallele Anordnung lässt sich die Windrichtung erkennen, die während der Erosion vorgeherrscht hat.

Yardangs werden von den Sandkörnern, die der Wind mit sich führt, wie mit einem Sandstrahlgebläse aus dem Gestein „gefräst“. Wehen die Winde über einen längeren Zeitraum in die gleiche Richtung, können sie regelrechte „Düsen“ oder Windgassen bilden, die den Prozess beschleunigen. Der ungewöhnliche Name stammt aus der Sprache der Uiguren und bedeutet in etwa „steiler Sandwall“. Der schwedische Forscher Sven Hedin prägte den Begriff, nachdem er 1903 in der zentralasiatischen Lop Nor-Wüste solche Gesteinsformationen beobachtete.

Bei den Yardangs im Danielson-Krater muss der Wind vornehmlich aus nord-nordöstlicher Richtung geweht haben. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Sedimente zunächst ebenfalls durch Wind in den Krater transportiert wurden und dort mit Wasser in Kontakt kamen. Dadurch verfestigten sie sich. Später, in einer trockenen Periode der Marsgeschichte, wurden sie dann wieder abgetragen. Manche Forscher vermuten, dass die Wechsellagen der Sedimente ein Hinweis auf Klimaschwankungen des Planeten sein könnten, die durch eine periodische Verschiebung der Rotationsachse des Mars ausgelöst wurden.

Die Wirkung des Windes ist auch an einem 30 Kilometer langen Dünenfeld im Krater Danielson zu erkennen, das sich allerdings erst in der jüngeren geologischen Vergangenheit gebildet hat. Die dunkle Färbung rührt vermutlich von vulkanischem Material her – von Vulkanasche oder von zu Sand und Staub verwittertem dunklen, vulkanischen Gesteinen. Es bildet einen starken Kontrast zur typischen ockerfarbenen Marsoberfläche.

Einschlagskrater als Gradmesser für die Tiefe von Grundwasser-Vorkommen?

Der kleinere Kalocsa-Krater zeigt hingegen ein anderes Bild. Hier sind keine geschichteten Sedimentablagerungen zu erkennen. Möglicherweise ist seine geringere Tiefe der Grund dafür. Der Danielson-Krater ist etwa 1000 Meter tiefer als der Kalocsa-Krater und könnte damit ein tiefer liegendes Grundwasservorkommen erreicht haben, was zur Sedimentverfestigung geführt haben könnte.

Ebenfalls auffallend ist die mächtige Lavadecke im unteren Bildteil (östlich der beiden Krater) und eine Geländestufe, die den Übergang in ein tiefer liegendes Terrain im Bildabschnitt oben links (Südwesten) markiert. Hier ragt ein Teil des Auswurfmaterials des kleineren Kalocsa-Kraters wie eine Landzunge in das tiefer gelegene Gebiet. Am Rand dieses Auswurfs ist ein kleiner, etwa fünf Kilometer großer, aufgefüllter Krater zu sehen. Das legt die Vermutung nahe, dass sich die Auswurfdecke einst weiter ins Vorland erstreckte. Dort ist außerdem eine Vielzahl kleiner noppenförmiger Hügel zu erkennen. Auch sie sind vermutlich Restberge eines ehemals weiter reichenden, höheren Oberflächenniveaus.

Bildverarbeitung und das HRSC-Experiment auf Mars Express

Die Aufnahmen mit der HRSC (High Resolution Stereo Camera) entstanden während Orbit 10.468 von Mars Express. Die Bildauflösung beträgt etwa 26 Meter pro Bildpunkt (Pixel). Die Abbildungen zeigen hiervon einen Ausschnitt bei 7 Grad nördlicher Breite und 353 Grad östlicher Länge.
Die Farbansichten wurden aus dem senkrecht auf die Marsoberfläche gerichteten Nadirkanal und den Farbkanälen der HRSC erstellt; die perspektivische Schrägansicht wurde aus den Stereokanälen der HRSC berechnet. Das Anaglyphenbild, das bei Betrachtung mit einer rot-blau- oder rot-grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal abgeleitet. Die in Regenbogenfarben kodierte Draufsicht beruht auf einem digitalen Geländemodell der Region, von dem sich die Topographie der Landschaft ableiten lässt.

Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin), der auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen hatte, geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 40 Co-Investigatoren aus 33 Institutionen und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter der Leitung des PI entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH). Sie wird vom DLR -Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Daten erfolgt am DLR. Die Darstellungen wurden vom Institut für Geologische Wissenschaften der FU Berlin erstellt.

 

 


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Donnerstag, 7. Juni 2012 - 11:04 Uhr

Raumfahrt - Space-Shuttle Enterprise in New-York "gelandet"

 

 

Space shuttle Enterprise lands at New York City's Intrepid museum

June 6, 2012 — For the first time in history, a space shuttle landed aboard an aircraft carrier, but instead of catching an arresting wire at high speed, the winged orbiter was gently lowered onto the flight deck by crane.

Space shuttle Enterprise, NASA's 1970's prototype for its now-retired spacecraft fleet, arrived at the Intrepid Sea, Air & Space Museum in New York City at 12:55 p.m. EDT (1655 GMT) on Wednesday (June 6) after a morning sea trek by barge from a port in Jersey City, NJ. The Intrepid, which is docked on Manhattan's west side, is a retired World War II aircraft carrier that is now used to house aerospace and maritime exhibits.

The craning operation to deliver the 150,000 pound (68,000 kilogram) Enterprise on the museum's steel-enforced flight deck took about four hours to complete.

Enterprise's arrival was the latest, and at least for a while, final leg in its journey to be displayed at the Manhattan museum, which included a flight on top of a NASA jumbo jet and a three-day trip by barge between the Big Apple and Garden State. With Enterprise now sitting on its flight deck, the Intrepid will begin work raising a climate-controlled, steel and fabric shelter over the shuttle, to protect it while its on display.

The Intrepid's new "Space Shuttle Pavilion" is set to open to the public on July 19, kicking off a 3-day "SpaceFest" at the museum. Thousands of spectators got an early look at the shuttle on Wednesday as they watched it move up the Hudson River.





 


 

 






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Donnerstag, 7. Juni 2012 - 10:12 Uhr

Astronomie - Die ersten Bilder von Venus-Transit

 

Hier in Mannheim war just zu der Sichtbarkeit des Venus-Transit der Himmel dicht bewölkt (wie schon vermutet, wenn auch am Abend davor der Mond zu sehen war...), und so erfreuen wir uns an den ersten Bilder der NASA:

 

 

 

 

This movie shows the transit of Venus on 5-6 June 2012 as seen from SWAP, a Belgian solar imager onboard ESA’s PROBA2 microsatellite. SWAP, watching the Sun in EUV light, observes Venus as a small, black circle, obscuring the EUV light emitted from the solar outer atmosphere – the corona – from 19:45UT onwards. At 22:16UT – Venus started its transit of the solar disk
The bright dots all over the image (‘snow storm’) are energetic particles hitting the SWAP detector when PROBA2 crosses the South Atlantic Anomaly, a region where the protection of the Earth magnetic field against space radiation is known to be weaker.
Note also the small flaring activity in the bright active region in the northern solar hemisphere as Venus passes over. Towards the end, you can see a big dim inverted-U-shape moving away from the Sun towards the bottom-right corner. This is a coronal mass ejection taking off.
Credits: ESA/ROB
Und da im Norden von Europa schöneres Wetter war können wir diese schöne Aufnahme von Ole Henningsen abbilden, welche er auf Lolland-Falster/Dänemark machte.

 


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Dienstag, 5. Juni 2012 - 08:35 Uhr

Astronomie - Venus-Transit am 6.Juni 2012

 

Der letzte war vor acht Jahren, der nächste wird erst wieder 2117 sein: Am 6. Juni ist der nächste "Venustransit". Der Planet steht dann genau zwischen Sonne und Erde.

Zum letzten Mal in diesem Jahrhundert wird der Planet Venus am 6. Juni als schwarzes Pünktchen über die Sonnenscheibe wandern. Das seltene astronomische Ereignis hatte zuletzt am 8. Juni 2004 stattgefunden, davor im Jahr 1882.

Der nächste "Venustransit" wird erst wieder am 11. Dezember 2117 zu verfolgen sein. Im 18. Jahrhundert segelte der britische Seefahrer James Cook für dieses Schauspiel eigens nach Tahiti.

 Bei ihrem "Transit" steht Venus als zweiter Planet des Sonnensystems genau zwischen Sonne und Erde. Das Ereignis ist so selten, weil beide Planeten sich in ihrem Lauf um die Sonne nur alle 584 Tage "begegnen" und ihre Bahnebenen zueinander um rund dreieinhalb Grad geneigt sind. In einem Zyklus von 243 Jahren gibt es nur vier Venus-Durchgänge.

 

Schauspiel von eineinhalb Stunden

 Faktisch findet eine Art Miniatur-Sonnenfinsternis statt. Wegen der gigantischen Abstände und Größenverhältnisse kann Venus die Sonne aber nicht annähernd bedecken und wird nur als kleiner schwarzer Punkt von links nach rechts über die helle Scheibe ziehen. Wer nichts davon weiß, wird vermutlich kaum etwas bemerken.

 "Der aktuelle Venustransit beginnt bereits kurz nach Mitternacht", sagt der Hamburger Astronom Bernd Loibl. Beobachter in Deutschland müssen daher darauf warten, dass die Erde sich in Richtung Sonnenaufgang dreht. In Kiel ist es um 4.48 Uhr soweit, in Hamburg um 4.53 Uhr, in München erst um 5.15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ).

Jeweils rund eineinhalb Stunden lang wird das Schauspiel dann zu sehen sein – wolkenfreier Himmel vorausgesetzt. Dabei wird ausdrücklich davor gewarnt, direkt in die Sonne zu schauen. Keinesfalls dürfen Ferngläser oder Teleskope ohne Filter verwendet werden.

Seit Jahrhunderten interessant

Wissenschaftlich waren die Venus-Durchgänge der vergangenen Jahrhunderte vor allem zur Bestimmung der Entfernung von Sonne und Erde bedeutsam. In England errechnete der Astronom Edmund Halley (1656-1742) einen Venustransit für den 6. Juni 1761. Ein Schiff wurde ausgerüstet, um zur Beobachtung nach Sumatra aufzubrechen - doch die Expedition scheiterte: England befand sich im Krieg mit Frankreich, das Schiff wurde beschossen und musste nach Plymouth zurückkehren.

 Besser erging es dem britischen Entdecker James Cook (1728-1779), der acht Jahre später für die Königliche Gesellschaft mit der "Endeavour" in den Pazifik aufbrach. Nach monatelanger Anfahrt wurde der Venustransit am 3. Juni 1769 auf Tahiti "bei bestem Wetter" verfolgt. Im Anschluss erforschte Cook Neuseeland und die damals unbekannte Ostküste Australiens.

Während des Transits wird die Venus-Atmosphäre von der Sonne wie von einem Scheinwerfer durchleuchtet. Satelliten, Radioteleskope und optische Messinstrumente in aller Welt werden eingesetzt, um Venus-typische Besonderheiten im Spektrum des Sonnenlichts zu registrieren. Die Ergebnisse haben den Forschern zufolge auch Konsequenzen für das Aufspüren fremder Planeten anderer Sterne.

Venus ähnlich groß wie die Erde

 Venus, bekannt als Morgen- und Abendstern, ist nach Merkur der zweite Planet im Sonnensystem und von der Größe her der Erde am ähnlichsten. Mit einem Äquatordurchmesser von 12.112 Kilometern ist Venus nur wenige hundert Kilometer "schlanker" als die Erde (12.798 Kilometer).

Für einen Sonnenumlauf braucht Venus 224,7 Tage und ist dabei mit einem Tempo von rund 126.000 Stundenkilometern unterwegs. Die Erde bringt es auf ihrer Bahn "nur" auf rund 107.000 Stundenkilometer.

 Wie exakt und berechenbar die Himmelsmechanik funktioniert, beweist ein Blick in Meyers Konversationslexikon: Bereits in seiner Ausgabe von 1890 ist der Venustransit dieses Jahres verzeichnet.

Dem über einhundert Jahre alten Lexikon zufolge werden nach dem 11. Dezember 2117 weitere Transits folgen – der übernächste bereits am 8. Dezember 2125. Danach muss man auf die Jahre 2247, 2255, 2360 und 2368 warten.

Skizze:NASA

 

Update: 5.06.2012


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Montag, 4. Juni 2012 - 08:15 Uhr

UFO-Forschung - Stimuli Wind-Mess-Ballon

 

Wetterballon, Stratosphären-Forschungballons, Min-Heißluftballons usw. sind uns in der UFO-Forschung relativ bekannt, dieser Wind-Mess-Ballon eher nicht, daher einmal diesen aktuellen Zeitungsbericht:

 

Ballon landet mitten am Marktplatz
Grafing - Ufo, Außerirdische, Modellflugzeug oder Wetterballon? Was da in Grafing mitten am Marktplatz niederging, war nichts von alledem.

Diese mobile Wind-Mess-Station landete in Grafing, mitten am Marktplatz. Foto: Stefan Rossmann

Es war die Windmessanlage aus Baumberg. Und ein Absturz war das auch keiner.
Andreas Schumann, Martin Höher und Simon Wieser von der gleichnamigen Firma für Energietechnik in Frauenneuharting machen das, was im Landkreis Ebersberg bisher keiner gemacht hat: Sie wollen ein Jahr lang die Windgeschwindigkeit in Nabenhöhe messen. Erst dann, so argumentieren sie, könne man überhaupt eine erste Aussage treffen, ob Windenergie im Kreis wirtschaftlich genutzt werden kann. Standort der Anlage ist Baumberg.
Inzwischen liegen Daten für etwa drei Wochen vor. „Zu wenig, um darüber eine Aussage machen zu können“, sagt Schumann. Jetzt gab es erste Schwierigkeiten. Der Ballon machte sich selbständig und ging in Grafing mitten auf dem Marktplatz nieder. „Glücklicherweise hat er keinen Schaden angerichtet“, sagt Schumann erleichtert. „Wir hätten ihn bei einem Gewitter einholen müssen. Aber dazu hat uns die Zeit nicht mehr gereicht“, schildert er die Situation.
Die Messung geschieht hauptsächlich auf ehrenamtlicher Basis. Dazu muss enorm viel Zeit für die Betreuung der Anlage aufgewendet werden. Allein die Materialkosten beziffert Schumann auf einen Betrag in Höhe von 10 000 Euro.
Dass es Schwierigkeiten geben könnte, war allen vorher klar: „Das ist kein Kinderspiel“, sagt Heinrich Hufnagel von der Fachschaft Windenergie.
Abgestürzt ist die Anlage jedoch nicht. Sie hat aber den vom Luftfahrt-Bundesamt definierten Luftraum verlassen. In so einem Fall erhitzt ein 20 Zentimeter langer Glühfaden die Ballon-Außenhülle. Es wird ein Loch in den Ballon geschmolzen, das Helium entweicht und die Messapparatur sinkt zu Boden. Dass die Anlage von Baumberg noch nach Grafing geflogen ist, führt Schumann auf den starken Wind zurück. Er betont aber: „Das Notablass-System hat funktioniert.“
Warum konnte sich der Ballon überhaupt selbständig machen? „Wir haben einen Fehler gemacht bei der Aufstellung“, räumt Schumann ein. Zwar habe vergangene Woche bereits einmal ein stärkeres Gewitter stattgefunden, der Wind sei aber aus einer anderen Richtung gekommen. Das habe die Anlage problemlos gepackt. Diesmal habe der Sturm den Ballon aber offensichtlich stark niedergedrückt, wodurch die Fangleine, an der das Instrumentarium samt Ballon befestigt ist, Kontakt bekommen habe mit einer Dachkante. Und diese Kante habe offensichtlich die Schnur durchgescheuert.
Die drei Messpioniere werfen deswegen aber die Flinte nicht ins Korn. Wie Schumann berichtet, werde der Standort um 300 Meter verlegt. Damit könne verhindert werden, dass die Schur mit umliegenden Gebäuden in Berührung kommt.
„Die Messgeräte wurden nicht beschädigt“, berichtet Simon Wieser. Lediglich eine kleine Karbonstange müsse ersetzt werden. Allerdings habe man sich entschlossen, den Ballon vom Hersteller wieder instand setzen zu lassen, damit alles seine Ordnung hat. „Wir hätten ihn aber auch selbst richten können“, so Wieser. „Die Messungen werden fortgesetzt“, kündigt Schumann an.
Quelle: merkur-online 

 

 


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