

17.06.2010
UFO-Kunde: Überall UFO-Alarm, Abschluß - DUIST-Exologen und Sonderlichkeiten!
....Während ich meine Untersuchungen systematisch durchführte und zur natürlichen Erklärung gelangte, kamen zwei ufologische Kreuzritter daher und negierten dies einfach, um ihren eigenen kruden Vorstellungswelten stellvertretend für die UFOlogie Platz einzuräumen und alles andere wegzuwischen. Die seriösen Lösungen mit Verrücktheiten wegzuerklären sozusagen. Und dies ist kein Einzelfall, sondern durchgehende Überlebens-Übung im Bereich der UFOs und sonstigen anomaler Phänomene. Erinnern wir uns an das Jahr 1989, welches mittels der ersten deutschen UFO-Großkonferenz namens "Dialog mit dem Universum" den UFO-Boom förderte. In diesem Umfeld gab es zahlreiche Medienberichte und auch ein bißchen Kritik durch die CENAP/GWUP-Seite. Dies haben manche UFO-Fans nicht verkraftet. So veröffentlichte der Hanauer Anzeiger vom 28.November 1989 folgenden Leserbrief des Fundamental-UFOlogen Helmut Chodan, DUIST-Mitglied: "Am 28.10.1989 erschien ein Artikel mit der Überschrift ´Geschäftemacher mit den UFOs kritisiert´. Meine Stellungsnahme dazu: Herr W.Walter berichtete, er habe seit 1973 400 Meldungen über UFO-Sichtungen untersucht und keine hätten sich als stichhaltig erwiesen. Dies nehme ich Herrn Walter nicht ab, dass dies nur Heißluftballons, Planeten oder Meteoriten waren. Ich und Millionen meiner UFO-Kollegen meinen, er sagt die Unwahrheit. Wie schon Herr Hesemann in der letzten Fernsehsendung ´Der Schlachthof´ sagte: ´Herr Walter maßt sich UFO-Sichtungen von wahren und vermeintlichen unterscheiden zu können, wo doch weltweit bekannt ist, dass Herr Walter überhaupt keine Ahnung von UFOlogie hat und somit nicht das geringste Fachwissen noch Urteilsvermögen!´ Die letzten UFO-Landungen von Woronesch in Rußland waren doch wieder eine eklatante UFO-Existenzmeldung aus der jüngsten Gegenwart. Diese Sache ist wahr, UFOs sind existent und es wurde schon oft darüber berichtet, und Herr Walter sagte die Unwahrheit." Dazu gibt es eine interessante Geschichte über den Hardcore-UFOlogen Chodan, die einiges erkenntnisreiche mit sich bringt. In den UFO-Nachrichten Nr.271 tauchte er Ende 1981 als UFO-Zeuge mit dem Artikel "Mehr als 1000 Autofahrer sahen das Energie-IFO bei Gernsheim/Rhein". IFO versteht sich hier in alter DUIST-Tradition als "interplanetarisches Flugobjekt", als ´Fliegende Untertasse´ von Mars oder Venus.
Herr Chodan befand sich am Sonntag, den 30.August 1981, gegen 20 h, auf der Fahrt von Marköbel nach Pforzheim. In der Nähe von Gernsheim, südlich von Darmstadt, sichtete er sein IFO, nichts weiter als eine leuchtende Diskusscheibe, die er bereits von Darmstadt aus gesehen hatte. Bereits wissend, dass dort die Planetenfreunde unterwegs waren schickte er eine "telepathische Aufforderung" dorthin und bat darum, die Maschine etwas verweilen zu lassen, damit er auf die Standspur fahren könne um mit seiner Kamera die Erscheinung des Raumschiffs ungestört zu filmen. Das Spaceship hielt sich daran und stellte sich gemütlich zur Schau. Mindestens "1000 Personen" sollen diese "gewaltige Demonstration gesehen haben". Da dieses Ereignis quasi vor der Haustüre des CENAP stattfand, unternahm ich sofort den Versuch der Beweissicherung am 8.Dezember 1981 und machte den Schmuckdesigner in Hammersbach-Marköbel aus. Hierbei erklärte er, dass der von ihm aufgenommene Film (leider) im Labor verschwunden sei und wahrscheinlich die "NASA oder der CIA" abkassiert habe. Um genauer zu sein, er hat zwar einen Film zurückbekommen, aber da waren nur ein paar erleuchtete Fenster eines Hochhauses drauf und nicht seine 60-80 Meter durchmessende Fliegende Untertasse, dies sei ein typisches Vertuschungsmanöver: "Die wollen einem da was vortäuschen, gell? Es macht doch keinen Sinn wenn ich abends Fenster filmen sollte, gell?" Als altes DUIST-Mitglied wußte er also bestens Bescheid und dass dies nur ein "Scoutship" von einem Mutterschiff gewesen sein konnte, schließlich hatte er es eine Viertel Stunde lang beobachten gekonnt. Zudem kannte er sich aus persönlicher Sicht auf UFOs bestens aus, so hatte er selbst bei Mannheim schon "einige Male Sichtungen" gehabt, ansonsten sei sei bevorzugtes Beobachtungsgebiet der Kantelwald im Schwarzwald. Dort sah er schon zig Mal "ganze Züge, Formationen" vorbeiziehen. Er selbst habe bei seinen Sichtungen "so 40, 50 x schätze ich" Fotos und Filme gemacht. Zudem arbeite er an den "telepathischen Kontakten", die noch "ausbaufähig" seien, aber da mußte er dann selbst lachen. Darüber hinaus habe er schon "manchmal so ein Gefühl gehabt", dass der "eine oder andere Mitmensch" auf der Strasse oder sonstwo "einer von denen da oben ist".
Nachdem sich der Primärzeuge als seltsamer Vogel herausstellte, der offenkundig die UFOlogie als Trostspender und Lebenselexier benötigt, rief ich zunächst die Autobahnpolizei in Darmstadt an, um mal zu sehen, wieviele der "1000 Autofahrer" dieses spektakuläre UFO-Erscheinen vermeldeten und was die Behörden dazu wußten. Pressesprecher Grundmann war total verblüfft: "Na, sowas! Davon weiß ich nichts, davon wissen wir nichts, da haben wir auch nichts in der Presse darüber gelesen. Da hätte ich schon was mitbekommen sollen, sowas spräche sich doch bei den Kollegen rum. Hören Sie, dass hier ist mein Bezirk, aber dazu weiß ich überhaupt nichts." Herr Grundmann gab mir aber eine Telefonnummer des Regierungspräsidiums in Darmstadt, wo man vielleicht mehr wisse. Dort erklärte ich Pressesprecher Hühler mein Anliegen und der wußte nach kurzem Nachdenken auch gleich etwas zu berichten: "Ja, da gab´s letzthin eine UFO-Sichtung, aber das war soetwas wie ein Wetterballon gewesen. Aber wo sagen Sie war es gewesen, bei Gernsheim? Neinnein, das war damals bei Biblis gewesen, das weiß ich ganz genau. Das stand doch damals sogar in Mannheimer Morgen, müßten Sie doch kennen. Rufen Sie doch mal die Polizeiwache in Lampertheim an, die war dafür zuständig, verlangen Sie Herrn Heck, den Dienststellenleiter." Empfohlen, getan. Dieser zeigte sich nach einem "Ach, du liebe Zeit..." recht offen und blätterte sofort im Diensttagebuch den August/September 1980 nach Besonderheiten durch, fand aber nichts. Nachdem ich ihm dann das Stichwort ´Ballon´ gegeben hatte, erinnerte er sich jedoch weiter: "Ach das, das liegt aber mindestens eineinhalb bis zwei Jahre zurück.." Ich mußte mich in diesem Moment zusammenreißen, da ich just bemerkte, meinem eigenen Fall von Biblis nachzurecherchieren, der aber nichts mit Chodan´s Behauptung zu tun hatte. Wir hatten damals einen Miniatur-Heißluftballon zu Testzwecken hier in Mannheim aufgelassen, der vom nahen Viernheim aus als ein "Stern unter der Wolkendecke" von einer Polizeistreife gesehen wurde und weswegen es einen kleinen UFO-Flap in der Region gegeben hatte und in dessen Folge dann auch ein Fliegendes Dreieck nahe dem AKW Biblis gemeldet worden war (ein von Frankfurt kommendes Flugzeug).
Schließlich rief ich die Gernsheimer Gemeindeverwaltung an, um zu erfahren, ob man wenigstens dort was von dem 60-80 Meter großen Raumschiff was wisse welcher über der Gemeinde am hellichten Sommerabend des 30.August 1981 mindestens 15 Minuten lang sich zur Schau stellte. Der Leiter der Verwaltung war perplex: "Nein, wie kommen Sie nur darauf, bei uns hat doch keiner sowas gemeldet." Abschließend erreichte ich das Darmstädter Echo und wurde da durch die verschiedenen in Frage kommenden Redaktionen verbunden, niemand wußte etwas vom UFO über Gernsheim, aber einige Redakteure wollten gerne mehr erfahren, wenn ich fündig geworden wäre. Einer der Redakteure wohnte in Gernsheim und arbeitete sogar ebenfalls für das Gernsheimer Anzeigenblatt, aber auch er hörte soeben erstmals von solch einem Ereignis. Soviel also zur UFO-Sichtung des Herrn Chodan und damit verbunden zu seiner eigenen Glaubwürdigkeit, wenn er erklärt ich sage die Unwahrheit. Nebenbei: Nachdem wir diese Feststellungen im CR Nr.71 veröffentlichen und diversen DUIST-Funktionären zugehen ließen, erfuhren wir als direkte Folge mehrere Nächte lang Telefonterror. KlausWebner hatte wegen dem Fall mit der Firma Kodak in Stuttgart Kontakt aufgenommen und von dort eine interessante Antwort durch den Kundendienst-Leiter Horst Andres am 5.Januar 1981 erhalten: "Mit Sicherheit ist Herr Helmut Chodan einer optischen Täuschung zum Opfer gefallen. Es ist kein Geheimnis, dass bei tiefstehender Sonne Spiegelungen zustandekommen, die bei Zeitgenossen mit reger Fantasie zu der Einbildung führen, einen mysteriösen Flugkörper aus einer anderen Welt zu sehen. Herr Chodan hatte uns einen so gut wie unbelichteten Super-8-Film zur Entwicklung zugesandt. Die Kontrollnummern der Bearbeitungsunterlagen stimmen überein. Eine Verwechslung ist demzufolge ausgeschlossen. Den Wert seines Filmes beziffert Herr Chodan auf DM 500.000 bis 1 Millionen." Und in den UFO-Nachrichten Nr.292 tauchte der Herr UFOloge wieder auf, weil er nun ein "raketenförmiges Mutterschiff über Hammersbach" am 12.August 1983 fotografiert hatte, was auf den ersten Blick schon als Wolke zu erkennen ist. Niemand wird so wundern, wenn sich W.K.Weisser aus Österreich in der Folgenummer mit einem Leserbrief hierzu äußerte und die UN "eine Weltfundgrube für Wissende, eine Sonderklasse für Lernende" nannte während ein Leser M.H. aus Frankfurt schrieb: "Schon nach den ersten Zeilen überkam mich eine nie erlebte Erschütterung, dass ich weinte und betete zugleich..."
In den "UFO-Nachrichten" Nr.279 (April/Mai 1983) fand sich ein weiterer UFO-Bericht von Helmut Chodan. Hiernach wird deutlich, dass dieser nach dem "Studium" des Buches ?Erlebnisse jenseits der Lichtmauer? von Elizabeth Klarer ein geschärftes "Beobachtungs- und Wahrnehmungsvermögen für UFOs" entwickelte. Seither sah er fortlaufend UFOs, woraus sich obige Story erklärt. Eine weitere Sichtung geschah am Nachmittag des 29.August 1980 als die Nachbarkinder von ihm in Marköbel ihre Drachen steigen ließen. Doch dabei tauchte ein walzenförmiger Flugkörper mit halbkugeligen Enden auf: "Er flog sehr langsam in etwa 300 m Höhe an den Drachen vorbei. Der Flugkörper könnte eine Länge von 10 m gehabt haben. Er war dunkel wie stumpfes Blei oder dunkles, mattes Schmirgelpapier - ohne jeglichen Glanz. Das ist doch kein Helikopter, sagte ich mir, da diese in unserer Gegend vielfach, oft sogar täglich über unser Haus fliegen. Denn dieses Flugobjekt hatte keinerlei Rotorblätter noch machte es irgendein Geräusch. Völlig lautlos schwebte es an den Drachen vorbei, wie wenn es diese näher in Augenschein nehmen wollte." Eine begleitende Skizze zeigte nichts weiter als einen Solar-UFO-Zeppelin auf...
Ein weiteres Item soll dies belegen:
"Mysteriöses Flugobjekt über Oberösterreich - Gendarm sah aus dem Fenster: UFO flog am Himmel" berichtete der ´Kurier´ vom 31.Oktober 1986 in einem Artikel von Karl Ploberger: UFO-Alarm in Oberösterreich. Mittwoch-Nachmittag beobachteten zwei Gendarmeriebeamte des Postens Garsten im Bezirk Steyr ein unbekanntes Flugobjekt über der alten Eisenstadt. Zuerst stand es lange Zeit still, bis es plötzlich in Richtung Garsten flog und kerzengerade und schnell in den Wolken verschwand. "Ich glaub´, dass es nichts Mysteriöses ist", vermutet der 27-jährige Inspektor Kurt Braunreiter, der gegen 14:50 h das Objekt über Steyr gesehen hat. "Ich sass eben bei der Schreibmaschine und schaute aus dem Fenster", berichtete er über die seltsame Beobachtung. Sofort "alarmierte" er seinen Kollegen, den 51-jährigen Revierinspektor Adolf Glöckner. Auch dieser sah das UFO. Beschrieben haben es die beiden Beamten so: Es sah aus wie ein nicht ganz aufgeblasener Ballon mit "zerknitterter" Oberfläche. Einen Korb konnte man nicht erkennen. Das einzige Mysteriöse: Es leuchtete manchmal hell auf, dann war es wieder dunkel. Nach einiger Zeit begann es abrupt in Richtung Süden zu fliegen, "obwohl absolute Windstille herrschte", erzählt Inspektor Braunreiter. Als das UFO über Garsten war, hatte es - von unten gesehen - die Umrisse eines ovalen Körpers. Nach wenigen Sekunden verschwand es. Fotos konnten die Beamten von dem Objekt nicht schießen. Die Linzer Flugsicherung registrierte kein Flugobjekt in dieser Gegend.
Obige Meldung schlug in Österreich wie eine Bombe ein und fast alle Zeitungen berichteten von dieser Beobachtung unter Schlagzeilen wie "Bei Windstille und Hochnebel über Garsten: zwei Gendarmen sahen ein eiförmiges UFO" (der Nebel setzte in der Gegend in 400 Meter Höhe ein, weswegen das Objekt unterhalb geflogen sein muß um sichtbar gewesen zu sein) oder "Kommen Besucher aus dem All nach Niederösterreich?" bzw "Unheimliche Begegnung mit einem UFO in Steyr". Selbst in der Nachrichtensendung "Österreich heute" auf ORF1 berichtete das Fernsehen hiervon. Dr.Alexander Keul nahm deswegen die Ermittlungen auf und sprach zunächst mit dem betreffenden Gendarmerieposten, der bestätigte das die Medienmeldung authentisch ist und auf den Tagesbericht vom 29.Oktober dort zurückgehe. Im übrigen wurde das Objekt als "von unten offen" erkannt und das in ihm "soetwas wie Feuer" züngelte. Alle Hinweise sprachen mehrheitlich für einen Miniatur-Heißluftballon der hier bei trüben Tageslicht aufgelassen wurde und offenbar nicht ganz prall im Fluge gewesen war. Weder Presse noch Fernsehen hatten sonderlich Interesse gezeigt in dem Vorfall weiter zu recherchieren und die Beamten haben eben nur brav ihre Meldung weitergeben, "ansonsten ist mir alles wurscht" erklärte der Revierinspektor gegenüber Keul. Der verantwortliche ORF-Redakteur hatte deswegen nicht weiter nach einer Erklärung gesucht, "weil dies zu weit gehen würde. Ich halte ja persönlich von dem Ganzen nix, melden wir es halt, weil es die Öffentlichkeit interessiert..." Schließlich klärte Keul den Vorfall mit unserer Hilfe auf und zwischen dem 23.und 24.November 1986 wurden großaufgemachte Artikel mit Schlagzeilen wie "Geheimnisvolle UFOs waren wahrscheinlich Party-Ballons" oder "Bei Wind sind Papier-UFOs feuergefährlich" (so die Neue Tiroler Zeitung) mit Hinweis auf "eine Vereinigung in Mannheim" veröffentlicht. Selbst das ORF klärte schließlich das Geschehen so auf und ließ einen Sprecher der deutschen Vertreiberfirma (Schorr) zu Worte kommen: "Der Ballon ist rot und weiß gestreift, er wiegt keine 200 Gramm und kann ohne weiteres rund 300 Meter hoch steigen. Dabei entsteht ein flackerndes Licht, das immer wieder die Farbe wechselt, daher kann der Ballon durchaus einen mysteriösen Eindruck erwecken. Jedenfalls werden derzeit allein in der Bundesrepublik pro Jahr rund 10.000 dieser Ballons verkauft. Auch in Österreich sind diese Ballons zum Stückpreis von 280 Schilling in Umlauf, zum Teil werden sie direkt bei uns bestellt..." Walter K.Weisser, Vize-Präsident der Gesellschaft für Interplanetarik, in Steyr kochte und verschickte deswegen erbost einen offenen Brief an die Medien-Verantwortlichen. Wie sich zeigte hatte er überhaupt keine Untersuchungen des Fall vorgenommen und auch keine Ahnung von einem der wichtigsten UFO-Stimulis. Die Lösung der Sichtung nannte er einen "Schönheitsfehler mit dürftigem Vokabular" um "derart plumpe Verdrehungen" aufzubringen und zu einem "Trauerspiel" ausarten zu lassen. Sicher ist die Sache ein Trauerspiel, aber ganz anders als Weisser es meinte und vor allem auf sich selbst bezogen.
Auch Georg Atzlesberger aus Linz gehört zu den UFOlogen und schrieb einen Leserbrief an das ´Neue Volksblatt´, dort wurde er am 19.Dezember 1986 veröffentlicht. Er verwies darauf, dass der Bericht aus Steyr laut den ihm vorliegenden UFO-Nachrichten "im wesentlichen mit Tausenden von UFO-Erscheinungen in aller Welt übereinstimmt" und es daher "unmöglich" ist, dass das was der "Meteorologe und die UFO-Spezialisten (?)" betreffs einem Heißluftballon aussagten damit "übereinstimmen kann. Es kann eben nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf... Wenn Sie also wahre UFO-Spezialisten brauchen, dann wenden Sie sich an die Deutsche UFO-Studiengesellschaft e.V. in Wiesbaden. Von dort wurden unzählige UFO-Berichte geprüft und Sie werden sachlich informiert." Ein hervorragendes Beispiel von Gehirnwäsche wie ich meine. Einmal mehr wurde der pure "Wille-zum-Glauben" an das Geschriebene in der UFOlogie-Gazette zum Träger einer falschen Einsicht und natürlich auch einer völlig unkorrekten Sichtweise - siehe gerade den Punkt, wonach bei der DUIST "unzählige UFO-Berichte geprüft" würden und man durch dieses Blatt "sachlich informiert" werde. Doch dies ist anhand dieses Muster kein Einzelfall, sondern mit dieser dogmatischen Einstellung wurde über drei Jahrzehnte hinweg in Deutschland (und anderswo) die UFOlogie von ihren Jüngern nach außen hin verteidigt und weitergetragen.
Ein Hanauer UFOloge zählt ebenso zum Urgestein der Bewegung (zuzuzählen der Frankfurter DUIST-Abteilung) - Ernst K.Lohne, über den die ´Offenbacher Post´ vom 23.September 1987 berichtete, als er vor dem Esoterischen Kreis Offenbach und 15 Personen einen Vortrag hielt. Hier erklärte jener: "Ich beschäftige mich schon seit 35 Jahren als UFOloge mit diesen Themen. Es gibt außerirdische Wesen. Da besteht für mich überhaupt kein Zweifel. In den letzten 40 Jahren haben wir in der UFO-Forschung große Fortschritte gemacht. Wir sind schon längst über das Stadium hinaus, dass wir über die Existenz von UFOs und außerirdischen Wesen streiten. Es gibt sie. Natürlich sind darunter sicherlich auch viele optische Täuschungen. Aber die UFO-Forschung geht davon aus, dass ein Großteil dieser Tatsachenberichte der Wahrheit entsprechen. Die Regierungen der Nationen schweigen zu diesem Thema. Deshalb müssen sich Privatleute wie ich in Eigeninitiative darum kümmern." Lohne berichtete hier sogar von nahen Begegnungen der 4.Art, womit im weiten ufologischen Feld eigentlich Entführungen gemeint sind - für ihn aber sind damit jene Ereignisse gemeint, wo die Außerirdischen "Menschen zu ihrem Heimatplaneten eingeladen und sie nach ihrem Besuch dort auf der Erde wieder abgesetzt haben". Aber diese Leute könnten nur den Kontakt aufnehmen, wenn sie "medial veranlagt" sind. Zu ihnen zählt Billy Meier (man nennt ihn in der Szene auch "Beam", weil man seinen Namen auch als Billy Eduard A.Meier schreiben kann) aus der Schweiz, der neben schönen ´Fliegenden Untertassen´-Fotos auch Tipps bekam, wie man "außerirdische Kartoffeln anbauen könne". "Diese Wesen haben hier eine Mission zu erfüllen. Die Bewohner fremden Planeten leben in Vereinigungen, die wir UFO-Forscher ´Cosmische Allianz´ und ´Liga der Rassen´ nennen", führte Lohne aus um den UFOlogen (nicht UFO-Forscher!) aus dem Herzen zu sprechen. Und er hatte es von "erdrückenden Beweisen für die Richtigkeit dieser Theorie" - Fotos und Filme, aber auch eidesstattliche Erklärungen von Menschen die Alien-Kontakte haben; nicht nur unheimliche, sondern auch als unmittelbare Begegnung mit Außerirdischen. Nur die Regierungen der Welt würden dies alles verheimlichen und deswegen die Weltöffentlichkeit narren. Genau die mentale Fantasiewelt dieses UFOlogen spiegelt im Kern die ufologische Szene in voller Breite wieder, weswegen sie auch zum Spiegelkabinett der verirrten UFOlogen wurde. Einige UFOlogen sind einfach nicht mehr von dieser Welt. Manche sehen die "wirkliche" Welt als so chaotisch und beunruhigend an, dass sie nur mit Hilfe imaginärer Freunde oder in ihrem imaginären Universum weiterleben können, wo die Menschen gut und liebevoll sind, wo es keinen Krieg und keine Schmerzen gibt. Sie erschaffen sich in ihrer Vorstellung ein Universum voll von UFOs, die Außerirdische zu uns bringen, um die Welt vor Zerstörung zu retten.
Übrigens tauchte UFO-Dauersichter Chodan im November 2000 wieder in den "UFO-Nachrichten" mit einem Artikel auf, um von seiner "Traum-UFO-Flugreise von der Erde zum Mars" vom 13.Januar 1987 zu schwärmen. Es wird deutlich, dass die alltägliche sowie fanatische UFO-Beschäftigung einigen Menschen bis in den Schlaf hinein verfolgt. Ob hier eine Grenze zum Wahn bereits überschritten wurde, sollen andere beurteilen. Auf jeden Fall ist für mich klar, dass neben dem sozialen Umfeld auch die Charaktereigenschaften eines Menschen einen starken Einfluss auf den Glauben nehmen. Es ist in der Sozialpsdychologie sehr ungewöhnlich, Menschen zu finden, die auch dann an ihren Überzeugungen festhalten, wenn sie von offizieller Seite lächerlich gemacht werden und keine Unterstützung von ihrer Familie oder ihren Freunden erfahren, es sei denn, sie leiden an illusionären Verkennungen. Auffallend ist hierbei der Umstand, dass die Beteiligten in solchen Fällen einen besonderen Status beanspruchen, einen Status, der meist von routinemäßigen Rollenverpflichtungen entbindet. Hierbei kann es zu einer Wahrnehmungshysterie kommen, in der nur das wichtig ist, was man persönlich für wichtig hält und als Wahrheit verstehen will.
Im Gesamtspektrum muß man sich schon fragen, warum dies alles so ist - die pure Faszination am "Unmöglichen" kann es alleine nicht sein, weil sie die große Liebe nach der Leichtgläubigkeit der Menschen mit sich bringen würde, die sich selbst der oftmals als rational vorgestellten und allem anderen Leben des Planeten Erde übergeordneten Homo Sapiens zuordnen. Leichtgläubigkeit als Spiel des Lebens und harter Bestandteil dessen? Eine solche Erkenntnis (und Anerkenntnis) würde aber unsere Zivilisation mit all ihren Erfordernissen nach dem "funktionalen Funktionieren im nüchternen Kapitalismus" in Frage stellen. Meine persönliche Erkenntnis nach all den Jahrzehnten im Sektor jedenfalls ist soweit, dass die Grenze zwischen willkürlichem Betrug und Selbstbetrug keine scharfe, sondern ein breite sowie diffus-schwammige ist. Deswegen kann sehr viel populäres Blendwerk eine Zeitlang freies Spiel haben, schließlich wird die Szene von ufologischen ´Übervätern´ (man hat sie schon mit Prädikaten wie UFO-Päpsten oder - Gurus belegt) beherrscht, die diese Bewegung mit einer Meinungsdiktatur belasten und in die das gläubige Volk herrlich (also leichtgläubig) einstimmt. Trommler werden immer gebraucht um den Krieg der Worte zu führen und die Propaganda gedeihen zu lassen. Ansonsten gibt es eine Gardinenpredigt von den Promotern der UFOlogie und schon erneten sie meistens stürmischen Beifall - und ohne wirklich nachzudenken schwatzen die Freunde des Fantastischen dann die Inhalte nach, als Erfüllungsgehilfen der Brandstifter (vom letzten Aufgebot?). Wahrheit stört, wenn die Lüge überzeugt - und Hetzer geben nie Ruhe. Viele vermeintlich geheimnisvolle dargestellte Vorgänge haben einen recht weltlichen Hintergrund, wenn nur genügend ernsthaft recherchiert wird (und werden kann). Allein dies ist schon aufschreckend genug - und für die Wissenschaft abschreckend. Ich zweifle, dass dieser signifikante Punkt von den meisten "paranormalen Grenzwissenschaftlern" überhaupt objektiv verstanden und begriffen wird - allein aus dem Grund, weil sie soetwas nicht zentral als Gegebenheit ansprechen. Warum dies so ist, darüber kann (und muß) sich jeder seine eigene Gedanken machen. Wie auch immer, die Entwicklung der Wissenschaft kann nicht losgelöst von der kulturellen Entwicklung unserer Zivilisation gesehen werden. Durch die breite Negierung des UFO-Themas reagiert sie also schon (passiv).
Offensichtlich leben zahlreiche UFOlogen unter einer Denke, wie sie direkt ´Fox Mulder´ entsprungen sein könnte: Sie wollen das Unerwartete erwarten und das Unvorhersehbare vorhersehen weil sie in einem Universum unendlicher Möglichkeiten leben. Damit leben sie in einer Seinsebene des ´unkonventionellen Denkens´, was sie aber mehr in Schwierigkeiten bringt als sie denken, sobald sie es mit der realen Welt zu tun bekommen. Alles um den Preis der "Freiheit der Fantasie", welche pseudowissenschaftliche und mystische Erklärungen stützt und beflügelt. In der UFOlogie bedeutet die Freiheit der Fantasie aber auch, die des radikalen Rätselns, angegangen in einer Laune des kreativen Fabulierens. Fast überflüssig zu erwähnen, dass die wissenschaftliche Beweisführung der UFOlogie nun ins Gegenteil gewendet wird: Was nicht hieb- und stichfest widerlegt ist, ist dort möglich, was möglich ist, kann plausibel werden, wenn es getragen wird vom Bedürfnis nach etwas Geheimnisvollen, nach Schatztruhen in der Rumpelkammer des aufgeklärten Geistes, die vielleicht altes, aber elektrisierendes Wissen bergen. Zu erkennen, dass die Welt, so wie sie ist, nicht notwendigerweise ist, sondern dass sie auch anders sein könnte, ist besonderes Privileg der UFOlogen und spezifische Last des Menschseins zugleich. Damit einher geht oft die Marginalisierung des Faszinierenden aus dem Alltagsbewußtsein. UFOlogen plädieren für ein Faszinosa, dessen kreativer Konstrukteur sie selbst sind. WW
Quelle: CENAP Archiv
