UFO-Forschung - Neil deGrasse Tyson warnt: Ein Händedruck könnte bei Aliens völlig falsch ankommen

14.05.2026

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Seit Langem skeptisch gegenüber der UFO-Debatte hat sich Neil deGrasse Tyson nun in die Diskussion über außerirdisches Leben eingeschaltet.

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New York City – Astrophysiker Neil deGrasse Tyson sagt, die Menschheit solle ernsthaft darüber nachdenken, wie sie auf außerirdisches Leben reagieren würde – allerdings nicht, weil er glaubt, dass ein Kontakt unmittelbar bevorsteht.

Während Gesetzgeber und Öffentlichkeit nicht identifizierte anomale Phänomene (UAP) unter die Lupe nehmen, versuchen Wissenschaftler wie Tyson, das Gespräch weg vom Sensationalismus und hin zu evidenzbasierter Argumentation zu lenken. Das unterstreicht einen entscheidenden Unterschied zwischen der statistischen Wahrscheinlichkeit von Leben anderswo im Universum und dem Fehlen eines Beweises, dass es jemals die Erde besucht hat.

In der Sendung Morning Joe von MS Now stellte Tyson die Veröffentlichung der Akten weniger als Durchbruch dar – sondern eher als Gelegenheit, wissenschaftliches Denken auf eine seit Langem bestehende Frage anzuwenden.

„Seid vorbereitet“: Tysons Botschaft zu erstem Kontakt mit Außerirdischen

„Wenn sie einen Außerirdischen hervorbringen oder wenn ein Außerirdischer tatsächlich eintrifft, sollten wir darauf vorbereitet sein“, sagte Tyson. „Und dies ist eine Einführung für euch.“

Tysons Bemerkungen gründen sich auf sein neues Buch Take Me to Your Leader, in dem er untersucht, wie Menschen mit einer hypothetischen ersten Begegnung mit außerirdischem Leben umgehen könnten.

Mathematik und Periodensystem: Tysons universelle Sprache für Außerirdische

In dem Interview beschrieb der Astrophysiker den Begriff der „Vorbereitetheit“ als eine Art geistige und wissenschaftliche Übung – wie Menschen mit einer Lebensform kommunizieren würden, die möglicherweise weder Sprache noch Kultur noch Biologie mit uns teilt.

Statt sich auf vertraute menschliche Verhaltensweisen zu stützen, schlug Tyson vor, universelle wissenschaftliche Prinzipien als Ausgangspunkt zu nutzen.

Kein Händedruck mit Aliens: Warum Tyson vor falschen Annahmen warnt

„Man muss in der Lage sein, auf diese Weise zu kommunizieren“, sagte er und verwies auf die Mathematik und den Aufbau des Periodensystems als Systeme, die zivilisationsübergreifend erkennbar sein könnten.

Tyson warnte auch davor, gemeinsame Gebräuche vorauszusetzen, und merkte an, dass selbst einfache menschliche Gesten wie ein Händedruck nicht ohne Weiteres zwischen Spezies übertragbar seien.

UFO-Dokumente: Tyson sieht keinen echten Erkenntnissprung

Trotz des sprunghaft gestiegenen Interesses nach der Veröffentlichung der Dokumente sagte Tyson, das Material selbst stelle keinen bedeutenden Erkenntnissprung dar.

„Es entsprach den Aussagen, die wir bereits im Congress gehört haben“, sagte er. „Es gibt dort nichts Neues: keine Schocker, die wir nicht aus dem bereits Gesagten hätten extrapolieren können.“

Außerirdisches Leben im Universum: Tysons Skepsis und seine große Hoffnung

Tyson hat seit Langem argumentiert, dass außerirdisches Leben irgendwo im Universum wahrscheinlich existiert, angesichts von dessen Ausdehnung und Alters – gleichzeitig ist er ein bekannter Skeptiker, wenn es um

Behauptungen geht, Außerirdische hätten den Planeten Erde besucht.

„Es wäre eine Überdehnung deines Egos, anzunehmen, wir seien allein“, sagte Tyson und deutete zugleich an, dass populäre Darstellungen feindseliger Außerirdischer oft eher menschliche Ängste widerspiegeln als die wissenschaftliche Realität.

Für Tyson geht es in der aktuellen Situation weniger um Enthüllung, sondern mehr um Perspektive: darum, Menschen zu ermutigen, die Frage nach außerirdischem Leben mit Neugier, aber auch mit Skepsis anzugehen.

Quelle: Frankfurter Rundschau

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