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UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-239

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14.03.2008

Bestandsaufnahme 2008: Was wir heute vom und zum UFO-Phantom wirklich wissen!

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Ich kann es nicht oft genug in Erinnerung bringen: Das Leben in der ufologischen Kuschelzone ist sicherlich das eine, die Realität und Wirklichkeit vor deren Haustür wieder etwas ganz anderes. Ich habe dies mit als eine der ersten Lektionen schon in den 70er Jahren zu Beginn meiner UFO-Exkursion lernen müssen. So schwer ist es eigentlich nicht - abgesehen dann, wenn man sich die dicksten greifbaren Scheuklappen in der XXL-Ausführung bewusst aufsetzt. Es ist immer schlecht, wenn der Puls als Tachometer für sich selbst in diesem Gebiet genommen wird. Nehmen Sie es als gutgemeinten ehrlichen Ratschlag von mir an, oder machen Sie die Augen weiterhin zu um dann irgendwann den Krisenfall "Black Hawk Down" für sich selbst zu erfahren. Es ist Ihre Entscheidung. Behalten Sie den Überblick, haben Sie keine Vorbehalte gegenüber Fach- und Sachkunde sowie Rationalität.

 

Meine Position ist Ihnen wohl klar - es ist gut zu wissen: zu wissen woher was wieso und weshalb wo und warum bzw wie was aufkommt. Es geht nicht darum, was man gesehen hat - sondern was man warum daraus macht und woher dies kommt.... Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde - doch sind sie auch das, was wir uns darunter fantastisch vorstellen? Wir sind es, die diese ´Dinge´ zu Wege bringen. Wahrscheinlich nur deshalb, weil wir sie verklären anstellte sie zu verstehen und wissenschaftlich zu erklären. Zum einen aus Unvermögen, zum anderen aber auch zu unserem eigenen Wohlgefallen. Um Freiraum dafür zu haben, die Luft des Mysteriösen zu schnuppern...um die ´Götter´ zur Wieder-Verzauberung der rational-glanzlosen Welt herbeizurufen (wobei das Internet eine ideale Basis für die anomalistischen und versponnenen Seilschaften aller Art bietet und dieses daher auch gerne genutzt wird: hier wird gesteuert, manipuliert, verfälscht und zensiert, dass sich die Balken biegen - dies gehört eben auch zur persönlichen Freiheit, als negativer Aspekt). Mehr Farbe in den grauen Alltag hereinzubringen. Wer zu diesen "Landanstreichern" gehört, der kommt damit seit jeher gut aus und kann bei entsprechendem Erfolg sein eigenes Ding durchziehen. Ganze Kulte entstanden so. Religionen gehören m.E. nach dazu und die religiösen ´Gralshüter´ haben ihren Teil dazu beigetragen, dass dem genauso ist. Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Will heißen: Wo ein UFO-Licht erscheint ist der ´Schatten´ eines IFOs als Auslöser sehr nahe, was aber so neu auch wieder nicht ist und jeder bemühte UFO-Interessent als Neueinsteiger ins Thema schon nach spätestens zwei/drei Jahren erkennt - dann jedenfalls, wenn er keine Vorbehalte bezüglich rationaler Betrachtung der Lage bzw Situation im Feld einbringt. Es wissen und erkennen, nur die allerwenigsten im UFO-Gebiet begreifen dies bewusst. Ein großes Übel - was paranormale Thematik anbelangt - ist der enorme Wust an vollkommenem Unsinn und Müll, der unaufhörlich über die Menschheit ausgeschüttet wird. Und gerade auf dem UFO-Sektor ist es mit den Landsknechten der UFOlogie besonders schlimm, die sich wie eine Kuschelzone präsentiert. Dieser Bereich ist dermaßen heftig von Falschinformationen und Phantastereien unterwandert, dass man nur noch den Kopf schütteln kann. Zudem kommt noch, dass es sich bei der ganzen Geschichte nur um einen reinen ´Indizienprozess´ handelt. Zudem habe zu viele Mitspieler gelernt ein Pokerface zu machen. Was ist, wenn genau diese Zeilen hier das berühmte Körnchen Wahrheit hinter all den ´Göttergeschichten´ und Mythen sind??? Zudem gilt: Glaube klappt nur problemlos, wenn ´alle´ mitmachen. Meinungsumfragen zu Themen in diesem Bereich sind ein Barometer. Die Frage "Glauben Sie an UFOs?" gehört deswegen auch punktgenau und sinniger Weise dazu.

In diesem Zusammenhang muss man sich einfach daran erinnern, was die modernste aller Zivilisationen in Wirklichkeit ist: ein wilder Haufen unterschiedlicher Volksgruppen aus allen Teilen der Welt - ohne gemeinsame Kultur ausser dem Glauben, wonach alles machbar sei und der absoluten Technologiegläubigkeit als gemeinsame und alles zusammenhaltende Tradition. Deswegen wundert es mich auch keineswegs, wenn da diverse Nischen von den USA verzweifelt besetzt werden - einfach um zu sehen, was sich durchsetzt um zur Identität der großen Nation beizutragen. So kann man wenig überrascht sein, wenn die "Aliens-sind-hier!"-Idee gerade in den USA schnell Fuß fassen konnte - und die >Fliegenden Untertassen< ihr Heimatland dort haben: "on the crossroads between fact and fiction". Dazu eine kleine Geschichte: Anfang der 70er Jahre kannte jeder Amerikaner Rod Serling, den charismatischen Moderator der Science-Fiction-TV-Sendung "The Twilight Zone". Serling hatte vorher bereits das "golden age of television" geprägt. In "Zone" stellte er gerne die Welt mit ihren seltsamen Geschehnissen jenseits des Alltags vor - oftmals auch Vorfälle die irgendwie mit den Tiefen des Kosmos zu tun hatten. Serling war übrigens Drehbuchautor des Films "Planet der Affen". 1973 produzierte er selbst beim Sender NBC die Sendung "In Search of Ancient Astronauts" basierend auf Erich von Dänikens Erstlingswerk - EvD spielte bis dahin in Old America keinerlei Rolle. (1.1.) Auch ´seine´ Thesen nicht. Doch die TV-Ausstrahlung, welche als Dokumentation auftrat, war ein gewaltiger und unerwarteter Erfolg für Serling und NBC! Die Hypothese der Ancient-Astronauts wurde aus dem intellektuellen Nichts heraus mitten in die amerikanische Gesellschaft katapultiert und überall in der Nation diskutiert! Kurzum: Erich von Däniken wurde über Nacht in den USA zu einer Sensation, wirklich. Das Mega-Massenblatt ´National Enquirer´ griff sich EvD und veröffentlichte eine 37-teilige Artikelserie zu seinen Ideen! Binnen weniger als einem Jahr wurden 4 Millionen Bücher Däniken´s an den Interessierten verkauft. Schnell stiegen amerikanische Autoren wie Alan Landsberg ins Thema als Vorgabe für Verkaufserfolge ein. Die "Ancient Mysteries" zogen und wurden in Amerika ein Hit. Serling selbst war verblüfft: "Dabei war ich in meiner Arbeit weitaus eher der SF verbunden als dem Journalismus, aber dies hat jeder übersehen und alles hat sich verselbstständigt." Nebenbei: Aufgrund des Erfolgs von "In Search of Ancient Astronauts" wurde die TV-Serie "In Search of..." ins Leben gerufen, welche Leonard Nimoy (´Mr.Spock´ aus der der ´Enterprise´-Welterfolgs-TV-Serie) moderierte. Der Konkurrenzsender A&E startete bald danach die Serie "Ancient Mysteries" und warb hierfür Nimoy ab. Es geht übrigens das Medien-Szenen-Gerücht um, dass diese Serie dann Ideengeber für die Drehbuchautoren von ´Indiana Jones´ war.

 

(1.1.) = Doch H.P.Lovecraft, ein amerikanischer Chronist des Phantastischen (1890 - 1937), wird in Ulrich Dopotkas große ´Erich-von-Däniken-Enzyklopedie´ genannt. Jener hatte bereits in den 1930er Jahren die Idee der Prä-Astronautik in seine SF- und Fantasy-Werke integriert. Lovecraft fädelte seine profunden Kenntnisse der europäischen und indianischen Sagenwelt sowie der antiken Mythologie als populäre Mythenmotive in seine Romane ein. Ja, "er benutzte Mythen, Legenden und orale Traditionen, die den Menschen bereits seit mehreren Generationen kontinentübergreifend eigen waren und erschuf in Kombination mit den altertümlichen Schauplätzen in seinen bizarren Erzählungen eine unglaublich faszinierende Mischung aus Archäologie und Mythologie. Er entdeckte die Kontinuität der Funktion der menschlichen Mythen und kreierte mit seiner Literatur eine Brücke, die die alten Volkssagen und wissenschaftlichen Mysterien mit seinem ´kosmischen Grauen´ verband", schrieb Christian Brachthäuser in seinem Artikel für das GEP-eigene JUFOF Nr.163 u.a. nieder - und zwar speziell zu H.P.Lovecraft, auch wenn mancher Leser zunächst meinen dürfte es ging um Erich von Däniken (obwohl, genau genommen - geht es ja auch tatsächlich um ihn!). Verblüffen wird Sie zu erfahren, das Lovecraft nicht nur die Prä-Astronautik-Themen vorwegnahm, sondern auch viele Bestandteile des facettenreichen UFO-Phänomens wie versengte, kreisrunde "Hexen-" oder "Teufelstanzplätze", mysteriöse Leuchterscheinungen, Zeitdilatationen, Abduktionsszenarien und Cattle Mutilations schon in seinen fantastischen Abenteuern verarbeitete noch es sie später "wirklich" in Amerika geben sollte. Und dabei war Lovecraft ein Mann, der schlichtweg gar nichts für pseudowissenschaftliche Spekulationen, paranormale Phänomene und jedwede Form von Spiritismus übrig hatte! Er sah so etwas als wissenschaftlicher Materialist und Agnostiker gar als fortschrittsfeindlich an (und vielleicht, hätte es CSICOP damals schon gegeben, wäre er dort Mitglied geworden). Und ausgerechnet in seiner Zeit ´entdeckte´ Percival Lowell in Flaggstaff die "Marskanäle" und machte sie populär. Lovecraft, der selbst mit einem Teleskop schon den Mars beobachtet hatte und auch für astronomische Blätter schrieb, hielt diese für ... Spinnerei. Lovecraft nutzte bewusst nur all solche Komponenten als farbenprächtige Ausschmückungen seiner fantastischen Geschichten - und gab es noch zu. Das ist doch spannend, gerade weil andere quasi den ´umgekehrten Weg´ gingen, wenn Sie mir die Ironie durchgehen lassen! Was mich aber schier wütend macht ist, dass die UFO-´Forschung´ die z.B. APRO und NICAP in den ganz frühen Jahren des amerikanischen "golden age of UFOlogy" die Achse Verne - Fort - Lovecraft nicht erkannte und den 1938er-Faktor um den "Krieg der Welten" von Wells trotz Zeitnähe zur Hysterie um das Arnold-Phänomen nie einbrachte - einfach weil niemand dort (dem UFO-Mutterland) den sozio-kulturellen Herkunftsfaktor beachtete und man zu sehr der "physikalischen Ebene" verhaftet war und die Phänomene, eben der amerikanischen Volkspsychologie gemäß, als "Technologiewunder" begutachtete - und damit der Krankheit des Vergessens unterlag. Soweit ich mich entsinne war es erstmals überhaupt, die in UFO-Kreisen seither vielgescholtene US-Luftwaffe sowie der Robertson-Ausschuß unter CIA-Führung, die ´breitenwirksam´ zumindest auf Fort verwiesen! (1.1.2.) Nebenbei: Es waren ausgerechnet in den späten 70er Jahren europäische ´Neo-UFOlogen´ die solche Bezüge herstellten - und nicht nur mich im weiteren Werdegang beeinflussten. Nichts ist unmöglich in diesem Feld, vor allen Dingen ist die echte Forschung kaum möglich, wenn man nicht endlich seinen "rein-physikalischen Tellerrand" verlässt um wahrhaft interdisziplinär die Sache anzugehen. Jedes Phänomen hat Vorläufer. Gelegentlich anders als gedacht.

 

(1.1.2.) = Charles Fort (1874 - 1932) war nicht einfach nur ein nonkonformer "Sammler" von ungewöhnlichen Ereignisgeschichten, die von der akademischen Fachwelt gerne mit dem Bannstrahl der Ignoranz versehen wurden, sondern er griff sogar aktiv als freier Journalist ein, um darüber in der amerikanischen Presse zu berichten. Beispiele: ´Clearfield Progress´ (Clearfield, Pennsylvania/USA), 27.August 1924, in dem Artikel "Odds and Ends and Things". Oder im ´Kansas City Star´ vom 10.Juli 1925 (Kansas City, Missouri/USA): "Speaking The Public Mind". Lovecraft selbst bezog sich für sein literarisches Werk auf seinen ´Paten´ - Fort. Er sah es als recht und billig an, auf die von Fort kompendierten Daten zurückzugreifen. Hierdurch wird im Gesamtbild viel deutlicher, ja es liegt geradezu auf der Hand: Vieles in der später sich ausbildenden ufologischen Subkultur basiert auf Anleihen aus alten populären SF-Geschichten, die insgeheim die Wegbereiter hierfür sind und sich dort dann nur noch als narrative Elemente den Trends der Moderne angepasst haben. Unzweifelhaft hat das UFO-Phänomen diese psychosoziale Dynamik aufzuweisen. Und Lovecraft beschrieb auch nur wieder jene mythologischen Elemente, die seit Jahrhunderten unsere Volkserzählungen dominierten, in denen es bekanntermaßen von einer Vielzahl diminutiver Wesen und rätselhafter Besucher nur so wimmelt. Ich halte es in Anbetracht dessen mit einem langohrigen Offizier an Bord eines kultigen amerikanischen TV-SF-Raumschiffes und sage nur noch eines: "Faszinierend!"

Unzweifelhaft ist: Fortlaufend gibt es Beobachtungsberichte über unidentifizierte fliegende Objekte; unzweifelhaft gehen jedoch fast alle dieser UFO-Meldungen zurück auf nicht-erkannte identifizierbare Flugobjekte - IFOs (erstaunlich genug); unzweifelhaft haben sich auch Menschen von verschiedenen IFOs narren lassen, die aufgrund ihres Berufs bzw ihrer gesellschaftlichen Position eigentlich ´immun´ dagegen sein sollten und sich ´auskennen´; unzweifelhaft fanden alle ´großen´ Fälle eine (meist verblüffend banale) Erklärung; unzweifelhaft sind die meisten UFO-Erscheinungen einfach nur Lichter in der Nacht; unzweifelhaft wird das Thema der berühmten >Fliegenden Untertassen< von zahlreichen Fotofälschungen heimgesucht und das Bild vom "U.F.O." damit geprägt (obwohl kaum jemand die Untertassen berichtet, und wenn - dann sind es zweifelhafte Meldungen); unzweifelhaft sind vermeintliche UFOs das meistgesehene anomale Phänomene der Welt; unzweifelhaft gibt es nach 60 Jahren modernes UFO-Erscheinen nach wie vor keinen klaren Beweis für echte "unidentifizierte fliegende Objekte"; unzweifelhaft fehlt es am ´The Big One´; unzweifelhaft wurden die "Außerirdischen" in den >Fliegenden Untertassen< sofort von Esoterikern für sich entdeckt, beschlagnahmt und (aus)genutzt; unzweifelhaft stürzten sich Opportunisten und Spassvögel von Anfang an auf das Thema (und es ist nicht immer leicht sie ausfindig zu machen!); unzweifelhaft beschäftigen sich etliche Spinner und komische Kauze (sogar solche die z.B. ihre ehemalige militärische oder geheimdienstliche Laufbahn dabei betonen) mit diesem Bereich aus eigennützigen Motiven heraus (1); unzweifelhaft haben sich da und dort auch offizielle kleine Büros mit der UFO-Frage im Sinne der nationalen Sicherheit beschäftigt - und unzweifelhaft wurden deren Tätigkeiten wieder mangels Beweisen für echte UFOs eingestellt; unzweifelhaft wurde um Lügen und Halbwahrheiten der größte UFO-Heckmeck veranstaltet um die UFO-Idee der UFOlogie und Boulevardmedien groß herauszubringen (und damit eine Reihe von Flops zu erfahren); unzweifelhaft lebt eine ganze Industrie teilweise von der Aufrechterhaltung fantastischer UFO-Konzeptionen (und einige wenige Schriftsteller bestreiten damit sehr gut ihren Lebensunterhalt); unzweifelhaft gab und gibt es genug UFO-Ideologen bzw UFO-Alien-Freunde-des-Phantastischen die selbst so wirken als kämen sie nicht von dieser Welt. Und unzweifelhaft ist auch: Es gibt (leider) nur ganz wenige Menschen die sich als wahre Nachforscher und UFO-´Detektive´ verstehen.

 

(1) = Meine Lebenserfahrung im UFO-Feld nach 33 Jahren ist da auch eindeutig: Leute die komische UFO-Berichte (also die mit SF-Facetten oder Eso- bzw Spiritismus-Klimbim) abliefern, sind selbst merkwürdige Typen. (1.1.) Nehmen wir die UFO-Zeugin "P.P." mit er ich mich einmal vor Jahren kritisch bezüglich einer ihrer Sichtungen auseinandersetzte und zu der ich erst Ende April 06 deren persönlichen Hintergrund durch Ferhat Talayhan kennenlernte: "P.P." ist verheiratet und hat zwei Indigokinder, die sie vor große Herausforderungen gestellt haben und noch immer stellen, und ihr dadurch zu großem Wachstum verhalfen. Seit der Öffnung des Dritten Auges im Herbst 1999 befasst sie sich intensiv mit spirituellen Themen. Bald begann sie, die Chakren zu spüren und die Veränderungen, die der Lichtkörperprozess mit sich brachte. Sie gab sich diesem Prozess, den sie nicht wirklich verstand, voller Vertrauen intuitiv hin, und innerhalb von fünf Jahren hatte sie sich soweit gereinigt und geklärt, dass sie im August 2004 zum Channel der Weißen Bruderschaft erwachte. Sie fand ihre Aufgabe in ihrem Lebenskoffer und vermittelt nun Botschaften der spirituellen Hierarchie in ihren Büchern und in Einzelchannelings. Sie hat bisher vier Bücher veröffentlicht, zwei zu grenzwissenschaftlichen Themen und zwei zum Säure-Basen-Haushalt. Soweit dies. Die Frau war auch die ganze Zeit über in der Szene tätig und soweit ich sehen konnte, bekam sie nie ´Zunder´ bezüglich ihrer Ausgangsgeschichte und wurde ganz im Gegenteil eher noch durch die Gemeinde gefördert. Was dabei herauskam - siehe oben. Ich dagegen stand als der "böse Mann" da... Wie auch immer, ein CENAP-Listenteilnehmer daraufhin: "Im übrigen erscheint mir die ´Selbstbeschreibung´ dieser ´Autorin´ eher wie ein Auszug aus einer psychiatrischen Anamnese; es stellt sich hier wie so oft in derlei Fällen die Frage: Echt verrückt oder nur gezieltes Marketing?"

 

(1.1.) = Der letzte dieser Kontakte fand im März 2006 statt. Da meldete sich aus Worpswede die 26-jährige Katrin J. via eMail und dem Betreff "Urandier" so: "Ich bin mit dem 6. Lebensjahr von Urandaniern entführt worden, und habe heute noch immer Kontakt mit Ihnen. Ich habe seltsame Kräfte, die ich mir nicht erklären kann, und versuche jahrelang Hilfe zu bekommen, aber ohne Erfolg. Was soll ich machen? Ich habe mich schon gefragt, ob ich die NASA einschalten soll. Können Sie mir helfen? P.S.: DEGUFO habe ich auch schon geschrieben, aber die wollten für jeden Brief den sie schreiben Geld haben, was ich als abzocke sehe, denn ich kann eine Menge erzählen, was der Forschung von Nutzen sein kann." Was soll ich schon mit so einer Sache anfangen? Eben, gar nichts - abgesehen davon, das ich ihr nen Tipp gab, wie sie die NASA erreichen könne, "da die sicher auf soetwas wartet". Doch die Frau ließ nicht locker: "Ich versuche schon die ganze Zeit sie anzurufen, aber Sie sind nicht erreichbar. Was soll ich tun, denn ich habe Ihren Mitarbeitern eine Nachricht zukommen lassen per E-Mail, aber es hat sich bis jetzt noch keiner gemeldet. Ich brauche Hilfe von Ihnen!!!!! Es geht darum, das ich mit dem 6. Lebensjahr entführt wurde, und ich heute (ich bin 26) noch Kontakt zu den Urandaniern habe, und ich gerne zur Forschung beitragen möchte. Bitte nehmen Sie mit mir Kontakt auf." So erbarmte ich mich und erhielt daraufhin diese Antwort: "1.) Urandanier sind Außerirdische mit denen ich komunizieren kann seit 20 Jahren. 2.) Die Nasa habe ich in betracht gezogen, da ich nicht mehr weiter wußte. 3.) Die Kräfte die ich habe, kann ich nicht erklären. Es sind keine kräfte im Sinne von Muskeln. 4.) Ich kann eine Menge erzählen in dem ich zum Beispiel Sachen erlebt habe, und noch erlebe, die Ihnen evtl. helfen. Welche Forschung müßten Sie dann selber sehen. Schwierig das zu erklären." Wahrhaft, es ist alles so schwierig in dem Feld, wo es sogar eine UFO-Engel-Yahoogruppe gibt - wirklich! Ansonsten haben wohl schon alle UFOlogen mit auch nur etwas öffentlichem Bekanntheitsgrad derartige Briefe bereits erhalten - und am Schluß immer die Erfahrung gemacht: Alles nur Blödsinn und Spinnerei. Andererseits graust es einem wenn man sieht, gelegentlich derartiges schon als ausgewiesener Skeptiker zu bekommen - wie schaut es dann erst bei den klaren UFO-Befürwortern oder gar UFO-Esoterikern und New Age-Vorbetern mit UFO-Schlag diesbezüglich aus? Ich will es gar nicht wissen! - Obwohl es sicher ein heilsamer Prozess für jeden UFO-Interessierten wäre, einmal z.B. das komplette Leserbriefarchiv vom ´Magazin 2000´ oder den ´UFO-Nachrichten´ durchzuforsten und bei einer Flasche Enziangeist zu lesen.

UFOs - ad acta zugunsten der Weltverschwörungen, an deren bisherigen Ende "Sakrileg" steht?

 

Was bleibt ist der UFO-Glaube als (nachlassende) lebendige Kraft, was eindeutig zu wenig ist. Mich erinnert die ganze UFO-Story inzwischen an den Anti-Vietnam-Kriegsfilm "Hamburger Hill", wo unter größten Mühen und menschlichen Verlusten im vietnamesischen Dschungel ein angeblich vorübergehend strategisch wichtiger Hügel in der Hand von ´Charlie´ berannt und schließlich von der US-Armee genommen wird - aber es ist völlig sinnlos, weil benannter Hügel im Weiteren völlig unwichtig und ohne Bedeutung im großen Kriegsrahmen und in der Rückschau ist.... Grob gesagt: Die ufologische ´Search And Rescue´-Operation ist eigentlich gescheitert. Zudem sind UFOs als Meldung keine trendige Marktlücke mehr. Spätens nachdem "Akte X" in weltweiter Dauervermarktung die Story "Aliens sind hier!" und "UFO-Verschwörung" kontinuierlich als erfolgreiche TV-Mystery-Serie (1) den ehemaligen (und auch langgestreckten) Newswert im Bereich ´Buntes aus aller Welt´ am Ende der Nachrichtenskala rauszog - während es parallel dazu in der Wissenschaft eine Revolution durch die Entdeckung von Exoplaneten unter fernen Sonnen gab. Dadurch ergab sich eine ´Umbruchzeit´, wie sie vorher niemals dagewesen war! Sehr aufregend! Die >Fliegende Untertassen<-Story lebte ja hauptsächlich davon, dass diese Objekte Raumschiffe ferner Welten sind - und nicht wenige Behauptungen (z.B. die der Kontaktler mit ihren reizvollen Untertassen-Bildern) genau dies zu stützen schienen, während die Wissenschaft damals auf striktem "Anti-Alien"-Kurs war - genau dies war das für die Medien und Öffentlichkeit interessante und aufregende Spannungsfeld, weswegen man sich so intensiv mit dem Thema beschäftigte und sich ihm widmete. Heute ist dies anders: Die Wissenschaft wartet quasi jeden Tag - und zwar jenseits aller UFOs!!! - auf DAS E.T.-SIGNAL! Durchaus möglich, dass die UFO-Thematik bereits als eine Art "Sondermüll" auf der Müllhalde der Pop-Kultur und Geschichte gelandet ist, ohne dass es die anonymen UFO-Fans aus der "konstitutionellen UFOlogie" in ihren Internet-Foren-Fluchtburgen merkten. Wie auch immer, der "Suchtfaktor" ist für mich weg, quasi wie bei einem trockenen Alkoholiker. Mal sehen, ob es einen Rückfall gibt. Prost! Zugegeben, aufgrund meiner eigenen ehemaligen Begeisterung zur Sichtung vom 5.9.1973 des "Fliegenden Trapez über dem Odenwald" wollte ich es einfach wissen, was es mit UFOs grundsätzlich auf sich hat und der Einstieg ins Thema als Forscher war soetwas wie ein "Erste Hilfe-Kurs" für mich selbst um mir W wie Wissen anzueignen. Soviel also zu meiner Motivationslage als einer der wenigen Robinson´s in der UFO-Nachforscher-Gilde.

Mysterien der Welt, eine Welt der zauberhaften Wunder - und die "ungelösten Fragen sowie Rätsel der Menschheitsgeschichte" - damit zeigte schon Sonntags-Mysteriumsforscher Erich von Däniken in seiner naiven Schreibkunst der mitreißenden Art wo der Hammer hängt und wie man zu globalen Ruhm gelangt. Doch weiter: Diese ´Mystery´-Reihe lebte nicht nur davon, mysteriöse Phänomene (nach Headlines in der US-Boulevardpresse, wie selbst Regisseur Chris Carter zugab, um sie als inspirative Ideenfänger für seine Folgen der Serie herzunehmen) als solche dramatisch und hollywoodgerecht zu inhalieren und neu aufzubereiten, sondern auch den mysteriösen sowie geheimnisvollen Flair um VERSCHWÖRUNGEN hinsichtlich geheimnisvollen Mächten im Schatten des Weltgeschehens aufzugreifen und als wichtiges Dramaelement zu nutzen. DIES gab es vorher in einer weltweiten Gewahrwerdung mit besten Einschaltquoten nie zuvor. Auch die Wirkung: Jene VERSCHWÖRUNG ist spannender vielleicht sogar als das eigentliche phänomenale Geschehen. Ist es da Zufall, wenn Bücher wie ´Van Helsing´s´ >Geheimgesellschaften< über die "heimlichen Herrscher der Welt" in genau jener "Akte X"-Epoche aus dem Nichts heraus in bestimmten Kreisen zum Kult wurden oder in der direkten Folge ehemalige UFO-Sachbuchverlage wie Kopp plötzlich umschwenkten und voll auf Verschwörungs-Mystery setzten? Roswell und Area 51 hätten nie den Reiz ohne die Aura der VERSCHWÖRUNG gehabt (1.1.), damit ging es über ein Jahrzehnt rund um den Globus und durch alle Medienformen. Gleiches gilt z.B. für das ´Marsgesicht´, welche zwei Jahrzehnte lang die Mysteriensucher erfreute - hauptsächlich auch mit der Konzeption wonach die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA nur vertuschen will, das es einmal eine Mars-Zivilisation gegeben habe. Genau dies war ja der Reiz der Sache. Damit wurden viele Millionen Menschen in aller Welt wegen der vermeintlichen religiösen Ungeheuerlichkeiten narrisch gemacht - und damit auch kommerziell interessant! Am Ende dieser (Verwertungs-)Kette schließlich steht derzeit das Buch von Dan Brown >Der Da Vinci CodeSakrileg< (weit mehr als 40 Millionen mal verkauft, 53 % der Leser gaben an, dadurch ein "persönliches spirituelles Wachsen und Verständnis" erfahren zu haben, wodurch sich das Problem aufmacht: viele Leser nehmen als Fakt, wo Brown eigentlich Fiktion einsetzte und damit spielte) und der Film "Sakrileg" {1.2.} (von Blockbusterspezialist Ron Howard als Regisseur, welchen Sony als Erfolgsgarant verpflichtete) welcher als Verfilmung dazu eindeutig anzusehen ist. In den Werbetexten zum Roman wird auch von der "größten Verschwörung der letzten zweitausend Jahre" gesprochen, um genau das dafür empfindliche Publikum anzusprechen - und nicht z.B. die Krimigemeinde mit einem "großen Kirchenkrimi mit Thriller-Elementen der Moderne" etc. Brown ist als Schriftsteller Teil einer Künstlergemeinde und dazu zählt seit jeher auch in Sachen Vermarktungsstrategie als Verpackungskünstler aufzutreten, um ein Produkt auch massenwirksam verkaufen zu können. Dies sollten wir hier nicht außer Acht lassen. (1.3.) In der Branche nennt man Brown und sein Buch in einem Atemzug mit "Harry Potter", nicht nur wegen der Auflage, sondern auch wegen der dadurch ausgelösten Manie. Erfunden, aber gut erfunden.

 

(1.1.) = Zur Chronologie. Die UFO-Verschwörung war schon immer ein ganz großes Thema für die UFO-Interessierten. Auch für mich! Als ich ins Thema einstieg war es auch meine Idee "mitzuhelfen", die in der UFOlogie verbreitete Wahrheit (= Die >Fliegenden Untertassen< sind hier und eine Realität!) nach außen zu tragen. Seit Keyhoe und seiner Konzeption von der "Schweigegruppe" in der US-Regierung betreffs der interplanetarischen Herkunft der Tassen war dies in der Szene fester Bestandteil. Frank Edwards verbreitete sie hierzulande in dem Bestseller ´Fliegende Untertassen - eine Realität´ und über den Teilabdruck des Buches in der Zeitschrift KRISTALL wurde dies auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Timothy Good vermarktete das Thema nochmals weltweit in ´Jenseits von Top Secret: Das geheime UFO-Wissen der Regierungen´ (in Deutschland 1991 bei Zweitausendeins erschienen und zum Knaller geworden!); Michael Hesemann schlug 1994 mit dem Wälzer ´Geheimsache U.F.O.: Die wahre Geschichte der unbekannten Flugobjekte´ voll zu und wurde damit zu einem vielzitierten ufologischen Idol; 1995 kamen Helmut Lammer/Oliver Sidla bei Herbig mit ´UFO-Geheimhaltung: Die Hintergründe des weltweiten Komplotts´ heraus und machten die UFO-Interessierten ganz narrisch, laufend beriefen sie sich darauf. Auch mit der Behauptung, wonach dies "eine wissenschaftliche Bilanz" sei. Lammer/Sidla wurden neben Illobrand von Ludwiger damit zu den Ersatzheiligen (weil Wissenschaftler mit der besonderen UFO-Note) der UFO-Bewegung. Bereits die ´UFO-Nachrichten´ lebten von dieser Facette und auch das ´M2000´ unter Hesemann förderte sie. Auch die am Kiosk verbreiteten Zeitschriften wie ´Huters neue Weltschau´ und ´Das neue Zeitalter´ mühten sich heftig, einzig die Abo-Zeitschrift ESOTERA hielt sich da weitgehend raus. Immer unter dem E.T.-Aspekt, dann kam ´Van Helsing´ mit einer ´neuen´ Idee, aber auf jeden Fall ganz groß raus. Es soll auch Peter Krassa nicht verschwiegen werden, der aber nie seine Position in der zweiten Reihe verlassen konnte, der mit ´Phantome des Schreckens: Die Herren in Schwarz manipulieren unsere Welt´ sich versuchte, um die MIBs in die Szene einzuführen. In gewisser Weise versuchte sich auch Erich von Däniken an der Verschwörung mit seiner Prä-Astronautik, indem er den Bibel- und Weltrevisionismus betrieb. Bereits sein in Deutschland erfolgloser Vorgänger Peter Kolosimo zehrte von der Idee, dass die Menschheit aus dem Kosmos kommt und die Bibel Unrecht hat. Schlußendlich war die Prä-Astronautik-Begeisterung auch ein Aufstand gegen die Lehre der katholischen Kirche, wenn man genauer hinschaut. Und der Vorstellung, wonach die Kirche genau die kosmische Natur des Menschen zugunsten der Christus-Lehre verschwieg. Genau diese Idee fing die modernen Menschen des Weltraum-Zeitalters prächtig ein! Hier sei auch an Friedrich Lorenz erinnert, der das Buch ´UFOs, Ungeheuer, Dunkle Mächte´ in einer günstigen Massenauflage auf den Markt warf. Von der PSI-Begeisterung in den 70ern und frühen 80ern mal ganz zu schweigen. Die Parapsychologie erfuhr damals einen ungeahnten Aufschwung aufgrund der angeblich geheimen PSI-Experimente (sogar von daraus sich ergebenden PSI-Waffen war die Rede!) in der alten Sowjetunion. Auch dies war ehemals ein Massenthema (am Rande versuchte MUFON-CES sogar PSI und UFOs miteinander zu verbandeln)! Dies alles interessierte und begeisterte die Menschen und sorgte für Kontroversen - gleichsam sind sie alles die Nährlösung für "Akte X" und Co, für die "Geheimgesellschaften" van Helsing´s und schlußendlich über "9/11" hin zu Dan Brown.

Erwähnung soll deswegen auch eine Meldung finden, die am 24.Mai 06 bei ´Wissenschaft aktuell´ auflief und von der Universität von Leicester/England kam: "Harte Schule des Lebens macht leichtgläubig". Daraus entnehme ich für Sie: >Es gibt Menschen, mit denen das Leben es nicht gut meint. ... Obwohl man annehmen könnte, dass ihr Schicksal sie im Laufe des Lebens vielleicht hart und misstrauisch gegenüber anderen gemacht hat, ist meist das Gegenteil der Fall. Wie ein britisches Forscherteam herausgefunden hat, sind Menschen, die durch die harte Schule des Lebens gegangen sind, oft besonders leichtgläubig. Wer dagegen eine behütete Kindheit hatte und als Erwachsener sich in sicheren Bahnen bewegt, ist oft sehr viel kritischer oder auch misstrauischer. Den Grund sehen die Forscher der University of Leicester darin, dass vom Leben gebeutelte Menschen ihrem eigenen Urteil oft nicht mehr sehr trauen. Darum können andere ihnen oft ein X für ein U vormachen. "Menschen, die ihre Kindheit und Jugend unter widrigen Umständen verbracht haben, glauben mit größerer Wahrscheinlichkeit Informationen, die nicht wahr sind", erklärt Kim Drake von der University of Leicester, Hauptautorin der Studie. "Sie sind leichter zu beeinflussen und können leicht irregeleitet werden." Die Forscher haben 60 Personen auf ihre Leichtgläubigkeit untersucht und dabei ihre Lebensvorgeschichte einbezogen. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass 70 Prozent der unterschiedlichen Grade von Leichtgläubigkeit oder Skepsis sich darauf zurückführen lassen, wie viele negative Erlebnisse in welcher Intensität die Versuchsteilnehmer in ihrem Leben erlebt haben. Menschen mit vielen oder intensiven negativen Erfahrungen "haben gelernt, ihren Handlungen, Urteilen und Entscheidungen zu misstrauen, weil diese Aktionen oft negative Konsequenzen nach sich gezogen haben."< Nun, wer sich dabei wie im Spiegel sah, der mag die Hand heben...

Quelle: CENAP-Archiv

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