Blogarchiv
UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-85

cenap-infoline-titel-33

cenap-archiv-titel-23

08.09.2006

"Deutsche Flugscheiben-Mythos": Mysterien der NAZI-Wunderwaffen

zur Klärung der Situation wie es wirklich war... Teil 2

8121-0
... 

Zur Lösung der personellen Versorgungsschwierigkeiten plante Berlin einen geschlossenen Hitlerjungen-Jahrgang ohne zwischengeschaltete Motorflugzeugausbildung in der genannten Maschine in den Abwehrkampf zu werfen. Da aber bis zum Kriegsende nur wenige He162 von der Luftrüstung ausgeliefert wurden, hatten die angedachten HJ-Piloten Glück gehabt, um nicht als massenhaftes Kanonenfutter im fliegerischen Volkssturm herhalten zu müssen. Zumindest diese deutschen Kindersoldaten gab es nicht als "Schlüssel zum Endsieg". Und dann kam das Ende. Am 22.April erfuhr Hitler in Berlin einen Nervenzusammenbruch, Göring schmiedete Pläne zur Amtsübernahme. Hitler jedoch ließ die SS bei Göring aufmarschieren und jenen als "Hoch- und Landesverräter" in seinem Jägerkostum abführen - nicht an die Wand, sondern zu einer Art "Schutzhaft" in seine alte Heimatstadt, wo er die Jugend verbrachte. Göring hielt sich als unverzichtigbar und nach dem Zusammenbruch erwartete er niemand anderes als US-Präsident Eisenhower, der mit ihm verhandeln würde, um die deutsche Nachkriegsordnung unter seinem Kommando zu klären. Doch da guckte er dann, als er zum normalen Gefangenen "Hermann Göring" gemacht wurde und es ab zum Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess ging, wo er als ranghöchster überlebender Nazi (der Nazi Nr.1) angeklagt wurde. Da bekam er in Wirklichkeit Nervenflattern und nahm zumindest in Sachen Körpergewicht ein ganzes Stück ab. Auch hier versuchte er sich groß in Szene zu setzen und große Reden zu schwingen. Schon wieder einer der krankhaften Wichtigtuer. Dass ließ man aber nicht zu, da guckte er schon wieder und musste sich damit arrangieren, demnächst am Galgen zu baummeln. Er zeigte sich aber kaltschnäutzig nach außen hin und behauptete keine Angst vor dem Tod zu haben. 

 

Ernst Michael, Journalist und Mitarbeiter der Nachrichtenagentur DANA (dpa-Vorläufer) aus Mannheim, begleitete den Prozess und nahm verbittert zu Kenntnis, wie Göring keinerlei Reue hinsichtlich seiner Mitverantwortung schrecklichster Verbrechen zeigte, weil er sie erst gar nicht an sie heranließ und dann noch suchte, Unrecht als Recht darzustellen. Gelegentlich machte er sich über die "Siegerjustiz" gar lustig. Auch hier war er einfach ein moralischer Feigling. Schließlich hatte er nurmehr Angst vor dem Galgen, "weil der Reichsmarschall ungänglich einfach aufgehängt werden kann. Ein solcher stirbt wie der große Hannibal." Er vergiftete sich schließlich mit Zyankali, um ja nicht den "Tanz unter dem Mast" wie man einst in alten Privatenkreisen zum Aufhängen sagte. Dies passte zu dem maßlosen Selbstdarsteller, um ohne Skrupel Macht und Wohlstand zu erleben. 

 

(Quelle: "Die Luftwaffe im Kampf um die Luftherrschaft", Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, vorgelegt von Ernst Stilla, Bonn 2005. Diese Dissertation ist auf dem Hochschulschriftenserver der ULB Bonn http://hss.ulb.uni-bonn.de/diss_onl... elektronisch publiziert.) 

 

Glauben Sie unter diesen Gegebenheiten jetzt immer noch an ein großes Projekt namens "Reichsdeutscher Flugscheiben" in einer solche Situation? Wenn JA: Träumen Sie weiter! Sie sehen: Die echte Geschichte ist schon spannend und aufregend genug. In der zu Beginn angesprochenen N24-´Kamikaze´-Sendung, genauer ihrem Teil 2, gab es auch einige interessante historische Tatsachen auszumachen, die auch einen ganz neuen Blick auf die Nazi-Flugscheiben-Mär werfen lassen! Erinnern wir uns kurz zuvor aber noch an die Zeitschrift KRISTALL mit Ausgabe Nr.27/1966 und ihren Leserbriefen. Dort waren zwei ganz und gar bemerkenswerte Lesereingaben abgedruckt worden, die von großer historischer Bedeutung sind: 

 

Zunächst niemand anderes als Albert Speer, ehemals persönlicher Freund des "Führers" und ab 1942 sein Aufrüstungs-Manager: "Anscheinend haben >Fliegenden Untertassen< ab bereits vor 1945 ihr psychologisches Unwesen getrieben. Ich selbst bekam nichts Derartiges zu sehen, auch wurde ich nicht mit einer solchen Konstruktion befasst. Wäre ein ernsthafter Hintergrund vorhanden gewesen, so hätten sicherlich sowohl Feldmarschall Milch als auch ich Kenntnis davon erhalten." Auch Ex-Generalfeldmarschall sowie Chef für Luftrüstung Erhard Milch (ehemals Vorstand der Lufthansa und späterer Staatssekretär der Luftfahrt) und Göring´s Stellvertreter meldete sich aus Düsseldorf hier zu Worte: "Mir ist über Bau und Einsätze von Flugscheiben auch nicht andeutungsweise etwas bekannt. Ich halte es nicht für möglich, dass mir eine derartige Erfindung entgangen wäre, da ich in jeder Woche zwei Entwicklungs- und Beschaffungsbesprechungen mit dem gesamten Stab des Generalluftzeugmeisters abgehalten habe. Hierüber sind Protokollakten nicht vorhanden. Die Entwicklung eines derartigen Flugkörpers hätte Jahre gedauert und hätte somit noch in meine Amtszeit als Generalluftzeugmeister fallen müssen." 

 

Obiges ist ein sehr guter Einstieg für das Kommende: Bei ´Kamikaze´ denkt man sofort an japanische Selbstmordpiloten (Tokkotai), die mit ihren Jagdfliegern sich im Pazifik-Krieg auf die Kampfschiffe der Amerikaner in Todesverachtung warfen. Aber es gab auch derartige Piloten in Deutschland gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, die mit ihren Maschinen als bemannte Bomben versuchten die angreifenden alliierten Bomberverbände aufzuhalten. Hier nannten sie sich "Selbstopfer-Piloten". Der Begriff Selbstopfer bezeichnet ein deutsches Militärprojekt, das während der Endphase des Kriegs zur Entwicklung einer von einem Piloten gesteuerten "intelligenten Waffe", die für Angriffe auf strategische Ziele wie Brücken und Kommandozentralen vorgesehen war. Es sollten jedoch auch Flugzeuge in gegnerische Bomberpulks gelenkt und dort zur Explosion gebracht werden.

 

Der Pilot sollte sich dabei jeweils selbst opfern. Aufgrund der minimalen Lebenserwartung deutscher Piloten wurde in einer Ohnmachtsaktion der Gedanke des Selbstopferungsangriffes erdacht. Sie erhielten Fürsprache von der bekannten und erfolgreichen deutschen Testpilotin Hanna Reitsch (1912 -1979) - bekannt und beliebt wegen ihren über 40 Rekorden in allen Klassen und Flugzeugtypen, Trägerin des Eisernen Kreuz erster uund zweiter Klasse als einzige Frau in der deutschen Geschichhte und das Goldene Militärfliegerabzeichen mit Diamanten - ein ´Teufelsweib´ ähnlich wie ´Lara Croft´ wenn man so mag) {1}, die diesen Vorschlag Hitler am 28.Februar 1944 unterbreitete. Dieser war nicht angetan, erlaubte aber die Vorbereitung solcher Angriffe. Etwa 70 Freiwillige wurden ausgesucht und an das legendäre Kampfgeschwader 200 angegliedert. Ab dem Winter 1943/44 setzte sich Reitsch für die Entwicklung der Selbstopfer-Flugzeuge ein. Und was jetzt kommt, ist wie ein Mix aus James Bond und Area 51-Abenteuern: 

 

Das Kampfgeschwader 200 (KG 200), ein gemischter Verband der Luftwaffe und der Wehrmacht für besonders schwierige Kampf- und Transportaufträge, wurde mit Befehl vom 21.Februar 1944 aufgestellt. Seinen Ruf als Geister-, Gespenster- oder Spionagegeschwader erwarb sich das KG 200 durch Einsätze zum Absetzen und Versorgen von Agenten der Abwehr oder des Reichssicherheitshauptamt im feindlichen Hinterland. Ihm oblag zudem die Erprobung neuer Waffen, die Vorbereitung strategischer Angriffe mit Sonderwaffen wie z.B. der Mistel-Flugzeuge (Eisenhammer), die Bekämpfung wichtiger Ziele mit Spezialwaffen, der Transport von strategisch wertvollen Gütern mit Langstreckenmaschinen. Das Kampfgeschwader ging aus dem mit Sonderaufgaben betrauten Versuchsverband des OB der Luftwaffe und der Transportkolonne XI OST hervor, das fliegende Personal bestand aus erfahrenen Besatzungen. Kommodore wurde im Herbst 1944 Oberstleutnant Werner Baumbach. Der Verband unterstand der Luftflotte Reich, an der Ostfront als fliegender Verband der Luftflotte 6 (v. Greim) und verfügte über einen Flugzeugpark von fast 40 verschiedenen Typen, darunter auch Lastensegler und Wasserflugzeuge sowie heimlich erbeutete amerikanische Douglas CD-3 und etwa 20 viermotorige Bomber Flying Fortress und Liberator. Die Absetzkommandos waren als selbständige Einheiten unter Tarnnamen wie ´Carmen´, ´Clara´ oder ´Olga´ über den deutschen Machtbereich verteilt; mit Langstreckentransportern wurden Agentenflüge bis in den Irak unternommen. Auf dem Flugplatz Finow bei Berlin unterhielt das KG 200 eine Sonderwerft, wo seine Maschinen für Geheimaufträge ausgerüstet wurden. Das geheime KG 200 wäre also die richtige Einsatzgruppe und Operationseinheit für eine "Reichsflugscheibe" der Nazis gewesen. Doch davon ist nirgends die Rede. 

 

(1) = Im Jahr 1937 wurde Reitsch von Ernst Udet als Versuchspilotin an die ´Flugerprobungsschule der Luftwaffe´ in Rechlin am Müritzsee berufen. Dort hatte sie die Gelegenheit, Stukas, Bomber und Jäger zu testen. Als erste Frau der Welt wurde sie im selben Jahr von Udet zum Flugkapitän ernannt. Melitta Gräfin Schenk von Stauffenberg, die erste Lufthansa-Pilotin, erhielt diesen Titel einige Monate nach Reitsch verliehen. Ebenfalls im Jahr 1937 überflog Hanna Reitsch als erste Frau der Welt die Alpen im Segelflug. Ebenfalls als erste Frau flog sie den von Henrich Focke gebauten Hubschrauber Focke Wulf 61, mit dem sie 1938 in der Deutschlandhalle in Berlin den ersten Hallenflug der Welt mit einem Hubschrauber wagte. Als Versuchspilotin flog sie 1939 den für die deutschen Luftlandetruppen bestimmten Großsegler DFS230 ein. Mit der Dornier Do-17 und der Heinkel He-111 führte sie Versuche durch, um herauszufinden, ob die Stahlseile britischer Ballonsperren mit einem vor dem Bug des Flugzeuges angebrachten Gerät zerschnitten werden konnten. 1942 flog Reitsch in Augsburg das erste Raketenflugzeug der Welt, die Messerschmitt Me-163 Komet, und nahm an Tests der bemannten Fieseler V1 teil. Am 26.April 1945 flog sie mit dem Generaloberst Robert Ritter von Greim, der bei dem Unternehmen verwundet wurde, in das von den Russen bereits eingeschlossene Berlin. Von Greim wurde von Hitler zum Generalfeldmarschall und Nachfolger Görings als Chef der Luftwaffe ernannt. Reitsch wollte Hitler Ã?berreden, sich von ihr ausfliegen zu lassen. Hitler lehnte ab und gab ihr ein Gift, mit dem sie sich umbringen sollte, sofern sie es nicht schaffte, aus Berlin wieder heraus zu fliegen. Nur mit Mühe konnte Reitsch Berlin verlassen, geriet jedoch im Mai 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Sie wäre auch eine ideale Testpilotin für eine potenzielle "Reichsflugscheibe" gewesen. Doch von so etwas hat sie in ihren 4 Büchern nie geschrieben. 

 

Zur Erinnerung: Die V1 (Vergeltungswaffe 1); auch Fliegende Bombe, Fieseler Fi 103, Kirschkern, Dynamitmeteor oder unter dem Tarnnamen FZG 76 (Flakzielgerät) bekannt, ist eine Bezeichnung für ein unbemanntes, sprengstoffbeladenes Flugzeug und war damit die erste (heute als Marschflugkörper bezeichnete) Waffe dieser Gattung, die im Krieg eingesetzt wurde. V1 war eine politische Bezeichnung, Fieseler Fi 103 die militärische Bezeichnung anhand des RLM-System für Flugzeuge. Entwickelt wurde die V1 von Robert Lusser von der Firma Fieseler und von Fritz Gosslau von der Firma Argus, die das Triebwerk herstellte. Der erste Test der V1 fand am 24. Dezember 1942 in Peenemünde statt. Hierfür wurden am nordöstlichsten Ende der Insel Usedom drei verschiedene Startrampen errichtet. Weitere Startstellen für die Erprobung der V1 befanden sich in Zempin auf der Insel Usedom. Die Herstellungskosten per Stück betrugen 3.500 Reichsmark (RM) und für den Bau waren ca. 280 Arbeitsstunden nötig. Der erste offizielle Start fand am 12.Juni 1944 statt - in den frühen Morgenstunden des 13.Juni schlug die erste V-1 in London als Terrorwaffe ein (6.184 Zivilisten verloren ihr Leben während derartiger Angriffe). Unterwegs mit einer Kreisel-Kurssteuerung. Die erste Version Fi 103R Reichenberg, auch als V4 bezeichnet, war bemannt; sie sollte gegen die alliierten Bomberströme eingesetzt werden. Kurz gesagt also: Reichenberg war die Tarnbezeichnung für eine bemannte V1-Version, die als eine Art ´Rammjäger´ gegen alliierte Bomberverbände entwickelt wurde. Die Maschine ist zu Schulungszwecken sogar in einer doppelsitzigen Version gebaut und benutzt worden, wie man es auch kurz in einem Filmclip sah. (Heute befindet sich eine solche sepzielle V1 im Museum von Par de Calais in Nordfarnkreich.) 

 

Die negativ ausgefallene Erprobungen mit der Me 328B führten schließlich zu dem Gedanken, die Fi103 einzusetzen, indem man sie mit einem kleinen Cockpit auf der Oberseite versah, so dass sie durch einen Piloten steuerbar würde. Robert Lusser entwarf die entsprechenden Änderungen an der Zelle und der Steuerung. Gebaut wurde die geänderten Zelle bei der Segelflug Reichenberg GmbH, so das hieraus der Name "Reichenberg Gerät" entstand. Insgesamt wurden ca. 175 modifizierte V1 V4 gebaut, die meisten bei der Luftmunitionanstalt Neu-Tramm. Anders als bei japanischen Flugzeugen waren die Piloten der neuen Fi 103 R theoretisch in der Lage, kurz vor Aufprall und Detonation abzuspringen, wenn dies auch in der Praxis schwierig gewesen wäre, da sich das Cockpit direkt unterhalb des Eingangs des Pulsstrahltriebwerks befand. Im Rahmen der Ausbildung wurden Fi 103R durch den Bomber Heinkel He111 auf ihre Starthöhe geschleppt. Aufgrund der schlechten Langsamflugeigenschaften kam es wiederholt zu Unfällen. Zu einem Einsatz ist es nicht mehr gekommen. 

 

(Siehe auch: Ulrich Albrecht: >Artefakte des Fanatismus. Technik und nationalsozialistische Ideologie in der Endphase des Dritten Reiches<, erhältlich vom Informationsdienst Wissenschaft und Frieden, Ausgabe 4/1989. Enthält einen ausführliche Abschnitt über die Selbstopferflugzeuge; Günther W. Gellermann: >Moskau ruft Heeresgruppe Mitte ... - Was nicht im Wehrmachtbericht stand - Die Einsätze des geheimen Kampfgeschwaders 200 im Zweiten Weltkrieg<, Bernard & Graefe, 1988, ISBN 3-7637-5856-9; ´Luftfahrt History´, Heft 2 - Fieseler Fi 103 ´Reichenberg´ - Die Geschichte der bemannten V1.) 

 

Nurflügel-Flugzeuge, die "Fliegenden Dreiecke": Während einst in Amerika Zukunftsprojektionen aufkamen, wonach die Menschheit eigentlich in unseren Tagen in einer Art Volks->Fliegende Untertasse< sich dem Massenverkehr mit einem "Sky Car" stellen werde, sind in unseren Tagen Ideen über die Zukunft der Luftfahrt in >Fliegenden Dreiecken< präsent. Die modernen UFOs haben spätestens mit den ostbelgischen Sichtungen (die letzte große europäische UFO-´Wave´) von 1989-1991 die alten Untertassen mit der Dreiecksgestalt abgelöst. Designwechsel im Kosmos? Oder genau zu jener Zeit als das öffentliche Raunen über eine neue Generation von amerikanischen Militärfliegern umging? Letztes wohl eher. 

 

Spass beiseite. Um es gleich zu sagen: So wie es ausschaut, wird es für den zivilen Massen-Flugverkehr weder Hyperschall-Flugzeuge noch "Fliegende Dreiecke" im Linieneinsatz geben - beide sind nur für das Militär hochinteressant. Die Eigenheiten des Hyperschall-Flugs (wie das Springen eines über einen See geworfenen flachen Steins) am Rande der Atmosphäre sind wegen der "Kotztütenkrankheit" keineswegs Zivilisten zuzumuten, und echte wirtschaftlich sich rechnende Passagierflugzeuge im Nurflügler-Design sind viel zu groß, um an den heute existierenden Flughäfen angenommen werden zu können. Für das Militär dagegen sind beide Techniken interessant. Und da wird auch die genannte RTL II-Sendung aus der "Welt der Wunder"-Reihe interessant, weil sie auch einen Rücksturz in die Vergangenheit leistete. Der einzige Nurflügel-Jet der bisher in Serie gebaut wurde ist der amerikanische Tarnkappen-B-2-Bomber, der genauso wie die Jagdflieger-Ausgabe in Gestalt des Nachtfalken F-117 für unsere Augen immer noch ausschaut "wie aus einer anderen Welt". Aufgrund des ungewöhnliches Designs ist der B-2 so sehr schwierig via Radar festzustellen - und er verbraucht weniger Sprit, weshalb er mehr Bomben zuladen kann. Zur Aerodynamik: Beim normalen Flugzeug sorgen die Flügel für den Auftrieb, der Rumpf erzeugt dagegen nur Luftreibung. Ohne Flügel würde es nicht fliegen können. Beim Nurflügel-Flugzeug erzeugt aber die ganze Oberfläche der Maschine für Auftrieb! Dieser aerodynamische Vorteil erspart um die 30 % Kraftstoff. 

 

Jetzt wird es wieder spannend: Das erste Nurflügel-Flugzeug der Welt mit Düsenantrieb haben Ingenieure in den letzten Monaten des letzten Weltkriegs bei Göttingen getestet - die so genannten Horten IX. Zwei junge Leute aus Bonn, Walter und Reimar Horten, steckten schließlich dahinter. Im amerikanischen Maryland (bei Washington, DC) stehen heute die Überreste der einzigen Horten IX in einer Lagerhalle des National AirSpace Museum unter Aufsicht von Russ Lee als Spezialist für dieses Wunderwerk. Wie im Filmbeitrag zu sehen - und es hatte etwas Science Fiction-mäßiges zweifelsfrei an sich! Begonnen hatte bei den Horten-Brüdern alles mit dem Segelflug und sie bauten den ersten Nurflügel-Segelflieger. Im Alter von 18 und 20 Jahren, privat für sich und ohne große Ingenieursausbildung und auch ohne ´Reich´ oder Industrie im Rücken. Sie versuchten es einfach. Mit dem Aufkommen der Düsenflieger sahen die Hortens eine Chance für einen neuen Nurflügler. Willy Messserschmitt war es persönlich, der Reimar Horten das Düssentriebwerk an einer Me-262 zeigte, weil er sehr angetan von den Arbeiten der beiden Brüder war, welche inzwischen in der Luftwaffe dienten. Daraus ergab sich die Vision von einem Nurflügel-Düsenjäger, schneller und wendiger als die Me-262. Den Beweis konnte der "Entwurf Nummer 9" wegen des Kriegsendes nicht mehr antreten, die Horten IX war nicht fertiggestellt. Dann bargen die Amerikaner als Beutegut die nicht ganz fertiggestellte ´Geheim´-Konstruktion und verschifften sie über den Großen Teich, genauso wie alle anderen "Wunderwaffen". Man analysierte das Objekt in Nordkalifornien, aber der Geheimdienst verlor dann das Interesse an dem neuen Flieger und übergab ihn dem National Air and Space Museum in Washington. 

 

Man nahm die Horten IX deswegen nicht ernst, weil die Horten´s ihr Projekt aus den unterschiedlichsten Wrack-Flugzeugteilen als Flickwerk zusammengeschustert hatten und selbst in diesen letzten Tagen des 3.Reichs von der Hand in den Mund lebten. Es war eben die Zeit vor dem Untergang und jeder wurschtelte damals nur noch vor sich hin. "Entwurf Nummer 9" war kein Projekt der Luftwaffe, es war das Privatvergnügen der Horten´s. Man ließ unter Messerschmitt`s Protektion nur zu, dass sich die beiden Brüder aus Flugzeugwracks von der Schrotthalte bedienten. So knallhart ist die Sache gewesen, und sicherlich wenig romantisch noch irgendwie abenteurerhaft. Die Bilder des ´Prototypen´ zeigen das Flickwerk (übrigens ohen Flügel, sondern nur einen Stummelansatz davon gab es ehemals) auch deutlich. Zweifelohne wäre (!) das Flugzeug nach der Me-262 und Me-163 Komet DAS revolutionärste Flugobjekt der damaligen Zeit gewesen, wenn das Wörtchen "wäre" nicht wäre. Von der ganzen Bastlerarbeit bekamen weder Heeresführung noch die Nazi-Oberen im verbrecherischen Regime was mit, es ging an ihnen vorbei - und mit dem Ende war sowieso alles egal und lag darnieder. Die Horten IX kam mehr als viel zu spät ins ´Spiel´ und noch nicht einmal ins Versuchsstatium. Die innovative Technik des Horten-Fliegers wurde zunächst auch in den USA nicht erkannt. Übrigens zeigte RTL II auch Bilder des Abtransports der Horten IX - irgendwie sieht das aus, als wenn eine Art >Fliegende Untertasse< aufgeladen wird! Zudem wurden auch drei Horten-Nurflügel-Segelflieger nach den USA verfrachtet - und DIE nahm man beim Geheimdienst dort ernster als der "Entwurf Nummer 9". Aber es geht ganz bizarr weiter: Während der US-Secret Service mit der Horten IX kaum was anfangen konnte, rochen hinzugezogene Ingenieure der Flugzeugfirma Northrop Morgenluft! Basierend auf der Horten IX entwickelten sie ihre berühmte YB-49 - der erste US-Nurflügler, den Northrop dem Pentagon als revolutionäre neue Eigenentwicklung so verkaufte, das man damit Atombomben bis nach Moskau bringen könne! Nur 2 1/2 Jahre nach Kriegsende startete dieser Jet zum Jungfernflug. Doch der Flieger ist nicht luftlagestabil, fliegt nicht wirklich gerade aus und stürzt mit Maj.Edwards ab, der hier ums Leben kam (nach ihm benannte man Muroc Air Field in Edwards AFB um). 

 

Die unruhige Fluglage ist allen Nurflügelflugzeugen grundsätzlich aufgrund ihrer ureigenen Physik gemein. Die bekam man Ende der 40er Jahres des letzten Jahrhunderts nicht in den Griff und das Nurflügel-Flieger-Programm wurde deswegen eingestellt. Zehn Jahre später sollte übrigens das >Fliegende Untertassen<-Projekt in Gestalt des AVRO-Projektes in Sachen Luftüberlegenheitsjägers in Untertassenform gleichsam eingestellt werden, weil eine große und bemannt-fliegende Scheibe alle ihre idealen Flugeigenschaften eines kleinen Frisbee verliert und zum schwerst-steuerbaren und kaum-kontrollierbaren Körper wird, der maximal nur noch bodengebundene Hovercraft-Eigenschaften besitzt. Was für ein Flugobjekt natürlich sinnlos ist und eindeutig extrem weit wie das nächste Sonnensystem von einem gedachten "Luftüberlegenheitsjäger" entfernt. So schaut es aus, "blöd" - ist aber dennoch so. Während die YB-49 wenigstens noch in den Himmel aufstieg und dort auf den ersten Blick schick ausschaute, blieb der AVRO-Car bei allen Versuchen nur langweilig am Boden und gab nichts her, daher auch der Name "Car". Doch selbst als Hovercraft war mit dem AVRO-Design nicht wirklich was anzufangen... Mit den >Fliegenden Untertassen< ist die flugtauglich nach Frisbee-Scheibe als Funobjekt und Wurfscheibe beim Leistungssport auch schon erschöpft. 

 

Heutige Nurflügler fliegen nur deswegen sicher, weil eine ganze Batterie von Bordcomputern die fehlenden flugstabilisierenden Höhen- und Seitenruder mit ihren Steuerungsprogrammen Dank permanenter Korrekturen der Steuerflächen ausgleichen können. Kurz gesagt: Ohne Computerkontrolle flögen die auch heute nicht, weil es physikalisch unmöglich ist. Auch die Horten IX wäre wohl deswegen nie wirklich geflogen. Trotzdem: Bein Jungfernflug der YB-49 ärgerte man sich in der Luftraumkontrolle darüber, dass die Maschine nur äußertst schwach auf dem Radar zu sehen war, fast unsichtbar war. Die Tarnkappenfähigkeit (wie man es erst viel später so nennen würde) wurde hier zwar gesehen, aber in ihrer wahren Bedeutung (für die Zukunft) unter der militärischen Denkweise von damals NICHT erkannt, weil gerade die SICHTBARMACHUNG von Flugobjekten im Kern stand und niemand einen Sinn für die "Unsichtbarkeit" hatte und auch den Vorteil gar nicht begriff. Tatsächlich ist Jahrzehnte später erst im Umfeld der Herausforderung für ein auf Radar nicht sichtbares Flugzeug unter neuen militärischen Bedingungen von einem alten Fuchs bei Northrop in Erinnerung an den ehemals unerwünschten YB-49-Nebeneffekt die Lösung gefunden worden, was sofort in der Umsetzung der B-2 und des F-117 Gestalt annahm. Ein weiterer ´Witz´ der Geschichte. 

 

Am Mittwoch, den 9.August 06, zeigte der XXP-Sender (Motto: "Das Abenteuer Wirklichkeit") übrigens gegen 18:15 h in der Reihe "Abenteuer Discovery: Spurensuche" für mich überraschend (und auch zufällig reingerutscht) einen Beitrag zu japanischen Ballon-Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie kennen das Thema hinsichtlich der Diskussion, die es in Sachen Roswell einst betreffs den FUGO-Ballons gab. Wie hier zu sehen war, hatte Japan 1944/1945 insgesamt 9000 ´Wetterballone´ aufgeschickt und anstellte der normalen Meßsonden einfach Fliegerbomben angehängt. Eingefädelt in die von Japan erstmals entdeckten Jetstreams wurde versucht diese Ballonbomben als Fernwaffe einzusetzen, um diese dann im Nordwesten der USA unbemerkt herabfallen zu lassen. Tatsächlich kamen auch etwa 300 dieser Ballone mit ihrer scharfen Ladung in den USA an. Und es gab auch einige Bombenanschläge damit aus dem heiteren Himmel heraus. Zunächst wusste man auch in den USA nicht, woher diese Ballonbomben kamen, da auch bei aufgefundenen niedergegangenen Ballonen mit ihrem speziellen Extra als Anhängsel überhaupt nichts auf deren Herkunft verwies: keine Schriftzeichen, keine Stempel etc. Und schon damals hatten Bürger als Zufallsbeobachter dieser Ballons, die nach unseren heutigen Bildern über Wetterballons schon etwas befremdlich ausschauten weil die Ballonhülle von grobmaschigen bienenwabenstrukturierten großen Netzen ummantelt waren und diese Netze noch unterhalb des Ballonkörpers (damals Gummihüllen) verliefen, die Behörden mittels Meldungen über seltsame Flugkörper im Luftraum aufmerksam gemacht. 

 

Dann gab es auch tatschlich erste Einschläge der Bomben, wodurch sich abzeichnete, dass diese Fernwaffe ein Terrorinstrument ähnlich der V1 ist. Sofort ´bat´ der Präsident Amerikas das FBI darum hier aktiv zu werden - und zwar indem es die Medien aufsuchte und im Sinne der nationalen Sicherheit unter Druck stellte, über diese ganze Geschichte nicht zu berichten. Weswegen natürlich auch die eigene Bevölkerung im Unklaren blieb, man ließ sie lieber glauben, dass da seltsame Objekte im Luftraum unterwegs sind! Tatsächlich hatte die FBI-Aktion Wirkung. Die ganze Unternehmung war ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite konnte so die eigene Bevölkerung nicht aufgeklärt und nicht gewarnt werden, aber auf der anderen Seite (und dies stand hinter der Aktion als Taktik) sollte keineswegs der Feind irgendwelche Informationen dazu bekommen, ob oder ob nicht diese Fernwaffen Wirkung erzielten bzw überhaupt in Amerika ankamen! Absicht: Der Feind sollte den Eindruck gewinnen, dass diese Ballonbomben erst gar nicht Nordamerika erreichen und damit das Programm einstellen. Tatsächlich war die amerikanische Heimatverteidigung alarmiert und versuchte schon durch Aufklärungs- und Ortungsflüge vor der Westküste diese Ballone abzufangen. Dazu gab es auch verblüffendes Filmmaterial zu sehen, u.a. auch einen Vorfall an der US-Küste wo die amerikanische Luftabwehrflack mitten in der Nacht wie verrückt in den dunklen Himmel ballerte, um einen solchen Ballon dort abzuschießen. Hatte schon einiges an Vergleichsmaterial zum legendären Fall von Los Angeles vom 25.Februar 1942! Übrigens Ausgangspunkt für Steven Spielberg`s Filmkomödie >1941<. 

 

Bleiben wir noch in der Vergangenheit, um die Wurzeln der heutigen UFOlogie besser verstehen zu können. Jerome Clark schickte am 23.8.06 einen Zeitungsartikel in die Magonia-Exchange-eMail-Liste ein, woraus die nachstehenden Zeilen entstanden: 

Der ´Kannapolis Daily Independent´ aus North Carolina berichtete am 14.März 1955 unter der Headline "Flying Saucer Fans Confident/Spacemen Will Protect U.S. In Event Of War" aus dem kalifornischen Twenty-Nine Palms von der zweiten ´Flying Saucer Convention´ am Giant Rock Airport mitten in der Wüste und 30 Meilen nordwestlich von Twenty-Nine Palms entfernt. Einberufen wurde die Veranstaltung von George Van Tassel, der den Landestreifen unterhielt und das "College of Universal Wisdom" dort betrieb. Hierzu hatten sich etwa 1.000 Leute eingefunden, denen man dort versicherte, dass die >Fliegenden Untertassen< dafür sorgen werden, das sie nichts bei einem Atomkrieg zu befürchten hätten. ´Kontaktler´ mit Wesen von Mars, Venus, Saturn und anderen himmlischen Örtlichkeiten versicherten dies den Zuhörern, weil jene Außerirdischen dafür sorgen würden, dass die Erde sich nicht selbst in die Luft jagt. Niemand brauche sich wegen den damals laufenden besorgniserregenden Entwicklungen auf der Erde Sorge machen, die absolut menschenartigen Außerirdischen bringen alles ins Lot. Unter den Rednern war auch Richard Miller aus Prescott, Arizona, der davon berichtete, dass die Erde sich nun gerade durch eine "gewaltige Wolke tödlicher kosmischer Strahlen" bewege. Aber 3.500.000 Raumschiffe unter marsianischem Kommando einen Schutzschirm bilden, um die Menschen davor zu bewahren. Nett. Sollte das Unternehmen scheidern, würden die Raumschiffe zur Evakuierung der Erdbevölkerung ansetzen und ihre Zahl dafür völlig ausreichen. Miller wisse dies alles schließlich ganz genau, weil ihn ´Sol-Tec´ selbst informiert habe, der Kommandant des Unternehmens an Bord eines 50 Meter großen Mars-Raumschiffs sei. Jener habe Miller nahe Detroit an Bord des Raumschiffs genommen, um ihm in einem 12-stündigen Raumflug alles zu erklären. Er versichte Miller, das vor langer Zeit mal der Planet Lucifer während einer solchen kosmischen Katastrophe untergegangen war (daraus resultiert der Asteroiden-Gürtel zwischen Mars und Jupiter) und seitdem die galaktische Zivilisation alles darum tue, so etwas nie wieder geschehen zu lassen. Auf der selben Veranstaltung sprach auch Mrs.Dona Howard aus Desert Hot Springs, um zu berichten einen Raumflug zur Venus unternommen zu haben, wo sie die "wunderschöne Romanze" mit einem Venusier namens Lelando erlebt habe. Danach sie sie zur Erde zurückgebracht worden, um eine "venusische Botschaft" für die Erdenmenschheit zu übermitteln. Und so schloß der Artikel: "All of the speakers explained that the creatures from the other worlds all speak English because they learned it over the radio."

Quelle: CENAP-Archiv

824 Views