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UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-135

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17.04.2007

Neues Hobby: Spionagesatelliten-Verfolgung

Im Zuge der NOSS-Spionagesatelliten-Sichtungen 

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Quelle vom 20. Februar 2006:

 

http://www.spiegel.de/wissenschaft/...

 

SPIONAGESATELLITEN: Amateure jagen dunkle Späher

von Stefan Schmitt

 

Astronomie-Fans entreißen dem Nachthimmel sein dunkelstes Geheimnis: Die Umlaufbahnen von Spionagesatelliten. Für die Jagd auf Multimillionen-Späher von Militärs und Geheimdiensten genügen den Amateuren gute Feldstecher und Stoppuhren.  Von seiner Terrasse aus kann Lutz Schindler geheimste Militärtechnik sehen, milliardenschwere Ausrüstung heutiger Geheimdienste und so manches Relikt des Rüstungswettlaufs im Kalten Krieg. Dabei wohnt Schindler in einem kleinen Reihenhaus im Dorf Lehre zwischen Braunschweig und Wolfsburg. Von Beruf ist Schindler Kriminalpolizist, für sein Hobby braucht er einen Feldstecher. "Ich jage beruflich Verbrecher und privat Satelliten", sagt er. Schindler kennt den Sternenhimmel der nördlichen Halbkugel gut. Eine kleine Skizze auf einem Schmierzettel genügt ihm, um seinen Feldstecher auf den Ort auszurichten, wo der Satellit erscheinen muss. In der linken Hand hält er eine Stoppuhr, die auf das Zeitsignal einer Atom-Funkuhr geeicht ist. Eine Leuchtspur erscheint am Himmel - der Satellit, der das Licht der Sonne nach Lehre reflektiert. Viele Astronomie-Fans auf der ganzen Welt ergötzen sich an diesem Schauspiel: Stimmen Mathematik und Timing, offenbart sich der dunkle Himmel als Technik-Zoo. Von der Space-Track-Website der US-Regierung lassen sich entsprechende Bahndaten abrufen; auch Amateure können sich dort bedienen und ihre Ferngläser entsprechend ausrichten.

 

"Black satellites" gibt es offiziell gar nicht

Lutz Schindler hat größere Ambitionen. Er gehört zu einer Gruppe von weltweit rund 20 Himmelsguckern, die es auf "black satellites" abgesehen haben, schwarze Satelliten. So heißen jene Objekte im Erdorbit, die in keiner offiziellen Datenbank auftauchen und auch nicht im Registry of Space Objects der Vereinten Nationen. Bis vor gut 20 Jahren gehörte es zum guten Ton, die Bahnen ins All geschossener Objekte bekanntzugeben. Im Kalten Krieg war das nicht zuletzt eine vertrauenfördernde Maßnahme - bis 1983. Da machte US-Präsident Reagan Schluss mit der Offenheit. Nur die Bahnen sowjetischer Militärsatelliten veröffentlichten die Amerikaner munter weiter. Ihre eigenen wurden als "classified payload", vertrauliche Ladung, in den Himmel geschossen, der Rest war Schweigen.

 

Spionagesatelliten: Amateure jagen High-Tech am Himmel

"Immer wenn solche Neustarts anstehen, sehe ich zu, dass ich mich beteilige", sagt Schindler. Beteiligen an einer ausgefuchsten, transkontinentalen Teamarbeit, deren Schlüsselfigur der Kanadier Ted Molczan aus Toronto ist. Wann immer ein Raketenstart angekündigt wird, horcht Molczan auf: Welcher Luftraum, welches Seegebiet wird gesperrt? Und für welchen Zeitraum? Das alles sind zivile Daten, die Küstenwache und Luftsicherung verbreiten. Startet etwa von der kalifornischen Luftwaffenbasis Vandenberg eine Titan-Rakete, über die nicht mehr bekannt ist als ihr Status "classified payload", fängt Ted an zu rechnen. Welcher Meeressektor an der Pazifikküste für den Bootsverkehr gesperrt ist, verrät ihm die grobe Richtung der Rakete. Die Uhrzeit sagt ihm, zu welchen anderen Satelliten der neue aufschließen könnte - oder welche Lücke er besetzen soll.

 

Kurz nach dem Start greifen alle zum Feldstecher: Molczan rechnet und kombiniert: Ein Austausch-Späher für ein altersschwaches Modell einer bekannten Späher-Serie vielleicht? Oder Verstärkung für Himmelsaugen, die während der Kriege der letzten Jahre die Krisengebiete überflogen? Genug für Molczan, um über mögliche Orbits zu mutmaßen. Deren Beschreibungen schickt er dann über die Mailingliste SeeSat an seine Mitstreiter, in Form kryptisch wirkender Two-Line-Elements (TLE). Mit dieser mathematisch knappen Darstellung lassen sich für jeden Punkt der Erde Überflugzeit und -richtung eines Satelliten bestimmen - sofern er eben ins Sichtfeld gerät. Spionagesatelliten stehen nicht still über einer Position wie beispielsweise TV-Satelliten. Die Späher umfliegen den Globus oft in anderthalb bis zwei Stunden, entsprechend kurz sind sie am Himmel zu sehen. Daher ist es so wichtig, dass mehrere Späher-Jäger an unterschiedlichen Orten mit Molczans spekulativen TLEs, Fernglas und Stoppuhr ins Dunkel treten. Kurze Lichtspuren am Nachthimmel verraten ihnen, ob Ted wieder richtig lag oder wenigstens nah dran war. "In ein bis zwei Tagen haben wir den Satelliten dann meistens", sagt Lutz Schindler. Erst aus mehreren Beobachtungen kann man aber eine verlässliche, präzise Umlaufbahn errechnen.

 

Nur dass die nicht lange gültig sind. Die Internationale Raumstation ISS etwa verliert jeden Tag hundert Meter an Höhe, angezogen von der Erdgravitation, abgebremst durch die Atmosphäre. Auch auf Spähsatelliten wirken diese Kräfte. Außerdem können sie per Steuerdüse jederzeit in eine andere Umlaufbahn bugsiert werden. TLEs sind also vergängliches Wissen.

 

Die Bahndaten müssen ständig korrigiert werden

Das ist der Grund, warum die Tracker immer wieder raus müssen. "Rund 140 Spionagesatelliten bleiben wir so dicht auf den Fersen", sagt Russell Eberst. Der Astronom aus Edinburgh in Schottland ist der Rekordhalter unter den Trackern. Schon vor Jahren feierte er seine 150.000ste Beobachtung. Wie viele Satelliten tatsächlich noch als "schwarz" gelten können, weil sie den Augen der Amateure entgehen? "Pure Spekulation", sagt Eberst. Jeder Unentdeckte ist eine sportliche Herausforderung, wie jener "Misty" aus der Reihe der "Keyhole"-Satelliten, hochauflösende fliegende Kameras, die funktionieren "wie Hubble-Weltraumteleskope, die man auf die Erde gerichtet hat", so Eberst. Ende der Neunziger Jahre glaubten die Amateure den Satelliten mit der Nummer USA 53 gesichtet zu haben, dann wechselte er seinen Orbit und blitzte nirgends mehr auf.

 

Für Militärs und Geheimdienstler ist das ein Ärgernis, aber auch kostenloses Training. "Wir zeigen denen, was mit schlichter Amateurausrüstung alles möglich ist - für jeden", sagt Eberst. "Kein einziges Mal bin ich bezüglich meines Hobbys von jemandem kontaktiert worden, der sich als Vertreter der US-Regierung zu erkennen gegeben hätte", sagt Molczan. Dennoch sahen sich die freimütigen Späher-Jäger in der Zeit nach den Terroranschlägen von New York und Washington in Internetforen und auf Mailinglisten kritisiert: Schwächten sie nicht die nachrichtendienstliche Aufklärung? Lieferten sie gar potentiellen Bösewichtern Anleitung, sich der himmlischen Hightech-Überwachung zu entziehen? "Nach dem 11. September hat das Amateurnetzwerk verantwortungsvoll gehandelt. Wir haben den Zugang zu Umlaufbahn-Daten bewusst auf uns selbst beschränkt", sagt Eberst. Dass aber Terroristen tatsächlich TLEs für ihre Zwecke missbrauchen könnten, dafür fanden sie keinerlei Anzeichen. "Jetzt veröffentlichen wir unsere Daten seit zwei oder drei Jahren wieder freigiebig."

 

Exklusiver Zirkel der Späher-Jäger

Der harte Kern der Späher-Jäger, über Australien, Europa, Nordamerika und Südafrika verteilt, tauscht seine TLEs über die SeeSat-Mailingliste aus. Für Laien sind diese Zahlenkolonnen aber reichlich kryptisch. Benutzerfreundlich aufbereitet und damit für jedermann interessant gemacht werden die Umlaufbahnen der Späh-Sputniks im bayerischen Oberpfaffenhofen. Chris Peat, der hauptberuflich Software für das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) schreibt, betreibt dort die Website "Heavens Above". Mit deren Hilfe ist Satelliten-Gucken kaum schwerer als Fernsehen. Denn der Server generiert abhängig von Standort und Bahndaten bequeme Anleitungen. "Wir machen Vorhersagen für viele Satelliten, die meisten davon sind keine Spionagesatelliten", sagt Chris Peat, der Betreiber von "Heavens Above". Tatsächlich bezieht seine Website den Großteil der nötigen Aktualisierungen automatisch von Servern der US-Regierung. Aber komplett wird der Katalog der Himmelsbewohner eben erst durch die Daten der Hobbyisten. Dank ihnen spuckt "Heavens Above" auch für "Keyhole" und Co. Beobachtungshilfen aus. Jeder kann so die millionenschwere geheime Überwachungstechnik über den Himmel flitzen sehen. "Satelliten, die so tief fliegen, also in rund 600 Kilometer Höhe, sind sehr groß und mit bloßem Auge zu erkennen", sagt Betreiber Peat. "Satelliten der ´Lacrosse´-Baureihe zum Beispiel sind 16 Tonnen schwer und so groß wie ein Schulbus." So bröckelt die Geheimhaltung.

 

Nur noch gefährlicher Schrott: "Von den wenigen hundert Objekten, die von der Öffentlichkeit ausgeschlossen sind, handelt es sich längst nicht bloß um aktive Spionagesatelliten", sagt Sebastian Stabroth von der Technischen Universität Braunschweig. Längst ausgemusterte Spähtrabanten zählen genauso dazu wie Raketenoberstufen und eventuell Trümmer geheimer Raketenstarts. Dass Militärs auch deren Umlaufbahnen weiterhin nicht veröffentlichen wollen, sei unnötig. "Viele verdienen ihre Geheimhaltung gar nicht mehr, und gefährlich ist das auch", sagt er. Stabroth gehört zur Weltraummüll-Arbeitsgruppe am Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme. Gerade haben er und seine Kollegen für die Europäische Raumfahrtbehörde Esa die Software "Master-2005" fertig gestellt. Sie berechnet für einen frei wählbaren Zeitpunkt die Einschlagwahrscheinlichkeit von Weltraummüllobjekten auf Satellitenoberflächen in Erdumlaufbahnen. Das ist wichtig für Wissenschaftler und kommerzielle Satellitenbetreiber, deren kostbares Hightech im All ja nicht dem Müll zum Opfer fallen soll. Um eine Kollision mit ausgedienten Satelliten oder ausgebrannten Raketenstufen vorhersagen zu können, ist man auf den Bahndatenkatalog des strategischen Kommandos der US-Streitkräfte angewiesen.

 

Die Gemeinde der Satelliten-Tracker demonstriere ganz nebenbei, wie jeder Interessierte ohne millionenschweres Hightech zum Himmelsforscher werden kann. Stabroth sagt: "Nicht jedem ist bewusst, dass man die Raumfahrt mit bloßem Auge sehen kann - wenn man nur weiß, wo genau man hinschauen muss."

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17.04.2007

Es geht weiter: Astronomie-Freunde reiben sich die Augen...

Wie Sie bereits wissen ist jetzt im April 2007 quasi der ´Teufel´ am Himmel los. Schon wieder gab es ausgerechnet in Astronomie-Foren verblüffende Beobachtungsmeldungen nach dem vorausgegangenen heißen, ersten großen "UFO-Wochenende"* welches insgesamt aufgrund der Vielzahl unterschiederllicher Himmelserscheinungen ein Bild hergab, wie in der Eröffnungsszene zum Kinofilm "Unheimliche Begegnung...". Am 16.April 07 berichtete so ein Neu-User bei Astrotreff.de unter dem Betreff ´Sehr helles Objekt im Nordosten´: "...habe eine Frage, die mir unter den ´Nägeln´ brennt. Habe heute am nordöstlichen Himmel ein sehr helles Objekt beobachten können. So gegen 20:10 Uhr ist es mir aufgefallen. Es war noch taghell, die Sonne fast untergegangen und noch keine Sterne zu sehen. Mein Vater meinte, es sei Jupiter, dann wurde er stutzig, weil es für Jupiter zu hell und zu ´weit oben´ am Himmel stehe. Nur ein profaner, von der Sonne angeleuchteter Wetterballon oder gleich eine Supernova, wie Vater meinte? Wetterballons bewegen sich, das Objekt ist fix. Also großes Rätselraten. Der Blick durch den Feldstecher brachte nichts, ein sehr heller Punkt. Wäre schön, wenn einer von Euch eine Idee hätte." Die daraus entstehende Debatte war bemerkenswert für mich, weil man derartige Erfahrungswerte 1:1 für die UFO-Phänomen-Erforschung übernehmen kann, gerade auch weil es in diesem Fall deutlich wurde, dass der Berichterstatter ein junger, astronomischer Laie ist, aber auch wieder keineswegs ´unbeleckt´ - und damit grundsätzlich genauso gut oder schlecht wie ein erwachsener Mensch mit z.B. 50 Lebensjahren auf dem Buckel und der sich nie im Leben mit Astronomie beschäftigte und keine Ahung vom nächtlichen Himmel hat und er ihn auch nie interessierte. Diese Leute gibt es wirklich, so gebildet und klever sonst auch sein mögen. Nehmen Sie Günter Jauch aus ´Wird wird Millioär?´ - der stellt immer wieder so im 500 Euro-Bereich mal astronomische Fragen an seine Kandidaten und gibt zu: "Gucken Sie mich nicht so an, ich kann Ihnen da nicht weiterhelfen, ich habe von solchen Sachen überhaupt keine Ahung und kenne auch bloß Mond und Sonne!":

 

Ein User zur Meldung: "Ist bei euch in der Nähe ein Flugplatz ? Das könnte ein Flieger sein mit Landescheinwerfern", die genau in deine Richtung zeigten bzw. der Flieger genau in deine Richtung flog...Ich weiß aber nicht, ob die Dinger bei Dämmerung eingeschaltet werden..." Der Berichterstatter dazu: "Bei uns gibt es nur einen Hobby-Flugplatz und das Objekt war nach einer 3/4 Stunde nicht einen Zentimeter weiter. Möglicherweise ein BGS-Hubschrauber, ich wohne in Sachsen nah der tschechischen Grenze, aber so helle und so lange?" Ein anderer User dazu: "Um Missverständnisse auszuschliessen - war es wirklich Nordost? und nicht etwa Nordwest? Die Venus ist derzeit so hell, daß sie auch bei Sonne noch sichtbar ist. Sie steht aber im Nordwesten. Als mögliche Erklärung bietet sich ein Partyballon an, der evtl als Fesselballon gehalten wurde; d.h. an einer Leine fixiert war. Jupiter war es definitiv nicht, da er noch unter dem Horzont steht. Möglich wäre auch ein Flugzeug, was sich im Landeanflug direkt auf Deiner Sichtlinie befunden hat. Die Landescheinwerfer sind da längere Zeit (evtl mehrere Minuten) an ein und dem selben Punkt zu sehen. Auch ein Wetterballon scheidet nicht grundsätzlich aus, da er bei Windstille nur an Höhe gewinnt, aber nicht seitlich wegdriftet. Auch kann man bei großer Entfernung die Bewegung nicht genau feststellen." Ein anderer ebenso: "Bist Du ganz sicher, dass das Objekt ´am nordöstlichen Himmel´ war? Wenns nämlich doch eher Westen (da wo die Sonne untergegangen ist) oder WestNordWest war, dann war es die Venus, die steht nämlich da zur von Dir angegebenen Zeit auffallend und sehr hell, genau wie von Dir beschrieben. Ist nicht geschwätzig, in den Himmelsrichtungen darf man sich mal täuschen."

 

Und das Ende vom Lied war jenes: "Die Himmelsrichtung war wohl doch mehr nordwestlich, dass tut mir leid. Bin eben nochmal rausgeflitzt und siehe da, es ist immer noch zu sehen: schräg links unter der Cassiopeia. Und heller als alle anderen Sterne. Wohl die Venus?" Und: "Also die Venus ist jetzt, 22.15 h, immer noch schön hell, viel heller als alle anderen Sterne, im Nordwesten zu sehen, aber nicht ´schräg links unter der Cassiopeia´. Bist Du da mit Cassiopeia sicher ? Cassiopeia steht zur Zeit ziemlich genau im Norden in Horizontnähe. Ich bin mir sicher, Du siehts die Venus!" Schließlich: "Also, jetzt bin ich mir ziemlich sicher: Es ist die Venus. Auf Himmelsrichtungsschätzungen lasse ich mich mal nicht mehr ein. ;) Mein Vater steht gerade ziemlich betreten und traurig neben mir, die Supernova-Theorie hat ihm wohl besser gefallen. An die Venus hat er gar nicht erst gedacht. Manchmal sieht man eben den Himmel vor lauter Sternen nicht... Danke für Eure Mithilfe, so wären wir zwei allein dem ´Objekt´ wohl nicht auf die Spur gekommen." Und damit wäre ein unidentifiziertes Flug-Objekt zu notieren gewesen. So einfach ist es, und genau deswegen darf man sich eben NICHT wundern, wenn immer und immer wieder simple astronomische Körper an unserem Himmel für Rätselraten sorgen und schlußendlich auch als UFO gemeldet werden. Und es ist ebenso leicht zu verstehen, wie schnell man aufgrund falscher Himmelsrichtungsangaben ´stolpern´ kann, quasi wie über die eigenen Beine. Die Leute haben es einfach ´schwer´ - und dies noch direkt nach der Beobachtung, wo es ja keine Erinnerungsverluste geben kann. Es ist doch auch Alltag der UFO-Forschung, das viele Meldungen erst nach längerer Zeit an uns herangetragen werden, wie müssen dann die Informationen ausschauen? Denken Sie einfach darüber nach, auch weil die Menschen dennoch ehrliche Berichterstatter sind.

 

*= Wie bekannt, hatte ich am Sonntag die Pressemitteilung >"UFO-Alarm über Deutschland" - Zwei Feuerball-Meteore rasten durch den Himmel!< ausgegeben, die in der Medienwelt nicht ´ansprang´. Nachdem sich die gesamte Perspektive der Ereignisse später sich zu meiner eigenen Überraschung abgezeichnet hatte, gab ich am Montag nochmals eine PM aus: >"Erstmals großes ´UFO-Wochenende´ in Deutschland" - Zahlreiche außergewöhnliche Himmelsphänomene sorgten für eine Show wie im Film "Unheimliche Begegnung der Dritten Art"<. Doch auch die zog aus unverständlichen Gründen nicht. Was natürlich auch zur hauptsächlichen Folge hat, das da draußen in unserem Land wieder einmal zahlreiche Menschen herumlaufen, die über die Natur ihrer selbst gesehenen Himmels-Phänomene im Unklaren blieben. Und wieder und wieder kann man sehen, dass die Leute schon selbst ganz gerne dringlich wünschen zu erfahren, was da los war - und sie dies weitaus mehr interessiert, als was mit Eisbärchen Knut im Berliner Zoo los ist, auch wenn die Medien so tun, als sei der wirklich wichtig - und jetzt ist er ´wirklich´ wichtig geworden, einfach weil die Medien dafür als eigenen Selbstläufer daraus ein Thema künstlich aufzogen, um nette Abschlußthemen zu haben! Eisbärchen-Babys in deutschen Zoos gab´s doch schon immer - und die sehen alle so nett aus, wowie auch jeder um ihre Natur weiß und nicht noch eine Extra-Aufklärung und -Information durch die Medien dazu braucht; also wo ist da die NEWS? Aber die Himmelsereignisse vom Wochende ´jucken´ dann in der Medienwelt niemand, obwohl sie Rätselraten quer durchs Land verursachen und nur die allerwenigsten Beobachter sich jemals melden. Solch ein Medien-Verhalten fördert nur den UFO-Mythos (mit). So schaut´s aus. Soviel mal wieder in Sachen: Neues aus der Anstalt...

 

Neuer Feuerkugel-Incident nach den Osterferien und in der Arbeitswoche! Genau zur Mitternacht von Montag auf Dienstag, 16. auf 17.April 07, war wieder ein tolles Teil unterwegs. Bei Astroinfo.de wurde unter dem Betreff ´Meteorid 4 Sekunden sichtbar über Bonn?´ bekannt: "Habe gerade gegen 0 Uhr etwas südlich von Bonn eine etwa 4 Sekunden andauerende Lichterscheinung gesehen. Zuerst dachte ich an eine Sternschnuppe, aber dann hörte dieses Ding überhaupt nicht auf. Es war ein sehr heller Lichtpunkt aus dem Herkules kommend, ging quer durch den Zenit und lief noch ca. 30 Grad weiter. Es schien mir etwas langsamer als ´gewöhnliche´ Meteoroiden, aber das mag auch daran liegen, daß ich es so lange verfolgen konnte. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit tatsächlich einen Meteoroiden, der so lange leuchtet, gesehen zu haben? Aber wenn es keiner war, was war es dann? Hat jemand dieselbe Erscheinung gesehen? Würde mich freuen, etwas zu hören." Also auch hier wieder Rätselraten - und die bekannte Frage nach weiteren Beobachtern, um selbst Sicherheit über die unglaublich-wirkende Eigenerfahrung zu erhalten. Auch bei Astronomie.de kam das Thema ´Sternschnuppe gegen 0.01 Uhr´ von einem Sichter aus Thüringen auf: "Hallo, natürlich würde ich nicht jede dieser Beobachtungen ins Forum schreiben, aber diese war wirklich sehenswert. Das Objekt ist mir etwa 45 Grad überm Horizont in ONO ins Auge ´gestochen´, flog etwa zwischen Polaris und Zenit hindurch in Richtung WSW, wobei ich das Objekt bis fast 30 Grad überm Horizont beobachten konnte. Das ganze dauerte etwa 5 Sekunden. Die Flughöhe erschien mir fast gleich zu bleiben, soweit man das überhaupt einschätzen kann. Eine Art Kondensstreifen war auch wahrzunehmen. Die Helligkeit war fast gleichbleibend." Ich verbreitete diese Meldungen dann über die Foren, um zu sehen, was sich daraus ergibt. Beim Astrotreff.de kam daher dies zustande: "Eindeutig das gleiche gesehen.War gerade in eine kurze Pause vom Beobachten beim Teleskop. Meine Position: ca. 5km westlich von Aachen in den Niederlanden. Richtung stimmt: ONO-WSW, Helligkeit des Meteor war nicht sehr gross, bewegte sich auffallend träge. Die nachleuchtende Spur war deutlich zu sehen, was ich sehr besonders fand, da die Helligkeit des Meteor selbst nicht so gross war."

 

Zwischenzeitlich rief mich Thomas Grau vom Feuerkugel-Netzwerk an, der auch recht erstaunt sich zeigte, was da an Aktivitäten jenseits aller erwarteten Meteor-Ströme ablief und auch darauf aufmerksam machte, wie isoliert die Ereignisse Deutschland getroffen haben. Bisher waren so ´ringsum´ noch keine Meldungen hierzu aufgelaufen, was aber auch damit zu tun hat, dass die deutsche FK-Szene noch zu den ´aktivsten´ der Welt zählt - und dabei selbst noch eher im Winterschlaf liegt. Trotzdem war es schon seltsam, dass bei bestem Europa-Wetter solche Zwischenfälle nicht zu ähnlichen ´Hämmern´ im Ausland führten bzw auch durch Internet-Nutzung überall die Informationen nur so zäh fließen. Was wohl mit daran liegt, dass die Astronomie selbst zu stiefmütterlich eingeordnet ist und sie selbst auch Probleme hat, nach außen zu gelangen. Was meines Erachtens eindeutig auch in modernen ´Highspeed-Zeiten´ daran liegt, wie verschlafen man dort gewohnheitsmäßig reagiert (von agieren mal noch ganz zu schweigen) und noch nicht im 21.Jahrhundert so gesehen angekommen ist.

 

Auf der anderen Seite ist nicht zu leugnen, dass die Öffentlichkeit in aller Regel schon Schwierigkeiten hat, zwischen Astronomie und ´Astrologie´ zu unterscheiden. Ende Januar 2007 wurde bei Astronomie.de das Thema "Wenn Otto-Normalos am Teleskop sind" aufgemacht: http://forum.astronomie.de/phpapps/... .Hier wurde nett beschrieben, wie der Mensch so im Alltag mit dem Thema umgeht - eher verwirrt. Jemand, der sich mit Astronomie aktiv am Teleskop daheim beschäftigt, der wird selbst eher als ´Doofdepp´ angeschaut. Genauso scheinen sich nicht wenige Amateurastronomen zu fühlen, wenn sie so z.B. Abends bei Regenwetter in die Kneipe unterwegs sind und ein Bekannter sie dann auf der Strasse frägt: "Hallo, schauen Sie denn heute nicht in die Sterne?"

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20.04.2007

"UFO-Alarm"?: 2 x Venus am Himmel im Badischen?

Unglaubliche Ereignisse: Wieder Boliden unterwegs und die ISS im Fokus

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Am 16.4.07 wurde gegen 23:10 h "eine richtig große Sternschnuppe gesehen, sie hatte etwa eine Helligkeit von 1 bis 2 mag und war gut 3 Sekunden sichtbar. Sie kam unterhalb von Arktur runter. Von SO nach OSO, sie fiel mit etwa 30° im Verhältnis zum Boden. Sie legte etwa eine Distanz von 10° zurück. Vielleicht bin ich ja nich der einzige der sie gesehen hat" verkündete ein Astronomie.de-User aus Horb am Neckar. Tatsächlich erhielt ich aus Heidelberg dazu auch eine telefonische Meldung, hierbei sei aber der Eindruck entstanden, als sei kurz vor dem Verschwinden, das Objekt irgendwie in der Lufthülle "abgeprallt" und in einem bald 90 Grad-Winkel weggezischt! War es also nur ein ´Erdkratzer´-Meteor...?

 

Georg G. aus Mellrichstadt schickte mir eine eMail, da er eine Frage wegen einer Beobachtung am 18.April 07 hatte: "...lacht mich bitte nicht aus, aber ich war am 18.04.07 gegen 01 Uhr oder etwas später mit meinem Hund in unserem großen Hof, weil ich zu faul war ne größere Runde zu laufen. Ich schaue gerne in den Nachthimmel, um evtl. Sternschnuppen zu beobachten. Diesmal ist mir eine ganz ungewöhnliche aufgefallen. Sie ist vollkommen waagerecht von Südosten nach Nordwesten geflogen. Ich mußte nichtmal meinen Kopf heben, um sie zu beobachten, sondern einfach nur geradeaus in den Himmel schauen. das ungewöhnliche daran war, das die ´Sternschnuppe´ einen so langen Schweif hinter sich herzog, der außerdem unglaublich lange sichtbar war. Selbst als die Sternschnuppe hinter den Häusern in meiner Nachbarschaft aus meinem Gesichtfeld verschwand (ohne zu erlöschen), blieb der Schweif den ganzen Weg, den sie für mich sichtbar flog (Sichtwinkel ca. 150 Grad), noch kurze Zeit (vielleicht zwei, drei Sekunden) zu sehen war. Der Schweif war auch nicht so hell, wie sonst üblich. Es war fast wie ein Kondensstreifen. Aber es war kein Geräusch zu hören und die Sternschnuppe war viel, viel schneller als ein niedrigfliegender Düsenjäger. Ich kiffe nicht, trinke keinen Alkohol. Also ich bilde mir doch so was nicht ein. Aber gibt es Sternschnuppen, die solange sichtbar sind und absolut waagerecht zu sehen sind? Wäre lieb von euch, mir mal zu mailen, was das gewesen sein könnte." Dazu versuchte ich auch weitere Beobachter bei meinen üblichen Verdächtigen zu finden. So konnte Edgar M. aus Bechteln konnte dazu mitteilen: "...habe die Sternschnuppe auch gesehen. Sie war gigantisch hell und besagter schweif auch. Die dauer schätze ich auf 5 Sekunden. Die Richtung war gegen S/W."

 

Nach dem Fall >"Blitzendes Objekt" im Badischen< alias himmlische Ostereier 2007, gab es nun eine weitere Überraschung offenbar in selber Angelegenheit. Am 19.April 07 kontaktierte mich via eMail Wolfgang St. mit dem Betreff ´2 Venusse am gestrigen Abendhimmel´: "Ich habe in der frühen Dämmerung am 18. April 2007 gegen 20:15 Uhr die Venus gesucht und war sehr überrascht 2 davon zu sehen (kein Alkohol). Beide ´Venusse´ waren etwa gleich hell und ca. 3 Grad voneinander getrennt. Mein Erster Impuls war ´eine Supernova´. Nach einigen Minuten der Beobachtung bemerkte ich, dass der Abstand der beiden Himmelskörper schrumpfte und nach ca. 7 Minuten erreichte der Abstand mit ca 1/3 Grad sein Minimum. Das bewegliche Objekt zog unglaublich langsam nach Nordosten. Als der Abstand der beiden Objekte zueinander gegen 20:35 Uhr ca. 8 Grad erreicht hatte wollte ich mich daran machen mein Teleskop aufzubauen, denn ich vermutete jetzt einen Höhenballon. Da ging bei diesem Objekt fast schlagartig (ca. 1 - 2 Sekunden) das Licht aus und weg war es. Ein verschwinden des Lichtes wegen Eintritts in den Erdschatten schließe ich aus, weil praktisch keine Bewegung stattfand in dieser einen Sekunde. Ich wohne in Baden-Württemberg, ziemlich genau in der Mitte zwischen Mannheim und Karlsruhe.

 

Ich dachte auch schon an einen Satelliten, wie die ISS, aber wer von uns Amateur-Astronomen hat nicht schon einmal die ISS oder einen der zahlreichen weiteren Satelliten gesehen. Die bewegen sich allesamt auf mehr oder weniger niederen Umlaufbahnen mit Umlaufdauern so um die 90 Minuten. Das heißt ihre Geschwindigkeit am Himmel ist sehr schnell. Das Objekt welches ich beobachtet habe, hat sich zwar bewegt, aber so langsam, dass innerhalb einer oder 2 Minuten die Bewegung gerade eben so vage erkannt werden konnte und in einem Zeitraum von 20 oder 25 Minuten am Himmel gerade mal rund 5 bis 7 Grad zurückgelegt wurden. Ich habe nun mehrere Theorien, die jedoch teilweise gleich wieder zu verwerfen sind:

 

1. Supernova --> scheidet aus, wegen der genannten Bewegung.

2. Ein großer Asteroid, der einen nahen Vorbeiflug an der Erde hatte. Scheidet ebenfalls aus, da ein solcher Brocken mit dieser Helligkeit bereits vor Wochen entdeckt worden und bekannt gewesen wäre. Außerdem wäre kein plötzliches Verlöschen aufgetreten.

3. Ein Wetterballon in großer Höhe. Sehr wahrscheinlich, aber warum das plötzliche Verlöschen. Eintritt in den Erdschatten - unwahrscheinlich, da das verlöschen sehr schnell vonstatten ging und wer schon mal einen Satelliten verlöschen sah, weiß, dass dafür ein Weg von mehreren Grad am Himmel notwendig ist. Das Verlöschen dieses Objektes aber sehr schnell vonstatten ging und in dieser kurzen Zeit praktisch keine Bewegung stattfand. Es sei denn das Ding wäre geplatzt - ist sowas möglich?

4. Start einer Rakete der Amerikaner. Raketen werden immer nach Osten hin gestartet, um den Drehimpuls der Erde mitzunehmen. Die Richtung würde also stimmen, wenn es eine Rakete der Amis wäre. Die Leuchterscheinung wäre dann der Feuerstrahl des Triebwerks der vieleicht 2. Stufe mit langer Brenndauer und anschließendem Bennende. Die langsame Bewegung möglicherweise hervorgerufen durch den perspektivischen Effekt bei überwiegend vertikaler Bewegung. Mir ist allerdings kein Raketenstart gestern bekannt. Bin also ratlos. Haben Sie eine Idee, was das gewesen sein könnte?"

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Von der Geschichte wusste ich schon, da sie am Abend zuvor bei Astronomie.de von dem Melder bereits eingebracht worden war. Daher wusste ich auch, das die Sichtung in Waghäusel bei Karlsruhe stattgefunden hatte - unlängst hatte ich ja dort für die örtlliche Sternwarte einen Vortrag gehalten. Zu den dortigen Astronomiefreunden gehört zufälliger Weise auch der Berichterstatter selbst. Ein Forumsmitglied aus Oldenburg meldete dazu: "Sowas hab ich auch schon 2x gesehen...vermutlich Wetterballon etc auf Abwegen. Wie gesagt hab ich das auch schonmal gesehen, das Ding verblasste dann auch ganz plötzlich. Keine Ahnung wieso. " Ein anderer verwies auf die ISS in dieser Sache; der Melder dazu, um eben die ISS auszuschließen: "Das ist schon richtig, aber wer von uns Amateur-Astronomen hat nicht schon einmal die ISS oder einen der zahlreichen weiteren Satelliten gesehen?" Aus Hirschfelde bei Jena kam dies dann von einer Beobachterin dort: "So einen Wetterballon habe ich auch schon mal gesehen, damals war ich auch ziemlich verblüfft (sehr helles Objekt, das sich sehr langsam über den Himmel bewegt, so wie es Wolfgang beschrieben hat). Weil mir das so merkwürdig vorkam, kramte ich das Fernglas heraus und hatte das Glück, daß der Ballon genau in dem Moment zerplatzte als ich durchs Glas schaute (man sah noch einen Moment lang einige hellere ´Punkte´ herumfliegen, dann war es vorbei). Wenn man nur mit bloßem Auge zusieht, sieht es wahrscheinlich aus wie ein ganz plötzliches Verlöschen. Das scheint mir eine plausible Erklärung für Wolfgangs Beobachtung zu sein." Ein User aus München: "Ein Zerplatzen eines Wetterballons haben wir mal mit einem grossen Refraktor beobachtet, da hat man dann sogar die einzelnen Fetzen runterschweben sehen. Ich vermute auch, das das hier die richtige Erklärung ist, denn bei geringer Vergrösserung am dunklen Himmel sollte das eine sehr drastische Abnahme der Helligkeit geben." Der Zeuge schließlich: "Ich denke das wird es dann wohl gewesen sein. Betreibe Astronomie auch schon seit 30 Jahren und habe sowas vorher nie gesehen und habe nie zuvor gehört, dass die Dinger zerplatzen." Dies ist doch sehr interessant, da sich hierdurch eindeutig und klar zeigt: Ewiglange Erfahrung sowie persönliche Praxis um die Ereignisse am Himmel können im Spezialfall nichts nützen, auch wenn das Ereignis an sich eigentlich ziemlich banal ist! Für die ernsthafte UFO-Phänomen-Erforschung ist dies eine sehr wichtige Erkenntnis! Sie zeigt nämlich auf, dass eben doch Irritationen bei den Profis durch ganz normale Himmelserscheinungen aufkommen können, wenn sie nicht wirklich um deren Natur wissen. Es einfach voraussetzen, dass sie es wissen genügt eben nicht!

 

Über Wetterzentrale.de meldete sich in obiger Sache ein Kollege: "An der Volkssternwarte Hannover haben wir am 4.4. und am 16.4. ebenfalls solch ein Phänomen beobachtet. Am 4.4. sah ich gegen 20 Uhr oberhalb von Venus ein ebenso helles Objekt. Da habe ich natürlich sofort mit einem Teleskop nachgesehen und sofort den runden, weißen Ballon erkannt. Ich hatte zufällig auch eine Webcam da und habe diese dann gleich an das Teleskop angeschlossen. Die Suche war zwar mühsam, ich fand die Radiosonde aber schließlich doch und konnte einige Filme aufnehmen. Es war schön zu erkennen wie die Sonde unter dem Ballon baumelte. Siehe Standbild. Am Montag, 16.4., beobachteten wir dann erneut eine Sonde, die sich schon weit im Osten befand. Im Teleskop war wieder der Ballon und die Sonde zu erkennen. Das Verschwinden ist auch einfach zu erklären, da die Ballone in einer gewissen Höhe platzen (sie dehnen sich ja aufgrund des beim Aufsteigen immer geringer werdenden Luftdrucks aus). Das habe ich schon einmal, vor vielen Jahren, live am Teleskop miterlebt. Der Ballon zerplatzte in viele kleine Fetzen, die dann langsam herunter rieselten. Natürlich war er dann mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen."

Am 16.4.07 gelang es einem Astrokollegen den Planeten Venus, die Plejaden und die Strichspur der ISS auf ein Bild zu bekommen, auch schön anzusehen. Tja, am Himmel da ist was los! Und schon gab es bei Astronomie.de am 19.April die Nachfrage ´Was habe ich denn da heute gesehen?´: "...heute am 19.04 um etwa 21:20 Uhr habe ich einen Flugkörper gesehen. Ich entdeckte ihn in Düsseldorf zwischen Venus und Mond im Westen. Dort setzte er seine Reise mit einer hohen Geschwindigkeit längst am großen Wagen fort und tauchte dann so ziemlich genau im Osten unter. Das Eigenartige war, dass er fast so hell wie Venus war und an Helligkeit kaum verlor. Es blinkte nicht in einer anderen Farbe wie bei irgendwelchen Flugzeugen. Die ganze Reise von West nach Ost dauerte nur ungefähr 3 Minuten!! Es war ein dauerhaft gleißendes Licht ähnlich der Venus, welches im 10 mal 50 Feldstecher leicht oval erschien. Was konnte das gewesen sein? Sicher ist, ein Flugzeug war es nicht, denn das ist langsamer, blinkt meistens, ist erheblich dunkler und gibt irgenwelche Geräusche von sich! Ich habe sowas ähnliches, mit der fast gleichen Flugbahn schon mal vor ein paar Wochen gesehen. WAS KÖNNTE DAS GEWESEN SEIN? Über einen Hinweis wäre ich dankbar." Und die Hinweise kamen - es war die ISS.

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"Leuchtender Fremdkörper links oberhalb der Mondsichel"

Die Venus sorgt für Unruhe, weil sie als solche nicht erkannt wurde - so ein "helles Dingelchen"

Donnerstag, 19.April 2007. Kurz vor 23 h erreicht mich Herr Carsten N. aus Falkenstein im Vogtland. Gegen 21 h bereits habe er "einen hell-weiß-leuchtenden Fremdkörper links oberhalb der Mondsichel" ausgemacht, als er gerade auf dern Werkshof kam, um eine Cola zu trinken und eine Zigarette zu rauchen. "Ich war total baff", berichtete er, weil er sowas noch nie zuvor in seinem Leben gesehen habe. "Das Ding gehört da doch nicht hin!", war er der Ansicht. Er habe schon so oft den Mond gesehen, "aber sowas doch noch nie. Wo kommt das eigentlich her?" Er konnte es etwa 10 Minuten lang beobachten, bevor er wieder zurück musste. Als er Punkt 22 h Schichtende hatte, war "die ganze Formation weiterhin zu sehen, nur einiges niedriger am Himmel." Da er nur 5 Minuten PKW-Fahrzeit bis nach Hause hatte, konnte er dort seine Frau darauf aufmerksam machen, die ebenso perplex in die Sterne des klaren Himmels schaute. Via Internet machten sie mich ausfindig und riefen dann auch sofort an, obwohl die "seltsame Paarung" inzwischen nicht mehr zu sehen war, weil hinter Häusern am Horizont verschwunden. Wie immer versuchte ich in schlichten Worten das zufällige ´Zusammenspiel´ zu erklären, stieß aber dabei auf Unverständnis: "Wie können der nahe Mond und die ferne Venus plötzlich da zusammenkommen, wenn sie soweit auseinander sind?" Ich erklärte es, aber es fruchtete scheinbar irgendwie nicht wirkllich...

Keine 5 Minuten vergingen, als sich Frau Andrea D. aus Bad Schwalbach meldete und sich zunächst vielmals entschuldigte "so spät noch anzurufen, aber ihr Sterngucker fangt ja jetzt wohl erst an". Naja, so kann man es auch sehen... Sie war jedenfalls um 20:30 h von einem Abendkurs der örtlichen Volkshochschule nach Hause gefahren, als sie "so´n Ding bei der Mondsichel" sah, welches "absolut grell dastand"" und von dem sie zunächst glaubte, es sei ein "herbeikommendes Flugzeug". Komisch war nur, dass da "keine farbigen kleine Lichter dran waren", wie sie es sonst so aus der selben Richtung her zu dieser Zeit von Fliegern gewohnt ist. Nach einigen Minuten Fahrt war aber das "Ding" immer noch an der selben Stelle, deswegen fuhr sie an den Strassenrand, stieg aus und "schaute weiter minutenlang". Doch in Sachen Bewegung tat sich da gar nichts, überhaupt nichts. O-Ton: "Das helle Dingelchen stand da links oben wie festgenagelt, was ja gar nicht sein kann." Gefragt warum eigentlich, kam die verblüffend direkte Antwort: "Ich weiß auch nicht!" Bald darauf fuhr sie nach Hause, holte ihre Tochter aus der Wohnung, um ihr das Phänomen zu zeigen. Jene meinte daraufhin, "dass das wohl die Raumstation" sei - "auch wenn das komisch aussieht". Es blieb ein Unbehagen zurück und man rief zunächst eine Sternwarte in Wetzlar an, wo aber niemand abnahm. Daraufhin rief man den SWR in Mainz an, wo man auch nicht weiterhelfen konnte, aber versprach "zurückzurufen" - um schließlich meine Rufnummer weiterzugeben. So kam also dieser Kontakt zustande. Es wundert mich meist, wie die Kontakte so laufen - und welchen Aufwand die Leute betreiben, um unter dem Eindruck der aktuellen Erlebnisse in Erfahrung zu bringen, was da los ist. In dem Fall eigentlich nur wegen einem hellen (aber auffälligen) Lichtpunkt neben der Mondsichel.

Ein nervös wirkender Mann aus Calw meldete sich. Zwischen 21 und 22 h habe er "etwas nie Dagewesenes bei der Mondsichel gesehen" - "etwas, was eigentlich alle Menschen gesehen haben müssen". Als religiöser Mensch nahm er dieses Phänomen "als lichternes Zeichen" wahr, "was uns aufrütteln wird". Aha, mich hielt es jedenfalls vom Schlaf ab - und ich muss eingestehen, gar keine Lust verspürt zu haben, jetzt da groß herumzupalavern, weil die Natur der himmlischen Konstellation einfach banal und natürlich war. Ohne irgendwelche esoterische, spirituelle oder religiöse ´Glorie´. Ich erklärte das ´himmlische Bild´ sachlich, worauf der Typ nicht wirklich reagierte, sondern viel lieber mit mir über "ein Zeichen für die Zeit" debattieren wollte - weil, "jemand der sich mit UFOs beschäftigt, doch dafür offen ist". Tja, so kann man sich täuschen.

Quelle: CENAP-Archiv

 

 

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