Blogarchiv
UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-150

cenap-infoline-titel-186

cenap-archiv-titel-90

1.06.2007

Juni 1947/2007: 60 Jahre UFO-Mythologie, näher betrachtet

image-1300743-galleryv9-vozh-1300743

UFOs in Form der Fliegenden Untertassen haben die Götter des Olymps in unserer modernen Zeit mit dem Hunger nach dem Übernatürlichen abgelöst als die Quelle der Rätsel und Wunder in dieser Welt, die Fliegenden Untertassen kamen auch mit einer neuen und sich besser anhörenden Terminologie daher, um die Menschen für sich einzuvernehmen. In den großen Hallen der Universitäten, durch die mächtige Stimme der Massenmedien und die gelegentlichen Konversationen zwischen Nachbarn wird die Öffentlichkeit fortgesetzt mit verwirrenden Informationen und unbegründeten Behauptungen bombardiert. Die ET-Realität in Gestalt der UFOs gelangt aber erst aufgrund kultureller Trends, Denk- und Glaubensstrukturen in unsere Erfahrungswirklichkeit hinein. Existieren UFOs/Fliegende Untertassen? Gibt es irgendeinen Beweis dafür oder dagegen? Sind sie von außerirdischer Herkunft? Zumeist unterstützen alle Bücher über das Thema den Glauben an UFOs/Fliegende Untertassen (= Raumschiffe außerirdischer Besucher), wie ich selbst als Jugendlicher erfahren konnte und mit glühenden Augen das UFO-Abenteuer begleitete und leicht fanatisch zu einem UFOlogen wurde. So geht es den meisten UFO-Gläubigen nach wie vor, wenn sie in diese "virtuelle Realität" der UFOlogie eintauchen - dort sind alle UFOs echt und authentisch von exotischer Natur und Herkunft. In der Realität dieser Welt können leider die Beobachtungen nicht verifiziert werden (und wenn, dann stecken ganz banale Erscheinungen dahinter). Selbst bei jenen Ereignissen, die bisher unerklärt blieben (und die gibt es tatsächlich) muß man feststellen, dass sie vielleicht doch einen ´irdischen Ursprung´ (nicht immer physikalisch zu verstehen) haben und es für sie nur keine ausreichenden Fakten für deren Erklärung gibt. Diverse Untersuchungen auf statistischer Basis von UFO-Datenmaterial haben so auch gezeigt, dass es keinen Unterschied von den vermuteten UFOs mit den identifizierbaren Erscheinungen am Himmel gibt. Dies läßt arg die Vermutung aufkommen, dass auch die bisher nicht abgeklärten UFOs eigentlich IFOs (= das Risikomaterial der UFOs) in all ihrer Spannbreite sind und ein weiterer Faktor ins Spiel kommt, der schnell übersehen wird: Hinweise auf mangelhafte und unstimmige Zeugenaussagen, die wahrscheinlich die tatsächlich abgelaufenen Ereignisse (wenn es solche überhaupt gab) nicht richtig beschreiben. Tatsächlich ist dieser Punkt ein gewichtiges Problem bei vielen "echten UFOs".

 

Und leider gibt es bis heute keinerlei glaubwürdiges Fotomaterial, auf dem man eine gelandete Fliegende Untertasse deutlich erkennen kann (und die paar Aufnahmen, wie die von Monguzzi, die es gibt sind Fälschungen). Es gibt nur zig umstrittene Fotografien auf denen die bekuppelten, silber-metallisch schimmernden Fliegenden Untertassen "im Fluge" zu sehen sind - aber derartige Aufnahmen sind verhältnismäßig einfach zu tricksen, es muß nur ihre fotopsychologische Wirkung stimmen um "authentisch" zu sein. Die selben "Raumschiffe" nun gelandet in einem echten Landschaftsszenario einzubringen ist mit gewaltigem Aufwand versehen (wenn dies im Computer-Zeitalter auch kein Problem mehr ist, aber da glaubt man solchen Aufnahmen aus dem Rechner dann sowieso nicht mehr). Tausende Menschen wollen genau diese Fliegenden Untertassen gesehen haben, sogar gelandete aus denen die Außerirdischen stiegen (etwa 3 % aller UFO-Berichte) - aber für diese nahen Begegnungen gibt es einfach kein akzeptables Bilddokument (und auch die paar Bilder von "Aliens", die in der Literatur umherschwirren, sind alles andere als authentisch). Ist dies nicht recht seltsam, wenn dieses Phänomen echt sein soll und es gleichfalls Zehntausende von Lichtflecken-Bilder gibt, die die UFOs fern zeigen und meistens dann noch natürlich erklärbar sind? Eine Folgerung könnten Sie daraus ziehen: es gibt nichts was es mit allen wissenschaftlichen Ansprüchen entlang der Untertassen-Konzeption wirklich fotografiert werden kann. Und obwohl überall auf der Erde Menschen umherspazieren, die mit angeblichen Außerirdischen Gespräche in Form eines sogenannten "Kontakts" führten (man nennt sie "Kontaktler") oder von den Aliens wieder und wieder "entführt" werden ("Entführte"), so hat noch keiner ein Videoüberwachungssystem installiert, um die Niederkunft eines Fremd-Raumschiffes und den Ausstieg der Fremden in Interaktion mit den Betroffenen durchgehend zu dokumentieren. Kurz: keine exotischen UFOs - woher auch immer, dafür aber eine Menge Material voller surrealer und traumhafter Elemente, die aber wiederum für sich eine Schönheit und Fremdheit bedeuten und daher eine Art magische Anziehungskraft mitbringen. Genausowenig wie man Träume fotografieren kann, genausowenig sind Begegnungen mit echten außerirdischen Raumschiffer bisher belegt. Für mich eine unglaubliche Situation.

 

Zwischenhalt zum Thema der "Traum": Der griechische Gelehrte und Historiker Xenophon schrieb, dass Träume eine Art Wahrsagerei seien, und im zweiten Jahrhundert verfasste Artemidoros der Daldianer sein fünfbändiges Werk ?Oneirokritika? über Traumdeutungen. Bei den alten Griechen dienten Träume, die als Botschaften der Götter galten, auch zur Diagnose von krankheiten. In manchen Kulturen glaubten die Menschen, Träume würden durch göttliche Heimsuchungen, Dämonen oder die Geister von Verstorbenen bewirkt, wozu es ein plastisches Erzählgut ob philosophischer Systeme und alten Doktrinen gibt. In der Bibel steht, Joseph habe die Träume des Pharaos gedeutet, und sie berichtet von mehreren Weissagungen als Folge von Träumen - im 1.Buch Mose 20,3; 31,24 und 37,5, im Buch Hiob 33,14, im 4.Buch Mose 12,6 und im 1.Buch der Könige 3,5. Damit wird die Verbindungs- und Bedeutungskette "Traum"-"Wahrtraum"-"Vision"-"Botschaft"-"übersinnliche Wahrnehmung" interessant, weil es meiner Meinung entsprechend die gleiche Basis hat. Zudem finden wir Hinweise auf magisch-fetischistische Praktiken mit religiöser Bedeutung bereits bei den schriftlosen urgeschichtlichen Kulturen. Praktisch alle Religionen beinhalten in ihrer Urform magische Kulte und Praktiken rund um die Nekromantie, also um Versuche, durch Beschwörungen oder Trancezustände mit den Geistern der Toten in Verbindung zu treten, um von ihnen Weissagungen und/oder Erkenntnisse über das Jenseits zu erlangen. In der Gründungslegende "moderner" Religionen werden vielfach "paranormale Phänomene" in Form von Wundern geschildert, aufgrund derer sich die abergläubischen Vorstellungen verfestigten. Weitaus länger lebten wir Menschen in einem mystisch verstandenen Gemeinwesen, im Zeitalter der Aufklärung leben wir erst seit kurzer Zeit - und in gewissen Bereichen ist es noch lange nicht überwunden und wird nur ´naturwissenschaftlich´ eingepackt. Selbst im Mittelalter ist die Beschäftigung mit "übernatürlichen" Phänomenen immer in einen religiösen Kontext eingebettet - auch kein Wunder wenn man weiß, dass diese Ära um die 20.000 wundertätige Menschen mit sich brachte, die vom Volk als "Heilige" verehrt wurden. In der Volksfrömmigkeit fand sich ein ausschweifender Wunderglaube. Der Glaube an die Existent nicht-menschlicher personaler Wesen ist so alt wie die Menschheit. Egal in welcher Form der (außersinnlichen) Wahrnehmung sie zu uns herüberkommen. Man findet dieses wunderbare Treiben in Urreligionen, ältesten Mythen und Philosophien.

 

Erst im Fluss der Zeit und mit wachsender Erfahrung änderte sich bei mir die Einstellung der Thematik gegenüber grundlegend. Echte Forschungsarbeit, Schweiß und Ausdauer auf der detektivischen Jagd nach den UFO-Geheimnissen formten mich zu einem UFO-Skeptiker und UFOlogie-Kritiker*, der jedoch noch alle Sympathien hinsichtlich des UFO-Phänomens als solches in sich trägt - ich bin für das Wunder nach wie vor offen und es kann mich immer noch faszinieren. Auch wenn interessierte Kreise deswegen Zeter und Mordio schreien werden, so ist dies dennoch wahr. Richtig seriöse UFO-Erforschungsarbeit wird in der so genannten UFOlogie sehr sehr selten betrieben, was die meisten UFOlogen betreiben ist UFOtainment (Begriffs-Mischung aus UFOlogie und Entertainment; bereits 1991 erkannte der US-UFO-Forscher Barry Greenwood: "UFOs sind eine Sache der Unterhaltung nach einem schweren Arbeitstag") auf eher kindlichem Niveau in Stammtisch-Debattier-Laune zu ihrer eigenen Unterhaltung - eigentlich auch nichts weiter als "höheres" Briefmarkensammeln, wenn man ihnen ganz positiv entgegentreten will und nicht gleich von "Spinnerei" spricht (was es dort natürlich auch gibt - und noch nicht einmal wenig, weswegen ich oftmals auch den Vorwurf verstehen kann, wenn man die UFOlogie als eine "Gruppe von Spinnern" bezeichnet). Nicht wenig schuld daran sind die dort umhergeisternden exzentrischen Behauptungen und wilden Spekulationen, die einen richtiggehend Schütteln lassen. "Für Besuche aus dem All, gleich ob in früherer oder in der heutigen Zeit, gibt es nicht einen einzigen seriösen Beweis. Daraus läßt sich zwar nicht mit absoluter Sicherheit schließen, dass es einen Besuch noch nie gegeben hat und niemals geben wird. Aber unser wachsendes Wissen über das All läßt die Wahrscheinlichkeit, dort überhaupt intelligentes Leben antreffen zu können, immer kleiner werden. Damit schwindet auch zusehends die Wahrscheinlichkeit, dass jemals ein Außerirdischer die Erde besucht hätte oder besuchen wird", führte mein Freund und Kollege Hans-Werner Peiniger von der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens (Postfach 2361, 58473 Lüdenscheid) in einem Beitrag für die Oktober 1988-Ausgabe des Meinungsmagazin Konträr aus. Kurz gefasst: Es wird zuviel geredet und nicht genug erforscht. Die ufologische Hauptaktivität ist das Erzählen von verrückten Geschichten - und sie als "UFO-Beweise" auszugeben. Doch ein seriöser Untersucher und Ermittler ist an soetwas nicht interessiert - aber an solchen Menschen mangelt es in der Szene. Wie hatte bereits das angebliche Entführungs-Opfer Whitley Strieber in seinem Communion Letter im Frühjahr 1991 festgestellt: "Ich will mich in diesem seltsamen Feld nicht weiter engagieren, zudem sind die sogenannten UFOlogen die schrecklichsten, gemeinsten und verrücktesten Leute, denen ich jemals begegnete. Ihre Interpretationen sind von Anfang bis Ende Blödsinn."

 

*= Anhand meines negativ-besetzten "standing" als DER angebliche UFO-Mega-Skeptiker des Landes in der Öffentlichkeit muß ich dies hier näher ausführen. Ich bin skeptisch geworden, dass die UFO-Erscheinungen exotische physikalische Ursachen haben (suche aber weiter danach, was aber vielleicht auch nur eine Art von Fatalismus [nicht Fanatismus!] ist) und ich kritisiere die UFOlogie deswegen, weil genau sie dies aufgrund einer Glaubensüberzeugung behauptet und nicht bereit ist, Belege als etwas Relatives, mehr oder minder Wahrscheinliches oder gar Unwahrscheinliches anzusehen. Ich stelle dies hier fest, auch wenn es bei einigen UFO-Fans die Zornesröte ins Gesicht treiben wird. Trotzdem, vielleicht repräsentieren die Figuren Mulder & Scully aus der Akte X als Ganzes genau meine Haltung: Sie stellen für uns alle das eigene gespaltene Ich vor. Ein Teil von uns möchte daran glauben, ein Teil hält alles für Fantasterei. Doch als UFO-Phänomen-Erforscher bin ich schon einen Schritt weiter. Doch ich bin weniger skeptisch als z.B.Johannes von Buttlar, der lt. Television-Sonderband Nr.1, Akte X, nur "sieben bis acht Fälle" als glaubwürdige UFO-Zwischenfälle hält, auch wenn es ansonsten bei seinen Werken und sonstigen Aussagen anders anklingt. Ich dagegen halte sieben bis acht Prozent aller Meldungen (!) dagegen für zumindest nicht herkömmlich erklärbar, was aber nicht heißt, dass dies auch "glaubwürdige Zwischenfälle" sein müßen.

Hier ist eine der sehr wenigen Studien, die die vielen Behauptungen über und rund um UFOs mit einem skeptischen Auge betrachtet - von einem der eine Zeitlang selbst davon überzeugt war, dass es exotische außerirdische Besucher hier auf Erden gibt. Begleiten Sie mich auf ins Unglaubliche wie einst Marco Polo. Verlassen Sie mit mir den Tellerrand der Fliegenden Untertassen und machen Sie sich mit einem größeren Ganzen des Unfassbaren vertraut. Schlußendlich werden auch hier die Karten zur "größten Narretei" des 20.Jahrhunderts neu abgemischt worden sein. Natürlich ist mir klar, dass dieses Buch nicht allen Lesern gefallen wird, doch welches kann dies schon für sich überhaupt in Anspruch nehmen? Insbesondere diejenigen Menschen die entsprechend des Intros zur TV-Serie Dark Skies ("Die Stimmung gegen uns ist feindselig. Die Mächtigen wollen nicht, dass die Welt etwas erfährt. Die Geschichte, so wie wir sie kennen, ist eine Lüge!") ideologische Konzeptionen und auch psychologische Mentalitäten entwickelt haben, werden ihre Probleme haben - andererseits ist für die Menschen im sozialen Umfeld dieser, mehr oder minder abgehobenen, Personen vielleicht dieses Buch ein Hilfsangebot und eine Grundlage um ihnen zu begegnen. Mir ist durch zig Gespräche mit Müttern, Vätern, Brüdern, Schwestern und Ehepartnern während des großen Akte X-Booms in den späten 90ern als Vorboten des neuen Millennium (welches mit viel Lärm um nichts anlief oder endete) immer wieder aufgefallen, dass diese Menschen Leitfäden und Ratgeber suchen, an denen sie sich orientieren können, um mit den Problemen ihrer Angehörigen und Familienmitglieder besser umzugehen und um selbst ein Verständnis zu entwickeln, in welche "Psycho-Falle" diese getappt sind. Vielleicht ist diese Arbeit dafür geeignet, indem ich Ihnen aufzeige um was es im Grunde genommen wirklich geht.

 

Ja, ich bekenne trotzdem: Ich bin ein bekehrter UFO-Jünger, der zum "gefürchteten Widerleger außerirdischer Sichtungen wurde, nachdem ihm die Beweise seiner einstigen Mitstreiter zweifelhaft vorkamen" (wie das Regensburger Wochenblatt vom 18.September 1991 es formulierte). Schon als Jugendlicher interessierte ich mich für die Astronomie und die zukünftige Entwicklung der Weltraumfahrt. Irgendwann Anfang/Mitte der 70er Jahre fielen mir dann Klatschpresse-Artikel und sensationelle Bücher in die Hände, in denen Erscheinungen am Himmel und auf der Erde immer so formuliert waren, als gäbe es überall außerirdische Wesen in ihren fliegenden Kisten. Zunächst prägten mich diese Bücher wie viele andere Menschen auch. Und da in diesen Werken gerne ein Autor vom anderen abschreibt (ohne die Inhalte zu prüfen) bekommt man schnell den Eindruck, als sei da eine neue kosmische Wunderbühne auf dem Schreibtisch oder Nachtkasten eröffnet. Ich war sonach bald (naiv) überzeugt, dass die Außerirdischen in Fliegenden Untertassen hier sind, sicherlich gibt es eine ganze Menge Menschen die auf globalem Niveau genau diesen Weg wie ich beschritten. Ich wurde wissenshungrig und wollte mehr wissen - jenseits des gauklerhaften Glimmers der ufologischen Literatur um das UFO-Phänomen aufzuklären, welches ja damals bereits 30 Jahre lang ein Mysterium war. Als UFOloge sah ich mich dabei nicht, schließlich gibt es einen wissenschaftlichen Zweig namens UFOlogie nicht, auch wenn viele "UFOlogen" durchs Land ziehen und sich so einen pseudowissenschaftlichen Anspruch geben wollen, ein typischer ´Mannemer´ eben. Und Wissenschaftler bin ich auch nicht, sondern ein schlichter Einzelhandelskaufmann der mit beiden Beinen fest auf der Erde steht und gute Menschenkenntnis mit kurpfälzer Mutterwitz paart. Trotzdem wagte ich mich auf die Jagd nach den ´kleinen grünen Männchen´ und ihren Fliegenden Untertassen zu gehen, wozu ich 1976 die private Organisation CENAP mitbegründete - das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene. Menschen mit wissenschaftlicher Neugier und detektivischen Spürsinn sammelten sich hier zur Erforschung dieses unzweifelhaft außergewöhnlichen Phänomens um a) die physikalischen Auslöser für UFO-Sichtungen aufzuklären und b) sich soziologisch um den UFO-Aberglauben in Form der außerirdischen Besucher etc zu kümmern.

 

Mir und meinen Kollegen kam/kommt einiges in Feld sehr verdächtig vor - vor allen Dingen auch der Umstand, dass das Phänomen über viele Jahrzehnte hinweg unaufgeklärt blieb oder effektiv nachgewiesen ist. Wollten wir mehr wissen, so konnten wir dies nur durch Untersuchungen, Nachprüfungen und Quellenrecherchen im UFO-Einzelfall gewährleisten und waren fortan als "UFO-Detektive" oder "UFO-Phänomen-Untersucher" bzw "regionale UFO-Sichtungsermittler" unterwegs, lange bevor jemand an Fox Mulder und Dana Scully aus der Akte X dachte. Ehrenamtlich ist diese Arbeit und wir legen aus eigener Tasche die Gelder dafür bereit, stehlen uns die Zeit um energisch und engagiert den Dingen soweit eben möglich praktisch nachzupirschen und möglichst viel interdisziplinär zu lernen. Nur so kann man diesen komplexen Gegenstand intellektueller Herausforderung anfassen. Ein außergewöhnliches Phänomen verlangt auch nach einer außergewöhnlichen Untersuchung. Der gesunde Menschenverstand ist ein ganz guter Indikator für diese Nachforschungsarbeit und nicht der Computer, komplexe Formelgebilde oder (pseudo)wissenschaftliches Gerede. Damit rief ich zu einer Renaissance der UFOlogie auf, um mehr (Nach-)Forschungs- und Recherchenarbeit zu leisten - doch zumeist wollte niemand darauf hören.

 

Schließlich schafft nur Wissen Lösungen, so ist die UFO-Studie zunächst eine der IFOs um mit dem entscheidenden Basiswissen ausgestattet die UFOs zu jagen. Doch meines Wissens nach existieren keine zwei unabhängige als "UFO soweit"-eingestufte Fälle die sich phänomenologisch bis ins Detail gleichen, während im Fall der objektiven identifizierbaren Flug-Objekte (IFOs) dies gleich massenweise den Gegebenheiten entspricht. Immer wieder verwandeln sich "phantastische Flugobjekte" bei genauerer Kenntnis der Materie in IFOs, auch wenn in diese IFOs grob überzeichnete Details eingearbeitet wurden, dass sie wie echte UFOs wirken. Und vorgeblich echte UFO-Fälle bringen mehr Fragen als Antworten mit sich - dass ist doch nicht normal. Das UFO-Rätsel findet sich in unseren Gedanken - die Lösung in den verdeckten Tatsachen, aber hier will ich den Schleier wegziehen (zumindest versuche ich es). Nachdem ich mich 25 Jahre lang mit UFOs beschäftigt habe, weiß ich Heute dummerweise mehr über IFOs als über die angeblichen UFOs, den Letztgenannten bin ich kein Schritt nähergekommen und habe die Grenzen zwischen UFOs und der Wissenschaft erkannt. Und manchem Kollegen ging und geht es genauso. Ist doch merkwürdig. Sind also die "echten" UFO-Fälle von subjektiver Natur? Das Problem ist sicherlich, das keiner etwas Greifbares in der Hand hat um ein exotisches UFO-Phänomen zu belegen - und dies ärgert schließlich auch die Hardcore-Überzeugten. Es ist schier so, als ob man einen Regenbogen greifen möchte. Je näher man ihm zu kommen glaubt, desto mehr wird er zum "schwer fassbaren Phänomen". Trotzdem läßt sich trefflich darüber debattieren, träumen - und auch streiten. Die UFOs werden einem Vampir gleich wohl niemals aussterben... und was im alltäglichen Geschehen sofort erkannt wird, mag in Zeiten des UFO-Fiebers aufgrund wahrnehmungspsychologischer/psychologischer Vorgänge dann befremdlich/komisch ausschauen und den Stempel UFO erhalten. Tatsächlich existiert ein Memorandum von vier Seiten Umfang durch H.Marshall Chadwell, dem stellvertretenden Direktor der Scientific Intelligence bei der Central Intelligence Agency (CIA), an den CIA-Direktor General Walter Bedell Smith vom 24.September 1952 und darin heißt es: "...Die öffentliche Besorgnis über das Phänomen deutet darauf hin, dass ein recht hoher Bevölkerungsanteil innerlich bereit ist, das Unglaubliche zu akzeptieren. In dieser Tatsache liegt ein Potential für Massenhysterie und Panik..." Da ist was dran.

 

Selbst Profis können sich täuschen lassen, dies muß man einfach aus der Praxis heraus akzeptieren. Den "idealen Zeugen" gibt es leider nicht und die Anhänger des Spektakulären sind immer wieder entsetzt und betroffen wie banal Erklärungen sein können. Sie können/wollen es nicht glauben und immer wieder wirft man mir den Satz hin "Die Zeugen sind doch nicht alles Deppen!" zur eigenen Verteidigung hin. Dabei hatte bereits im Januar 1979 Lord Strabolgi während der "historischen UFO-Debatte im britischen Unterhaus" einen bemerkenswerten Satz geäußert, der hier anwendbar ist: "Es gibt zweifellos viele seltsame Phänomene am Himmel, und es kann ohne weiteres angenommen werden, dass die meisten UFO-Berichte von besonnenen und verantwortungsbewussten Menschen stammen. Dennoch finden diese Phänomene im allgemeinen eine einfache Erklärung." Doch so leicht wie es sich UFOlogen machen ist das ganze Thema nicht, gerade auch weil es enorm schwierig ist, Konfabulationen zu erkennen.

 

Es muß hier auch gesagt und betont werden, dass die Leute, die ein UFO melden, in aller Regel auch wirklich etwas gesehen haben was ihnen "komisch", "unkonventionell" und/oder "unerklärlich" vorkam. Und es ist auch nicht so, dass nur diejenigen die an UFOs glauben wollen, dann auch automatisch UFOs sehen. Tatsächlich beginnen Zeugen häufig mit einer Beobachtung, und nicht mit dem Willen, irgendetwas zu glauben, sie glauben dann aufgrund ihrer Erfahrung. Dies ist sogar verständlich und nachvollziehbar. Zeugen versuchen sogar manchmal nicht nur zu glauben, sondern sie prüfen ihre Erfahrung. Richtig ist auch: Jeder UFO-Bericht beschreibt angeblich ein tatsächliches Ereignis, Wahrheit und Fiktion, Realität und Glauben sind jedoch in Erzählungen grundsätzlich kaum zu entwirren und miteinander vermischt. Gesellschaftliche und persönliche Subjektivität, verbunden mit einem objektiven Ereignis, führt letztlich zur Erzählung*. Die selbstgestellte Aufgabe von mir und meinen Kollegen ist es herauszufinden, was sie gesehen haben. Blitzlichtartig habe ich darüber 1996 in meinem einigermaßen erfolgreichen Buch ?UFOs: Die Wahrheit? berichtet. Seither ist nicht mehr viel Geschehen und die ufologische Bewegung verlor an Kraft, genauso wie immer weniger UFO-Erscheinungen gemeldet wurden. Ab 1997 trat sogar ein Niedergang der UFOlogie ein, aber dieses Buch soll keine Grabpredigt an ihr sein. Ausgelassen habe ich damals einen anderen wichtigen Faktor, den ich vielleicht nur grob angeschnitten hatte, aber der eine Vertiefung benötigt um "die größte Narretei des 20.Jahrhunderts" verstehen zu lernen: Die Psychologie der UFOlogie etc im Umfeld des modernen Aberglaubens. Es wird Sie wahrscheinlich erstaunen, aber UFO-Erscheinungen sind weitaus leichter zu knacken als der durch die UFOlogie und ihre Promoter aufgebaute Aberglaube um diese Objekte, man braucht nur genug Daten und muß sich darum mühen, dann sind die allermeisten UFOs erklärt. Hier geht es um einen Blick hinter die Kulissen, der auch manchmal weh tun wird, wenn man selbst in das Aberglaubenssystem eingesponnen ist. Auf der anderen Seite möchte ich gerne das riesige Durcheinander etwas auseinanderpuzzlen und die Atmosphäre darum reinigen bzw klären.

 

*= Deswegen ist es wohl korrekt hier von eher "außergewöhnlichen menschlichen Erfahrungen" als Anomalien aus der Alltagswelt eines Individuums zu sprechen. Soetwas kann man interpretieren wie man mag, erkenntnistheoretisch aber kann man soetwas nicht ernsthaft als Tatsachenbericht hinnehmen. Wir haben es hier mit nicht verbürgten Umstände in der Erzählung zu tun, dies im Modus der Gewissheit zu äußern ist problematisch, weil derartige Erzählungen im historisch-kulturellen Kontext verortet sein können. Dazu zählt eben auch, wenn UFOlogen Erzählungen als "Bericht" nehmen, die Erzähler für sie "Zeugen" sind und die Erzählungen ihnen als "Beweismaterial" gelten. Hier wird die vorhandene Vorurteils- oder Überzeugungsstruktur dem vorhandenen Wissenshorizont zur hypothetischen Erklärung des Unverstandenen herangezogen. Der beschreibende Mensch wird in seiner Darlegung wohl immer auch seine Gedanken, Überlegungen, Gefühle und Spekulationen einfliessen lassen - und nicht immer werden wir festmachen können, wo dies dann jeweils geschieht. Daher sind auch fast alle polizeitechnischen Phantombilder von gesuchten Verbrechern so ´verblüffend´ unwirklich, wenn später der Gesuchte geschnappt wird und man sein wahres Gesicht sieht. Die Lüdenscheider GEP veröffentliche hierzu von Craig Roberts den Band ?Der Menschen als Teil des UFO-Phänomens? 1997, worin deutlich gemacht wird, dass das UFO-Rätsel zwei Seiten hat: "Das Wahrgenommene und den Wahrnehmer. Das Wahrgenommene ist das UFO, der Wahrnehmer ist das Individuum in diesem Rätsel. Bislang wurde der UFO-Hälfte dieser Gleichung die meiste Beachtung geschenkt. Dadurch ist sie etwas aus dem Gleichgewicht gekommen." Niemand wird sich verweigern, wenn ich nun feststelle, dass der visionäre Impuls der ?Fliegenden-Untertassen?-Konzeption auch kreative Momente freisetzt und psychodynamische Wellen schlägt. Dies beweist sich dadurch, dass z.B. unverstandene IFOs als UFOs gedeutet Effekte zugeschrieben werden, die dem eigentlichen Auslöser überhaupt nicht zuzurechnen sind. Absonderliches, Vermutetes und Zutreffendes reiht sich hier auf. Extrapoliert man aufgezeichnete Gegebenheiten erschafft man gleiche Voraussetzungen und damit zumindest ähnliche Ergebnisse - dies ist zumindest in der Science Fiction ein Erfolgsrezept, ohne das deren Inhalte wirklich sein müssen (und die "Fliegende Untertassen"-Idee ist nicht weit davon entfernt angesetzt). Damit wird alles schwierig und unglaubhaft, egal wie dick die Kataloge über z.B. "Wechselwirkungen" sind. Das heißt, es ist nicht erwiesen, ob die erzählten Ereignisse in der Weise der Erzählung stattfinden, ob diese andere Welt der UFOs anders ist als bloße Fantasie, basierend auf einem Modell der Welt, das eine eigene Realität gewonnen hat und vom Berichterstatter nach und nach als adäquates Welt-Bild akzeptiert wurde, weil es so häufig öffentlich (unkritisiert) vorgetragen wurde. Je häufiger etwas wiederholt wird (in den Medien, die ja hauptsächlich die UFO-Vorstellungen prägen), desto stärker wird es als wahr akzeptiert. Als Resonanz-Effekt wirkt sich dies dann plus der eigenen persönlichen Erfahrung über das aus, was uns als UFO-Story erreicht. Die Menschen sind dann wie ´verhext´ und je deutlicher die UFO-Glaubens-Prädisposition ist, um so unerbittlicher sind sie dann, wenn man als sachkundiger Untersucher imstande ist, die dargestellten UFO-Behauptungen mit einem IFO zur Deckung zu bringen. Das Problem ist, dass man hier flott an die Grenzen des Rationalismus stößt und wir immer noch beim Glauben an X-Akten-Phantomen sind, die sich bislang dem rationalen Verständnis entziehen, aber trotzdem glaubhaft rübergebracht werden.

 

In meinen 25 Jahren als UFO-Phänomen-Untersucher habe ich Tausende von UFO-Zeitschriften in Händen gehalten, hunderte UFO-Bücher gelesen. Ich habe es mit hunderten UFO-Zeugen zu tun gehabt, die mir ihre Begegnung schilderten. Aufgrund der von mir eingerichteten und betriebenen ersten deutschen UFO-Hotline (0621-701370) bin ich also am ´Puls der Zeit´; allein was ich dadurch gehört habe ist schlichtweg unglaublich. Gelegentlich kommt mir das ungute Gefühl auf an Teilen der zeitgenössischen Menschheit zu zweifeln, aber diese Emotion werden viele von Ihnen kennen. Durch meine Vorträge an öffentlichen Bildungseinrichtungen, durch meine unendlichen Gespräche mit dem berühmten Mann auf der Strasse sowie über Gespräche mit Journalisten und Wissenschaftlern hauptsächlich aus der astronomischen Welt, aber auch durch die Reaktionen auf meine TV-Auftritte habe ich sehr viel lernen gekonnt. Und ich habe auch erfahren, dass es irgendwie einen Mangel daran gibt, ein realistisches ´update´ der UFO-Situation am Ende der Fahnenstange in Händen zu halten. Dies führte schließlich zu dieser Arbeit, in der nichts beschönigt wird und mitten aus dem Herzen der realen UFO-Forschung kommt. Und vor allen Dingen - ganz anders als vielleicht die meisten Leser erwarten. Legen Sie etwaige Scheuklappen ab. Ich will hier gar nicht so groß die Leser mit der Aneinanderreihung von fantastisch-klingenden UFO-Storys langweilen, die genauso gut aus einem SF-Roman der wirklich billigen Art der 50er Jahre entstammen könnten. Dies haben andere schon bis zum Erbrechen längst getan - und damit keinen Deut dazu beigetragen, dass das UFO-Phänomen als der große Mythos unserer Periode, als die begleitende Matrix zur Eroberung des Weltraums und der Frage danach ob wir alleine im Kosmos sind, verstanden und erkannt wird. Die geworfenen Nebelbomben der letzten 50 Jahre habe ich weggewischt und schärfe den Blick hin zur ´Seele der UFOs´ (und anderer anomalistischer Phänomene, die durchaus betreffs ihrer ´Psychologie´ in Verwandschaft mit ihnen stehen). Um mit der Arbeit an einem fundierten Buch über das "Rätsel aller Rätsel" zu beginnen, sind einige besondere Voraussetzungen und Ereignisse vonnöten. Ich habe diese Arbeit nicht aus dem Handgelenk geschüttelt und seit etwa 1997 daran gearbeitet bis Sie diese vor Augen haben, etwa 200 direkte positive Reaktionen aus der Leserschaft meines Erstlings und der bis heute immer noch eintreffenden Anfragen nach einer tiefergehenden und umfangreicheren ´Fortsetzung´ sind daran ´schuld´. Für all diese Menschen (sowie der überwältigenden ´schweigenden Mehrheit´) habe ich mich also nun "geopfert" und genügend Ausdauer, Ideenreichtum, Optimismus, Überredungskunst und Tatendrang eingebracht, um mein neues ´Ding´ auf die Reihe zu bekommen. Außerdem erfordert es nächste Angehörige und Freunde, die ausreichend begeisterungsfähig und tolerant sind, um sich mit meinem ungewöhnlichen Hobby arrangieren zu können, ja es neugierig begleiten und einen (heraus)fordern.

Dieses Buch ist eine lebhafte und kritische Wertung von Argumenten, die von jenen angeführt werden, die behaupten, dass unidentifizierte Flugobjekte als außerirdische Besucherraumschiffe wirklich real sind. Es ist aus eine Retrospektive um die Hintergründe und Zusammenhänge in Sachen UFO-´Aberglaube´, vielleicht der größten Narretei des 20.Jahrhunderts und gefördert von einer teilweise weltfremden ufologischen Kamarilla, die sich aus einem parapsychologisch/okkulten Niemandsland bedient und die Esoterik als Protestverhalten für sich nützt da der Okkultismus die Selbsthilfe des Volkes ist, dem die Wissenschaft die Aufklärung versagt. Irgendetwas versprühte das Mysterium U.F.O., weil es sich so lange Zeit am Leben hält (hielt?) und große Teile der Öffentlichkeit begeistert/e. Da ist mehr dran als nur eine allumfassende neue kosmische Religion, da nicht alle "UFOlogen" nur den geweihten Worten überirdisch Auserwählter, sogenannten "Kontaktlern" ober "Kanälen" (Channels*) folgen. Die UFO-Ausartungen sind vielleicht mehr ein Phantom unseres Verstandes, aber nicht immer gibt es einen überheblichen Grund (nach dem Motto: "Mir kann soetwas nicht passieren!") über die vielen Verrücktheiten und seltsamen Kautze im Feld zu lächeln. Sind die Umstände, ist das mentalle "setting", entsprechend - dann kann es uns alle ergreifen, das Wunder an irgendetwas ganz irrational zu glauben. Stimmen die Umstände, die soziale Situation, die Konditionierung und "passt ein Stück plötzlich zum anderen", so kann es schon Morgen soweit sein und Sie werden zum Kreuzritter von dem was Sie gerade noch für Unsinn, Quatsch sowie Blödsinn halten. Wie stets in hektischer Zeit verschiebt sich die Analyse auf eine spätere Rückschau, wenn die meisten Fakten aus unterschiedlichen Quellen auf dem Tisch liegen und der Staub sich gesenkt hat. Diese Zeit ist nun am Ende des "UFO-Booms" gekommen. In der historischen Betrachtung ist es meist nicht immer einfach, jene Schlüsselszenen festzumachen, die als geschichtliche Wendemarken auf die weitere Entwicklung der UFO-Debatte maßgeblichen Einfluss hatten. So gibt es immer wieder auch Ereignisse, die durch ihre besondere Stimmung einen tiefen Eindruck hinterlassen haben, so dass über ihre Bedeutung kein Zweifel bestehen kann - wenn man um sie weiß. Die moderne Debatte über die unidentifizierten fliegenden Objekte setzte mit der Untersuchung der US Air Force zu diesem Phänomen in den späten 40er Jahren ein, aber schon damals war es das typische Charakteristikum des UFO-Phänomens, dass es immer genau dann unscharf wird, wenn man es genauer untersucht.

 

*= Ein solches Channel-Medium ist J.Z.Knight alias Judy Hampton (Jahrgang 1951). Sie ist vermutlich das prominenteste und wirtschaftlich erfolgreichste aller Channeling-Medien. Sie genoss lange Zeit die Unterstützung der Schauspielerin Shirley MacLaine, bis anscheinend bei jener Ernüchterung einsetzte und Ms.MacLaine sich anderen Formen paranormalen Amüsements wie Chakras und ähnlichem Unsinn zuwandte. Egal, Knight ist zur Multimillionärin geworden, residiert auf einer weitläufigen Ranch und züchtet Pferde, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, grunzend Plattitüden für einen 35.000 Jahre alten Atlantis-Krieger namens Ramthas ihren Bewundern auszugeben.

 

Zudem soll diese Analyse der Versuch sein, als Insider den UFO-Mythos zu entschlüsseln und Jung´s "visionäres Gerücht" besser zu fassen, als es Ende der 50er Jahre durch ihn als Außenseiter des Themas geschah. Immer wieder gehe ich dann auch "fremd" und "wildere" in anderen anomalistischen* Gebieten, um einen übergeordneten Gesamtrahmen für den modernen Aberglauben aufzumachen, um davor zu warnen, dass man es nur mit den Dummen machen kann. Wo kein Glaube lebt, herrscht der Aberglaube. Zum Glauben gehört das Nichtwissen, genauso wie der Zweifel zum Wissen gehört. Wo Gott nicht vertraut wird, betet man die Götzen an - und dies sage ich als Agnostiker. Der Mensch weiß so viel - denkt er. Er kann Herzen verpflanzen, zum Mond fliegen, Geheimnisse sichtbar machen. Wir sehen es auf dem Bildschirm, wenn es nicht virtuelle ´Realitäten" sind (doch wer kann diese noch von den realen Wirklichkeiten unterscheiden?). Und träumen heimlich von Wundern, an die wir glauben möchten. Ob Ulk oder grüne Männchen - vielleicht ist es besser, es gar nicht so genau zu wissen. Solange die Rätsel ungelöst sind, beschäftigen sie unsere Fantasie - was gibt es Schöneres? Jeder weiß, das es Wunder gibt - zumindest in den Köpfen der Menschen. Die Krux dabei ist: Die wundersamen Phänomene lassen sich mit den bisherigen Methoden nicht nachweisen. Versierte Forscher in den Gebieten der "Grenzwissenschaft" interessieren sich seit längeren nicht mehr so sehr, ob es anomalistische Phänomene gibt, sondern wer in welcher Krisen-Situation daran glaubt. Sehen Sie, egal ob Poltergeist, Gespenst oder Stimme aus dem Jenseits sowie außerirdisches UFO - all diese Phänomen traktieren die zweite Wirklichkeit des Menschenverstandes. Und gleichsam ist ein großer Teil der Menschen dadurch verunsichert. Die Forschung sollte also die Frage stellen, welche Täuschungsmöglichkeiten es gibt. Zudem ist dieser Punkt deswegen bedeutsam, weil durchweg alle spekulativen Grenzwissenschaften noch nie von einer praktischen Auswertung ihrer Erkenntnisse ´leben´ konnten, sondern nur durch den ´Glaubensinput´ den man ihnen zuteil werden läßt.

 

*= Mit dem Begriff "Anomalien" werden unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen erzielte Beobachtungsergebnisse verstanden, die bisherigen theoretischen Vorstellungen und Annahmen über die Welt zu widersprechen scheinen, für die es also bisher noch keine Erklärung im Rahmen konventioneller Theorien zu geben scheint. Anomalien sind umso "robuster", je öfter und zuverlässiger sie in Experimenten festgestellt werden können. Leitende Forschungsfragen zu wissenschaftlichen Anomalien, außergewöhnlichen menschlichen Erfahrungen sowie Parawissenschaften sind die nach deren Wahrheitsgehalt und Erklärung, nach den psychosozialen Hintergründen der damit verbundenen Überzeugungssysteme, sowie nach damit assoziierten potentiellen Konsequenzen für Individuum und Gesellschaft. (Nach Forum Perspektiven Nr.1/1999) Direkt in Zusammenhang damit verbunden sind Wunder, die jene Anomalien zu sein scheinen. Doch Wunder sind der katholischen Glaubenslehre nach Zeichen des Göttlichen, Gottes. Und da Gott die Naturgesetze erschaffen hat, kann nur er sie über diese Wunder wieder "aufheben". Wunder sind also ihrer Natur nach nicht wissenschaftlich zu erklären, da sie durch göttliches Eingreifen zustande kommen. Ist dies auch der Grund, weshalb man trotz vielerlei Anstrengungen zur Dingfestmachung von Anomalien der anderen Art immer wieder versagt?

 

Ich möchte Sie informieren, aufklären, mit Wissen und Erkenntnissen vertraut machen, die überaus ´unkonventionell´ für einen UFOlogen sind. Rudolf Bultmann sagte einmal: "Erledigt ist durch die Kenntnis der Kräfte und Gesetze der Natur der Geister- und Dämonenglaube." Analog dazu sage ich: "Wissen um UFOs enthauptet den UFO-Aberglauben." Historische Parallelen zwischen modernen UFO-Sichtungen und Behauptungen jener, die Elfen und Gespenster in der Kolonialzeit sahen, sind gut dokumentiert. In den verschiedenen Überlieferungen* der Menschheitsgeschichte finden sich zahlreiche Hinweise auf Dämonenglauben. Grundlage ist der Glaube an die Existenz von Geistern und Dämonen, die vom Wesen eines Menschen Besitz ergreifen und/oder mit ihm spielen, in "verwirren" und sogar sein Verhalten und Tun verändern können. Auf einer Bildebene wurde schon im Neuen Testament von der Existenz von Mächten ´gesprochen´, von irgendetwas, was in der Welt ist, was mit am Werk ist, aber es ist nicht greifbar - greifbar ist immer nur das, was Menschen tun und was insofern auch menschliche Ursachen hat. Und die Dämonen, die wir riefen scheren sich einen Teufel darum, sich uns objektiv zu zeigen. Der Glaube an eine Geisterwelt, die parallel zur Welt der Menschen besteht, gehört fest zu den meisten alten Kulturen und hat sich bis in unsere Zeit herübergerettet und neu ausgeformt, dies inmitten des Marienkults und anderer utramontan geprägter Frömmigkeitsformen. Auch wenn die heutigen Bilder zeitgenössischer sind und zwischen PSI**-Phänomenen (wie Magie), kryptozoologischen Wunderwesen und UFO-Außerirdischen sich niederschlagen. Gemein haben sie aber eines, seit eh und je - man muß bzw kann an sie glauben (oder auch nicht) - mehr bleibt nicht übrig. Gemeinsam haben sie aber auch den Umstand, dass sich all diese "Wundersamkeiten" genauso zeigen, wie wir sie uns archetypisch vorstellen. All diese Merkwürdigkeiten unserer Lebenssphäre sind damit viel zu wenig in sich als solche ausgeprägt um die Wissenschaft sie als objektive Erscheinungen der mysteriösen Art akzeptieren zu können.

 

*= Diese Schriftstücke wurden von ihren Verfassern aufgrund von Hörensagen teilweise erst Jahrhunderte nach den angeblichen Ereignissen auf die sie sich beziehen und ausdrücken sollen (und unter den zeitgenössischen Vorstellungen der aktuellen Epoche bei der Niederschrift!) geschrieben. Inzwischen waren oftmals viele Generationen vergangen und das Beschriebene schon im Nebel der Zeit verweht. Deswegen sind auch alle Debatten über "UFO-Besuche" aus biblischen Zeiten so schwer, denn je älter die Quelle, desto weniger historische Informationen liegen dazu vor, und desto mehr kann man in sie folglich hineininterepretieren, wie es die Jünger rund um die "Prä-Astronautik" tun. Gleichsam besitzen diese eine wachsende Scheu sich mit historischen UFOs nach der außerirdischen Besucher-Deutung, je jünger diese werden. Nehmen wir die deutsche Nibelungen-Saga um den Drachentöter Siegfried. Eine Mär aus den Zeitungen der Völkerwandung (4./5.Jahrhundert), die unermüdlich mündlich von Generation zu Generation überliefert wurde - bis sich um 1200 ein unbekannter Dichter seinen eigenen Reim darauf machte. Danach bedienten sich hemmungslos andere Schreiber und legten eigene Siegfried-Versionen auf. Was nun das ´Original´ (wenn es überhaupt eines gibt!) ausmacht ist nicht mehr zu eruieren. Wie auch? Der zeitgenössischen und künstlerischen Freiheit geschuldet ist soetwas immer. Und seit ewigen Zeiten ist die Vorlage ja nicht unähnlich entstanden. Daher also extreme Vorsicht bei solch ´alten Geschichten´. Gerade auch aus ganz fernen Ländern...

 

**= Der Begriff ?PSI? wurde in der Parapsychologie durch Dr.Robert Henry Thouless (1894-1984), ein bekannter englischer Psychologe, der sich in späteren Jahren der Parapsychologie widmete, eingeführt.

Als besonderer Beitrag der soziologischen Wissenschaft ist diese Arbeit so verfaßt, dass sie für den beruflichen Wissenschaftler ebenso interessant ist wie für den allgemeinen Leser. Kurz gesagt: Sie bildet die seltene Kombination aus akademischem und allgemeinverständlichen Anspruch. Gleichsam ist sie an jedermann gerichtet, der jemals zu den Sternen aufschaute und sich über das Geschehen dort oben wunderte, zusätzlich soll es die Frage stellen, ob wir überhaupt UFO-Mysterien benötigen, weil es da draussen auch ohne sie genug echte Rätsel gibt. Die sogenannte ´UFOlogie´ ist für mich nach 25 Jahren Beschäftigung mit dem Thema soetwas wie eine Gruppe von Jungs, die um ein Marmelade-Glas sich versammelt haben, um einen dort gefangenen Frosch interessiert zu begutachten, während dieser genauso neugierig auf sie selbst schaut, um vielleicht erahnen zu können, wie es mit seinem Schicksal weitergeht. Ich dagegen beobachtete vom Balkon aus beide ´Gruppen´ und mache mir meine Gedanken um sie. Ich hoffe hier relevante Überlegungen und Bezüge, Hintergründe und Erfahrungen als Basismaterial zum Verständnis der Situation um die UFO-Idee eingebracht zu haben - um vielleicht nicht die letztgültige Antwort gegeben zu haben, aber auf einem sehr guten Weg dorthin zu sein, was mehr ist als in den vorausgehenden 50 Jahren geleistet wurde.

 

Viele moderne Astronomen glauben daran, dass es viele extraterrestrische Zivilisationen im Kosmos gibt, aber gleichfalls glauben sie nicht daran, dass die UFO-Sichtungen genug unterstützende Beweise mit sich bringen, um in ihnen außerirdische Besucher zu sehen (und deswegen werden gerade auch Astronomen als Vertreter des altmodischen Establishment von UFOlogen angegriffen, weil sie ihnen vorwerfen in einem geradezu geozentrischen und überholten Denkmodell vom Kosmos zu leben - deswegen existiert in der UFOlogie ein Feindbild betreffs der Astronomie, eine überaus verrückte Situation). Zumindest ist unleugbar, dass es UFO-Berichte gibt und man eine UFO-Erfahrung machen kann. Schon aus dieser Ecke heraus kann man sagen, dass es da klar ein Phänomen gibt, welches zum einen wissenschaftliche Kontroversen auslöst, wie aber auch menschliche Gefühle hervorruft. So gesehen ist zumindest für die humane Verhaltens-Wissenschaft das Thema interessant. Berichte über (nicht immer) fliegende Erscheinungen (und nicht immer solide Phänomene) sorgen für einen besonderen Glauben über die Natur und Herkunft dieser gemeldeten Objekte und in der menschlichen Kontroverse rund um dieses Phänomen der UFOs eröffnete sich ein Schlachtfeld, in dem es um die Verteidigung einer Glaubensvorstellung geht. Der Glaube ist nicht unbedingt aus der Perspektive des "gesunden Menschenverstandes" begründet, aber er steht vor dem Hintergrund des Postulats der menschlichen "Willensfreiheit" (auch wenn es damit einen Ausbruch des Irrationalismus gibt). Dies ist objektiv feststellbar und erhält auch damit das UFO-Phantom in gewisser Weise "am Leben". Die Frage ist natürlich, ob man anhand der UFO-Meldungen bestimmen kann, ob die Wissenschaften daraus neue empirische Beobachtungsdaten erlangen können - Edward U.Condon wies dies in seiner berühmten Colorado-UFO-Studie zurück. Beunruhigend am UFO-Phänomen ist auf jeden Fall, dass die meisten als UFOs ganz und gar ernsthaft gemeldeten Phantome des Himmels sich nach tiefergehenden Untersuchungen der Einzelfälle aufklären lassen und ihre Natur nichts mit den außerirdischen Raumschiffern zu tun hat, wie man es überall eingebleut bekommt. Eines der Hauptprobleme ist die Schwemme von Meldungen und dass es viel zu wenige objektive Untersucher dieser Darstellungen gibt während es Gläubige (UFOlogen) in jedem Land zahlreiche Menschen gibt, die das ganze ufologische Geschehen als ein Fandom betreiben - und in dem es ein Ansichten-Wirrwarr gibt. Dieser Wirrwarr an Ansichten hat aber nichts mit der konkreten Erforschung von einzelnen Fällen zu tun, sondern baut sich rings um die UFO-Erklärungs-Hypothesen auf und weicht dem entscheidenden Punkt aus. Für die einen sind UFOs außerirdische Raumschiffe, für andere (wegen diesem oder jenem Aspekt) Zeitreisegeräte oder Geheimwaffen bzw gar Objekte aus dem Innern der Erde etc. Darum streiten sie sich dann vortrefflich in der Traumzeit des "Hypothesen-Kriegs", auch wenn aus Gründen der Themensuche mal Vermischungen untereinander zustandekommen. So in dem Buch ?Sie kamen aus der Zukunft - Das Geheimnis der alten Propheten? vom Frühjahr 2000: "Einiges spricht dafür, dass Gott und seine Boten durch ein Wurmloch aus der Zukunft kamen." Nur wenige unter ihnen sind couragiert genug, um sich zum "Duell mit zahlreichen Unbekannten" zu stellen und denen man dankbar sein sollte, weil sie zu Recht von sich sagen: "Wenn wir die Daten nicht zusammentragen, tut es niemand."

Das Geheimnis des ufologischen Erfolges ist ganz einfach und seit der Zeit des Entfesslungskünstlers Houdini bewährt: Das Geheimnis bewahren und seine Magie fördern, also UFOs geheimnisvoll halten - und all jene bekämpfen, die dem Mythos seinen Reiz rauben. Unsere Fantasien füllen den leeren Raum zwischen Wunsch und Erfüllung, hierdurch haben Fantasien die Chance Realität zu werden. Dazu zählen auch fantastische Spekulationen die ein Eigenleben führen, ob sie nun medial-unbewußt oder vollbewußt sind. Sie wachsen ein ins Bewußtsein, werden von verborgenen Emotionen genährt und fragen nicht mehr nach Realität, weil sie selbst Realität geworden sind. Die Eskalation des Fantastischen kann hier ansetzen und in der UFOlogie gibt es genug davon, um voll durchzustarten. Dabei wird die Distanz zwischen der Realität und den Produkten der Fantasie immer größer, die Logik immer unbegreiflicher. Dabei wird manches Manko zurechtgebogen bis es sich wieder (zumindest oberflächlich) gut anhört und im Seelenleben der Freunde des Fantastischen schon nicht mehr als Problempunkt erkennbar ist. Die ufologische Suche nach der Wahrheit führt in subjektive Welten, die als eigenständige Wahrheit verstanden werden. Für den betroffenen UFOlogen ergibt sich dabei eine psychische Umwandlung des bisherigen Gedankenguts, kurz gesagt: Die Denke wird ganz anders, manchmal sogar pathologisch paranoid. So wie ich etliche UFOlogen kennenlernte, sind sie sowohl anarchistisch-chaotisch als auch gleichsam kindisch-naiv veranlagt, wodurch sich ziemlich viel Emotionalität, Wundersucht und Leichtgläubigkeit mischt - während gleichsam logisches Denken, gesunder Menschenverstand und Vernunft flöten geht. Und diese explosive Kombination ist nicht ohne.

 

Deswegen hat die UFOlogie große Probleme sich mit der Wissenschaft zu messen und von ihr auch akzeptiert werden zu können. Zuviel Fantasie haben sich die UFOlogen zugutekommen lassen und sehen allzuviel Fantastischen als reale Gegebenheiten an, weil sie von sich selbst erklären: "Wir wollen Individuen des ´Neuen Zeitalters´ sein und wir hängen an den Lippen der wahrhaften Pionierforscher namens Kontaktler und wir wollen ihre außersinnlichen Mitteilungen studieren. Das Studium der Fliegenden Untertassen und ihrer Besatzungen führt zu kosmischen Wahrheiten und es ist ein außerordentliches Mittel zur kosmischen Erziehung." Frägt man sie nach der Wahrscheinlichkeit ihres Weltbildes, erhält man meistens eine typische Antwort, die von jeher alle fantastischen Spekulationen begleitet hat: Es kann doch möglich sein, der Geist ist unendlich, was wissen wir schon von den Möglichkeiten seiner Entfaltung? Der Geist ist kein zu füllender Kelch, sondern ein Feuer, was es zu entfachen gilt. Ich glaube daran, warum sollte es nicht so sein? Das ist die Grenze einer Euphorie, die zugleich Blindheit bedeutet. Ist denn wirklich alles möglich, was unsere Fantasie für möglich hält? Sicher, Fantasie ist nötig - ohne sie gäbe es keinen Fortschritt. Aber sie ist nur dann fruchtbar, wenn sie auf Realität aufbaut und zugleich davon erneut bestätigt wird. Vieles ist denkbar, aber das meiste sind auch Irrläufer. Oder wie es Blaise Pascal (Mathematiker und Philosoph, 1623 - 1662) sagen würde: "Alles was relativ wahrscheinlich ist, ist wahrscheinlich falsch."

 

Allzuleicht kann man sich dann auch in irrationalen Vorstellungen verfangen, wenn die eingehenden Muster der Agenda entsprechen. Dann muß man sich fragen, ob man sich entscheiden kann, welcher Lüge man glauben sol - so stolpert der Suchende durch eine im Grunde undurchsichtige und verrätselte Welt in der man an mancher Ecke sinistre Mächte sieht, weil einem der Durchblick in dieser aus den Fugen geratenen, undurchschaubaren Welt fehlt (und weswegen einem schon ein gesellschaftliches Unwohlsein aufkommen kann). Extreme Phänomene, das Unerklärliche im Kosmos oder das Unerklärliche in uns nimmt eine Hilfsfunktion ein, um all dies abzumildern. In unserem speziellen Falle muß deswegen auch die Erfahrung des Pädagogen und Beauftragten des Bayerischen Kultusministerium in Sachen ´Okkultismus´, Wolfgang Hund (alias "Hundini´, da er auch ein Magier im Privatleben ist und genau diese Fertigkeiten einbringen kann um PSI-Phänomene aufzuklären, die sonst niemand knacken kann), erwähnt werden. Hund wurde Mitte/Ende der 80er Jahre verstärkt dazu eingesetzt um an Schulen einzugreifen, wenn sich dort der Jugend-Okkultismus durch Gläserrücken oder Pendeln etc überschwänglich ausbreitete - und alle Naturwissenschaftler ohnmächtig daneben standen und den Para-Zauber ihrer Schutzbefohlen sowie ihrer Para-Gurus nichts entgegensetzen konnten und selbst staunten, dass die Systeme funktionierten. Die Analogien zu unseren Erfahrungen mit den "Wissenschaftlern die an Fliegende Untertassen glauben" sind offensichtlich...

 

Hund: "Die Defizite der Naturwissenschaften sind offenkundig. Die eigentlichen Fachleute hierfür sind die Trickfachleute, denn nur Trickser entlarven die Trickser. Naturwissenschaftler versagen gänzlich, wenn es um die rationale Deutung vorgeblich paranormaler Phänomene geht." So berichtete am 26.Oktober 1988 die Ärztezeitung wie Hund "reihenweise Ärzte und Psychologen, Ingenieure und Biologen, ja selbst Physiker aufs Kreuz legte; ihr naturwissenschaftliches Weltbild in Unordnung brachte, wann immer sie dem ´magischen Pendel´ gewahr wurden und ans Übersinnliche zu glauben begannen". Die Kids wußten nichts von der Ideomotorik (auch Carpenter-Effekt genannt) und die Akademiker dachten erst gar nicht daran (wenn sie um ihn überhaupt wußten). Durchgängig die Erfahrung Hunds: "Erkläre ich dann das Geheimnis und führe es selbst ohne Para-Schnickschnack vor, gibt es bei denen einen ein breites Grinsen, aber bei den anderen vehementer Widerstand. Ist erst einmal ein Kollege verfangen, bekomme ich den meisten Zunder." Kommt uns doch sehr bekannt vor, oder? Auch dies ist eine Analogie zu unseren Erfahrungen mit den "akademischen UFOlogen" wenn es darum geht unsere IFO-Erfahrung (z.B. bei Fall-Identifizierungen) dort zum Tragen zu bringen oder der Streit um ´UFO´-Fotos (weswegen wir noch heute sehr dankbar um die UFO-Foto-Nachahmungs-Arbeit von Klaus Webner aus Wiesbaden sind, von der wir sehr viel lernen konnten) läßt genau diese Linie weiterführen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Bereits in Nr.5/1989 der Zeitschrift Wissenschaft in der UdSSR hatte man in der Rubrik "Wissenschaftliches Leben" den Artikel "UFO: unvoreingenommenes Herangehen?" eingebracht und aufgrund einer 1988 stattgefundenen Tagung über "Nichtperiodische, schnell ablaufende Erscheinungen in der Umwelt" (zu gut Deutsch: UFOs) beobachtet, wie durchaus die Teilnehmer akademische Grade und Titel besitzen und dennoch "nichttraditionelle" Forschungsrichtungen betrieben, und: "Interessanterweise tauchen ´nichttraditionelle´ Denkweisen auf Gebieten auf, die mit der Spezialrichtung des betreffenden Wissenschaftlers kaum etwas zu tun haben oder sie sind Hobbyforschern eigen, die das als Nebenbeschäftigung betreiben." Es sind Menschen, die in ihrem ursprünglichen Arbeitsgebiet kaum noch neue, unbekannte Erscheinungen entdecken werden und vielleicht von geistiger Langeweile getrieben in das Feld der Anomalien getrieben werden, um doch noch am "Prozess der Erkenntnis über das Universum" beteiligt zu werden. Die Zeitschrift hatte festgestellt, das dabei "eine indirekte Absage an ernsthafte Forschung" stattfindet. Ersatzweise findet man hier dann fanatische, unbelehrbare Anhänger, Geschäftemacher und Sensationshascher vor.

 

Dieses Buch ist nicht primär an die paar Zehntausend UFO-Freunde im Land gerichtet, die meistens sowieso nicht dialogfähig sowie lernbereit sind und ihren eigenen fantastischen Konzepten nachträumen wollen. Hauptsächlich richtet sich dieser umfangreiche Band an Menschen, die eines der faszinierendsten Phänomene des ausgelaufenen 20.Jahrhunderts besser durchschauen möchten und bereit sind aus dem Alltag auszubrechen um ein zeitgenössisches Wunder des Space Age zu hinterfragen und Argumentationshilfen zur Hand haben möchten, wenn es um das große Weltraum-Rätsel-Puzzle vergangener Jahrzehnte sowie weiterer Wundersamkeiten der Moderne geht. Davon gibt es (trotz allem) mehr als man denkt. Hier geht es um den großen Rahmen, der all die grenzwissenschaftlichen und paranormalen Phänomene irgendwo miteinander verbindet und zusammenkleistert. UFO-Phänomene sind nach meiner Auffassung - wie soziale Phänomene allgemein - multikausal, weswegen es einfach keine simplen Antworten gibt. Es gibt nicht das UFO-Phänomen, sondern es sind mehrere Dinge, die wir irrtümlich zusammenfassen und mit einem gemeinsamen Aufkleber versehen, was ein Grund dafür ist, dass die UFOs uns so lange unverständlich geblieben sind. Hierdurch ergibt sich eine einzigartige Komposition aus dem, was den individuellen Zeugen beschäftigt, seinem und unseren kulturellen Hintergrund und unser aller gegenwärtiger Mythologie des Raumfahrt-Zeitalters. Klar ist, dass die UFO-Meldeberichte zeigen, wie mehrdeutig und oft wie zweifelhaft das Phänomen ist, aber auch, dass es häufig in bekannten Begriffen erklärt werden kann. Dies ist ebenso eine Wirklichkeit der UFO-Forschungserfahrung. Die mystische Veranlagung des Menschen stellt ihm selbst ein Bein. Je unbeweisbarer und fantastischer eine Spekulation ist, um so vernarrter ist er in sie. Ich verlange nicht, dass Sie mit mir in allen meinen Ausführungen übereinstimmen müßen, sondern nur darüber nachdenken. Außerdem, so hoffe ich, können Sie viel für das alltägliche Leben mitnehmen, da wir es überall mit (Aber-)Glaubensvorstellungen zu tun haben und jeder davon tangiert ist. Ungeahnte Einblicke werden Ihnen ermöglicht, dies über eine breite Palette diverser Wunder hinweg.

 

Mir ist auch deutlich und klar, dass diese Arbeit allein schon wegen ihrem Umfang nicht leicht verdaulich ist - dennoch versuche ich mit leichter Sprache und manchem Wortwitz Ihnen das Thema und mein Anliegen rüberzubringen sowie nicht allzu wissenschaftlich zu sein, aber manchmal läßt es sich auch nicht vermeiden, sorry. Auf der anderen Seite möchte ich gerne dazu beitragen, eine Art "Neues Denken" über das angebliche "Unglaubliche" als Sachkundiger in Gang zu bringen. Sieht man sich die hier eingebrachten Facetten und Dimensionen an, sollte dies gar nicht mal so schwer sein - solange jedenfalls man nicht ´ideologisch´ vom "Wundersamen" bereits infiziert ist und allzu bierernst verknöchert dies alles verinnerlicht und zur Lebensaufgabe gemacht hat. Der Rückzug von der Arbeit und aus dem gesellschaftlichen Leben bis hin zur Isolation sowie das Mißtrauen und der ständigen Beschäftigung mit sich selbst in diesem Umfeld sind Hinweise auf eine pathologische Problemstellung - und denen begegne ich immer wieder im Umgang mit den Aberglaubens-Infizierten, die diverse Bewältigungstechniken entwickelten, um am Ball bleiben zu können. Die dabei auftauchenden zwanghaften Verhaltensweisen in der rechtfertigenden (Pseudo-)Argumentation sind immer ident. Dann ist nämlich alles zu spät, weil man desorientiert und verstört ist (natürlich ohne es zu merken). Ich hege die Hoffnung und moralische Verpflichtung dieses Buch auch jenen in die Hand zu geben, die auf der berühmten Kippe stehen. Manche müßen auch erst lernen, die Wirklichkeit wahrzunehmen, wie sie ist (und nicht wie sie glauben, dass sie so oder so ist). Dies gilt auch für mich, der sich nun der psychosoziologischen Theorie zur Erklärung des Unglaublichen nähert und zwanzig Jahre dafür brauchte, weil alles andere in eine Sackgasse führte und keine schlußendlich befriedigende Lösung mit sich brachte.

 

Warnung und Versprechen: Brechen Sie mit mir aus gewohnten Gleisen aus und vollziehen Sie eine Richtungsänderung in Ihren Einstellungen, dann werden sie großen Gefallen an der Sache finden. Vielleicht werden Sie mit der letzten Seite des Buches eines dramatische Veränderung Ihrer Ansichten erfahren und das Leben und sogar zwischenmenschliche Beziehungen in einem anderen Licht sehen, sobald ich die Nebelschleier weggezogen habe, die ich selbst jahrelang gar nicht als solche erkannte, weil mir wie in einem Opiumnebel der Verstand abhanden kam. Ja, vielleicht werden sogar radikale Veränderungen bei Ihnen vollzogen um das scheinbar Ungewöhnliche eher tolerieren zu können, wenn man es im richtigen Licht sieht. Niemand muß ein paranormal-esoterisch angesetztes Außenseiterleben führen, jeder der dies tut, ist selbst daran schuld und mitverantwortlich. Gut, der Glaube soll sehend machen, aber er führt auch zu Wahrnehmungsveränderungen (die die Außenwahrnehmung ausschalten und sich nach innen konzentrieren) - und die sind nicht immer gut. Wenn Sie dies nach dem Lesen dieser vielen Seiten erkennen, ist schon viel gewonnen. Aber ich bin nicht auf einer Mission unterwegs, Sie selbst müßen entscheiden und will Ihnen nur Hilfsangebote machen, die Sie annehmen oder ausschlagen können. Davon zu sprechen, das jeder seines Glückes Schmied ist, wird hier wohl zu theatralisch sein, aber...

 

Nun, dieses Buch ist schweres Geschütz, hier wird sozusagen der Ballermann aus dem Sack geholt, betreffs dem modernen Aberglauben bei dem die Bedürfnisse eines Gläubigen häufig nicht mit dem Anliegen eines Forschers übereinstimmen. Die soziopolitische Bedeutung mit der Zerstörung eines Mythos von diesem Ausmaß wird für einige schrecklich sein, für andere eine Befreiung. Doch ich will Sie mit Hintergründen/Zusammenhängen vertraut machen, die zunächst unbequem sind - insbesondere für jene, die eine spezielle Neigung zum Fantasieren mitbringen und empfänglich für ungewöhnliche Realitäten sind, deren Dissoziation die Tür zu anderen Wirklichkeiten öffnete. Und ich danke auch meinem Verleger, dass er diesen schwierigen Weg mit mir gehen will, um auch seiner Verantwortung für die Öffentlichkeit gerecht zu werden. Wir alle tragen Verantwortung und wir müßen ihr entsprechen, entgegenkommen. Bedeutsam ist zu erkennen, dass das menschliche Bewußtsein bei all den von uns diskutierten Phänomenen eine entscheidende Rolle spielt und alles bewegt.

Quelle: CENAP-Archiv

1790 Views