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Raumfahrt - ESA-Sonde Rosetta auf Kurs zu Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko

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12.10.2013

ESA's Rosetta mission was launched on 2 March 2004. It has spent ten years in space and will reach Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko in 2014. It will follow the comet as it orbits around the Sun, and will be the first mission to attempt a landing onto a comet nucleus.

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ROSETTA: 100 DAYS TO WEEK-UP

 

Rosetta’s twelve-year journey in space
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ESA’s comet-chasing mission Rosetta will wake up in 100 days’ time from deep-space hibernation to reach the destination it has been cruising towards for a decade.

Comets are the primitive building blocks of the Solar System and the likely source of much of Earth’s water, perhaps even delivering to Earth the ingredients that helped life evolve.

By studying the nature of a comet close up with an orbiter and lander, Rosetta will show us more about the role of comets in the evolution of the Solar System.

Rosetta was launched on 2 March 2004, and through a complex series of flybys – three times past Earth and once past Mars – set course to its destination: comet 67P/Churyumov–Gerasimenko. It also flew by and imaged two asteroids, Steins on 5 September 2008 and Lutetia on 10 July 2010.

In July 2011 Rosetta was put into deep-space hibernation for the coldest, most distant leg of the journey as it travelled some 800 million kilometres from the Sun, close to the orbit of Jupiter. The spacecraft was oriented so that its solar wings faced the Sun to receive as much sunlight as possible, and it was placed into a slow spin to maintain stability.

Now, as both the comet and the spacecraft are on the return journey back into the inner Solar System, the Rosetta team is preparing for the spacecraft to wake up.

Rosetta’s internal alarm clock is set for 10:00 GMT on 20 January 2014.

Once it wakes up, Rosetta will first warm up its navigation instruments and then it must stop spinning to point its main antenna at Earth, to let the ground team know it is still alive.

“We don’t know exactly at what time Rosetta will make first contact with Earth, but we don’t expect it to be before about 17:45 GMT on the same day,” says Fred Jansen, ESA’s Rosetta mission manager.

“We are very excited to have this important milestone in sight, but we will be anxious to assess the health of the spacecraft after Rosetta has spent nearly 10 years in space.”

After wake-up, Rosetta will still be about 9 million km from the comet. As it moves closer, the 11 instruments on the orbiter and 10 on the lander will be turned on and checked.

In early May, Rosetta will be 2 million km from its target, and towards the end of May it will execute a major manoeuvre to line up for rendezvous with the comet in August.

The first images of a distant 67P/Churyumov–Gerasimenko are expected in May, which will dramatically improve calculations of the comet’s position and orbit.

Closer in, Rosetta will take thousands of images that will provide further details of the comet’s major landmarks, its rotation speed and spin axis orientation.

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Quelle: ESA

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Update: 1.11.2013

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T Minus 377 Tage

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377 Tage, rund 1 Jahr – eigentlich eine Menge Zeit. Bedenkt man aber, dass die Kometenmission Rosetta insgesamt auf 3906 Tage bis zur Landung angelegt ist, sind 377 Tage gerade einmal die letzten 10 Prozent ihrer zehnjährigen Reise durch den Weltraum. Höhepunkt ist die Landung von Philae auf dem Kometen.

Dann wird sich zeigen, ob sich die harte Arbeit der letzten 15 Jahre, die in umfangreichen Planungen, Entwicklungen und Tests bestand, auszahlt und alles wie geplant auch in der Realität funktioniert. Und dieser Realität fiebern das DLR-Team des Kontrollzentrums (MUSC) am DLR-Standort in Köln mit den nationalen und internationalen Partnern entgegen.

Das äußerst schwierige und bisher einzigartige Vorhaben, von dem ich spreche, ist die Landung von Philae, dem Lander der Raumsonde Rosetta. Die Landeeinheit Philae wurde von einem internationalen Konsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und gebaut. Das Team vom DLR in Köln ist verantwortlich für die meisten operativen, ingenieurstechnischen und leitenden Aufgaben. Es arbeitet eng mit der französischen Raumfahrtagentur CNES zusammen, die sich um die wissenschaftliche Planung und Navigation kümmert, sowie mit den Wissenschaftlern und Herstellern der Subsysteme. Sie alle bilden zusammen das Philae-Projektteam und arbeiten gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die verantwortlich für die gesamte Mission Rosetta ist.
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Vorbereitungen für die Landung in T Minus 377 Tage: Philae in der "Landing and Mobility Test Facility" (LAMA) des DLR.
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
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Seit dem Start 2004 trägt Rosetta den kleinen Lander wohl behütet vor all den rauen interplanetarischen Gegebenheiten durchs All, ohne dass Philae seine Ressourcen anbrechen muss. Auf jeden Fall eine luxuriöse Art zu Reisen! Philae erlebte drei Erd-Swing-Bys, einen Mars-Swing-By und kreuzte bereits zwei Asteroiden. Seine wissenschaftlichen Instrumente, die speziell zur Untersuchung der Struktur, Zusammensetzung, Atmosphäre und allgemeinen Eigenschaften des Kometen entwickelt wurden, konnten bei diesen aufregenden Ereignissen bereits getestet werden. Außerdem wurden während des siebenjährigen aktiven Flugs (bis 2011) zahlreiche Systemprüfungen und Charakterisierungen vorgenommen, bevor eine drei Jahre andauernde Winterschlafphase (ab 8.6.2011) anbrach.


Seit 2011 fliegen Rosetta und Philae nun also komplett abgeschaltet und lagestabilisiert durch den Weltraum, ohne jeglichen Kontakt zur Erde – bis Januar 2014. In dieser Zeit flog die Raumsonde tiefer ins All als jemals ein solarbetriebenes Raumfahrzeug zuvor und erreichte so eine maximale Distanz von der Sonne von 5,29 astronomischen Einheiten, was sehr nah am Jupiter ist und bereits hinter dem Asteroidengürtel liegt. Im Januar 2014 wird die Ruhephase beendet und Rosetta wacht von alleine wieder auf, ändert ihre Lage von der Spin-Stabilisation zurück zur 3-Achsen-Stabilisation und nimmt Kontakt zur Erde auf. Bis zu diesem Zeitpunkt kann von der Bodenstation aus nichts unternommen werden, um Rosetta zu helfen.

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Ingenieure des DLR testen am originalgetreuen Modell, um für die erstmalige Landung auf einem Kometen vorbereitet zu sein. Quelle: DLR (CC-BY 3.0)
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Neben dem Erwachen ist die größte Herausforderung für Rosetta und Philae, ihr Gegenüber ausfindig zu machen, zu finden und zu erobern. Der Komet Churyumov-Gerasimenko (67P – CG) ist nämlich gar nicht der ursprünglich für die Mission vorgesehene Komet, er ist viel größer und unerforschter aber nicht unbedingt gewillt, erforscht zu werden. Wegen eines technischen Problems der Trägerrakete musste der ursprünglich geplante Start verschoben werden – was zur Folge hatte, dass ein neuer Komet gefunden werden musste. 67P ist viel größer als das eigentliche Objekt und obwohl in letzter Minute noch einige technische Änderungen vorgenommen wurden, wird die sowieso schon nicht gerade einfache Landung nun noch schwieriger. Aktuelle wissenschaftliche Beobachtungen und Vorhersagen weisen außerdem darauf hin, dass der Komet während der Erkundungsphase aktiver sein wird als erwartet. Zwar ist es genau diese Aktivität, die Kometen so interessant für die Wissenschaft macht, das Team im Kontrollzentrum würde es dennoch bevorzugen, wäre der Komet erst nach der Landung von Philae so aktiv.

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Philae-Lander (Bildmitte) an Bord der europäischen Sonde Rosetta
Credit: ESA

Alle Zutaten für eine außergewöhnliche Mission mit einem fantastischen Mix aus Ingenieurstechnik, präziser Planung, Risikominimierung und Wissenschaft sind vorhanden. Die Erkenntnisse durch Philae und der gesamten Rosetta-Mission werden unser Verständnis für Kometen, den Ursprung des Sonnensystems sowie die Entstehung von Leben auf der Erde um einen ziemlich großen Schritt nach vorne bringen.

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Komet Churyumov-Gerasimenko

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Der Komet, der erst 1969 entdeckt wurde, bewegt sich auf einer elliptischen Bahn zwischen Jupiter und Erde um die Sonne. Er gehört damit zur Jupiter-Familie. Seine Umlaufbahn hat sich in den letzten 200 Jahren durch die Schwerkraft des Jupiter stark verändert. Sein Perihel hat sich immer weiter zur Sonne verschoben. (Bilder vom Hubble-Teleskop) zeigen - wie bei Kometen üblich - eine unregelmäßige Form. Ein geeigneter Landeplatz wird erst nach einer ausführlichen Inspektion des Kometen durch die Orbiterinstrumente ausgewählt. Die geringe Schwerkraft des Kometen - der 100 kg Lander wiegt auf der Oberfläche nur wenige Gramm- erfordern besondere Maßnahmen beim Auftreffen, um ein Zurückprallen zu verhindern. So wird u.a. eine Harpune mit Widerhaken abgefeuert, die für den nötigen Halt sorgen soll.

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Churyumov-Gerasimenko

Bild: Michael Weiler, 6. März 2003, 8 Minuten belichtet

2m-Teleskop Landessternwarte Tautenburg,

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Results from NASA's Hubble Space Telescope played a major role in preparing ESA's ambitious Rosetta mission for its new target, comet 67P/Churyumov-Gerasimenko (67P/C-G). For the first time in history, Rosetta will land a probe on a comet and study its origin. Hubble precisely measured the size, shape, and rotational period of comet 67P/C-G.

Hubble's observations revealed that comet 67P/C-G is approximately a three-by-two mile, football-shaped object on which it is possible to land. Mission scientists were concerned that the solid nucleus could be nearly 3.6 miles (6 km) across. The higher gravity on a comet that size might make a soft landing more difficult.

This photo shows three views of the 3-D reconstruction of comet 67P/C-G's nucleus: pole (top right), side (bottom left), and end (bottom right).

Object Names: Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko, Comet 67P/C-G

Quelle:DLR, NASA

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Update: 4.11.2013 
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Quelle: DLR
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Update: 5.12.2013
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N° 40–2013: PRESSEKONFERENZ ZUM ENDE VON ROSETTAS WINTERSCHLAF UND ZU DEM DER SONDE BEVORSTEHENDEN JAHR
3 Dezember 2013
Am 20. Januar wird die Raumsonde Rosetta, der Kometenjäger der ESA, ihren 957-tägigen Winterschlaf in den Tiefen des Weltraums automatisch beenden und ihre vor knapp zehn Jahren begonnene Reise in aktiviertem Zustand fortsetzen.
Im Hinblick auf den kritischen Schritt der Aktivierung und die vor Rosetta liegenden Herausforderungen sind Vertreter der Medien eingeladen, am Dienstag, den 10. Dezember von 10.00 Uhr bis 12.30 Uhr MEZ einer Pressekonferenz mit Wissenschafts- und Missionskontrollexperten der ESA sowie Partnern im Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) der ESA in Darmstadt beizuwohnen.
Der Meilenstein des 20. Januar markiert den Beginn eines ereignisreichen Jahres. Rosetta wird sich dem Kometen Tschurjumow-Gerasimenko stetig nähern und ihn im August schließlich erreichen. Nach einer umfassenden Kartierung der Oberfläche des Kometen wird die Sonde im November das Landegerät Philae aussetzen, das seinen Kern genauer unter die Lupe nehmen soll.
Anschließend wird Rosetta den Kometen auf seiner Reise durch das innere Sonnensystem begleiten und dabei seine Veränderungen beim Aufwärmen auf dem Weg zu seinem sonnennächsten Punkt beobachten, den er im August 2015 erreichen wird.
Hauptziel von Rosetta ist die Gewinnung neuer Einblicke in den Ursprung und die Entwicklung des Sonnensystems und insbesondere die Erforschung der Rolle, die Kometen bei der Beförderung von Wasser zur Erde und möglicherweise sogar bei der Entstehung von Leben gespielt haben könnten.
ESA-Premieren mit der Rosetta-Mission
Im Rahmen der Rosetta-Mission sind eine Reihe von Premieren in der Weltraumexploration vorgesehen. So sorgen erstmals bei einer Mission jenseits des Asteroidenhauptgürtels ausschließlich Solarzellen für die Stromversorgung, was den Missionsbetrieb in 800 Millionen km Entfernung von der Sonne ermöglicht.
 
Nach Erreichen ihres Ziels wird Rosetta als erste Sonde einen Kometen umkreisen und ein Landegerät auf seinem Kern absetzen, was die Mission zu einer der bisher komplexesten und anspruchsvollsten überhaupt macht.
Einen Kometen anzufliegen, ihn zu umkreisen und auf ihm zu landen erfordert heikle Manöver, und da nur sehr wenig über die Oberfläche des Kometen bekannt ist, kann eine sichere Landung erst vor Ort geplant werden.
Philae wird die ersten je auf der Oberfläche eines Kometen aufgenommenen Bilder liefern und mit Bohrungen die ersten Analysen seiner Zusammensetzung vornehmen.
Mit Philae wird zum zweiten Mal ein menschengemachter Gegenstand auf einem Himmelskörper im fernen Weltraum landen – und beide kamen von der ESA. Der erste war die Sonde Huygens, die im Januar 2005 auf dem 1,3 Milliarden km von der Erde entfernten Saturnmond Titan aufsetzte.
Schließlich wird Rosetta als erste Sonde aus nächster Nähe beobachten, wie sich ein Komet verändert, wenn er der zunehmenden Intensität der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist.
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Quelle: ESA
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Update: 9.12.2013
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KOMETENMISSION ROSETTA (SPECIAL)
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Erstmals wollen die Europäer auf einem Kometen landen. An einem Ort, der 4,64 Milliarden Jahre alte Urmaterie vom Beginn unseres Sonnensystems beherbergen soll. Die zehnjährige Flugreise der Rosetta-Raumsonde führt uns an die Wurzeln der Entstehung unseres Planeten. Brachten Kometen einst Wasser und Leben auf die Erde?
Die am 2. März 2004 mit einer Ariane 5 vom europäischen Weltraumhafen Kourou gestartete ESA-Kometensonde Rosetta soll im August 2014 als erster Raumflugkörper auf eine Umlaufbahn um einen Kometen gebracht und der Lander Philae im November 2014 auf diesem abgesetzt werden.
Die weltweite Forschergemeinde vergleicht diese außergewöhnliche und bedeutsame ESA-Mission mit der ersten bemannten Mondlandung. Schließlich geht es um die Urmaterie des Sonnensystems und die Frage, ob Kometen das Leben einst auf die Erde gebracht haben. Die Landeeinheit der Sonde sowie wesentliche wissenschaftliche Experimente kommen von deutschen Forschungsinstituten.
Die Missionsplaner tüftelten eine überaus komplexe und wissenschaftlich hoch ergiebige zehnjährige Reiseroute aus. Dabei wird Rosetta bis zum Ende der Mission etwa 7,1 Milliarden Kilometer durch unser Sonnensystem zurückgelegt haben. Die Reise führte die Sonde dreimal an der Erde und einmal am Mars sowie an den Asteroiden Steins (2008) und Lutetia (2010) vorbei. Dabei drang sie bis zu 800 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt – nahe der Umlaufbahn des Jupiters – ins äußere Sonnensystem vor, um so den Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zu erreichen und ihn schließlich auf dem Weg zur Sonne zu begleiten.
Kometen und Asteroiden haben eine Gemeinsamkeit: Sie entstanden in der Frühphase unseres Sonnensystems zusammen mit den uns bekannten Planeten und Monden. Gravitative Wechselwirkungen haben jedoch verhindert, dass sie sich zu „erwachsenen“ Himmelskörpern entwickeln konnten. Sowohl die Kometen als auch die mehreren Hunderttausend herumvagabundierenden Gesteinsbrocken in der Größe von wenigen Metern bis zu mehreren hundert Kilometern besitzen nahezu unbeeinflusstes Material aus der Frühzeit des Sonnensystems. Indem wir diese Körper untersuchen, können wir praktisch in die Kinderstube des Sonnensystems blicken und wertvolle Informationen zur Entwicklung unseres Heimatplaneten erfahren.
Rosetta befindet sich seit dem 8. Juni 2011 in einer energiesparenden Tiefschlafphase. Doch nach nunmehr 957-tägigem Winterschlaf im interplanetaren Weltraum wird es langsam Zeit, wieder wach zu werden: Rosettas Wecker ist auf den 20. Januar 2014, 11.00 Uhr MEZ, gestellt. Dann soll die Sonde ihre Navigationsinstrumente aufwärmen und die Hauptantenne zur Erde ausrichten, um mit dem im ESA-Kontrollzentrum ESOC in Darmstadt mitfiebernden Missionsteam in Kontakt zu treten.
Die Experten sind dabei nicht ganz frei von Sorgen, denn immerhin ist Rosetta bereits seit zehn Jahren in den Tiefen des Alls unterwegs. Dem Darmstädter Missionsteam stehen also spannende Stunden bis zur Kontaktaufnahme bevor, die für den frühen Abend erwartet wird.
Zum Zeitpunkt des Weckrufes ist Rosetta noch neun Millionen Kilometer vom Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko entfernt. Für die vom äußeren Sonnensystem kommende Späherin steht nun ein ereignisreiches Jahr bevor. Zunächst werden die elf Instrumente der Raumsonde und die zehn Instrumente des Landers nach und nach eingeschaltet und auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Ende Mai steht ein größeres Kurskorrekturmanöver auf dem Programm. Es soll die Kometenjägerin endgültig auf Rendezvouskurs bringen. Das Einschwenken in einen Orbit um den Kometen ist für August 2014 geplant.
Das Sahnehäubchen der Rosetta-Mission ist zweifellos die für November 2014 geplante Landung von Philae auf dem Kometen. Gelingt das Manöver, kann das exotische Kometenmaterial hautnah durch zehn verschiedene Instrumente detailliert untersucht werden.
Derzeit werden die Ankunft am Kometen und die Landung von Philae am ESA-Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt, am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR in Köln und an einem Science Center in Toulouse (Frankreich) intensiv simuliert und trainiert.
Im August 2015 wird dann der sonnennächste Punkt der Kometenbahn erreicht, wo der Komet am aktivsten ist. Einige Monate danach – voraussichtlich Ende 2015 – ist die Satellitenmission beendet. 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zieht sich wieder in die äußeren, eisigen Bereiche des Planetensystems zurück.
Der Lander ist so konstruiert, dass er etwa sechs Monate lang die harten Umweltbedingungen auf der Kometenoberfläche aushalten könnte. Sein Schicksal ist im Prinzip vorprogrammiert. Entweder wird Philae durch das Ausblasen und Wegbrechen der Oberfläche in den Schweif mitgerissen oder er erleidet den Wärmetod, wenn die gegen die anfängliche Kälte isolierte Elektronik überhitzt wird. Aber vielleicht übersteht Philae wider Erwarten all diese Attacken?
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Quelle: ESA
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Update: 10.12.2013 
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Quelle: ESA
 
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Update: 6.01.2014
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The Rosetta orbiter will analyse comet 67P/Churyumov-Gerasimenko and its environment using a suite of 11 instruments:

  • ALICE: Ultraviolet Imaging Spectrometer – (characterising the composition of the comet nucleus and coma)
  • CONSERT: Comet Nucleus Sounding Experiment by Radio wave Transmission (studying the internal structure of the comet with lander Philae)
  • COSIMA: Cometary Secondary Ion Mass Analyser (studying the composition of the dust in the comet’s coma)
  • GIADA: Grain Impact Analyser and Dust Accumulator (measuring the number, mass, momentum and velocity distribution of dust grains in the near-comet environment)
  • MIDAS: Micro-Imaging Dust Analysis System (studying the dust environment of the comet)
  • MIRO: Microwave Instrument for the Rosetta Orbiter (investigating the nature of the cometary nucleus, outgassing from the nucleus and development of the coma)
  • OSIRIS: Optical, Spectroscopic, and Infrared Remote Imaging System Camera (a dual camera imaging system consisting of a narrow angle (NAC) and wide angle camera (WAC) and operating in the visible, near infrared and near ultraviolet wavelength range)
  • ROSINA: Rosetta Orbiter Spectrometer for Ion and Neutral Analysis (determining the composition of the comet's atmosphere and ionosphere, and measuring the temperature, velocity and density of the gas flow, comprising: DFMS (Double-focusing mass spectrometer), RTOF (Reflectron Time-Of-Flight mass spectrometer) and COPS (Comet Pressure Sensor))
  • RPC: Rosetta Plasma Consortium (studying the plasma environment of the comet, comprising: ICA (Ion Composition Analyser), IES (Ion and Electron Sensor), LAP (Langmuir Probe), MAG (Fluxgate Magnetometer), MIP (Mutual Impedance Probe), PIU (Plasma Interface Unit))
  • RSI: Radio Science Investigation (tracking the motion of the spacecraft to infer details of the comet environment and nucleus)
  • VIRTIS: Visible and Infrared Thermal Imaging Spectrometer (studying the nature of the comet nucleus and the gases in the coma)
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Quelle: ESA
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Update: 13.01.2014 
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Quelle: DLR
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Update: 16.01.2014

Mission ins Ungewisse - Der Kometenjäger Rosetta

Zu den faszinierendsten Projekten bei der Erforschung des Weltalls gehört die bereits im Jahr 2004 gestartete Mission Rosetta der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko untersuchen soll. Zum ersten Mal wird eine Raumsonde einem Kometen auf seinem Weg zur Sonne folgen und auf ihm landen.

Aufgrund der großen Entfernung zur Sonne und der damit verbundenen niedrigen Leistung des Solargenerators befindet sich Rosetta derzeit in einer Art Winterschlaf, aus dem die Sonde am 20. Januar 2014 erwachen wird. Den Höhepunkt der Mission stellt die für November 2014 geplante Landung der, autonomen Tochtersonde Philae auf dem Kometen selbst dar. Philae wurde von einem internationalen Konsortium unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und gebaut.
Die Landung auf 67P/Churyumov-Gerasimenko ermöglicht es den Wissenschaftlern, erstmals Experimente vor Ort durchführen zu können. Kometen werden als Zeugen der Entstehung unseres Sonnensystems betrachtet. Befindet sich die Kometenoberfläche tatsächlich in einer Art "Urzustand"? Weisen Kometen präbiotische Moleküle und Wasser auf und spielten sie damit eine Rolle bei der Entstehung des Lebens auf der Erde? Diese Fragen sollen mit Hilfe der Mission Rosetta beantwortet werden.
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Quelle: DLR
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Update: 18.01.2014
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Watch our live transmissions

Monday, 20 Jan 2014 - 10:15 CET: ROSETTA WAKE-UP

 

On Monday 20 January, ESA’s comet-chasing spacecraft Rosetta will wake up from 31 months of deep space slumber. ESA will streaming live from ESOC, Darmstadt, Germany, with full coverage of the day’s historic events as they unfold, starting at 09:15 GMT (10:15 CET)

Rosetta’s computer is programmed to re-establish contact with Earth on 20 January, starting with an ‘alarm clock’ at 10:00 GMT. Immediately afterwards, the spacecraft’s startrackers will begin to warm up, taking around six hours. Rosetta will then send a signal to Earth to announce that it is awake. The first window of opportunity to receive a signal is between 17:30-18:30 GMT.
Quelle: ESA
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Schluss mit dem Winterschlaf: Europäische Raumsonde Rosetta erwacht am Montag

 

20. Januar 2014, Montagmorgen, 11 Uhr Mitteleuropäischer Zeit - für Rosetta heißt es dann: Aufwachen! Fast zweieinhalb Jahre lang flog die europäische Sonde mit Lander Philae an Bord "schlafend" auf ihr Ziel zu, den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko. Als erster Schritt klingelt nun der Wecker für Rosetta und ihre Instrumente. Am 28. März 2014 folgt der Weckruf für Lander Philae und seine Instrumente - dann wird auch im Kontrollraum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Spannung steigen. Die internationale Mission der Europäischen Weltraumorganisation ESA soll gleich zwei Premieren im Weltall absolvieren: Zum ersten Mal folgt eine Sonde einem Kometen auf seinem Weg in Richtung Sonne, und zum ersten Mal wird im November 2014 ein Landegerät auf einer Kometenoberfläche aufsetzen und vor Ort Messungen durchführen. Die Planetenforscher wollen so herausfinden, wie unser Sonnensystem entstanden ist - denn Kometen führen wie ein riesiger Kühlschrank das ursprünglichste Material in gefrorenem Zustand mit sich.

Für die Reise durchs All musste Rosetta bisher einen langen Atem beweisen: Vor fast zehn Jahren, am 2. März 2004, startete die Sonde zu ihrem Rendezvous mit einem Kometen. Mehrmals holte sie an Erde und Mars Schwung, sie begegnete im Vorbeiflug den Asteroiden Šteins und Lutetia, wurde zum Energiesparen in den Winterschlaf versetzt und fliegt mittlerweile in über 807 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde. Für astronomische Verhältnisse gerade einmal wenige neun Millionen Kilometer trennen Rosetta und Philae noch von Churyumov-Gerasimenko. "Noch wissen wir nicht, auf welche Bedingungen wir dort stoßen", sagt Dr. Stephan Ulamec vom DLR. Der Projektleiter für den Lander Philae wird auch noch ein wenig warten müssen, bis festgelegt werden kann, wo Philae auf dem Kometen aufsetzen soll und welchen Untergrund der Lander meistern muss. Zunächst müssen Sonde, Lander und alle 21 Instrumente nun beweisen, dass sie die lange Reise im Schlafzustand unbeschadet überstanden haben, bevor die ersten wissenschaftlichen Experimente beginnen können.

Reise in die Vergangenheit des Sonnensystems

Aus Aufnahmen des Hubble-Teleskops weiß man bisher nur wenig: Churyumov-Gerasimenko hat einen Durchmesser von drei bis fünf Kilometern und rotiert innerhalb von etwa zwölf Stunden einmal um sich selbst. Mit Rosetta und Philae wird sich dieser Wissenstand deutlich ändern: Bohrer, Spektrometer, Kameras, Sensoren oder auch Ionendetektoren sollen den Kometen auf das Genaueste beobachten, untersuchen und erforschen. "Das Material des Kometen hat sich seit 4,6 Milliarden Jahren kaum verändert und wir können somit in die Geburtsphase unseres Planetensystems schauen", betont Kometenforscher Dr. Ekkehard Kührt, wissenschaftlicher Projektleiter für die DLR-Experimente auf Sonde und Lander. Insgesamt drei Experimente werden unter der Leitung des DLR gemeinsam mit internationalen Partnern durchgeführt, an weiteren beteiligen sich die DLR-Forscher. Das Raumfahrtmanagement des DLR fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) weitere deutsche Experimente. "Die Mission bietet uns Planetenforschern Möglichkeiten, die wir noch nie hatten", sagt Kührt. Bisher konnten Kometen wie Halley, Temple 1 oder Wild 2 nur im schnellen Vorbeiflug und aus großer Entfernung untersucht werden.

Erste aufschlussreiche Bilder von Churyumov-Gerasimenko wird die Kamera OSIRIS bei der Annäherung in den nächsten Monaten aufnehmen, wenn Rosetta dem Rendezvous mit dem Kometen immer näher und näher entgegenfliegt. Die Sonde trägt an Bord auch beispielsweise das Spektrometer VIRTIS, das die mineralogische Zusammensetzung der Kometenoberfläche und die flüchtigen Komponenten untersuchen wird, das Mikrowelleninstrument MIRO und das Massenspektrometer ROSINA, die unter anderem die Gasmoleküle charakterisieren werden, sowie das Instrument CONSERT, das mit langwelligen Radiosignalen die innere Struktur des Kometenkerns analysieren wird.

Die Instrumente auf dem kühlschrankgroßen Lander Philae sollen nach der Landung im November 2014 den Kometen vor Ort untersuchen - während er aktiv wird und seine charakteristische Staubhülle und den Schweif bildet. Bereits während der Landephase wird die Kamera ROLIS Aufnahmen von der Kometenoberfläche machen. MUPUS wird sich auf dem Kometen in den Boden hämmern, um unter anderem Temperatur und physikalische Beschaffenheit bis zu einer Tiefe von etwa 30 Zentimetern zu bestimmen. SESAME soll die Kometenaktivität überwachen und die Ausbreitung von Schallwellen im Boden erfassen. CIVA liefert Panoramabilder und analysiert die mit einem Bohrer gewonnenen Bodenproben. COSAC wird die organische Chemie analysieren und vielleicht sogar Aminosäuren identifizieren.

Warten auf das Signal

Bevor jedoch dies alles so ablaufen kann, muss im Kontrollraum des European Space Operations Center (ESOC) eines geschehen - das Signal der Raumsonde muss die Erde erreichen. Nachdem die eingebaute Uhr Rosetta geweckt hat, richtet die Sonde autark ihre Antenne wieder zur Erde aus und nimmt Kontakt mit den Ingenieuren am Boden auf. Stationen in den USA und in Australien werden dafür in den Weltraum horchen und das Signal in den Kontrollraum nach Darmstadt leiten. Die erste Möglichkeit dazu wird am 20. Januar 2014 zwischen 18.30 Uhr und 19.30 Uhr sein. Wenn dann auch Lander Philae am 28. März 2014 wieder mit der Erde in Kontakt ist, sind die besten Voraussetzungen geschaffen, um einen Kometen erstmals auf seinem Weg zur Sonne zu erforschen - wenn er aktiv wird und zum Leben erwacht.

Quelle: DLR

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Update: 19.01,2014

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Quelle: DLR / ESA  

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Update: 20.01.2013 / LIVE 10.30 MEZ  

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Update:  20.30 MEZ

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Rosetta wake-up Signal

It was a fairy-tale ending to a tense chapter in the story of the Rosetta space mission this evening as ESA heard from its distant spacecraft for the first time in 31 months.
Rosetta is chasing down Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko, where it will become the first space mission to rendezvous with a comet, the first to attempt a landing on a comet’s surface, and the first to follow a comet as it swings around the Sun.
Since its launch in 2004, Rosetta has made three flybys of Earth and one of Mars to help it on course to its rendezvous with 67P/Churyumov-Gerasimenko, encountering asteroids Steins and Lutetia along the way.
Operating on solar energy alone, Rosetta was placed into a deep space slumber in June 2011 as it cruised out to a distance of nearly 800 million km from the warmth of the Sun, beyond the orbit of Jupiter.
Now, as Rosetta’s orbit has brought it back to within ‘only’ 673 million km from the Sun, there is enough solar energy to power the spacecraft fully again.
Thus today, still about 9 million km from the comet, Rosetta’s pre-programmed internal ‘alarm clock’ woke up the spacecraft. After warming up its key navigation instruments, coming out of a stabilising spin, and aiming its main radio antenna at Earth, Rosetta sent a signal to let mission operators know it had survived the most distant part of its journey.
The signal was received by NASA’s Goldstone ground station in California at 18:18 GMT/ 19:18 CET, during the first window of opportunity the spacecraft had to communicate with Earth. It was immediately confirmed in ESA’s space operations centre in Darmstadt and the successful wake-up announced via the @ESA_Rosetta twitter account, which tweeted: “Hello, World!”
“We have our comet-chaser back,” says Alvaro Giménez, ESA’s Director of Science and Robotic Exploration. “With Rosetta, we will take comet exploration to a new level. This incredible mission continues our history of ‘firsts’ at comets, building on the technological and scientific achievements of our first deep space mission Giotto, which returned the first close-up images of a comet nucleus as it flew past Halley in 1986.”
“This was one alarm clock not to hit snooze on, and after a tense day we are absolutely delighted to have our spacecraft awake and back online,” adds Fred Jansen, ESA’s Rosetta mission manager.
Comets are considered the primitive building blocks of the Solar System and likely helped to ‘seed’ Earth with water, perhaps even the ingredients for life. But many fundamental questions about these enigmatic objects remain, and through its comprehensive, in situ study of Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko, Rosetta aims to unlock the secrets contained within.
“All other comet missions have been flybys, capturing fleeting moments in the life of these icy treasure chests,” says Matt Taylor, ESA’s Rosetta project scientist. “With Rosetta, we will track the evolution of a comet on a daily basis and for over a year, giving us a unique insight into a comet’s behaviour and ultimately helping us to decipher their role in the formation of the Solar System.”
But first, essential health checks on the spacecraft must be completed. Then the eleven instruments on the orbiter and ten on the lander will be turned on and prepared for studying Comet 67P/Churyumov-Gerasimenko.
“We have a busy few months ahead preparing the spacecraft and its instruments for the operational challenges demanded by a lengthy, close-up study of a comet that, until we get there, we know very little about,” says Andrea Accomazzo, ESA’s Rosetta operations manager.
Rosetta’s first images of 67P/Churyumov-Gerasimenko are expected in May, when the spacecraft is still 2 million km from its target. Towards the end of May, the spacecraft will execute a major manoeuvre to line up for its critical rendezvous with the comet in August.
After rendezvous, Rosetta will start with two months of extensive mapping of the comet’s surface, and will also make important measurements of the comet’s gravity, mass and shape, and assess its gaseous, dust-laden atmosphere, or coma. The orbiter will also probe the plasma environment and analyse how it interacts with the Sun’s outer atmosphere, the solar wind.
Using these data, scientists will choose a landing site for the mission’s 100 kg Philae probe. The landing is currently scheduled for 11 November and will be the first time that a landing on a comet has ever been attempted.
In fact, given the almost negligible gravity of the comet’s 4 km-wide nucleus, Philae will have to use ice screws and harpoons to stop it from rebounding back into space after touchdown.
Among its wide range of scientific measurements, Philae will send back a panorama of its surroundings, as well as very high-resolution pictures of the surface. It will also perform an on-the-spot analysis of the composition of the ices and organic material, including drilling down to 23 cm below the surface and feeding samples to Philae’s on-board laboratory for analysis.
The focus of the mission will then move to the ‘escort’ phase, during which Rosetta will stay alongside the comet as it moves closer to the Sun, monitoring the ever-changing conditions on the surface as the comet warms up and its ices sublimate.
The comet will reach its closest distance to the Sun on 13 August 2015 at about 185 million km, roughly between the orbits of Earth and Mars. Rosetta will follow the comet throughout the remainder of 2015, as it heads away from the Sun and activity begins to subside.
“We will face many challenges this year as we explore the unknown territory of comet 67P/Churyumov-Gerasimenko and I’m sure there will be plenty of surprises, but today we are just extremely happy to be back on speaking terms with our spacecraft,” adds Matt Taylor.
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Die europäische Raumsonde Rosetta hat am 20. Januar 2014 um 19:18 Uhr (mitteleuropäische Zeit) wieder Kontakt mit der Erde aufgenommen. Seit dem 8. Juni 2011 flog die Sonde der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Winterschlaf durch das Weltall, um auf ihrem langen Weg Energie zu sparen. Nach 31 Monaten beendete ein eingebauter Wecker den Winterschlaf und weckte die Sonde wieder auf. Nach und nach werden nun die Instrumente an Bord der Sonde aktiviert. Am 28. März 2014 wird Lander Philae, der unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und gebaute wurde, daraufhin getestet, ob er und seine zehn Instrumente an Bord den bisherigen Flug und den Winterschlaf gut überstanden haben. Nun liegen nur noch neun Millionen Kilometer vor Rosetta und Philae, bevor sie ihr Ziel, den Kometen Churyumov-Gerasimenko, erreichen.

Morgens um 11 Uhr klingelte für Rosetta der Wecker – doch bis die Ingenieure im Kontrollzentrum der ESA ein erstes Signal der Sonde erhielten, vergingen etliche Stunden. Zunächst heizte die Sonde automatisch ihr Navigationssystem wieder auf, richtete die Sonnenpaneele zur Sonne aus und drehte ihre Antenne in Richtung Erde. Rund 45 Minuten benötigte das Signal, um den Kontrollraum zu erreichen. Nun ist die Sonde auch wieder für Kommandos von der Erde aus erreichbar.

Sobald Rosetta mit Lander Philae an Bord den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erreicht, wird sie den Kometen bei seinem Weg in Richtung Sonne begleiten. Zum ersten Mal wird eine Raumsonde aus nächster Nähe verfolgen, wie ein Komet durch das Erwärmen aktiv wird. Eine Premiere wird auch die Landung von Philae auf der Kometenoberfläche im November 2014 sein: Niemals zuvor landete ein Gerät auf einem Kometen und untersuchte den Himmelskörper direkt vor Ort. Gesteuert und betrieben wird der Lander dabei vom Kontrollraum des Nutzerzentrums für Weltraumexperimente des DLR. Die Planetenforscher des DLR sind sowohl auf dem Orbiter Rosetta als auch auf dem Lander Philae mit Instrumenten beteiligt.

Die Erforschung des Kometen ermöglicht den Wissenschaftlern einen Blick in die früheste Geschichte unseres Sonnensystem: Kometen bestehen aus ursprünglichem und unverändertem Material und konservieren somit Informationen über die Entstehungszeit des Sonnensystems. Mit der Mission wollen die Planetenforscher aber auch herausfinden, ob das Wasser auf der Erde einst über Kometeneinschläge auf unseren Planeten gebracht wurde.  

Die Mission Rosetta

Rosetta ist eine Mission der ESA mit Beiträgen der Mitgliedsstaaten und der NASA. Lander Philae wurde von einem Konsortium aus DLR, MPS, CNES und ASI beigesteuert.

Quelle: ESA / DLR

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Update: 21.01.2014

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Die europäische Raumsonde Rosetta hat am 20. Januar 2014 um 19:18 Uhr (mitteleuropäische Zeit) wieder Kontakt mit der Erde aufgenommen. Seit dem 8. Juni 2011 flog die Sonde der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Winterschlaf durch das Weltall, um auf ihrem langen Weg Energie zu sparen. Nach 31 Monaten beendete ein eingebauter Wecker den Winterschlaf und weckte die Sonde wieder auf. Nach und nach werden nun die Instrumente an Bord der Sonde aktiviert. Am 28. März 2014 wird Lander Philae, der unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und gebaute wurde, daraufhin getestet, ob er und seine zehn Instrumente an Bord den bisherigen Flug und den Winterschlaf gut überstanden haben. Nun liegen nur noch neun Millionen Kilometer vor Rosetta und Philae, bevor sie ihr Ziel, den Kometen Churyumov-Gerasimenko, erreichen.
Morgens um 11 Uhr klingelte für Rosetta der Wecker – doch bis die Ingenieure im Kontrollzentrum der ESA ein erstes Signal der Sonde erhielten, vergingen etliche Stunden. Zunächst heizte die Sonde automatisch ihr Navigationssystem wieder auf, richtete die Sonnenpaneele zur Sonne aus und drehte ihre Antenne in Richtung Erde. Rund 45 Minuten benötigte das Signal, um den Kontrollraum zu erreichen. Nun ist die Sonde auch wieder für Kommandos von der Erde aus erreichbar.
Sobald Rosetta mit Lander Philae an Bord den Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko erreicht, wird sie den Kometen bei seinem Weg in Richtung Sonne begleiten. Zum ersten Mal wird eine Raumsonde aus nächster Nähe verfolgen, wie ein Komet durch das Erwärmen aktiv wird. Eine Premiere wird auch die Landung von Philae auf der Kometenoberfläche im November 2014 sein: Niemals zuvor landete ein Gerät auf einem Kometen und untersuchte den Himmelskörper direkt vor Ort. Gesteuert und betrieben wird der Lander dabei vom Kontrollraum des Nutzerzentrums für Weltraumexperimente des DLR. Die Planetenforscher des DLR sind sowohl auf dem Orbiter Rosetta als auch auf dem Lander Philae mit Instrumenten beteiligt.
Die Erforschung des Kometen ermöglicht den Wissenschaftlern einen Blick in die früheste Geschichte unseres Sonnensystem: Kometen bestehen aus ursprünglichem und unverändertem Material und konservieren somit Informationen über die Entstehungszeit des Sonnensystems. Mit der Mission wollen die Planetenforscher aber auch herausfinden, ob das Wasser auf der Erde einst über Kometeneinschläge auf unseren Planeten gebracht wurde.  
Die Mission Rosetta
Rosetta ist eine Mission der ESA mit Beiträgen der Mitgliedsstaaten und der NASA. Lander Philae wurde von einem Konsortium aus DLR, MPS, CNES und ASI beigesteuert.
Quelle: DLR

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Rosetta mission scientists cheer as the comet-chasing probe's first signal after awaking from a 2.5-year sleep is received at the European Space Agency's Space Operations Center in Darmstadt, Germany on Jan. 20, 2014.

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Update: 22.01.2014 

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Rosetta update from mission control

We spoke with (a slightly tired but hugely happy) Rosetta Spacecraft Operations Manager Andrea Accomazzo earlier this afternoon and he reports the spacecraft is doing fine!

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Quelle: ESA 

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Update: 25.01.2014

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NASA Instruments on European Comet Spacecraft Begin Activation Countdown
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Three NASA science instruments are being prepared for check-out operations aboard the European Space Agency's Rosetta spacecraft, which is set to become the first to orbit a comet and land a probe on its nucleus in November.

Rosetta was reactivated Jan. 20 after a record 957 days in hibernation. U.S. mission managers are scheduled to activate their instruments on the spacecraft in early March and begin science operations with them in August. The instruments are an ultraviolet imaging spectrograph, a microwave thermometer and a plasma analyzer.

"U.S. scientists are delighted  the Rosetta mission gives us a chance to examine a comet in a way we've never seen one before -- in orbit around it and as it kicks up in activity," said Claudia Alexander, Rosetta's U.S. project scientist at NASA's Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, Calif. "The NASA suite of instruments will provide puzzle pieces  the Rosetta science team as a whole will put together with the other pieces to paint a portrait of how a comet works and what it's made of."

Rosetta’s objective is to observe the comet 67P/Churyumov-Gerasimenko up close. By examining the full composition of the comet's nucleus, and the ways in which a comet changes, Rosetta will help scientists learn more about the origin and evolution of our solar system and the role comets may have played in seeding Earth with water, and perhaps even life.

The ultraviolet imaging spectrograph, called Alice, will analyze gases in the tail of the comet, as well as the coma, the fuzzy envelope around the nucleus of the comet. The coma develops as a comet approaches the sun. Alice also will measure the rate at which the comet produces water, carbon monoxide and carbon dioxide. These measurements will provide valuable information about the surface composition of the nucleus. The instrument also will measure the amount of argon present, an important clue about the temperature of the solar system at the time the comet's nucleus originally formed more than 4.6 billion years ago.

The Microwave Instrument for Rosetta Orbiter will identify chemicals on or near the comet's surface and measure the temperature of the chemicals and the dust and ice jetting out from the comet. The instrument also will see the gaseous activity in the tail through coma.

The Ion and Electron Sensor is part of a suite of five instruments to analyze the plasma environment of the comet, particularly the coma. The instrument will measure the charged particles in the sun’s outer atmosphere, or solar wind, as they interact with the gas flowing out from the comet while Rosetta is drawing nearer to the comet's nucleus.

NASA also provided part of the electronics package the Double Focusing Mass Spectrometer, which is part of the Swiss-built Rosetta Orbiter Spectrometer for Ion and Neutral Analysis (ROSINA) instrument. ROSINA will be the first instrument with sufficient resolution to separate two molecules with approximately the same mass: molecular nitrogen and carbon monoxide. Clear identification of nitrogen will help scientists understand conditions at the time the solar system was born.

U.S. science investigators are partnering on several non-U.S. instruments and are involved in seven of the mission's 21 instrument collaborations. NASA has an American interdisciplinary scientist involved in the research. NASA's Deep Space Network (DSN) is supporting the European Space Agency's (ESA's) Ground Station Network for spacecraft tracking and navigation.

Rosetta, composed of an orbiter and lander, is flying beyond the main asteroid belt. Its lander will obtain the first images taken from the surface of a comet, and it will provide the first analysis of a comet's composition by drilling into the surface. Rosetta also will be the first spacecraft to witness, at close proximity, how a comet changes as it is subjected to the increasing intensity of the sun’s radiation.

The potential research and data from the Rosetta mission could help inform NASA's asteroid initiative -- a mission to identify, capture and relocate an asteroid for astronauts to explore. The initiative represents an unprecedented technological feat that will lead to new scientific discoveries and technological capabilities that will help protect our home planet and achieve the goal of sending humans to an asteroid by 2025.

"Future robotic and human exploration missions to Mars, an asteroid and beyond will be accomplished via international partnerships combining worldwide scientific and engineering expertise," said Jim Green, director of NASA's Planetary Science Division in Washington. “Rosetta will provide an opportunity to study a small new world that could inform us on the best ways to approach, orbit, and capture our target asteroid for a future human mission.”

The solar-powered spacecraft was placed into a deep sleep in June 2011, to conserve energy during the portion of its trajectory that carried it past the orbit of Jupiter. During Rosetta's hibernation, all instruments and subsystems were shut off, except for the main computer including a spacecraft clock and a few heaters. ESA mission managers are beginning to commission the spacecraft and its instruments.

"The successful wake-up of Rosetta from its long, lonely slumber is a testament to the teams that built and operate the spacecraft, and the international cooperation between ESA and NASA ensured that we had some of the world's largest deep space dishes available to relay the first signal back to Earth," said Mark McCaughrean, senior scientific advisor in ESA's Directorate of Science and Robotic Exploration. "There is still a lot of work ahead of us before the exciting comet rendezvous, escort, and landing phase, but it's great to be back online."

ESA member states and NASA contributed to the Rosetta mission. Airbus Defense and Space built the Rosetta spacecraft. JPL manages the US contribution of the Rosetta mission for NASA's Science Mission Directorate in Washington. JPL also built the Microwave Instrument for the Rosetta Orbiter and hosts its principal investigator, Samuel Gulkis. The Southwest Research Institute in San Antonio developed the Rosetta orbiter's Ion and Electron Sensor (IES) and hosts its principal investigator, James Burch. The Southwest Research Institute in Boulder, Colo., developed the Alice instrument and hosts its principal investigator, Alan Stern.

Quelle: NASA

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Update: 1.02.2014

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Rosetta ist hellwach und laut Kontrolle wieder auf Sendung

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Nachdem Rosettas innere Uhr die Sonde letzte Woche aus dem Schlaf geklingelt hat, haben die Missionsteams mit den ersten Gesundheitschecks begonnen, um herauszufinden, wie gut die Sonde ihren 31-monatigen Dornröschenschlaf überstanden hat.

Am 20. Januar erwachte die europäische Sonde Rosetta aus ihrem über zweieinhalb Jahre währenden Winterschlaf im Weltraum, um die letzte Etappe ihrer zehnjährigen Reise zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko anzutreten.

Ihr erstes Signal wurde um 19:18 Uhr (CET) im Missionskontrollzentrum der ESA in Darmstadt empfangen. Es war das ersehnte Zeichen – Rosetta hatte ihren Winterschlafmodus beendet, die Warmlaufphase abgeschlossen und war wie geplant automatisch in den „Sicherheitsmodus“ umgesprungen, einen minimalen Funktionalitätsgrad, bei dem einfache Funktöne über einen S-Band-Sender übertragen werden, während die Sonde auf Anweisungen vom Bodenteam wartet.

Nach nur wenigen Stunden hatte das Missionsteam die vollständige Kontrolle über die Sonde hergestellt und den leistungsstärkeren X-Band-Sender eingeschaltet. Dieser Schritt ermöglichte schnelle Fernmessungen, um die normalen Abläufe zu überprüfen, und gewährte umfassenden Einblick in den Allgemeinzustand, den Status und die Funktionsfähigkeit der wichtigsten Antriebs-, Lageregelungs- und Stromversorgungssysteme und vieles mehr.

„Unsere größte Sorge war die Stromversorgung und die Frage, ob die Sonnensegel ausreichend Energie liefern würden, um die geplanten Vorgänge der Wiederinbetriebnahme zu unterstützen“, so Andrea Accomazzo, ESA-Leiter für den Missionsbetrieb von Rosetta.

„Doch obwohl wir noch immer 673 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt waren, konnten wir ausreichend Solarenergie generieren, und es scheint, als hätten die Systeme den Winterschlaf ohne Schaden überstanden.“

 

Nach einigen Tagen intensiver Funktionsprüfungen gab das Kontrollteam bekannt, dass auch die übrigen Systeme des Kometenjägers wie erwartet funktionieren.

Die Reaktivierung von drei der vier Reaktionsräder – rotierende Scheiben zur Lagekontrollregelung der Sonde – verlief einwandfrei. Das vierte Rad wird voraussichtlich innerhalb der kommenden Wochen aktiviert.

„Wir sind wieder 'auf Sendung', und zwar mit einer voll funktionstüchtigen Sonde“, so Andrea Accomazzo.

In den kommenden Wochen werden die Flugsysteme an Bord der Rosetta getestet und konfiguriert, darunter auch der Festkörper-Massenspeicher, der wissenschaftliche und Betriebsdaten speichert, bevor sie heruntergeladen werden.

 

Anschließend folgt die nächste, bis April angesetzte Phase, in der die Missionsteams den Betrieb der elf Instrumente der Sonde wiederherstellen. Dies wird nach individuellen Zeitplänen erfolgen, die vom Europäische Raumflugkontrollzentrum der ESA (ESOC) in Darmstadt aus gesteuert werden.

Im März wird dann auch das Landegerät von Rosetta, Philae, zum ersten Mal nach dem Winterschlaf wieder eingeschaltet. Auch Philae wird eine Reaktivierungsphase durchlaufen, um die Funktionstüchtigkeit seiner Kontrollsysteme und seiner zehn Instrumente sicherzustellen.


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