12.05.2026

In der vergangenen Woche starteten Präsident Donald Trump und das US-Kriegsministerium eine neue Website, um freigegebene Fotos und Videos zu veröffentlichen, die im Zusammenhang mit unidentifizierten Flugobjekten (UFOs) und unidentifizierten anomalen Phänomenen (UAP) stehen. Von den 161 bislang veröffentlichten Dateien stammen die aufsehenerregendsten aus den Apollo-Missionen der NASA in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren.
(Hierzu wird CENAP aus seinem Archiv weitere Aufnahmen aus den Apollo-Missionen im Rahmen dieser Pentagon UFO Report-Reihe aufführen welche aufzeigen es sich hierbei um Reflexionen, Eispartikel und Raumfahrt-Geräte handelt)
Obwohl keine dieser Dateien tatsächlich streng genommen neu ist, haben die Schlagzeilen rund um die Veröffentlichung der UFO- und UAP-Bilder sie erneut ins Rampenlicht gerückt. Dies gilt, wie Experten gegenüber *Scientific American* anmerken, tatsächlich für einen beträchtlichen Teil der in der Informationsfreigabe enthaltenen Daten. Die neue Veröffentlichung enthält keinerlei „Unerwartetes“.
Die Freigabe erfüllt augenscheinlich eines der langjährigen Versprechen des Präsidenten, Materialien im Zusammenhang mit UFOs und UAPs zu deklassifizieren; die nun geteilten Bilder – ergänzt durch eine Fülle begleitender Dokumente – decken dabei ein breites Spektrum ab. Zu finden sind darunter alte Fotos der Apollo-Missionen, computergenerierte Darstellungen auf der Grundlage von Augenzeugenzeichnungen von UFOs sowie zahlreiche Infrarotaufnahmen, die das Militär in den letzten Jahren angefertigt hat. Das Thema UFOs und UAPs hat in den vergangenen Jahren im öffentlichen Diskurs zunehmend an Präsenz gewonnen – und dies nicht mehr nur in jenen Randbereichen der Verschwörungsszene, in denen üblicherweise von „kleinen grünen Männchen“ die Rede ist, die angeblich in der Area 51 versteckt gehalten werden.
„Was mein Versprechen an Sie betrifft: Das Kriegsministerium hat die erste Tranche der UFO/UAP-Akten zur Einsicht und Auswertung für die Öffentlichkeit freigegeben. Im Streben nach vollständiger und maximaler Transparenz war es mir eine Ehre, meine Regierung anzuweisen, staatliche Akten zu identifizieren und bereitzustellen, die sich auf Aliens und außerirdisches Leben, unidentifizierte Luftphänomene sowie unidentifizierte Flugobjekte beziehen“, schrieb Präsident Trump auf Truth Social. „Während frühere Regierungen es versäumt haben, in dieser Angelegenheit Transparenz zu wahren, können die Menschen nun – dank dieser neuen Dokumente und Videos – selbst entscheiden: ‚Was zur Hölle geht hier eigentlich vor?‘ Viel Spaß und viel Vergnügen! Präsident DONALD J. TRUMP.“
Wenngleich sich in den freigegebenen Materialien – wenig überraschend – keine direkten Beweise für Aliens oder außerirdisches Leben finden, so enthalten sie doch zweifellos interessante Bilder.
Die interessantesten davon beziehen sich auf das Apollo-Missionsprogramm der NASA. Am 19. November 1969 landete Apollo 12 Menschen auf der Mondoberfläche – erst zum zweiten Mal in der Geschichte. Kommandant Charles „Pete“ Conrad und der Pilot der Mondlandefähre, Alan L. Bean, verbrachten weit über einen Tag auf der Mondoberfläche, während der Pilot des Kommandomoduls, Richard F. Gordon, im Orbit verblieb. Während ihrer mehr als 30 Stunden auf dem Mond sichteten Conrad und Bean ungewöhnliche Objekte am Himmel über der Mondoberfläche – Phänomene, die das Kriegsministerium als „unidentifizierte anomale Phänomene“ einstuft.
Apollo 12 UAP VM1
Bean beschrieb Partikel und Lichtblitze, die „durch den Weltraum segelten“, und charakterisierte das Phänomen – wie das Kriegsministerium berichtet – als ein „Entweichen vom Mond“. Auch Commander Conrad beschrieb schwebende Trümmerteile, die vom Suchscheinwerfer der Mondlandefähre angestrahlt wurden.
Apollo 17 astronauts also observed UAPs during their mission to the Moon, the final crewed mission of the Apollo program.
Kommandant Gene Cernan berichtete, er habe Schlafstörungen gehabt und dabei intensive Lichtblitze wahrgenommen, die ihm direkt vor den Augen aufblitzten – vergleichbar mit der Helligkeit eines Zugscheinwerfers. Cernan erlebte „mehrere aufblitzende, rotierende Phänomene“, bei denen er davon ausging, dass es sich um im Weltraum schwebende Objekte handelte und nicht etwa um optische Täuschungen. Cernan vermutete, dass diese Erscheinungen höchstwahrscheinlich mit Raketenstufen und Teilen der Adapterverkleidungen des Raumschiffs in Zusammenhang standen – Komponenten, die von der Saturn-V-Rakete selbst abgetrennt worden waren –, wenngleich er sich diesbezüglich unsicher blieb.
Der Pilot der Mondlandefähre, Harrison Schmitt, erklärte, er habe einen Lichtblitz auf der Mondoberfläche nördlich des Grimaldi-Kraters gesehen. Die Besatzung beschrieb diese Lichtblitze im Rahmen ihrer Missionsnachbesprechung – deren Protokolle bereits seit Jahrzehnten öffentlich zugänglich sind – äußerst detailliert.
Hinzu kommen Buzz Aldrins berühmte Schilderungen von der Apollo-11-Mission; diese sind zwar Bestandteil der jüngsten Informationsveröffentlichung, stellen jedoch – auch hier gilt dies – streng genommen keine Neuheit dar. Wenngleich keine entsprechenden Fotos vorliegen, beschrieb der Pilot der Mondlandefähre, Buzz Aldrin, er habe während der Mission wiederholt „Lichtblitze“ wahrgenommen. Zudem sichtete die Besatzung unidentifizierte Objekte sowie ein Phänomen, das sie als „Laser“ bezeichneten.
Wie die NASA erläutert, gestaltet sich das Verständnis von UAPs (unidentifizierten anomalen Phänomenen) naturgemäß schwierig. Nach Angaben der NASA wird die Analyse von UAP-Daten „durch mangelhafte Sensorkalibrierung, das Fehlen redundanter Messungen, fehlende Sensormetadaten sowie das Fehlen von Referenzdaten erschwert“.
All diese Herausforderungen treffen auch auf jene UAP-Sichtungen der Missionen Apollo 12 und Apollo 17 zu, deren Informationen das Verteidigungsministerium in der vergangenen Woche veröffentlicht hat.
Aus diesen und vielen weiteren Gründen ist es wahrscheinlich, dass diese mysteriösen Bilder niemals vollständig aufgeklärt werden. Seriöse wissenschaftliche Arbeit erfordert eine beträchtliche Menge an unverfälschten Daten – und davon gibt es im Fall der Apollo-UAPs schlichtweg nicht genug.
Dennoch gibt es einige mögliche, durchaus plausible Erklärungen für die verschiedenen hellen Objekte, die auf archivierten Filmaufnahmen zu sehen sind und von den Apollo-Astronauten beschrieben wurden. Beschädigungen des Filmmaterials sind eine naheliegende Möglichkeit. Eine weitere ist das Auftreten von Lichtreflexen (Lens Flares) – sei es auf den Objektiven der Kameras bei den Fotoaufnahmen oder auf den Visieren der Astronauten im Hinblick auf deren Augenzeugenberichte. Auch Lichtreflexionen an umhertreibenden Trümmerteilen der Rakete oder der Mondlandefähre stellen eine mögliche Erklärung dar. Ebenso denkbar ist, dass sich während der Mission freigesetzte Feuchtigkeit zu Eiskristallen verfestigte, die dann über der Mondoberfläche schwebten. Die Astronauten von Apollo 12 zogen sogar selbst elektromagnetische Störungen als Ursache in Betracht.
Während einige dieser Anomalien möglicherweise auf Artefakte des Filmmaterials, Fehler bei der Entwicklung oder kosmische Strahlung zurückzuführen sind, lohnt es sich dennoch, auch die Augenzeugenberichte der Astronauten zu berücksichtigen – denn diese lassen sich allein durch das fotografische Filmmaterial nicht erklären.
Die NASA, die strengen wissenschaftlichen Standards verpflichtet ist, hat die UAPs der Apollo-Missionen bislang nie offiziell erklärt. Allerdings gilt generell: Wenn sich UAPs überhaupt erklären lassen, erweisen sich die Lösungen meist als recht banal.
Die Bilder der Apollo-UAPs stoßen derzeit – nicht zuletzt infolge der jüngsten Veröffentlichungen durch das US-Verteidigungsministerium – auf großes Interesse im Internet; und zugegebenermaßen sind diese Fotos durchaus faszinierend. Dennoch sind sie – ebenso wie alle anderen bislang veröffentlichten Bilder – meilenweit davon entfernt, als Beweis für außerirdisches Leben zu taugen. Die Suche nach außerirdischem Leben läuft auf Hochtouren: Die NASA untersucht mithilfe ihrer leistungsstarken Teleskope Tag für Tag Exoplaneten – doch bislang blieb diese Suche ergebnislos. Sollte die Regierung tatsächlich Beweise für die Existenz von Außerirdischen vor der Öffentlichkeit verbergen, so tragen die neuen Bildveröffentlichungen des Verteidigungsministeriums jedenfalls kaum dazu bei, dieses Rätsel zu lösen.
Quelle: PetaPixel
