Blogarchiv

UFO-Forschung-History - 1987: UFO-Schwindel Gulf Breeze Teil 2/2

.

Die beiden Zeugen hielten das was sie sahen bis zu dem Zeitpunkt für ein "merkwürdiges Flugzeug" bis sie das Titelbild des Walters-Buches sahen. Danach war alles anders. Nachdem MAN sich ihnen vorher bereits irgendwie gegenüber 'geäußert' hatte, war nach dem Studium des Buches klar, dass ES sich ihnen zeigte und ES von ihnen gesehen werden sollte um ihr Interesse zu wecken. Frau H.: "ES hat dort an der Autobahn mit voller Absicht am Himmel auf uns 'gewartet'." Ehepaar H. will überzeugt sein, dass SIE sich für sie interessieren und sie keine Angst vor IHNEN haben müssen. Aliens wollen sich Familie H. begreiflich und deutlich machen ist die Interpretation der beiden Beobachter. Mit einigem Erstaunen nahmen wir auch eine Reihe von UFO-Darstellungs-Skizzen entgegen, die die Zeugen angefertigt hatten. Jedes Ding sah dort anders aus, da aus den unterschiedlichen Blickwinklen und Perspektiven eine andere Schau möglich geworden war. Nur eine Skizze ähnelte der von Walters, alle anderen Zeichnungen gingen genauso wie der Zeugenbericht weit davon ab! Nachgefragt, ob in dieser Vielfalt tatsächlich das Objekt erschienen sei, nahm Frau H. schließlich ein paar besonders ausgeprägte Dinge wie die Ritterburg zurück. Ansonsten aber sei das UFO von der gleichen "Bauart" wie das von Ed Walters gewesen, war sie sich nach wie vor sicher. Allein aus diesem Grunde "sind wir uns nun endgültig sicher, dass diese Fotos echt sind"! An diesem Punkt angelangt schien es mir notwendig dem Ehepaar unsere Unterlagen zwecks des Walters-Schwindels zukommen zu lassen, um dem Enthusiasmus und der damit einhergehenden Gefahr der Hysterie bei den Betroffenen zu dämpfen. Doch was war die Folge? Frau H. blieb weiterhin bei ihren Ausführungen: "Soll das alles nur UFO-Wahn gewesen sein? Wissen wir wirklich schon fast alles, was wir glauben?" Nun, im konkreten Fall Walters auf jeden Fall! Um die Geschichte abzurunden muß vielleicht noch erwähnt werden, dass am 21. und 22. Januar 1991 in der in Dresden erscheinenden Sächsischen Zeitung zwei Meldungen ("Ein UFO über Dresden?" & "Ein UFO auf alle Fälle") für öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt hatten. 
Verschiedene Menschen hatten in der vorausgehenden Freitagnacht eine orangefarbene "ungewöhnliche Himmelserscheinung" ausgemacht, die als Lichtfleck am Himmel erschien und langsam sowie horizontal dahinzog. Die Geschichte wurde somit zum Stadtgespräch, weswegen weitere Personen sich meldeten, die ebenso "hellleuchtende Flugobjekte" ausgemacht hatten. Die Darstellungen beziehen sich dann aber auf einen breiteren Zeitraum mit unterschiedlichen Objekten zu unterschiedlichen Zeiten. Von Details kann bei der Presseberichterstattung nicht sprechen, aber entscheidend für uns bleibt, dass die UFO-Stimmung in der Luft lag und somit auch Familie H. wohl infiziert worden ist. Ein Freund von Ehepaar H. bekam natürlich von deren Sichtung Wind und dachte eher an ein neues US-Flugzeug als an ein außerirdisches Raumschiff. Der Grund: Als Lokführer befand er sich in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1991 an der Verladestation hinter dem Flugplatz Schkenditz, als er gegen 3 h wieder zu den startenden und landenden Flugzeugen hinübersah und jetzt etwas sah, was ihm vorher noch nie begegnet war. Es war eine Erscheinung vom Flugplatz aufsteigen, die viel größer als ein Flugzeug wirkte, weil sie weitaus mehr und auffälligere Lichter besaß: Sie hatte in waagerechter Linie etwa 8 grünlich/bläulich erscheinende Blinklichter und darüber längliche, rote Lichter. In einer kleinen Kurve zog das lichterne Gebilde in die Nacht nach oben und verschwand schlagartig. War dies nun ein "Kundschafter-UFO" gewesen, wie uns Frau H. versichterte. Ein UFO, welches vom Flugplatz Dresden aufsteigt? Und ihr eigenes UFO, welches auf den Flugplatz Dresden einschwenkte, was war dies? Die Lösung des Geschehens tat sich Ende März 1991 auf, als in Halle der UFO-Zauber losschlug und in der Mitteldeutungen Zeitung für Aufregung sorgte ("Kinder sichteten UFO über Halle", "Fliegende Untertassen über der Saalestadt beschäftigt die Gemüter: Etwa nur ein Hubschrauber mit Leuchtschrift?", "Nach wie vor Rätselraten um das UFO von Halle"). Immer in die Zeiten der Abenddämmerung hinein hatten Leute "etwas kosmisches am Himmel" gesehen, etwas was an ein Flugzeug erinnerte, aber doch dann eher wie eine Fliegende Untertasse ausschaute. Doch unter den Zeugen war auch Emmi Zickhardt, die die beste Sicht darauf hatte und deswegen erkannte, um was es sich wirklich gehandelt hatte: Ein Flugzeug mit einer Leuchtreklame unter den Tragflächen. Andere wieder, die auf der Autobahn unterwegs waren, so auch Jörg Przygodda, hielten deswegen extra an und schauten sich um, aber da er nur eine Art "Summen" vernahm glaubte er nicht an ein Flugzeug, gerade auch weil es fast am Himmel schwebte. Immer mehr Menschen meldeten sich dann, die die Fliegende Untertasse als ein Flugzeug mit Leuchtreklame für eine renommierte Waschmittelfirma erkannten, auch wenn es dadurch wie "eine Linse" aussah. 
Und tatsächlich am 6. April 1991 war das UFO-Fieber abgekühlt worden: Das UFO kam von der Reeperbahn. Ein Doppeldecker AN 2 der mit farbigen 15.000 Glühlampen im Schlepp unter Rumpf und Heck ausgestattet war, war für das Spektakel verantwortlich. Die aus zwei Mann (Jörg Steber und Uwe Glomp) bestehende Hamburger Firma "Himmelsschreiber" hatten einen Werbeauftrag der Firma PERSIL entgegengenommen, weswegen sie in die Nachstunden hinein mit ihrem Werbeflugzeug über Ostdeutschland flogen und verschiedene Flugplätze als Ausgangsbasis für ihren Werbeauftrag nahmen. Auch wenn wir sicher waren, dass das sogenannte Walters-UFO von Dresden der Eheleute H. auf genau den genannten Stimulus zurückging und alle Sichtungsparameter dafür sprachen und zahlreiche Vergleichsfälle aus den USA hierzu vorlagen, machten wir die Hamburger Firma HIMMELSSCHREIBER ausfindig und schrieben ihr, um weitere Detailaufklärung zu erhalten. Leider erfolgte niemals eine Antwort. Das ein Kleinflugzeug mit angehänger Werbeschleppe, bestehend aus unzähligen Glühbirnen, hierzulande eingesetzt wird und dann auch UFO-Alarm auslöst, ist ziemlich einmalig in unserer Historie. Weitaus öfters rufen von innen heraus beleuchtete Klein-Luftschiffe namens BLIMP ähnlichen UFO-Alarm wenn auch aus den selben Gründen hervor. Doch dann erfuhren wir die Transformation eines UFO-Falles. Geraume Zeit nachdem wir mit den Erfahrungen des Ehepaars H. konfrontiert worden waren, erschien im Frankfurter Verlag Zweitausendeins der von Illobrand von Ludwiger verfaßte Band "Der Stand der UFO-Forschung". Auf den Seiten 157-159 fanden wir 'unseren' Fall wieder vor. Der Autor sah in dem Beobachterpaar gleichsam Zeugen von "Phantomen und Erscheinungen", die der "Parapsychologie" entspringen, woraus aber nun "außerirdische UFO-Insassen" wurden. Deutlich wurde, dass das Ehepaar H. sich auch an MUFON-CES gewendet hatte. In diesem Fall war eher der Ehemann Ansprechpartner gewesen, der UFO-Objektskizzen ablieferte, die kaum mehr etwas mit den Darlegungen seiner Frau zu tun hatten. 
Hier die Objektivität noch feststellen zu wollen wird unmöglich, wenn jeder Beteiligte was anderes zum selben Zwischenfall einbringt. Mit dem Walters-UFO hatte jedenfalls die Skizzierung von Herrn H. nicht mehr viel gemein. Interessant auf jeden Fall auch, was von Ludwiger zum Fall zu sagen hat: "Um ein Reklame-Luftschiff kann es sich wegen der beobachteten Manöver nicht gehandelt haben." Als wenn damit das Reklame-Flugzeug vom Tisch gefegt wäre. Wie ausgeführt wird, hätte die Zeugin durch CENAP "keine vernünftige Antwort" erhalten - CENAP ist im übrigen für ihn das "Centrale Erfassungsnetz für anomale Phänomene". Weder stimmt das eine noch das andere. Wir haben den Zeugen erklärt, was es mit dem Walters-UFO wirklich auf sich hat und haben ihnen dafür die Belege gegeben und wir haben ihnen auch vermittelt, was es mit der AN 2 auf sich hatte. Wenn dies keine vernünftigen Antworten waren, dann wissen war auch nicht weiter. Sicher, es mögen Erklärungen gewesen sein, die die Zeugen vielleicht nicht hören wollten und aus dieser Sicht heraus die Erklärungen unvernünftig für sie waren. Dagegen kann man dann nichts mehr tun. Aber den CENAP-Namen wenigstens richtig niederschrieben, dies hätte von Ludwiger zumindest wegen seines Anspruchs nach wissenschaftlicher Exaktheit tun können. In den USA gibt es dagegen immer neue Enthüllungen Egal, unter den breits bekanntgemachten Feststellungen und Erkenntnissen scheiderten nun weitere hochfliegende Pläne Walters und der Entertainment-Industrie zumindest in den USA. Das ABC-TV-Network hatte Vorbereitungen getroffen, um das Walters-Buch als Grundlage für eine dramatische TV-Miniserie zu verwenden, wofür man Walters ein Honorar in Höhe von immerhin $ 250.000 hingeblättert hätte. Wie auch immer, wenigstens $ 200.000 aus dem Buchverkauf konnte Walters einstreichen, von denen er aber $ 20.000 an Bruce Maccebee abführen mußte, da dieser ihm ein förderliches Buchkapitel betreffs der Fotoanalyse der UFO-Aufnahmen geschrieben hatte. Mit dem zufälligen Fund des Modells im alten Heim der Walters und den Aussagen von Tommy Smith setzte die Kontroverse in den USA um den Fall erst recht ein; in Deutschland gab es die nie, weil kaum jemand (außer die Leser des CENAP REPORT und des 'Journal für UFO-Forschung' mal wieder) etwas davon mitbekam. 
Nur ein einziges Mal wurde im November 1992 der Fall in den deutschen Medien aufgeklärt: auf RTL hatte das Infotainment-Magazin "Explosiv" hierzu einen Beitrag gesendet (Kopie kann gerne angefordert werden). Auch die Leser des von Klaus Webner im Selbstverlag (Zugspitzstr. 56, 65199 Wiesbaden) herausgegebenen Bändchens "Wesen aus dem Weltraum? - Erste Dokumentation der Welt über fotografierte Ufonauten" (1993) wurden aufgeklärt. Webner hat als Profi-Fotograf und -Filmer mittels eines gleichartigen Modells und des selben wie von Walters verwendeten Kameratyps weitaus bessere und eindrucksvollere Serien mit Trickaufnahmen als die des Amerikaners und unter den selben Bedingungen geschossen... Erst viel später wieder wurde auch im deutschen Fernsehen, wenn auch eher nebenbei, gezeigt, wie die Walters-Fliegende Untertassen-Aufnahmen zustandekamen. So in Sat1-Planetopia vom 20.Juli 1998, als es ein Schwerpunktthema gab: UFOs - Wahn oder Wirklichkeit? Das war schon eine kleine Bedienungsanleitung für Nachahmer! Aber auch die ZDF-Dokumentarfilmreihe Discovery brachte in der UFO-Folge "Flieger aus dem All?" (25. Oktober 2000) die Aufklärung des Geschehens. California UFO Nr.3/1992 machte ein Forum auf, worin es die journalistische Aufklärunsgarbeit zur Aufhellung des Walters-Schwindel belobigte und erklärte, dass dem seriösen, investigativem Journalismus eine "polizeiähnliche" Aufgabe zusteht, wenn Medienvertreter sich in diesem schwierigen Feld bewegen und wirklich Hintergrundrecherchen betreiben, wenn, wie im Fall Gulf Breeze, "etwas zum Himmel stinkt". Insbesondere der ABC-Reporter Mark Curtis aus Pensacola, Florida, zeichnete sich aus, dem es ohne Probleme gelang die selbe Kamera (eine Polaroid 108 Land) wie sie Walters verwendet hatte aufzutreiben und mit den Technik-Tricks, die Walters Nachbarjunge Tommy Smith verpetzt hatte, nachdem er von Walters erfahren hatte wie man Doppelbelichtungen mit ihr macht, alle Aufnahmen (auch den sogenannten "Road Shot") nachzumachen. Im übrigen bringen Doppelbelichtungen folgenden grundlegenden Effekt mit sich: hierbei können Bildteile immer nur heller, nue dunkler werden. Bei einer Nachtaufnahme muss also der dunkle Himmel durch das Objekt hindurchschimmern, wodurch sich eine Art "wässrigen" Eindruck ergibt - eben wie bei Walters Polaroids. (Auch unser deutscher Kollege Klaus Webner gelang dies und er produzierte sogar mit dem Originalmodell, welches er aus den USA ausgeliehen bekam, weitaus bessere und eindrucksvollere Aufnahmen.) 
Unterstützung erhielt Curtis von den ehemaligen MUFON-Regionaluntersuchern Rex und Carol Salisberry sowie dem Fotofachmann William G.Hyzer. Curtis: "Der Schlüßel zum Hoax liegt in seiner Einfachheit und nicht in einer Komplexität, wie es viele Leute bei solchen Sachen falsch vermuten." In California UFO Nr.5/1990 hatte Herausgeberin Vicki Cooper bereits vermerkte, das a) ein regelrechter ideologischer Krieg um den Fall Ed Walters ausgebrochen sei und dieser b) ganz konkret einen "ultimaten Scherz" darstellt. Zuviele UFO-Freunde scheinen nicht nur der Macht des "Willen-zum-Glauben" unterworfen zu sein, sondern mancher Promoter zeigte auch, dass die Liebe hin zum "green buck" größer als die zur Objektivität ist. Leider leidet darunter die Reputation der UFO-Forschung als Ganzes. Gulf Breeze also als das Zentrum eines Sturms in der ufologischen Bewegung. Im Editorial schrieb so Cooper: "Sorry, aber mein Sinn für Humor ist dieser Tage verkümmert, wenn ich sehe, wie sich manche Größe der UFOlogie mit offenen Augen die Finger verbrennt." In einem Beitrag zeigte sich Richard Hall inzwischen frustriert und er stieg bei MUFON (aber nur für geraumen Zeit) aus, um der UFOlogie wegen der Blindheit im Feld den Rücken zu kehren. Hall warf hier MUFON vor, Fakten verschwiegen zu haben um den Fall halten zu können. Als er ein paar Jahre später zu seiner "alten Liebe" zurückkehrte, wurde er zum UFO-geneigten Spötter und Skeptiker. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich schon verschiedene UFO-Forscher versucht um das Gulf Breeze-UFO nachzumachen. So auch Antonio Huneeus, der dafür den Fotografen Manuel Fernandez gewinnen konnte, welcher problemlos mit einer Polaroid 108 eine identische Aufnahme via Doppelbelichtungstrick beim New Yorker Chrysler Building ablieferte. Daraufhin rief Vicki Cooper Ed Walters an und fragte diesen, ob er jemals Spaßfotos gemacht habe und etwas von Doppelbelichtung wisse. Walters: "Niemals." Damit war endgültig für California UFO der Fall als Schwindel und Walters als Lügner erledigt. Da California UFO damals das führende Kiosk-UFO-Magazin war schrieb selbst Gulf Breeze-Bürgermeister Ed Gray in Anbetracht des Wirbels um die UFO-Fotos seines Bürgers Walters einen Artikel, um die Luft zu klären. Ihm kam es hierbei u.a. komisch vor, dass die ehemalige Wohnung der Familie Walters, in deren Umfeld die Fliegenden Untertassen-Shots entstanden, kaum mehr als 200 Meter von der vielbefahrenen Highway 98 nach Pensacola entfernt lag und niemals ein Autofahrer sich bei der Highway-Patrol oder den örtlichen Polizeiposten meldete, um eine aufregende UFO-Observation vorzubringen. Gray ließ die Logbücher bei den Polizeibehörden mit den Fotofällen von Walters zeitlich abgleichen - ein Flop, als Walters seine Fliegende Untertassen fotografierte gab es niemals externe UFO-Meldungen bei den Behörden. Dabei muß man wissen, dass im konkreten Fall der Fotograf nich außerhalb wohnte, sondern eigentlich mitten in Gulf Breeze und an der Highway 98. Gray vermerkte auch Walters schon lange Zeit zu kennen und deswegen zu wissen, dass dieser "ein cleverer Geschäftsmann" ist und gesehen zu haben, wie er bei Jugendpartys spaßige sogenannte "Dämonenfotos" mittels Doppelbelichtung mit genau jener Polaroid-Kamera aufnahm, mit denen er auch die Untertassen fotografierte. 
Gray unterstützte auch die Aussagen von Tommy Smith: "Tommy hat keinen Grund deswegen zu lügen. Seine Eltern kamen zu mir und bestätigten die Aussagen ihres Sohnes, weil sie bereits seit 2 1/2 Jahren davon wußten und dachten, dass sich die Geschichte totlaufen würde und nicht ahnten, was Walters alles in Gang bringen würde." Einmal mehr war ein dramatischer UFO-Fall geplatzt und es zeigte sich, dass die von der UFOlogie darum gezündeten Nebelbomben der Sache mehr schadeten, als ihr zu helfen. Irgendwann kommt alles heraus und untergräbt dann die Reputation der Beteiligten. Der Fall Walters ist nur einer von vielen in einer langen Liste von ufologisch-unterstützten Flops. Immer wenn es Probleme mit der UFOlogie gibt und sie in einer Talsohle steckt, wirft sie sich auf den nächsten schön-anzuschauenden Pseudo-UFO-Fall, um ihn hochzubringen und öffentliche Aufmerksamkeit auf sich und das Thema zu lenken, wodurch neue Vitalität erwartet wird. Bemerkenswert ist hierbei die Feststellung, dass das UFO-Phänomen (im Sinne eines echten exotischen und physikalischen Phänomens) selbst nicht stark genug ist, um dies von sich aus mitzubringen. Da hier die UFOs selbst versagen, hilft die UFOlogie als interessierte Partei nach und wirft zweifelhaftes Material ins Scheinwerferlicht. Natürlich kann damit für geraume Zeit die erwunsche Aufmerksamkeit erregt werden, aber immer wieder bricht dann das Interesse mit dem Fallmaterial zusammen. Das Salz in der Wunde. Im Orbiter Nr. 27 für Nov.-Dez.1990 meldeten sich Carol und Rex Salisberry. Sie gehörten zu dem MUFON-Team, welches Ware im Fall Walters anführte und waren von MUFON unabhängige Untersucher gewesen die auf Bitten des MUFON-Vorstandes den Fall nochmals untersuchen sollten. Zunächst sahen sie den Fall als positiv an, aber inzwischen kamen sie zur Erkenntnis, dass die Sache ein Betrug ist und Walters ein kleines Modell verwendete um damit Doppelbelichtungs-Bilder zu erzeugen. Andrus aber nannte daraufhin die Position der Salisberry´s als "nicht von MUFON bestätigt", was eine politische Angelegenheit ist weil er die Salisberry´s nach der zunehmenden ersten Kritik einsetzte, um von ihnen einen Kredit für den Fall zu erwarten. Nachdem sie dann zunächst positiv eingestellt waren und die Kritik schwand, schien es gut auszusehen, doch dann kamen die Zweifel hoch und damit wurde es bitter für den Fall. Der von Andrus angedachte PR-Gag schlug sich ins Gegenteil um. Ware drehte wegen der neuen Position seiner Kollegen halb ab und nannte deren Feststellung "politisch motiviert". Die Salisberrys wurden damit zu Unpersonen erklärt, auch weil sie mit Phil Klass zusammenarbeiteten. 
Szenen-Intern mag dies vielleicht geholfen haben, aber in amerikanischen Zeitungen wie die Los Angeles Times gab es Spott in Berichten und Cartoons die an Hyneks Sumpfgas-Fiasko erinnerten. Trotzdem war der Fall für eine japanische TV-Crew im Mai 1991 immer noch interessant. Bob Oechsler diente der Crew als Berater und versprach ihr, dass da am 10.Mai 1991 ein UFO wieder erscheinen würde und die Japaner dieses nun filmen könnten. Doch leider: nix war passiert und von einem UFO war weit und breit nichts zu sehen, geschweige den zu filmen. Die Japaner zogen sich kurz vor Mitternacht in ihr Hotel zurück und da rief Oechseler sie aufgeregt an, dass da ein UFO erschienen sei. Die Männer sprangen auf und eilten auf den Balkon - doch da war weit und breits nichts zu sehen. Fünfzehn Minuten später rief Oechsler wieder an und meldete das nächste UFO! Jetzt hatten die Japaner Glück und konnten mit ihrer TV-Kamera ein hellrotes, pulsierendes Licht aufnehmen - 1 Minute und 20 Sekunden lang bevor es langsam außer Sicht verschwand. Sie nahmen also einen "runden, roten Energiering" auf, der in "seinem Zentrum einen orange-glühenden Kern" besaß. Doch: Die Profi-TV-Kamera (mit 36fachem Zoom) nahm nicht das auf, was Walters mit seiner schlichten Polaroid sofort und problemlos aufzeichnen konnte. Die japanische Sendung wurde als "UFO: Greatest Mystery of All" am 13. Oktober 1991 völlig kritiklos ausgestrahlt (liegt im CENAP-Videoarchiv vor) und erstickt in ihrer eigenen Paranoia. Derartige UFOs hatten nun die Walters-Untertassen abgelöst, kein Wunder weil doch das originale Untertassen-Modell nicht mehr zur Verfügung stand. Eine Zeitung vermerkte so ironisch, dass "Gulf Breeze zum bekanntesten Rotlicht-Bezirk in Florida wurde", nachdem nun immer öfters derartige RED-UFOs (RUFOS) auftauchten und zur Attraktion geworden sind, das Skywatching kehrte wieder in die UFOlogie ein und wurde auch in der Region zu einer beliebten Abendveranstaltung. Art Hufford gründete in dieser Phase der Entwicklung eine MUFON-Gruppe für Pensacola/Gulf Breeze. Ihr Hauptziel: nächtlings draußen herumlungern um nach UFOs Ausschau zu halten. Ihre Hauptaktivisten sind Anne und Bruce Morrison, die das 'Gulf Breeze Research Team' (GBRT) bildeten. 
Ihre 'Forschungsarbeit' besteht hauptsächlich in der Skywatch-Feldforschung: im Gartenstuhl am Strand zu sitzen, mit Feldstecher und Kamera bewaffnet nach UFOs zwischen 19:30 und 22 h Ausschau zu halten. Das Publikum wurde nicht enttäuscht - binnen kurzer Zeit soll es fast 100 Sichtungen gegeben haben, wenn auch (leider) nicht von genau den Ed Walters-Fliegenden Untertassen-Typ. Neinneinnein, sondern nur rötliche, pulsierende Lichtflecke die am oder quer über den Himmel meist mehrere Minuten lang hinziehen. Bruce Maccabee sah diese RUFOS selbst und war nun endgültig von Walters überzeugt. Erster Verdacht kam auf, dass diese Objekte nichts weiter als heliumgefüllte Ballone mit abbrennenden Signalfackeln sind, mit denen die Bevölkerung von interessierter Seite her genarrt werden sollte. Alle UFO-Fans (insbesondere die bei MUFON) lehnten diese Erklärung freilich sofort ab, auch wenn es einige Zeugen gab, die genau dies in den Erscheinungen erkannten. Am 18. Oktober 1991 sprach Klass mit Maccabee darüber und hierbei gestand Maccabee zu, selbst mit einigen Leuten gesprochen zu haben die "deutliche Ballone mit Signallichtern daran" (sogar solchen mit grünen Signallichtern) in den UFOs erkannt hatten. Aber dies konnte oder wollte er ihnen nicht abnehmen. Dabei ist bemerkenswert, unter welchen Erinnerungsschwächen MUFON-Chef Andrus leidet. Anfang der 70er Jahre hatte er nämlich ein MUFON-UFO-Felduntersucher-Praxisseminar beim Sender NBC an einem Strand abgehalten und sich dabei filmen lassen, wie er selbst heliumgefüllte Ballons mit Signalfackeln aufsteigen ließ! Die Sendung hieß "UFOs: Do You Believe?" und wurde erstmals am 21.Dezember 1974 ausgestrahlt, was man hier sieht sind nichts weiter als die späteren Gulf Breeze-RUFOS! Eine Zusammenfassung brachte NBC im deutschen Kabelnetz nochmals in der Sendung "Time & Again" vom 8. Juni 19998. (Beide Sendungen liegen im CENAP-Video-Archiv vor.) Zudem hat MUFON solche Fälle im MUFON-UFO-Field-Investigator-Handbuch (siehe dort S. 71) aus dem berühmten Condon-Report übernommen. Das Wissen darüber ist also im Prinzip vorhanden, nur durch seine Anwendung macht man sich schönes und notwendig gebrauchtes Fallmaterial kaputt, was wirklich ein Problem ist wenn man sich hier anderen Interessen widmet und dies dann keineswegs als Seriösitäts-Ausweis dienen kann. Ein skeptisch gewordener UFO-Forscher griff diese Lösung auf und versuchte sich selbst mit diversen Straßensignalfackeln wie sie die Polizei zur Kenntlichmachung von z.B. Unfallorten verwendet. 
Diese Signalfackeln wiegen gerade einmal 150 Gramm und sind demnach leicht von einem heliumgefüllten Ballon zu tragen - ihre Brenndauer von bis zu 11 Minuten lädt geradezu ein, damit Schabernack zu treiben. Die Beobachtungen der RUFOS weichen nicht von diesen Fackeln ab. Plötzliches Aufhellen und abfallende Teile gehören dazu, wie plötzliches verglimmen, verlöschen und verschwinden sind weitere Merkmale, die punktgenau auf die RUFOS zutreffen. In genau dieser Epoche meldete sich William G.Hyzer zu Wort, Optik-Spezialist und Fotorexperte bei der Firma Polaroid. MUFON-Mitglied Jerry Black aus Cincinnati hatte sich an ihn gewandt, um ihm sechs Walters-Aufnahmen zur unabhängigen Untersuchung vorzulegen. Verdächtig kam Hyzer sofort vor, dass die Aufnahmen irgendwie "verwässert" wirkten und es an Schärfe mangelte. Ein typisches Merkmal für eine Doppelbelichtung. Am 15.Juli 1991 schickte Hyzer seine Analyse an das MUFON-HQ, aber Andrus wies die fototechnische Untersuchung als "unvollständig" zurück. Trittbrettfahrer: Wie immer, wenn anomalistische Themen öffentlich behandelt werden, gibt es sofort Trittbrettfahrer die sich melden, um die grenzwissenschaftlichen und/oder paranormalen Behauptungen zu unterstützen, indem sie angeben, genau die selben Erfahrungen gemacht zu haben, wie jene Galionsfigur in den Medien. Egal ob dies bei Uri Geller war, wo plötzlich sich nach TV-Auftritten angeblich überall die Löffel bogen, oder in der UFOlogie, wo dann zusätzliche Zeugen wie Pilze aus dem Boden schießen, nachdem ein Fall erst in den Medien behandelt wurde. Plötzlich gab es in Gulf Breeze nicht nur Menschen, die genau das UFO selbst herumschweben gesehen haben, was Ed Walters fotografiert hatte, nein - der The Gulf Breeze Sentinel vom 14. November 1991 berichtete über eine Aussage von D. Ware, wonach inzwischen 60 Leute aus Gulf Breeze ihm gegenüber erklärten, an Bord der UFOs gewesen zu sein, einige von ihnen hätten sogar regelmäßige Kontakt mit den UFO-Okkupanten. "UFOs - The Big Picture" hieß vom 5. bis 7. Juli 1991 das Motto der MUFON-Jahres-Veranstaltung in Chicago, Illinois. 
Die dadurch zustandegekommenen "MUFON 1991 International UFO Symposium Proceedings" wurden übrigens Illobrand von Ludwiger gewidmet, der gerade im Jahr zuvor den mit 20.000 Franken dotierten "Preis für Exo-Biologie" der Schweizer Dr. Hedri-Stiftung abkassiert hatte. Die MUFON-Konferenz war für alle UFO- und ET-Jünger ausgelegt gewesen, um eben das große Bild in Sachen UFOs zu erhaschen. So vertrat der in Russland geborene und nun in New York lebende Journalist Zecharia Sitchin seine These vom 12. Planeten unseres Sonnensystems als Schlüßel zum UFO-Rätsel. Sitchin war einige Jahre lang Journalist in Israel gewesen und seit früher Jugend zeigte er lebhaftes Interesse am Alten Testament und der archäologischen Historie des Nahen Ostens. Vom (wohlbemerkt unbekannten) 12.Planeten unseres Sonnensystems kämen sonach jene "Flugmaschinen", die wir heute UFOs nennen. Seit biblischen Zeiten kämen sie sonach zur Erde herbei, genauso wie es bereits in Kapitel 28 der Genesis mit Jacobs Visionen gemeint ist. In den Maschinen sitzen die Anunnaki vom Planeten Nibiru, der sich übrigens alle 3.600 Jahren auf seiner langgezogenen elliptischen Bahn der Erde näherte und deswegen dessen Bewohner den irdischen Menschen einen bewußtseinserweiternden Kulturschub verpassen. Für Sitchin ist damit alles klar, weil ja bereits 1983 Astronomen mit Infrarot-Teleskopen den 12.Planeten fanden - es uns nur verheimlichen. Kein Wunder auch, wenn AAS-Gründer Gene M. Phillips auf der MUFON-Convention vertreten war, um seine "Einsichten in die AA-Theorie" zu vermitteln, wobei er die ermüdende Story von der Nazca-Ebene in Peru zum besten geben konnte. Von anderem Kaliber war da schon David M. Jacobs, der sich darum bemühte, die Frage zu stellen, was wir bei Entführungs-Darstellungen überhaupt noch glauben können, da "eines der größten Probleme in der Entführungs-Forschung es ist, Konfabulationen, Vorstellungskraft, Traummaterial und andere falsche Erinnerungen von der 'realen' Darstellung über Entführungen zu trennen". Weitere Beiträge behandelten Kornkreise, Rindvieh-Verstümmelungen und natürlich Gulf Breeze. Jerome Clark als Herausgeber des International UFO Reporter, übergab in der November/Dezember Ausgabe für 1991 den Stab an Barry Greenwood von CAUSE (Citiziens Agains UFO Secrecy). Zu jener Zeit stand die UFOlogie Amerikas nämlich in einer tiefen Krise. Solche Krisen wechseln sich mit Boom-Zeiten in der ufologischen Bewegung immer wieder ab, heutzutage leben wir so wieder einmal in einer Talfahrt. Zur Jahreswende 1990/91 hatte es eine Meinungsumfrage in Amerika gegeben, bei der erstmals nur 49 % der Bevölkerung an UFOs in irgendeiner Form glaubte. Die seit Jahrzehnten niedrigste öffentliche Glaubensstärke in unserem Gebiet! Dies trotz Woronesch und trotz den Fliegenden Dreiecken von Belgien, trotz Alien-Entführungen, Roswell und Rindvieh-Verstümmelungen. Offenbar überzeugte dies die Menschen nicht mehr. 
Der Niedergang des öffentlichen UFO-Glaubens ist natürlich auch dramatisch für die ufologische Szene, kein Wunder also, wenn man an Strohhalmen sich festklammert, um das Thema neu zu beleben. Verliert die Öffentlichkeit ihr UFO-Interesse hat dies direkte Folgen, Auswirkungen: Die Berichterstattung in den Medien bricht weg, die Bewegung verliert Zulauf und die Auflagen der UFO-Schriften stagniert oder geht zurück - sobald diese kommerziell ausgelegt sind, geht dies natürlich auch an die Brieftasche der verantwortlichen Herausgeber sowie an die Existenzgrundlage der "Directors" von amerikanischen UFO-Organisationen. Kein Wunder so, wenn MUFON sich geradezu an Gulf Breeze klammerte. Und als dann noch die Zeitschrift Time eine UFO-Umfrage durchführte und noch vernichtendere Werte (hier glaubten nur noch 40 % an UFOs) auswies, müßen die Alarmglocken schrill angeschlagen und einige Besorgnis aufgebracht haben. Greenwood sah die Misere zu recht als hausgemacht an. Bereits sein geraumer Zeit hatte er bei seinen Gesprächen mit führenden UFOlogen den Eindruck vermittelt bekommen, dass die UFOlogie als solche völlig außer Rand und Band geraten ist und die Forschungsarbeit längst nicht mehr dem Niveau entsprach, welches man sich selbst nach außen hin gibt. Verdächtig waren auch die vielversprechenden Fälle wie Woronesch und Belgien, die zunächst Durchbrüche versprachen und die Hoffnung auf eine baldige Alien-Lösung des Problems aufmachten, aber schließlich äußerst zweifelhaft verblieben und gar zusammenbrachen. Greenwood beklagte zusätzlich die Hinneigung der UFOlogie zu wilden Geschichten wie solche über unterirdische UFO-Stützpunkte, massenweise UFO-Entführungen und bizarren Experimente der Aliens an Menschen, verrückte Regierungsverschwörungen und sonstiger "gespenstischer Auswüchse". "UFO-Forscher, die in Anbetracht all dieser Geschichten zur Wachsamkeit, Sorgfalt und Zurückhaltung mahnen, werden dann in den eigenen Reihen rasch zu Debunkern gestempelt oder sofort verdächtig, selbst an den geheimen Regierungs-Operationen zur UFO-Vertuschung teilzunehmen", führte Greenwood verbittert aus. Was Greenwood damals beklagte, kennen wir aus eigener Praxis ebenso und können es nur bekräftigen. In dieser Zeit kam also Gulf Breeze hoch. Jene Ära als Lear, Cooper und Armstrong Spitzenpositionen mit ihren Märchengeschichten belegten und der Paranoia im Feld Schub gaben. Kein Wunder also, wenn der Fall um Ed Walters gegen alle Vernunft aufblühen konnte. Auch Jerry Clark forderte deshalb den Beginn einer neuen Debatte über die Ernsthaftigkeit der UFO-Forschung, "die die UFOlogie dringend nötig hat". 
Clark machte eine geistige Reise in die Vergangenheit und erkannte, dass die Pioniere der Fünfziger-Jahre-UFOlogie diese nur als Vehikel für ihre Botschaften über Space Brothers mißbrauchten. "Heute aber sind die komischen Kautze wieder zurückgekehrt, wenn auch mit neuen Geschichten die in unsere Zeit passen, Märchen über menschenfressende ETs und üble Regierungs-Geheimnissen in diesem Zusammenhang. Diese neuen Verrücktheiten haben über John Lear, Bill Cooper und ihre Klone eine große Anhängerschaft gefunden, mehr als sie wahrscheinlich selbst erhofften. Damit endete aber der intellektuelle Kollaps der UFOlogie noch lange nicht. Quer durch das Land haben sich Leute und Gruppe, die sich der rationalen Annäherung an die UFOs ursprünglich verschrieben haben, nun als Vertreter des Channeling-Kults entpuppt", führte er aus und entblößte damit viele UFOlogen. Clark mußte an sich halten, um nicht den Leiter einer wichtigen UFO-Gruppe hier zu benennen, welcher offensichtlich ausflippte und sich nun den Schriften eines Channels unterordnete, weil ja angeblich die Raumfahrer von fernen Sternen alsbald kommen und sich offen zeigen würden. "Dies ist nicht unverständlich, wenn man sieht, wie immer mehr UFO-Konferenzen von AAS-Leuten, Wünschelrutengängern, Channels und New Age-Typen durchsetzt sind. Doch viele, die man gut als Lügner, Fälscher, Spinner und sogar Irre bezeichnen sollte, werden anstelle dessen umjubelt und als die neuen Helden der UFOlogie verehrt. Die UFOlogie ist außer Rand und Band geraten", betonte er frustriert und solche Worte ist man in Amerika von Führungsfiguren der UFO-Forschung damals noch nicht gewohnt gewesen. Gut, auch Phil Klass hatte schon derartiges gnadenlos der UFO-Szene entgegengeschleudert, weil er entsprechende Beobachtungen selbst machte, aber der ist ja ein vom CIA bezahlter "Debunker"... Kein Wunder also, wenn Clark und Greenwood unisono erklärten, dass der UFOlogie keine "schönen Aussichten" beschert sind und es notwendig wurde, "die üblen Dinge einmal zu kritisieren". Genau dieser in den USA sich abzeichnende Trend schlug sich dann auch nach Deutschland durch, wo über die Murnauer Channeling-Konferenz von Hesemann/Schneider 1988 das Feld bereitet wurde, um dann ab 1989 mit den Veranstaltungen "Dialog mit dem Universum" dem US-Vorbild nachzueifern und gemeinsame UFO-New-Age-Konferenzen auszurufen. Die Spielelemente der UFOlogie sind genauso wie die UFOs selbst ein grandioser US-Exportschlager geworden, ähnlich wie Donald Duck und Coca-Cola. Marge Christensen Nachfolger war Bob Bletchman bei MUFON geworden, doch auch dieser hatte nach gewißer Zeit einen Durchblick erhalten, was da so alles schiefläuft. Im MUFON UFO Journal Nr. 285 übte er so spöttische Kritik an der UFO-Gemeinde, was ihn bald den Kopf kosten sollte: "Der Durchbruch ist nahe! Er kommt! Und eines Tages wird die Regierung gezwungen sein zu bestätigen, dass die ETs hier sind! 
Vielleicht schon dieses Jahr. Oder vielleicht erst nächstes? Oder vielleicht erst in einem Jahrzehnt...? Dies sind Versprechungen, die uns seit der Zeit von Arnold´s Sichtung gemacht werden, vom immer selben Typ UFOloge. Wir warten immer noch auf den Durchbruch und vertrauen seltsamerweise diesen Typen immer noch. Jeder Fall, natürlich, kann den Ausschlag geben. Mit der Affäre Gulf Breeze ist das so eine Sache, wenn sie ausgerechnet im Schund-TV wie NBC´s Unsolved Mysteries und ABC´s America´s Best Kept Secrets hochgejubelt wird während weder Öffentlichkeit noch Regierung darin einen echten Durchbruch in Sachen außerirdischer UFO-Beweis sehen kann, während natürlich viele UFO-Fans ihn genau darin sehen, aber so war das schon immer. Obwohl das Buch zu den Geschehnissen in Gulf Breeze ein Bestseller wurde, welche weiteren Folgen als einen großen, kurzlebigen öffentlichen Wirbel als Sturm im Wasserglas hatte es? Gut, viele UFOlogen heizten damit die UFOs als kosmisches Mysterium an? Ich sehe es schon kommen, das es mit Roswell nicht anders gehen wird..." Bletchman sollte recht behalten. Über die RUFOS hatten wir es schon, die da zu Himmelswachen von begeisterten UFO-Enthusiasten im Gebiet Pensacola/Gulf Breeze führten. In der März/April 1992-Ausgabe des International UFO Reporter ging es mittels einer Titelgeschichte diesen an den Kragen, CUFOS ließ Zan Overall die Akte schließen. Overall ging davon aus, das niemand anderes als Ed Walters selbst diese heliumgefüllten Ballons mit angehängten Signalfackeln in die Lüfte bringt, um seinem Publikum wieder etwas neues nach den Fliegenden Untertassen-Polaroidbildern zu bieten. Neue Fotos der Untertasse konnte er ja nicht mehr schießen, da das Modell inzwischen in anderen Händen war. Natürlich muß er gemerkt haben, dass der "ultimative Scherz" gesessen hat und wie leicht man die UFOlogen, die Öffentlichkeit und die Medien mit den einfachsten Mitteln narren kann. Daraus muß er Lehren gezogen haben und kam auf die Idee mit den Ballons plus angehängten Signalfackeln. Um es zu sagen: Dies ist kein neuer UFO-Stimulus, sondern in der amerikanischen UFO-Sichtungs-History bereits uralt. Overall vermerkte hier, dass das allererste RUFO am 12. September 1989 während eines MUFON-Meetings in Pensacola erschien. An diesem Abend war Walters überraschend in die Sitzung geplatzt und hatte die anwesenden UFO-Freunde über das am Himmel schwebende UFO alarmiert. 
Die meisten Teilnehmer konnten so ihre erste gemeinsame UFO-Sichtung erleben und sehen wie das rotlichtspukende Objekt in die aufgebrochene Wolkendecke stieg bis es verging. Die Sichtung dauerte fast sieben Minuten. Garry Watson aus der MUFON-Gruppe erklärte so gegenüber der Presse mit felsenfester Überzeugung: "Zusammen mit den anderen sah ich ein echtes UFO." Und wieder war es am 8. Januar 1990 als Walters ein rotes Licht-UFO am Himmel von Gulf Breeze ausmachte und sofort die MUFON-Alarmkette in der Region in Gang brachte. Was bei den Fliegenden Untertassen nie gelang, klappte jetzt auf Anhieb. Was uns auch nicht wundern soll. Damit begannen die UFOs wirklich öffentlich zu werden und zu einer regionalen Attraktion. Unter den Zeugen befand sich auch Glen Bradley (Psychologe und aktiver Privatpilot seit 20 Jahren), der im MUFON UFO Journal Nr. 287 seine Sichtung vom 25. Januar 1992 beschrieb: "Um 19:55 h hob es mich aus den Socken. Ein glühendes, rotes und unidentifiziertes Flugobjekt bewegte sich gemütlich nach Süden, gefolgt von einem weiteren gleichartigen Objekt. Die beiden RUFOs flackerten vor sich hin. Es war kein Flugzeug, da bin ich mir sicher. Ich war tief beeindruckt von ihrem beständigen rot-orangenen Glühen. Ich habe selbst 40.000 Flugstunden drauf und dabei viel gesehen, aber niemals soetwas wie dieses hier." Dies wollen wir gerne glauben, da derart nachgerüstete Himmelsobjekte keineswegs zum Alltag eines Fliegers gehören, wodurch sich nebenbei auch mal wieder die UFO-Sichtungs-Frage bei Piloten stellt. Duane Cook, Herausgeber des The Gulf Breeze Sentinel, dagegen sah sich selbst in Anbetracht der RUFOS nicht mehr bewegt, auch nur eine Zeile weiter in diesem Fall zu drucken. Tommy Smith hatte übrigens bei den Nachforschungen von Overall erklärt, das sein Ex-Freund Ed Walters ihm einmal berichtete auf Costa Rica mittels durchsichtigen Reinigungs-Plastiksäcken und einmontierten kleinen Geburtstagskerzen einen kleinen UFO-Flap herbeigeführt zu haben. Walters ist also nicht nur ein erfahrener UFO-Trickbild-Fotograf, sondern hat zudem noch Erfahrungen mit den typischen "prank balloons", die wir hierzulande Miniatur-Heißluftballons nennen ("Setz einen Stern an den Himmel", so das Motto für das Produkt der Staffelsteiner Firma Schorr Flugbedarf). 
Erstaunliche Fähigkeiten für einen echten UFO-Fotografen und "Entführten", wie wir meinen. Overall führte mit Freunden daraufhin selbst Experimente mit Verzögerungszündern für Signallichtfackeln (solche wie die Polizei sie in den USA zum zwecke der nächtlichen Straßenabsperrung nutzt, sowas kann man fast in jedem besseren US-Krimi sehen) an heliumgefüllten Ballonen durch - und sie waren hellauf von dem Resultat begeistert, weil diese Objekte genauso wie die RUFOS aussahen, die sie vorher selbst in Pensacola/Gulf Breeze zusammen mit der sensationshungrigen Meute der Skywatcher am Nachthimmel fliegen gesehen hatten und von denen alle überzeugt waren, dass dies total echte UFOs sind. Durch die Verzögerungszünder kann man die Ballons unbemerkt irgendwo aufsteigen lassen, dann erglimmen diese plötzlich mitten in der Luft und rufen am Ballon den gewünschten UFO-Effekt hervor. Die freihängenden Signalfackeln unter dem eigentlichen Ballonkörper illuminieren die gelegentlich als "dunkle Gestalt" oder als "rippenartige Struktur ausschauend wie die Haut eines Leichtluftschiffs/Blimp" über den UFO-Lichter beschriebene Erscheinung. Wer nun denkt, dass dies wegen dem Gewicht völlig unmöglich sei, der hat keine Ahnung von der Tragkraft von Heliumballons, die übrigens auch zur Wettererkundung (Wetterballone) eingesetzt werden und Instrumentenpakete wie Meßsonden mit sich schleppen.. So berichtete im Oktober 1990 Scientific American vom neuesten Freizeitspaß der Amerikaner: Sie lassen Plastikballone mit Helium gefüllt auf und hängen an diese Fotokameras an, um damit Luftbildaufnahmen der lokalen Örtlichkeiten zu schießen. Jede Fotokamera ist weitaus schwerer als ein Fliegengewicht von Signalfackel. RUFO-Anhänger fragten sich nun, warum man dann aber keine geplatzten Ballons gefunden habe. Overall führt deswegen die Geologie von Gulf Breeze an, Gulf Breeze liegt auf der Pensacola-Halbinsel und ist ringsum von weiten Wasserflächen umgeben, zigfach mehr als der Landanteil ausmacht. Zudem fragte Overall bei den örtlichen Einrichtungen nach, die Tag für Tag Wetterballone mit Sonden auflassen und die man gegen Belohnung wieder abgeben kann. Wie das Wetteramt und die Streitkräfte an Ort (Marine und USAF) aber bedauerten, würden so gut wie nie aufgefundene Sonden zurückgebracht, weil sie offenbar alle im Meer vor der Küste Florida´s niedergehen. 
Tatsächlich ist dies oft so, allein hier in Mannheim (mitten auf dem europäischen Festland) werden 15 Straßenzüge weiter von W.Walter´s Wohnung drei Mal am Tag Wetterballone aufgelassen, aber nur fünf bis sechs Mal im Jahr melden sich Finder, um die Sonden zurückzugeben. Wegen großer Wald- und Ackerflächen im Umland verschwinden die Überbleibsel für Nimmerwiedersehen. Ähnlich ist es bei den Miniatur-Heißluftballonen, die zwar immer wieder für UFO-Alarm sorgen, aber so gut wie nie wird etwas vom Fund eines niedergegangenen Überbleibsels bekannt, wohl deswegen, weil kein Finder eine Verbindung mit mit vorausgehenden "UFO-Phänomen" zieht. Zudem gibt es in Gulf Breeze für zufällige Finder von Ballonen auch keinen Anlaß sich zu melden, da über die wahre Natur der RUFOS niemals etwas in der regionalen Presse erschien. Inzwischen hatte Walters auf eigene Rechnung Lügendetektor-Tests durchführen lassen, aber er bestimmte wer die Test durchführte und er bezahlte die Leute auch für ihre "Leistungen", niemals konnte ein externen und unabhängiger Beobachter mit Sachverstand diese Tests begleiten. Niemals geschahen diese Polygraphen-Tests völlig unabhängig und in einer kontrollierten Umgebung. MUFON´s Regionaluntersucher Charles Flannigan, selbst inzwischen zum Zweifler geworden, organisierte einen unabhängigen Lügendetektortest und Walters stimmte dem auch zu, aber als es dann soweit war, "vergaß" er einfach den Termin und kam nicht hinzu. Die RUFOS dagegen wurden zum TV-Hit, weil MUFON erklärte, wie "schwierig es ist, sich dahinter ein konventionelles Phänomen vorzustellen". Deswegen seien die RUFOS "ein Schauer von unerklärlichen Sichtungen". Nachdem diese immer wieder auftauchten und man fast schon die Uhr nach ihnen stellten konnte, rückte nach den Japanern nun ein Team von CBS-Houston Anfang April 1992 an und konnte prompt ein sechsminütiges Video davon aufnehmen. Die Sendung sorgte für Aufregung in der Medienlandschaft und so schickte CBS nochmals am 18. Mai 1992 ein TV-Team hin, welches gleich zwei RUFOS filmen konnte. Diese Aufnahmen gingen dann über das CBS-Netzwerk durch das ganze Land - und wieder stand Gulf Breeze auf der Landkarte, auch wenn die Zeugen dazu anmerkten, dass sie wie "parachute-borne flares" ausschauten, weil verglimmente Materialreste davon wegfielen. Während dieser Phase entstanden im Kamerasystem optische "Halo-Effekte" was die TV-Zuschauer begeisterte und zum "Wow!" anstimmen ließ. Da einige ehemalige Soldaten den Sender anriefen und sie die UFOs als Signalfackeln identifizierten, ließ CBS einen Test mit den normalen Gefechtsfeldbeleuchtungskörpern (Signalfackeln an Fallschirmen) vorbereiten und filmte diese - tatsächlich sahen die Effekte genauso aus wie bei den RUFOS. Nur Bruce Maccabee war damit nicht ganz zufrieden: Hier schwebten die Fackeln an den Fallschirmen recht zügig vom Himmel herab und somit könnten sie nicht die echten RUFOS (nun TRUFOS) sein. Damit hat er natürlich recht, aber die RUFOS oder TRUFOS von Pensacola/Gulf Breeze befinden sich ja auch nicht an Fallschirmen, sondern unterliegen den physikalischen Eigenarten eines Heliumballons. Irgendwie erinnert uns dieses Hickhack analog an die Greifswald-Debatte... 
Wie verrückt die Situation teilweise wurde wird klar, wenn man die The Groom Lake Desert Rat # 18 von Glenn Campbell aus der Area 51 liest. Hier beschreibt er einen Vorfall um Dr. Steven Greer und seiner CSETI-Gruppe vom Abend des 14. März 1993, als Greer und sein "Forschungsteam" in Pensacola kampierten, um auf die RUFOS zu warten. Als dann drei UFOs dieser Marke auftauchten wollte Greer mit ihren Insassen telepathischen Kontakt aufnehmen, um sie zur Landung am Strand zu bewegen. Greer forderte alle Anwesenden auf, ebenfalls diese Gedankenbotschaft an die RUFOs zu schicken, um dann selbst in Richtung der RUFOs zu rufen: "Wir heißen Euch willkommen, wir lieben Euch, wir laden Euch zur Landung ein." Als die RUFOs dann der Bitte nicht nachkamen und am Himmel verloschen, nannte er dies dennoch "einen wichtigen CE-5"-Fall. Und Greer wird heutzutage als ein wichtiges Mitglied der ufologischen Gemeinschaft gehandelt. California UFO gab keine Ruhe und die Nr. 2 für 1994 hatte wieder Informationen anzubieten, die zur Schande der MUFON-UFOlogie beitragen. In einem bitteren Leserbrief meldet sich der seit 15 Jahren tätige Profifotograf Danny B. Gordon aus Wytheville, VA, zu Worte. "Seit Jahren versuche ich meine Kritik zu den Walters-Fotos los zu werden, aber man hat versucht mich zum Schweigen zu bringen - es waren gerade die heftigsten Unterstützer und Verteidiger des Falls gewesen, die mich mundtot machen wollten. Zunächst wurde ich zu einem Forum des Fund for UFO Research eingeladen, um meine Feststellungen hinzüglich Doppelbelichtungen als Lösung für die ganze Affäre vorzutragen und Beweismaterial mitzubringen. Damals wußte ich nicht, daß er Gulf Breeze-Förderer Bruce Maccabee Führungsmitglied des FUFOR-Stabs war und ich merkte es erst, als man mich wieder auslud. Bereits im April 1988, also noch bevor Walters Identität der Welt bekannt wurde, sprach ich ihn auf einer UFO-Tagung in Plumerville, Arkansas, wo er seine Fotos feilbot. Ich untersuchte die Bilder einige Zeit und mir regte sich der Verdacht, als ich dann noch das berühmte Straßenfoto begutachtete, wußte ich, daß die ganze Sache eine Fälschung war. Diese Fotos sind also definitiv kein UFO-Beweis, die Argumente hierfür brauche ich nicht nochmals bekanntzumachen. Scham über MUFON, die große nationale UFO-Untersuchungsgruppe, welche bei weitem nicht die Offenheit und Glaubwürdigkeit von California UFO mitbringt." 
Im selben Heft macht die Redaktion nochmals ein Forum hinsichtlich Gulf Breeze auf und läßt Jery & Peggy Black sowie Terry Endres abschließend die weiterführenden Argumente gegen die Glaubwürdigkeit des Beweises auftauchen: MUFON-Mann Charles Flannigan hatte einen Lügendetektortest für Walters vorbereitet und dafür Hugh Jones, akkreditierter und lizensierter Polygrapher, gewonnen. Walters willigte aber nicht ein und arrangierte selbst zwei Sitzungen mit Harvey McLaughlin, der gemäß Billy J. Rakes (Präsident der Florida Polygraph Association) aber kein Mitglied des Polygraphen-Verbandes ist und damit ein Laie. Walters legt so auch nur ein halbseitiges Dokument von der Polygraphensitzung vom 1. März 1988 durch McLaughlin vor, welches Rakes streng kritisiert: "Kein aufrichtiger Polygrapher würde einen Auftrag von einem Klienten annehmen, der sich selbst testen lassen wolle. Da kommt es schnell zu einem Abhängigkeitsverhältnis zwischen beiden Parteien. Welcher Lügen-Tester wird schon seinem Auftragsgeber einen Lügner nennen wollen?" MUFON hätte darauf scharf reagieren sollen und diese Tests ablehnen müßen, was man aber dort nicht tat. Im weiteren gibt Walters die Gesamtunterlagen dieser Test nicht heraus und kooperiert im Gesamtfall zudem nur mit ihm sympathisierend gegenüberstehenden Untersuchern, was ihm Tür und Tor zur Manipulation öffnet und ihm die Gesamtkontrolle gewährleistete. Am 17. Januar 1995 strahlte RTL II erstmals die englische UFO-Reportage "U.F.O." als "Besuch aus dem All" in deutscher Version aus (aufgrund des Erfolg wurde sie in den folgenden Jahren drei Mal wiederholt), übrigens eine der besten UFO-Sendungen bisher im deutschen TV. Hierin ging es auch um Gulf Breeze, wo Mr. Ed Walters nun nach seiner Scheidung von seiner Frau weiterhin als UFO-Filmer aktiv ist und sich nun in Tageslicht-Videoaufnahmen der UFOs versucht. Ja, "UFOs, wir alle rätseln, was sie wohl sein könnten, und was sie bedeuten. Seit Beginn unserer Geschichte reicht die Beurteilung über Begegnungen mit UFOs von ehrfürchtigen Staunen bis hin zur kompletten Absurdität. Tatsache ist, dass einige der Erscheinungen nicht aufgeklärt werden können." Doch Stop, schauen wir genauer hin. Der Fall Ed Walters und die RUFO-Sichtungen von Gulf Breeze sind das nächste Reizthema der Sendung, während Ed Walters mit seiner Videokamera am Strand entlangschlendert und dabei zufällig wieder ein eher unscheinbares und fernes Flimmergebilde am hellen Tage filmt, was auch genauso ein kleiner Kinder-Ballon sein kann: "Oh, mein Gott!" ruft er dabei aus, die Videoerscheinung wird in einem Insert total vergrößert bzw verzerrt...und schwupps ist das Ding verschwunden. Entmaterialisiert oder einfach via Insertschnitt-Kamerafunktion ausgeblendet? Oh, mein Gott, die technischen Daten der Kamera werden nicht genannt. Das Ehepaar Bruce und Anne Morrison tritt auf, weil es fünf Stunden lang diverse RUFO-Erscheinungen in der Gegend videografieren konnte, bei einer der Aufnahmen von an Ballonen herabhängenden Straßensignalfackeln erlebte Frau Morrison eine emotionelle Sensation: "Plötzlich fühlte ich so ein Kribbeln und ein überwältigendes Gefühl von Verwunderung, Erstaunen und starkem Interesse." Eine weitere interessante Medien-Psychologie macht das Fernsehen selbst (wenn auch vielleicht unbewußt) auf: Unter der Schau von Walters Polaroid-Fotos hört man ihn erklären, dass es hunderte von Zeugen (dieses UFOs, so wird suggeriert!) lokal und Tausende weltweit gäbe - "Ich denke nicht, dass dies alleine nur Ed Walters Story ist". Doch, sie ist es. Genauso wie es individuell für die Storys und Bilder der Adamski´s, Fry´s, Meier´s, und wie sie alle noch heißen mögen, gilt. 
Am 18. August 1995 gab es im Schweizer Nachrichtenmagazin "10 vor 10" einen Beitrag über Schwindel mit UFOs. Hierbei wurde Werner Walter zu Worte kommen gelassen, der hauptsächlich dem Fall Gulf Breeze aus den USA die faulen Zähne zog und seine Zweifel über die Authenzität des Roswell-Zwischenfalls in der ufologischen Darstellung als Raumschiff-Absturz ausdrückte. Doch all dies war im black hole der Sensationsmedien verschwunden. Der Kommerz-Sender Pro7, der "Mystery-Sender" auf Profilierungssuche wegen der Kultserie "Akte X", drückte alle Augen zu, um in seinem Infotainment- oder Boulevard-Magazin TAFF noch am 20.März 1997 so zu tun, als wären die Gulf Breeze-UFOs ein gewaltiges Rätsel. "UFO-Sichten" in Gulf Breeze als Volkssport hieß es hier. Bruce Morrison wird als Teilnehmer der "UFO-Patrouille" aufgerufen, der mehr über UFOs erfahren will und Dinge sichtete, die "nicht von dieser Welt sind". Was wir sehen sind die berühmten RUFOS. "Die ganze Stadt hatte UFO-Begegnungen" wird hier völlig übertrieben behauptet. Ware versichert hier: "Aus der ganzen Welt sind Menschen hierher gekommen und sie haben außerirdische Raumschiffe gesehen." Dann öffnet er seinen Koffer und holt neue UFO-Beweise hervor, die ihn völlig von den Aliens überzeugten: Rauchverhüllt sieht man hier eine Fliegende Untertasse, die nichts weiter als ein Bühnen-Showeffektgerät ist! Naivität sondersgleichen. Hier zeigte sich mehr als überdeutlich, dass das UFOtainment hauptsächlich nur daraus besteht: Augen zu und durch, der Quote zuliebe. Natürlich, die journalistische Ethik geht dabei unter. Dies erinnert an einen alten Satz der Journalistik: Gräbt man in der Recherche zu tief, kann man eine Story zu Tode recherchieren. Genau dies wird hier mit Oberflächlichkeit sondersgleichen ausgebügelt, um die Story zu erhalten. Der Fall Gulf Breeze ist immer noch ein Problem Im Oktober 1997 verfaßte Jerry Black einen "Offenen Brief" an die Herren Don Ware, Art Hufford, Charles Flannigan, Walt Andrus, Jeff Sainio, Bruce Maccabee, Bob Oechlser und Budd Hopkins, die durchweg als MUFON-Vertreter den Fall Ed Walters/Gulf Breeze und so manchen anderen zweifelhaften UFO-"Beweis" bis zum heutigen Tag hochhalten. Black, der zu den ersten von MUFON eingesetzten Untersuchern des Fall gehörte und ob seiner negativen Ergebnisse (Fälschung) geschaßt wurde, ist über die "Fähigkeiten der genannten Personen bei UFO-Fall-Untersuchungen enttäuscht, oder noch eher über den Mangel an Fähigkeiten für eine solche Untersuchung." 
Seit 39 Jahren beschäftigt sich nun Jerry Black mit dem UFO-Phänomen und "ich bin genausowenig ein UFO-Debunker wie Rex Salisberry und die anderen aus unserem damaligen Untersuchungsteam, auch wenn man uns jetzt so benennt. Ich glaube daran, dass diese UFOs nicht von diesem Planeten kommen, aber man muß alle exotischen Erklärungsmodelle erst einmal erforschen - und bis heute haben wir immer noch keinen Beweis dafür, was UFOs wirklich sind, ganz zu schweigen davon, dass sie außerirdische Raumschiffe darstellen. Ja, wir sind sogar weit davon entfernt, hierfür Beweise zu haben". Dennoch, ein "Old Boy Club" bestehend aus Stan Friedman, Budd Hopkins, Don Berliner, Bruce Maccabee, Walt Andrus und andere tuen so, als hätten sie diese oder ständen knapp davor, solche auszugraben. Aber das taten schon andere genauso, nur Jahrzehnte vorher - ohne das bis heute die Beweise auf dem Tisch liegen, auch wenn die Veteranen von damals längst schon unter der Erde liegen. Jerry Black hat sich auch nach seinem Rauswurf bei MUFON weiter um UFO-Fälle gekümmert und blieb so am Ball von Gulf Breeze, dem Fall Travis Walton und dem angeblichen Alien-Autopsie-Video. Aufgrund des 50. UFO-Jahrestages im Sommer 1997 wurde Jerry Black von einem AP-Reporter befragt, was er speziell nun zu feiern gedenke. Daraufhin antwortete Black: "Was gibt es da zu feiern? Alles was sicher ist, ist, dass es einige unidentifizierte Dinge gibt, mehr nicht. Aber aufgrund von den ganz groß-herausgebrachten Fällen wie Gulf Breeze, Guardian/Carp, Linda Cortile usw kann ich nur feststellen, dass wir UFOlogen uns selbst zu Narren gemacht haben. Was gibt es also zu feiern? Ich habe keines Lust das UFO-Jubiläum zu feiern, nur weil das Feld voller Menschen mit Ego-Problemen ist, von Leuten die nur Geld ziehen wollen und bei den meisten jeglicher Sinn für wissenschaftliche und objektive Forschung abgeht, auch wenn sie wiederholt behaupten, nur genau dies im Sinn zu haben. Also, was soll ich feiern?" Dann weist Black darauf hin, dass der MUFON-Untersucher Don Ware schon ein persönlicher Freund von Ed Walters war, weshalb sollte dann also eine objektive Untersuchung mit skeptischem Element zustandegekommen sein? Art Hufford wurde nach Gulf Breeze mit einem Brief von Wald Andrus geschickt, weil er "Erwartungen" bei dem Ergebnis der Untersuchung hatte, nachdem das erste Gulf Breeze-Team wegen seinem negativen Ergebnis verschließen und aus dem Spiel genommen worden war. Auch Hufford wurde schnell ein guter persönlicher Freund von Walters und schon sah er selbst für 20 Sekunden am Tageshimmel und als sonst einziger "genau das Objekt, welches Ed fotografiert hatte". 
Noch interessanter fand Black den Umstand, das Andrus bereits Walters ebenfalls schriftlich die Untersuchung durch Ware/Hufford und Gary Watson als neues MUFON-Team ankündigte, weil er "Erwartungen" hinsichtlich des Falls hatte. Dabei hatte Peter Newmann bereits herausgefunden, das Ed Walters früher für die Kinder schon "Geister-Fotos" mittels Polaroid-Doppelbelichtungen zum Spaß gemacht hatte, dies war der ganzen MUFON-Spitze wohlauf bekannt. Doch niemand kümmerte sich darum, weil doch Freud Ed sagte, er habe keinerlei Ahnung wie man Doppelbelichtungen mit Polaroid erstellen kann. Newmann´s Erkenntnis wollte man einfach nicht hören, was sind das für "Forschungen"? Und darüber hinaus wurde es ganz bizarr, als die zu untersuchende Person (Ed Walters) selbst zum "Mituntersucher" des Teams wurde, der auch über die internen Notizen unterrichtet wurde, weil er inzwischen zum guten Freund der MUFON-Gruppe geworden war, die ihn ja ganz groß herausbrachte. Kein Wunder auch, wenn Ed Walters einen selbstbezahlten Lügen-Detektortest an sich durchführen ließ, sich damit bei MUFON als echter und ehrlicher Kumpel qualifizierte, niemand aber jemals die Resultate des Tests einsah! Und die Untersuchung von Budd Hopkins bestand daraus, nach Gulf Breeze zu fahren, sich die Bilder anzugucken, mit Walters zu Abend zu essen und dann den Medien gegenüber zu erklären, dass der Fall "sehr solide" sei. Einzig und allein Walters hatte etwas davon, da er hier erfuhr, wie man ein erfolgreiches Buch produziert. Hopkins ist in der Gemeinde durchaus dafür bekannt, keine Untersuchungen durchzuführen, sondern nur ein Berichterstatter zu sein, was ja auch legal ist. Aber die Wertigkeit in beiden Feldern ist different. "Budd, vor fünfzehn Jahren warst Du mein Ober-Guru im Feld und ich habe mir soviel von Deiner Arbeit versprochen", bedauert Black, "aber heute sehe ich, dass Du einzig und allein Deinen eigenen Träumen nachhängst und diese gut zu verkaufen verstehst, aber auch auf Lügner wie Linda hereinfällst. Heute bist Du nur noch ein Guru im Schatten von John Mack, von vielem im Feld selbst bist Du längst abgeschrieben, weil Du Deine Forschungs-Arbeit nicht sauber getan hast, auch wenn Du natürlich prima schreiben kannst, aber Bücherschreiben hat ja mit Recherchen und Nachforschungen nichts zu tun. Überall gibt es Trittbrettfahrer die sie selbe Publicity suchen, wie die Forscher selbst, hier spielt man ein Spiel. Schau Dir Roswell an, da war es mit Ragsdale und Anderson und wie sie alle heißen, genau das selbe." Wie auch immer, seltsam sollte auch der Umstand stimmen, warum nie Ray Fowler als MUFON-Direktor für Untersuchungen in den Fall Walters/Gulf Breeze eingeschaltet wurde, jedenfalls taucht er nie in den entsprechenden Unterlagen, Papieren und Veröffentlichungen auf, auch gab es trotz des ganzen Medien-Zirkus um den Fall nie eine Erklärung von Fowler vor den Mikrofonen und Kameras, was doch sehr befremdlich ist. Man sollte doch denken, dass der MUFON-Direktor für Untersuchungen weitaus eher von Journalisten gelöchert werden sollte, wie Walt Andrus, der sicherlich als administrativer hauptamtlicher Verwalter für seinen Teil MUFON am Leben erhält, aber noch nie sonderlich wegen Fall-Untersuchungen selbst bei der alten Oma APRO aufgefallen ist, als er sich vom untergehenden Boot APRO schnell ablöste und mit einem jugendlich- frischen Image die Übrigbleibsel von NICAP und APRO um sich gruppierte. 
Black weiß von mindestens drei heute noch in ehrenamtlichen Führungs-Positionen befindlichen Personen, die Gulf Breeze niemals unterstützten und schon bald nach Aufkommen des Vorfalls als Hoax einstuften, auch wenn sie sich öffentlich nie dagegen aussprachen, um den Gruppen-Konsens zu erhalten, der zwecks einiger interner Probleme sowieso schon geraume Zeit auf der Kippe steht. Bereits der von Andrus geschaßte Robert Boyd wußte, das Andrus sich mit dem Fall eine große PR-Chance ausgerechnet hatte und nie und nimmer sich davon abdrehen würde, um sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Gulf Breeze war nämlich DIE Chance gewesen, um groß herauszukommen. Das konnte man allein schon daran sehen, als das UFO-Modell gefunden wurde und eine von der Wahrheit wegführende Nebenschauplatz-Debatte mit völlig unnötigen Pseudo-Details zustandekam. Black forderte von Anfang an Andrus auf, einen parteilosen, erfahrenen Foto-Analysten in den Fall einzuschalten, aber Andrus stellte sich bewußt ungeschickt an und lieber Leute aus dem eigenen Milieu damit beauftragt wissen wollte. Wegen des fehlenden Mitteln, wie es damals hieß. Gut, Black fand Hyzer, der aus Interesse an der Sache und purer Neugier sich anbot, kostenlos seine Untersuchung vorzunehmen, obwohl er normaler Weise $ 200,- pro Stunde nimmt. Black meldete dies mehrfach nach Seguin, aber Andrus stellte sich taub und reagierte schwerfällig auf dieses großzügige Angebot, er mußte erst mehrfach darauf angesprochen und bedrängt werden, um schließlich ein Paket mit zehn Repros an Hyzer zu schicken. Ach ja, da war doch was mit "Erwartungen" gewesen, die der hohe MUFON-Herr in den Fall hatte. Der Kreis (oder der Galgenstrick?) schließt sich wieder. Auch Bob Oechsler, der sich bereits aus der "UFOlogie" zurückgezogen hat, hatte seine eigenen Interessen verfolgt. Wer weiß schon, dass er $ 5.000,- von Ed Walters bekam, damit Oechsler dem MUFON-Team, zu dem sich Walters selbst zählte, "helfen" könne. (Nebenbei: auch Bruce Maccabee wurde im Dezember 1989 von Ed Walters mittels eines Schecks zu Hilfe gerufen, und schließlich schrieb Maccebee für ein Honorar von $ 20.000,- sein überaus positives Kapitel für Walters Bestseller-Buch.) Doch nie wurde irgendetwas bekannt, was außer der Unterstützung des Falls in Form der Behauptung er sei "authentisch" durch Oechsler praktisch wirklich geschah. Black: "Er nahm das Geld und tat sonst weiter nichts, ausgenommen sich gegenüber Walters verpflichtet zu fühlen." Wie sagte er schon im Zuge des Niedergangs des von ihm hochgehaltenen Guardian/Carp-Falles? "Was ist schon schlecht daran, ein paar Scheine zu machen?" Dies sagt alles aus. Bob Oechsler behauptete im MUFON UFO Journal auch, dass der Produzent der Unsolved Mysteries-Folge um diesen Fall über $ 250.000 aufwendete, um ergebnislos zu versuchen, die Videoaufnahme nachzuahmen. 
Black sprach deswegen mit dem ausführenden Produzent Tim Rogan in dieser Sache, der eingestand das Oechsler als Berater für einige Folgen der TV-Reihe als Berater engagiert worden war, "er war aber niemals in der Position, um irgendwie die Produktion zu beeinflußen oder Internas zu erfahren. Wir haben auch nie wirklich versucht, das Szenario des Videos nachzumachen, wir versuchten nur so nahe wie mö
1577 Views