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UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-65

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01.06,2006

Kurios - Ufo-Alarm: Die Ballon-Elite hebt ab

Immer wieder Überraschungen im UFO-Feld

DÜSSELDORF

Ufo-Alarm: Die Ballon-Elite hebt ab

Wäre dies ein Fernsehbeitrag, würde jetzt die Titelmelodie von Raumschiff Enterprise erklingen.

 

Düsseldorf. Zu sehen wäre ein nächtlicher Sternenhimmel. Von rechts schöbe sich ein unidentifizierbares Flugobjekt ins Bild eine Kugel mit weiß-roten Signallichtern. Stattdessen lassen wir dieses Bild nun also durch Worte in Ihrem Gehirn entstehen. Haben Sie es? Gut, dann können Sie sich in etwa vorstellen, was in den Köpfen vieler Düsseldorfer vor sich ging, die in den vorigen Jahren zu Pfingsten in den abendlichen Himmel schauten und dann bei der Polizei anriefen, um die Anwesenheit von Ufos zu melden. Die Polizei kennt diese Anrufe zur Genüge. Und Carlo Schröter auch. Er ist Vorstand beim Düsseldorfer Ballonclub Barbarossa und organisiert morgen also wiederum zum Pfingstwochenende die 22. Internationale Carl-Götze-Gasballonwettfahrt. Und deshalb hat er die Öffentlichkeit diesmal per Pressemitteilung vorgewarnt. Darin heißt es: "Sollten sich wieder Leute Sorgen machen, dass Ufos am Himmel sind, sind es unsere runden Gasballonkugeln, die weiß/rote Signale geben, aber absolut lautlos dahin schweben." Der Mann hat Erfahrung mit diesen Dingen. "Vor sechs Jahren haben bei einer Wettfahrt hunderte von Leuten bei der Polizei angerufen", erinnert sich Schröter. "Das kommt daher, weil wir ja lautlos fahren."

 

Also Obacht, liebe Düsseldorfer! Solltet Ihr morgen Abend Kugeln geräuschlos am Himmel schweben sehen, solltet Ihr nur eins tun: Daumen drücken und das Haupt in Ehrfurcht senken. Denn oben tummelt sich die deutsche Gasballon-Elite. Von insgesamt nur 24 Gasballons, die es in Deutschland noch gibt, wird sich fast die Hälfte in Düsseldorf in die Lüfte erheben die anderen Teilnehmer kommen aus der Schweiz, Belgien und Frankreich. Insgesamt sind 14 Ballons am Start, der übrigens um 22 Uhr auf dem Platz des Aero-Klubs Am Kleinforst in Eller ist. Rund zwölf Stunden werden die Ballons in der Luft bleiben, bis klar ist, wer gewonnen hat (nämlich der, dessen Gefährt am weitesten gefahren ist). Dem Sieger winkt der Carl-Götze-Pokal, benannt nach einem bekannten Düsseldorfer Ballon-Pionier. Es handelt sich um eine Wander-Trophäe, die dauerhaft nur behalten darf, wer die Wettfahrt drei Mal hintereinander gewinnt. "Aber das hat noch niemand geschafft", erklärt Schröter. Nun würde ein neuer Pokal 2000 Euro kosten, kann sich der Verein also glücklich wähnen, wenn die Trophäe wandert? Schröter: "Nein, das ist egal. Wer bei uns gewinnt, muss einen neuen Pokal stiften. Wir sind ja schlau!"

 

Die Düsseldorfer sind es auch, und freuen sich deshalb, wenn morgen (bei einigermaßen gutem Wetter) ungewöhnliche Flugobjekte am Himmel zu sehen sind. Denn dieser Anblick ist sehr schön und sehr selten! Kommen wir nun noch zum Schluss: Sie sehen eine Ballonkugel in der Ferne entschwinden, dazu die Melodie von "Über den Wolken". Abspann . . . Weitere Infos über den Ballonclub Barbarossa bei Carlo Schröter unter Telefon 66 66 19 oder http://www.mps.de/ballon

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01.06.2006

Historische Noten der UFOlogie aus dem CENAP-Archiv:

Juni-UFO-Meldungen von vor 55 bis vor 20 Jahren: Fliegende Untertassen in der Presse

dpa meldete am 19.Juni 1961 aus London: Eine "Fliegende Untertasse" wurde am Sonntagabend über einigen Teilen Ostschottlands und Nordenglands beobachtet. Einwohner aus Ortschaften, die zum Teil über 150 km auseinanderliegen, berichteten übereinstimmend von einem unbekannten Flugobjekt, das sich geräuschlos und mit enormer Geschwindigkeit in einer geraden Linie von West nach Ost bewegte. Einige sprachen von einem blendend hellen Lichtball mit einem Schweif, andere von einem "rötlichen Objekt mit einem langen grünlichen Schweif". Ein Beobachter will einen festen schwarzen Flugkörper unmittelbar vor der Lichterscheinung gesichtet haben. Das Ministerium für die Luftstreitkräfte in London hat eine Überprüfung der Radaraufzeichnungen vom Sonntagabend angeordnet. Die Möglichkeit, daß es sich bei dem unbekannten Flugobjekt um eine "Corporal"-Rakete gehandelt haben könnte, scheidet nach Angaben eines Sprechers des Ministeriums aus. Soweit also die ´Schwäbische Zeitung´ vom 20.Juni 1961. [Sicher nichts weiter als ein Meteor-Phänomen.]

 

"Das Ding war riesengroß, lautlos und hell beleuchtet", so der Aufmacher in der ´BILD-am-Sonntag´ vom 13.Juni 1976. Nahezu zwei Drittel aller Amerikaner mit überdurchschnittlicher Intelligenz sind davon überzeugt, daß die seit Jahrzehnten immer wieder beobachteten hyperschnellen Himmelsrätsel nichts anderes als "Raumschiffe von anderen Planeten" sind. Das ist das überraschende Ergebnis einer Umfrage unter Mitgliedern der US-Organisation MENSA, der nur Menschen mit einem Intelligenzquotienten über 140 angehören. 140-Plus-Intelligenzler aber gelten als "die gescheitesten Köpfe der Welt". Über fünf Millionen Amerikaner glauben UFOs begegnet zu sein. Zehntausende dieser "Alarmmeldungen werden gegenwärtig in einem Zentrum für UFO-Studien, dem Wissenschaftler mehrerer amerikanischen Universitäten angehören, untersucht". Auch dies hört sich alles dramatisch an und ist voller Übertreibungen. Das Zentrum für UFO-Studien (Center for UFO Studies) ist eine private Einrichtung im Hause des Ehepaars Allen und Mimi Hynek, dies wird hierbei ´übersehen´. Tatsächlich gehören als Mitglieder der privaten UFO-Forschungsgruppe CUFOS verschiedene Wissenschaftler an amerikanischen Fakultäten an, die hier ebenfalls ihrem Privatvergnügen, eben UFO-Forschung, nachgehen. Sicher dagegen sind Umfrageergebnisse aus jener Zeit, wonach hochgerechnet etwa 5 Millionen Amerikaner irgendwann in ihrem Leben ein UFO-Phänomen gesehen haben könnten, von denen selbst traditionellen Einschätzungen nach aber 90 Prozent auf IFOs zurückgehen. "Alarmmeldungen" dies zu nennen ist übertrieben und schon gar nicht wurden "Zehntausende" solcher "gegenwärtig untersucht".

 

BamS weiter: "UFOs sind aber auch in Europa gesichtet worden: von US-Aufklärungsflugzeugen, die die rätselhaften Gebilde sogar auf ihre hochempfindlichen Spezialfilme gebannt haben [?]. Oder von der Hamburgerin Sophia Föllmer (45) und ihrer 70jährigen Tante beispielsweise. Sophia Föllmer, Mutter von drei Kindern, ist Steuerexepertin und hatte sich vor ihrer Begegnung mit dem ´unglaublichen Ding´ weder mit UFOs noch mit Astrologie, mit Gespenstern oder sonstigen über- oder außerirdischen Erscheinungen beschäftigt. Ihr Bericht ist ein lesenswerter, vielsagender Beitrag zum vielbelächelten, heißumstrittenen ungeklärten Phänomen der Fliegenden Untertassen. In der Nacht zum 31.Dezember 1973 ist die Urlauberin Sophia Föllmer nebst Tante auf dem Weg zu ihrem Hotel, das außerhalb der 420-Einwohner-Gemeinde Gras-Ellenbach bei Michelstadt (Odenwald) liegt. Die Nacht ist diesig und mondlos, alle Straßenlaternen sind abgeschaltet. Es ist die Zeit der Energiekrise! Frau Föllmer kann ´die Hand nicht vor den Augen sehen´ - bis es überraschend sehr hell wird: ´Plötzlich schwebte sie ben uns. Eine mächtige, runde Scheibe - wie von Tausenden Glühbirnen erleuchtet. Ihre Kuppel war riesengroß und leuchtete noch heller als der Rumpf. Das Ding war etwa so hoch wie ein vierstöckiges Haus und völlig geräuschlos. Die Entfernung betrug etwa 200 bis 300 Meter. Lautlos fuhr die leuchtende Scheibe vorwärts und rückwärts, stieg und senkte sich wieder...´ Frau Föllmers Tante reagierte auf die plötzliche Erscheinung mit einem Ausruf, der die geübte Fernsehseherin verrät: ´Mein Gott, wie die Enterprise!´ Urlauberin Föllmer (´wir hatten Angst, unbedingt!´) denkt weiter: ´Wenn die jetzt landen, wenn wir verschwinden, was dann?´ Die gelblich leuchtende Scheibe manövriert weiter hin und her und plötzlich senkrecht hoch. Frau Föllmer rennt ins 800 meter entfernte Hotel. trommelt ihren Mann aus dem Schlaf. Beide stürzen ins Freie - aber der leuchtende Apparat ist abgeflogen, verschwunden, hat sich im Nichts aufgelöst. Ihr Mann versichert ihr immer wieder: ´Ich glaube dir; denn du bist ein kühler, sachlicher, stocknüchterner Mensch!´ Am nächsten Morgen untersucht das Ehepaar Föllmer die Talsenke, in der das unbekannte Flugobjekt manövriert hat. Keine Spuren - nichts!"

 

Begleitet wird die Darstellung von einer Zeichnung des Grafikers Gerd Werner, die einmal mehr direkt wie aus einem Science Fiction-Film kommend wirkt: Eine mächtige Fliegende Untertasse über einem Tal des Odenwalds. Und die BamS-Berichterstattung klopft den Fall fest: In jenem Jahr von Frau Föllmer´s Sichtung gab es bei der "amerikanischen UFO-Registratur" 1.500 Sichtungsmeldungen, "ein Rekord". Und im gleichen Jahrhatten zwei Astronauten des SKYLAB-Unternehmens ein "Rendezvous mit einem geheimnisvollen rötlichen Objekt, das heller war als alle Planeten", und weiter: "Selbst nach schärfster Präfung durch Wissenschaftler bleiben immer wieder Dutzende UFO-Sichtungen übrig, die nicht als Sinnestäuschung, Irrtümer oder Spekulationen abgetan werden können." Damit ist Frau Föllmer geholfen worden, ihre eigene Sichtung im indirekten Beweisen einer Indizienkette zu zementieren - ein vielgenutztes Spiel in diesem Minenfeld namens UFOlogie. BILD-am-Sonntag kämpft für die UFO-Beobachter und bringt es durch Frau Föllmer auf den selbstentschiedenen Punkt: "Sie stellt die Frage: Werde ich automatisch zur Lügnerin oder Phantastin, weil es den Wissenschaftlern nicht möglich ist, Natur und Herkunft der Fliegenden Untertassen zu erklären? Ist eine solche Schlußfolgerung eigentlich erlaubt, fair und intelligent? Womit sie genau den Kernpunkt der UFO-Affäre getroffen hat."

 

Der Kernpunkt der Affäre UFO ist bei genauerer Begutachtung des Falls weitaus banaler: Die ganze BamS-Story ist genauso übertrieben wie die SF-Grafik zu den Fall, außer einem rot-orangen-pulsierenden und eratisch dahinschwebenden Feuerball von unbestimmbarer Größe war nichts gesehen worden, schon gar keine Fliegende Untertasse, die Gerd Werner "nach Schilderungen der Augenzeuginnen" ins Blatt malte. Ausgang der ganzen Story ist nichts weiter als ein kleiner Silvester-Spaß namens Miniatur-Heißluftballon gewesen, den irgendjemand in der Nähe der beiden Frauen hochließ. Natürlich ist den Betrachtern solcher UFO-Stimulis unheimlich zumute, wenn sie derartiges Fluggerät sehen, was sie noch nie sehen und was sie auch gar nicht kennen. Bedauerlich ist es natürlich, wenn die von Frau Föllmer angesprochenen Wissenschaftler die Natur derartiger Erscheinungen nicht kennen und deswegen nicht nur die UFOs die Erdbewohner narren. Was die Zeugen zumeist beschreiben ist tatsächlich die vielleicht etwas subjektiv gefärbte Erfahrung mit einem objektiv vorhandenen Objekt, welches sie sich nicht erklären können, erstaunlich dagegen ist oftmals aber das, was bestimmte Presse-Organe dann daraus auf Kosten der Betroffenen (Zeugen und Leserschaft!) machen.

 

Auch Roland Horn nahm sich für Nr.5/1980 der ´Pegap-Information´ des Vorfalls an, da die Örtlichkeit der Sichtung quasi vor seiner damaligen Haustüre in Erbach liegt. Frau Föllmer hatte sich zumindest derweilen zu einer Quasi-UFOlogin entwickelt und freute sich über ihre kurzfristige Berühmtheit, war sie mit ihrem Sichtungs-Erlebnis sogar beim ORF im März 1977 zwei Stunden lang auf Sendung gewesen. Derweilen entpuppte sich die Zeugin als DUIST-Mitglied und zeichnete Ihre Briefe mit "Herzliche Grüße an alle UFO-Anhänger..." ab. Dabei machte Horn bemerkenswerte Erfahrungen, weil die Dame sich empört zeigte, daß man ihre UFO-Sichtung als authentisches UFO anzweifelte. Sie war sich sicher, was sie gesehen hatte: "Ein Riesenraumschiff", dies versicherten ihr schließlich auch Experten aus Amerika, die sie extra in Hamburg besucht hatten und "sehr viel über UFOs wissen", aha.

 

Gleich ging es auch bei BILD am 19.Juni 1976 weiter: "Zwei Polizisten sahen ein UFO - Drei Männer sahen es" berichtete Rudolf Hajduk aus Ennepetal (Nordrhein-Westfalen). Das Düsseldorfer Innenministerium hat den Bericht von zwei Polizeibeamten bekommen, die nachts über Deutschland eine geheimnisvolle Fliegende Untertasse gesehen haben. Hauptwachtmeister Heinz-Werner Nösler und Obermeister Ulrich Roschlaub, die bei Vollmond auf der Landstraße von Ennepetal nach Schweflinghausen Alkoholsünder suchten: "200 Meter entfernt und 50 Meter hoch bewegte sich ein greller Feuerball. Er hatte einen Durchmesser von 20 Metern. Er stand 20 Minuten über einem Wäldchen, umgeben von grellem Licht. Unten kamen weiß-blaue Lichtstrahlen hervor und suchten das Gelände ab. Plötzlich flog die Kugel mit ungeheurer Geschwindigkeit weg." Als die über Funk angeforderte Verstärkung eintraf, war das "Ding" schon verschwunden. Nur ein Helfer der Johanniter-Unfalhilfe kam rechtzeitig und sah das UFO noch. Die Erscheinung wurde am 12.Juni um 1:45 h beobachtet. Die Flugsicherung: Wir haben keine Eintragung über ein unbekanntes Flugobjekt. Auch der amerikanische Präsidentschaftskandidat Jimmy Carter bekannte vor kurzem öffentlich, daß er an UFOs glaubt: "Ich habe 1973 selbst eins gesehen. Es war groß und sehr hell. Es veränderte stets die Farben und war etwa so groß wie der Mond..."

¸ Das Ennepetal UFO wurde etwas übertrieben mit seinen Lichtstrahlen, die das Gelände absuchten, von BILD dargestellt, wie eine GEP-Untersuchung ergab. Nach unserer Einschätzung handelt es sich beim Objekt selbst um einen Miniatur-Heißluftballon, Carter hatte übrigens den Planeten Venus als UFO fehlerkannt. Aber hiervon erfuhren freilich die Millionen Leser von BILD nie etwas, dafür aber machte die Kombination deutsche Polizisten sichten UFO genauso wie der amerikanische Präsident eine einfache Rechnung auf: An den UFOs ist doch was dran! Und genau diese Dauerberieselung, die nunmehr seit cirka 50 Jahren anhält, ist es, die den UFO-Mythos wachsen ließ.

"4 UFOs rasten auf Hamburg zu! Das beobachtete ein Hamburger Kaufmann in den Ferien auf Fehmarn" hieß es am 29.Juni 1976 in der BILD in einem Bericht von Wolf-Rüdiger Kruse: Ein Hamburger Kaufmann hat nachts glühende UFOs über die Ostsee fliegen sehen. Und das gleich zweimal! In seinem Ferien-Apartment im 8.Stock eines Hochhauses am Südstrand von Fehmarn genoß Wolfgang Zühler (43) mit seiner Familie den herrlichen Blick durchs Panoramafenster: klarer Sternenhimmel, winzige helle Schaumkronen auf den dunklen Wellen. Dann waren sie plötzlich da.... "Die Nacht wurde so hell, daß die Sterne verblaßten. Das Licht kam von zwei rötlich glühenden Scheiben über dem Meer, groß wie Warenräder", erzählt er, "meine Frau holte schnell das Fernglas". Was er sah, schilderte Herr Zühler so: "Die Scheiben rotierten und sprühten Funken wie gewaltige Sonnenräder. 50 bis 100 Meter über dem Meer bewegten sie sich fast 2 Minuten lang ruckartig auf und ab und flogen dann schneller als ein Düsenjäger nach Süden davon." 30 Sekunden später rasten aus dem Westen nach 2 dieser unheimlichen Flugkörper heran. "Wir müssen hier raus", schrie er voller Angst seiner Frau und seinem Sohn (12) zu, aber da waren die UFOs schon in Richtung Hamburg verschwunden... Am nächsten Morgen, beim Einkaufen, fragte ihn die Milchfrau Gertraud D. (43): "Ist Ihnen der helle Himmel heute nacht auch aufgefallen?" Der Kaufmann, bleich und übernächtigt, nickte.

 

>UFOs werden "gesellschaftsfähig"/Erstmalig auf der Flugzeugausstellung von Le Bourget zu sehen<, kabelte aus Paris die Agentur AFP am 6.Juni 1981 um den Globus: Zum ersten Male in der Geschichte wurden UFOs auf der Internationalen Flugzeug- und Weltraumausstellung von le Bourget, dem jährlichen Stelldichein der Weltluftfahrt, gezeigt. Das hoben heute die zahlreichen Fachleute hervor, die allerdings den diskreten Charakter dieses Erscheinens betonten, das keine Vorführungen von "Fliegenden Untertassen" miteinschloß, sondern sich nur aus einem einfachen Stand der Studiengruppe für nichtidentifizierte Luftphänomene (GEPAN), einer offiziell im Jahre 1977 gegründeten Organisation, bestand. Aber nicht aus Zurückhaltung wird über diese Beteiligung viel geredet und geschrieben. Die Leiter der GEPAN streiten nicht den leicht provozierenden Charakter ihrer Anwesenheit im Salon von le Bourget ab. Der Hauptinitiator der GEPAN, Alain Esterle, sieht darin einen interessanten Test: kann man endlich in der Öffentlichkeit das Thema der UFOs berühren ohne als Träumer oder Phantast angesehen zu werden und die Angelegenheit mit gewißer Ernsthaftigkeit behandeln? Um zu versuchen die Debatte leidenschaftslos zu führen, erklärte die GEPAN, daß verschiedene Beobachtungen weiterhin unerklärlich bleiben, doch die bisher vorliegenden Daten erlauben deswegen noch nicht die Schlußfolgerung, daß es sich um Äußerungen außerirdischer Lebewesen handele. Diese Haltung, die gleichermaßen Verfechter wie Gegner der UFOs akzeptieren können, bildet jedoch keine Ausflucht. Wenn sie ihrer Sache sicher sind, machen die Forscher der GEPAN keine Umschweife. Den Anspruch zu erheben, von einem UFO entführt worden zu sein, entspringt der Einbildungskraft, versichern diese Wissenschaftler. Sie warnten diesbezüglich vor der "mythischen Dimension" des UFO-Problems, die bei manchen Individuen "einen psycho-pathologischen Rausch" auslösen kann. Ehe sie ein so kategorisches Urteil fällten, untersuchten sie zahlreiche Fälle und widmeten sogar ein ausführliches Studium einem jungen Mann, der vorgab, acht Tage auf einer "Fliegenden Untertasse" gelebt zu haben. Die Ankündigung, daß Außerirdische in einem unbenutzen Eisenbahntunnel landen würden, erwirkte, daß zweitausend Personen sich in den Osten Frankreich begaben... Doch die "grünen Männchen" kamen nicht zum Stelldichein.

 

Streng wissenschaftliche Untersuchungen durch Spezialforscher: Die GEPAN, die vom nationalen Zentrum für Weltraumforschung abhängt, beschäftigt sieben Forscher, die "full time" arbeiten und die Dienste von zwei Psychologen in Anspruch nehmen. Nach der Gründung des Zentrums untersuchten sie die in den letzten zehn jahren aufgezeichneten "Phänomene". jetzt aber versuchen sie die gegenwärtigen Probleme näher zu durchleuchten und arbeiten daher in engem Zusammenwirken mit der Gendarmerie. Wenn sie Anzeichen für die Erscheinung eines UFO erhalten, trachten sie unverzüglich danach, diese zu erklären. Sie intervenieren etwa zwanzigmal im Jahr und fanden fast immer die Erklärung. Sie klassifizieren die Beweise, stellen irdische Bezugspunkte gegenüber, analysieren vermutliche Spuren, verschaffen sich Informationen über meteorologische Bedingungen, Stellung von Sternen und Satelliten, Luftverkehr und das Bestehen von Hochspannungsleitungen. "Wir wollen", so bestätigt Esterle, "diese Phänomene auf streng wissenschaftliche Art Untersuchen, ohne jedes a priori Vorurteil. In vier Jahren werden wir alle entscheidenden Elemente zusammentragen. Nichts von dem, was wir seither als untersucht betrachten, beweist die Existenz von Phänomenen, die von außerirdischen Wesen herrühren. Doch nichts beweist auch das Gegenteil. Beim gegenwärtigen Stand der Kenntnisse, die wir vom Universum besitzen, wäre es dünkelhaft abzustreiten, daß ein solches Wesen existieren könnte."

 

>Polizei identifizierte "UFO" als Wetterballon< berichtete der Mannheimer Morgen am 19.Juni 1981: Nicht schlecht staunte ein Landwirt in Neubotzheim/Ladenburg über ein "UFO", das zur Landung auf seinem Scheunendach ansetzte. Dem Frieden nicht so recht trauend, verständigte der Mann die Polizei, die das "UFO" als einen Wetterballon aus Bayern identifizierte. Das "Ding" war offenbar mit Motorschaden abgetrudelt.

 

"Das UFO war Sowjetrakete" hieß es laut AP aus Miami und am 3.Juni 1986 schrieb so die Abendpost: Erstaunte Menschen in Florida, die am Himmel einen Feuerball mit langem Schweif beobachteten, glaubten ein UFO entdeckt zu haben. Das US-Luftverteidigungskommando: Es war eine herabstürzende, verglühende sowjetische Rakete. Sie hatte den Satelliten Kosmos 1744 in eine Erdumlaufbahn getragen.

"Zwischen Salzburg, Fuschl und St.Gilgen UFO-Alarm: Polizei und Herr im Einsatz" meldete in einer mächtigen Schlagzeile die Abendzeitung vom 21.Juni 1986 aus Salzburg: West-Österreich geriet in UFO-Fieber: Nachdem nicht nur ein 66-jähriger Rentner, sondern auch ein Gendarmerie-Inspektor zwei unheimlich leuchtende Objekte am Himmel beobachtet hatte, wurden Polizei und Bundesheer eingeschaltet. Ergebnis: Da war was... Rentner und Inspektor beschrieben am Freitag die Objekte am deutlichsten: Kugelförmige Flugkörper, mal strahlend hell und mal goldgelb, mit einem kräftigen Kern und einem schwächer leuchtenden Ring, schwebten 30 Minuten lang über den Salzburger Hausbergen und entfernten sich dann langsam in Richtung Fuschl, wo sie sich auch noch einige Zeit über des deutschen Kanzlers Urlaubsquartiert St.Gilgen aufhielten. Alarmierte Gendarmeriedienststellen bestätigten das Phänomen. Die Radarpeiler des Heeres sichten hektisch den Himmel ab, konnten aber nichts entdecken. Seither sind Ferngläser die Bestseller der Augenoptiker im Salzkammergut.

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01.06.2006

Dan Aykroyd und seine UFO-DVD

Zum Stellenwert der ´UFOs´ in der Öffentlichkeit

Eine Meßlatte für das öffentliche UFO-Interesse sind Medienmeldungen hierzu. Seit Jahren schon verfolge ich den Niedergang des UFO-Themas mangels Interesse. Die Öffentlichkeit ist längst ermüdet diesbezüglich. Wahrscheinlich, weil sich nichts wirklich tut und ein "echtes" UFO sich noch nicht zweifelslos nachweisen ließ. Zig Versprechungen und Verlockungen diesbezüglich ausgegeben hin oder her. Wahrscheinlich ist es den Menschen genauso ergangen wie mir - es kommt diesbezüglich Langeweile auf. Die Menschen sind überfüttert. Und die Medien machen auch nicht mehr so richtig mit, habe ich selbst erfahren und darum wissen Sie Bescheid. Nun gab es am 31.Mai 2006 ein weiteres gravierendes Nachweisbeispiel das UFOs einfach nicht mehr ´funktionieren´. Der Wirtschaftsnachrichtendienst REUTERS tickerte an diesem Tag den Artikel "Dan Aykroyd takes UFOs out for a spin" von Michael Conlon aus Chicago um den Globus. Aykroyd der als amerikanischer Schauspieler von den Kinofilmen "Ghostbusters" (und natürlich den "Blues Brothers"!!!) her Ihnen bekannt sein dürfte, ist in seinen Rollen eigentlich nur als lustiger Hansel zu sehen, der sich auch schon in "Conehead" knapp im SF-Sektor versuchte. Nun ist ausgerechnet er im UFO-Business unterwegs und veröffentlichte die 90-minütige DVD "Dan Aykroyd Unplugged on UFOs" über Union Station Media (ca $ 20). Zusammen mit dem "UFO-Experten" David Sereda (wer?) diskutiert er sich die ´Sendung´ durch über wohlwollend zu UFOs und den dort gezeigten UFO-Filmen - "unexplained objects in flight"... Er verspricht zu dieser Produktion mit vielen UFO-Videoclips aus aller Welt: "This is the real stuff. This is where the whole thing starts to become more credible. There are no jokes." Doch dies verspricht jeder Promoter für seine UFO-Angebote, seit Ewigkeiten. Der Komödiant hofft darauf, dass die "many, many people interested in UFOs" die DVD kaufen werden. Was soll er anders hoffen? Bei Michael Hesemann und seinen UFO-Videos war es eigentlich doch auch nicht anders, und selbst Newcomer im UFO-Forschungsfeld schüttelten sich Lachen dazu. Vor einigen Jahren gab es auf der Arbeitstagung der deutschen UFO-Forscher in Cröffelbach mal einen "Weiterbildungsabend" mit solchem Material und die damaligen ´Frischlinge´ wie Dennis Kirstein und T.A. Günther erkannten auf Anhieb was die angeblich geheimnisvollen UFOs für IFOs in Wirklichkeit sind. Trotz allem Mysterien-Geschwätz des Anbieters dazu.

 

Aykroyd selbst kennt man schon lange hinsichtlich seines paranormalen Interesses, auch als Moderator einer entsprechenden amerikanischen TV-Serie, die hierzulande bereits lief. Wie REUTERS bekannt machte, hatte jener "comic actor" bereits zwei persönliche Begegnungen mit dem Unbekannten. Eine geschah auf Martha´s Vineyard, als er zusammen mit ein paar Freunden in großer Höhe zwei "glühende Magnesiumscheiben mit 20.000 Meilen in der Stunde" nebeneinander durch den Himmel schießen sah. Später erklärte ihm ein Experte, das es sich hierbei um einen zerbrechenden Meteor gehandelt hatte. Der Witzbold jedoch ist aufgrund dieser Erfahrung einer anderen Meinung: "I believe they were visiting the earth, passing by on the way to somewhere else." Im zweiten Fall bekam er in Kanada an einem See eine "telepathische Erfahrung" zu spüren. Gegen 3 h morgens wachte er auf und fühlte sich nach draußen auf ein Feld gezogen und schaute in den Himmel. Am nächsten Morgen waren die Medien voller Berichte aus der Region wonach zahlreiche Menschen eine "rosafarbene Spirale am Himmel" ausgemacht hatten. Das Militär erklärte daraufhin, dass dies auf einen Raketenstart zurückging (dieses Phänomens ist bestens bekannt). Doch der Komiker akzeptierte dies in bester ufologischer Manier nicht und wurde trotzig: "They want me to see. They want me to see."

Egal, aber ein Hollywood-Star der sich zu UFOs bekennt und noch von eigenen angenommenen Sichtungen berichtet wäre doch noch vor Jahren ein Medienknüller für den Globus gewesen. Doch die Wirklichkeit im hier und heute schaut anders aus. Am 1.Juni rief ich die amerikanischen Google-News auf um zu sehen wie das Echo auf diese REUTERS-Meldung war - welche ´Medien-Macht´ REUTERS hat erlebte ich selbst aufgrund der "UFO"-Meldungen zu den Tauriden-Meteoren im Spätherbst 2005 (!). Gerade mal knapp 20 Medien stiegen darauf ein was Aykroyd und seine UFO-DVD anging... Und dann noch hauptsächlich Insider-Medien der Unterhaltungsbranche. Ausgerechnet bei der einflussreichen amerikanischen Plattform DVD-Talk gab es eine Besprechung zur UFO-DVD durch Scott Weinberg. Er bedauerte das der belesene und intelligente Schauspieler sich hinreissen ließ sich für diese Geschichte herzugeben, die zudem "aggressively amateurish" umgesetzt wurde. David Sereda ist zudem kein UFOloge, sondern ganz einfach Direktor der Billig-Produktion und dient hier als eine Art Moderator mit Fragen der banalen Art (at best). Zudem geht es in dieser Produktion hauptsächlich um Verschwörungen und nich um die pure UFO-Phänomen-Untersuchung anhand der eingespielten Filme, wo niemand weiß woher sie kommen, die zwischen Interview-Frageblöcken gebracht werden. Die ganze Geschichte ist nicht faktisch ausgerichtet, sondern dient der Unterhaltung. Weinberg bringt es so auf den Punkt: "Been a fan of Dan Aykroyd´s for longer than I care to recall, and I´ve always been pretty fascinated by UFOs in general -- which makes this cheapie doco a fairly big disappointment."

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