Blogarchiv

UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-31

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13.06.2004
    
Neuseeland: "Außerirdischer Eindringling" durchschlug Hausdach...
...und landete auf dem Sofa
Am Samstag, den 12.Juni 04, kam eine Reuters-Meldung aus dem neuseeländischen Wellington. Hiernach durchschlug ein grapefruitgroßer, 1.3 Kilogramm schwerer schwarzer Steinmeteorit das Dach der Familie Archer in Ellerslie, einem Vorort von Auckland, zur Frühstückszeit. Brenda Archer war gerade in der Küche als sie einen schweren Schlag hörte und dann aus dem Wohnzimmer eine Staubwolke sich ausbreitete. Als sie dann ins Wohnzimmer ging, sah sie die himmlische Bescherung auf dem Sofa liegen - und ein großes Loch in der Decke. Offenkundig hatte der Meteorit das Haus getroffen, das Dach durchschlagen und landete dann auf dem Sofa, auf welchem noch ein paar Minuten zuvor der einjährige Sohn der Familie noch spielte. Dies ist in der neuseeländischen Geschichte das neunte Mal wo ein Meteorit aufgefunden wurde - aber das erste Mal wo der Fund so dramatisch vonstatten ging. Experten gehen davon aus, dass dieser "Außerirdische" einen Wert von etwa NZ $ 10.000 hat. Die Archers jedenfalls überlegen noch ob sie den Meteoriten verkaufen wollen oder einem Museum schenken...
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21.06.2004
    
England: UFO-Alarm über den Mooren bei Manchester
Unidentifizierte "Fliegende Holländer" gefilmt
Am Samstag, den 19.Juni 2004, berichteten die ´Manchester News´ von einem neuerlichen UFO-Incident am Himmel über dem britischen Manchester-Vorort Rossendale 
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Hiernach seien am Montag voraus "sechs mysteriöse schweifausbildende Objekte" mit unglaublicher Geschwindigkeit in einer Formation in großer Höhe über den Nachmittagshimmel gegen 15 h gejagt und wurden dabei von dem 51-jährigen Steve Harrison gefilmt, als er im Garten gerade seine Frau auf Video aufnehmen wollte. Er und seine Frau waren völlig perplex ob der zum westlichen Horizont hinschießenden sechs Erscheinungen mit jeweils deutlich ausgebildeten Kondensstreifen. Der Mann nahm den ganzen Vorbeiflug auf und zoomte die Erscheinungen an, konnte aber keinerlei Maschinen oder Objekte klarer vor den Kondensstreifen herausholen. Sofort machte er sich auf und schickte eine Nachricht ins "etcontact.net"-Forum und fragte die dortige Gemeinde, ob er den Vorbeiflug von außerirdischen Raumschiffen gesehen und aufgezeichnet habe - oder ob es nur Meteore gewesen waren. Diese Meldung ging dann via verschiedenen Foren rund um den Globus. Und man stellte tatsächlich Nachforschungen an. Die mysteriösen Objekte waren weder Alien-Spaceships noch Meteore. Sondern F-16-Kampfjets der Royal Netherlands Air Force innerhalb der NATO-Übung "Operation Clean Hunter". Offenbar hatte der Mann bei seiner "Zoomfahrt" nicht wirklich die Linsen scharf gestellt (dazu gleich mehr). Als man ihn mit dieser banalen Lösung konfrontierte zeigte er sich darüber enttäuscht.
Daraufhin meldet sich David Clark auf der Project 1947-Liste und erklärte, dass der Fall seit einigen Tagen bereits in England großes Medieninteresse erfahren hatte und eine gewisse "UFO-Aufregung" über dem Yorkshire-Moor auslöste. Inzwischen hatten sich zahlreiche weitere Leute nach den ersten UFO-Meldungen zum Fall in der ´Yorkshire Post´ bzw dem ´Huddersfield Daily Examiner´ am 16.Juni gemeldet gehabt. Darunter auch ein Herr aus Moldgreen, der die "UFOs" fotografieren konnte und dem es vorkam, "als wenn da irgendetwas in der Atmosphäre verbrennt". Auch andere Zeugen erklärten daraufhin erstaunt bei dem Vorbeiflug dieser Erscheinungen gewesen zu sein, "und noch niemals zuvor soetwas gesehen zu haben". Daraufhin hatte das Verteidigungs-Ministerium in London gegenüber der ´Yorkshire Post´ bereits erklärt, dass diese "UFO-Formation" nichts weiter als holländische Flugzeuge innerhalb einer speziellen NATO-Übung von deutschland aus waren. Clark hatte von einem Martin Windle als erfahrener Fotograf aber Zufallszeuge des Zwischenfalls inzwischen auch drei Bilder hierzu erhalten, die in ihrer Klarheit erstaunlich waren und nichts weiter als fünf Jets und einen KC-10-Tanker mit Kondensschweif-Ausbildung zeigten wie der Fotograf aufgrund seiner persönlichen Militär-Luftfahrtkenntnisse erkannte - und für ihn nie mehr als das war. Clark stellte mir das beste der Bilder zur Verfügung - und wenn man dies sieht frägt man sich schon, wie man überhaupt hierbei UFO-Spekulationen lostreten kann. Die Windle-Aufnahmen sind ident mit denen des Originalzeugen, wovon ein Bild auf der I-Net-Meldung der ´Manchester News´ aufliegt.
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24.06.2004
    
Echte Angst gibt es auch bei falschen Erinnerungen
Die Erinnerung an traumatische Erlebnisse wird für gewöhnlich von körperlichen Stressreaktionen begleitet. Diese physiologischen Erscheinungen wurden bis dato auch als positiver Hinweis auf den Wahrheitsgehalt von Erinnerungen aufgefasst. US-Psychologen haben nun Personen untersucht, die berichten, einst von Aliens entführt worden zu sein. Das Ergebnis: Auch ihre Erinnerungen waren von typischen Stressreaktionen begleitet.Die Forscher um Richard J. McNally von der Harvard-University schließen daraus, dass die körperlichen Begleiterscheinungen nur zeigen können, ob eine Erinnerung tatsächlich traumatisch ist. Als Hinweis auf den Realitätsgehalt scheint sie indes nicht besonders geeignet.
Der Begriff "Trauma" leitet sich vom gleich lautenden griechischen Wort ab, das ursprünglich "Verletzung" bedeutete. In psychologischer Hinsicht versteht man darunter eine Situation, in der sich das Individuum massiver Bedrohung ausgesetzt fühlt. Vollends traumatisch wird ein Erlebnis dann, wenn die Person den bedrohlichen Einflüssen gegenüber völlige Hilflosigkeit empfindet. Daher nimmt es nicht Wunder, dass Erinnerungen an traumatische Erlebnisse körperliche Stressreaktionen auslösen können. Bislang wurden solche Begleiterscheinungen als Kriterium für den Wahrheitsgehalt von solchen Berichten gewertet. US-Psychololgen um Richard J. McNally machten nun eine interessante Probe aufs Exempel. Sie untersuchten nämlich Personen, die angaben, einst von Aliens entführt worden zu sein. Erstaunlicherweise war die Erinnerung der "Entführten" an ihre Erlebnisse mit Aliens tatsächlich von den aus der Literatur bekannten physiologischen Reaktionen begleitet, während dies bei den anderen Erzählungen nicht der Fall war. Die Ergebnisse wurden auch durch eine Kontrollgruppe abgesichert.  Im Prinzip lassen sich daraus zwei Schlüsse ziehen: Entweder waren die Erzählungen über Außerirdische wahr - oder aber Stressreaktionen sind doch kein so verlässliches Kriterium für den Wahrheitsgehalt.
Die Forscher neigen - wenig überraschend - der zweiten Variante zu. Sie schlagen vor, körperlichen Stress fortan als Hinweis auf den traumatischen Gehalt von Erinnerungen zu verwenden - und zwar unabhängig davon, ob sie auf realen Ereignissen basieren.
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25.06.2004
    
Nächtliche Lichtspiele beschäftigen Bürger
VON PATRICK ERMERT. Fischbachau - Die Beobachtung von vermeintlich unbekannten Flugobjekten am Nachthimmel am Freitag vergangener Woche durch Heidi Schönauer (wir haben berichtet) ist auf beachtliche Resonanz gestoßen. Ob es sich dabei wirklich um UFOs gehandelt hat? Für diese Lichtspiele am nächtlichen Firmament haben Kerstin Beier aus dem Fischbachauer Ortsteil Hammer und Silvia Maier aus Schliersee indes irdische Erklärungen. Erna Oestreich aus Aurach hingegen hat die Vorgänge mit einer kompletten Geburtstagsgesellschaft verfolgt. "Es war, als würde E.T. persönlich landen", berichtet sie. "Die Uhrzeit stimmt exakt. Ich habe zusammen mit meinem Mann die Lichter ebenfalls beobachtet", schilderte Kerstin Beier gegenüber der Heimatzeitung. Zwischen Mitternacht und 0.30 Uhr befand sie sich gerade auf dem Heimweg von einer Geburtstagsfeier. Vom Spitzing her, über sie hinweg und direkt in Richtung Wolfseehalle, hätten sich in steten zeitlichen Abständen immer wieder vier Lichtkegel von West nach Ost bewegt. "Es waren wohl Disko-Scheinwerfer, die auch von einer Privatparty stammen könnten", erklärte sie das Phänomen. UFOs seien es sicher nicht gewesen. Zu regelmäßig und in immer gleichen Rhythmen seien diese Lichter an ihr vorbeigezogen.
Silvia Maier war zur gleichen Zeit mit dem Auto von Rosenheim nach Schliersee unterwegs. In einem Waldstück seien plötzlich wie abgerissene Wolkenfetzen trübe Lichterscheinungen in unregelmäßigen Abständen an ihr vorübergeflogen. "Ich habe das Lenkrad verrissen, wäre um ein Haar im Graben gelandet und war richtig erschrocken", sagte die Schlierseerin. Die geisterähnlichen Erscheinungen habe sie sich dennoch mit natürlichen Vorgängen erklärt: "Es wird schon ein Party-Laser gewesen sein. Aber ich würde diese Dinger verbieten." Die Auracherin Erna Oestreich befand sich auf dem Heimweg von einer Geburtstagsparty, als sie am Himmel ein Objekt, das wie eine beleuchtete Frisbee-Scheibe ausgesehen habe, erblickt haben will. "Wir waren zu zehnt, alle haben es gesehen", sagte sie. "Es kam vom Berg herab, verharrte eine Zeitlang und schwirrte wieder ab. Dann folgte in unregelmäßigen Abständen ein weiteres Objekt, dann mal zwei auf einmal - insgesamt waren es bestimmt um die acht Stück." Eine Erklärung findet Erna Oestreich dafür nicht: "Sie sahen wirklich wie UFOs aus."
Quelle: Merkur Online vom 25.6.04
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26.06.2004
    
Gefährlich für den Geist: Rechte UFO-Spinnereien
Esoterik, Antisemitismus und die Erkenntnis: Die Außerirdischen unterwandern und steuern uns
Das neue Buch des kruden Verschwörungstheoretikers Jan Udo Holey alias Jan van Helsing: Esoterik, Antisemitismus und die Erkenntnis: Die Außerirdischen unterwandern und steuern uns
VON JASNA ZAJCEK
Jan Udo Holey aka Jan van Helsing, Verschwörungstheoretiker und Autor der indizierten Bücher "Geheimgesellschaften 1 und 2", hat ein neues Buch im Eigenverlag herausgebracht. "Hände weg von diesem Buch!" nennt Holey sein neues, als "Sachbuch" geführtes Machwerk, zügiger Seller in Esoterikläden und beim Internet-Buchhändler Amazon.
Über-Arier im Erdkern: Unter Esoterikern, aber auch in der rechten, revisionistischen und in der islamistischen Szene avancierte der gelernte Raumausstatter mit dem Pseudonym des großen Vampirjägers dank antisemitischer Hetze und Indizierung zum Kultautor. In zahlreichen Internetforen wird er als der Einzige, der sich "traut die Wahrheit zu sagen und gegen die Illuminati zu kämpfen", gefeiert. Nachdem er mit antisemitischen, wirren Weltverschwörungstheorien Mitte der Neunzigerjahre über 100.000 Käufer fand, wurden seine ersten beiden Bücher im deutschsprachigen Raum verboten. Holey "bewies" darin anhand der "Protokolle der Weisen von Zion" und einem Potpourri wissenschaftlich widerlegter Gerüchte den angeblich 300.000 Jahre alten jüdischen Pakt, die Weltherrschaft zu erlangen. Auch von Außerirdischen und Über-Ariern in der Hohlwelt im Erdinnern wusste er dank seiner Eingaben wie über enge Freunde zu berichten.
Selbstreferenziell listet er nun in "Hände weg von diesem Buch!" erneut vermeintliche Fakten auf, die bereits in den indizierten, im Internet frei downloadbaren Werken nachzulesen sind. Eher um marktwirtschaftliche Mechanismen zu bedienen als aufgrund später Einsicht, warnt der 37-Jährige, eigenen Angaben zufolge "aus einer medialen Familie" stammend, seine Leser vor der Lektüre des Buchs: "Es wird danach für Sie nicht leicht, so weiterzuleben wie zuvor." Beschrieben wird die Bedrohung der illuminatischen "Neuen Weltordnung" und wie man sich mit seiner Methode dagegen wehren kann. Menschen, die Stimmen hören und Visionen haben, sieht er so nicht als therapiebedürftig, sondern "medial begabt". Diese Menschen, die für andere Wesen oder Seelen sprächen, würden die Welt im Kampf gegen die "Neue Weltordnung" retten.
Die Aliens sind da: Angeblich fand Holey weltweit Hinweise für eine Besiedlung durch Außerirdische, die einfache Arbeiter ("Adam") auf Erden kreierten. Anhand besonders schlecht fotografierter Schwarzweißbilder zweifelhafter Herkunft behauptet er, eindeutig das "Missing Link" in der Evolutionstheorie gefunden zu haben - Ufos, auf "Jahrtausende alten Höhlenbildern eindeutig" zu erkennen. Doch auch heute lebten "schon viele Aliens unter uns". Für junge Menschen, die durch Harry Potter und den anhaltenden Trend der Jugendzeitschriften zu okkulten Themen ("Pendele deine Liebeschancen aus") für mystische Themen sensibilisiert sind, können Holeys pseudowissenschaftliche Ausführungen psychisch ernsthaft gefährdend wirken. So warnt Doktor Matthias Pöhlmann, Wissenschaftlicher Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin, vor der Verbreitung dieser Schriften, da damit "braunes Gedankengut durch die Hintertür der Esoterik" in die Gesellschaft einsickere. Pöhlmann hält die Dynamik der sich selbst befruchtenden Esoterikliteraturszene für problematisch, da hier oft Zitate aus beliebigen, zweifelhaften Quellen angeführt würden. So zitiert Holey in seinem neuen Buch beispielsweise aus seinen "Geheimgesellschaften", schwärzt aber die Passagen, die sich, wie der seines Werkes kundige Leser weiß, auf Juden beziehen. Diese Strategie hatte Holey bereits in seinem Buch "Die Akte Jan van Helsing" angewandt, in dem er über den Prozess um das Verbot seiner Bücher 1996 schreibt. Die Arbeitsgruppe Scientology der Hamburger Innenbehörde hat unter Leitung von Ursula Caberta jüngst eine Broschüre herausgegeben, in der die Forderung erhoben wird, dass das esoterische Spektrum "weit mehr Aufmerksamkeit in der Beobachtung und Analyse verfassungsfeindlicher Positionen verdient".
Sekte und Psychiatrie: Caberta warnt vor rassistischen Gedanken und Fehlinformationen durch verschwörungstheoretische Literatur und vor der Verwirrung Jugendlicher durch Okkultismus. Diese Themen würden auch von Publikumsverlagen aufgelegt und als "Lebenshilfe" getarnt erfolgreich vermarktet. Die Spekulationen selbst erklärter Experten im Internet verwirrten anfällige junge Menschen weiter und trieben sie schlimmstenfalls in die Fänge von Holeys "Lehre" nahe stehenden (rechten) Sektierern, in die Psychiatrie - oder gar in beides.<
Quelle: taz Nr. 7393 vom 26.6.2004
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 27.06.2004   
"Die Aliens, die wir liebten"
Seit Jahresbeginn gab es in ganz Europa nur eine Ufo-Erscheinung, und zwar Mitte März im norwegischen Örtchen Lardal. Dort erleuchtete eine ungewöhnliche Explosion den nächtlichen Himmel. Mehrere Augenzeugen berichteten von einem Feuerball, der anschließend zu Boden sank. Sie suchten nach Erklärungen, fanden aber keine und verfielen daher auf den Gedanken, es könne sich um ein Ufo gehandelt haben. Presse und Polizei nahmen sich der Sache an. Einen Tag später fand man am Fuß eines Starkstrommasts die verkohlten Überreste einer Katze. Die ganze Ufo-Sache ist auf den Hund gekommen. Kaum einer schaut noch hin - und wenn doch, dann bleibt das Flugobjekt nicht lange unidentifiziert. Die sechs "flammenden Punkte" auf den Infrarotaufnahmen mexikanischer Luftwaffenpiloten etwa wurden innerhalb weniger Tage als Fackeln eines Offshore-Ölfeldes im Golf von Mexiko erkannt.
Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends ist die Zahl der Ufo-Beobachtungen weltweit dramatisch zurückgegangen. Im einst so außerirdischenfreundlichen Großbritannien klagt, so berichtet die britische Tageszeitung "The Guardian", das "British Flying Saucer Bureau" über einen kompletten Zusammenbruch der Frequenz der Anrufe von soliden dreißig pro Woche auf trostlose null. Das "Ufo Magazine", einst spezialisiert auf den Nachweis von unerklärlichen Saugemalen an Schafskadavern und zeitweise mit 35.000 Auflage eine der führenden Publikationen der britischen Szene, wurde im März eingestellt. Wählt man die Nummer des "Mannheimer Ufo-Telefons", der ersten Adresse für unerklärliche Phänomene am deutschen Himmel, muß man es lange klingeln lassen, bis jemand abnimmt. Es gibt so wenige Anrufe wie noch nie. Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts meldeten sich noch rund hundert Anrufer im Jahr, 2003 waren es gerade mal zwanzig. Nur jetzt, wenn am Abend die Sonne die Venus so direkt anstrahlt, erzählt Walter Werner, der skeptisch-pragmatische Amateur-Astronom der das "Ufo-Telefon" ehrenamtlich betreibt, gibt es einige wenige, die anrufen, während sie mit Höchstgeschwindigkeit den hell leuchtenden Abendstern auf der Autobahn verfolgen. "Warum auch nicht?" sagt Weber, "sind ja nur ein paar Millionen Kilometer bis zur Venus". Auch solche Fälle sind also schnell geklärt. "Die Luft ist raus aus dem Ufo-Thema", meint Walter Werner. In den neunziger Jahren seien halt gleich drei der mysteriösesten Mysterien der Szene - Roswell, die "Area 51" und die "Alien-Autopsie" - gründlich aufgeklärt worden, ganz ohne Rekurs auf extraterrestrische Interventionen.
Das Ende des Kalten Kriegs bedeutete eben auch das Ende einer ganzen Klasse, einer ganzen Kultur von globalen Geheimnissen. In einem der Nachrufe auf Ronald Reagan wurde daran erinnert, daß er bei seinem ersten Treffen mit Gorbatschow die Möglichkeit einer Zusammenarbeit der beiden Blöcke bei der Abwehr von Angriffen außerirdischer Wesen besprechen wollte. Verblüffend an dieser Anekdote ist eigentlich nur, daß sie so lang geheim blieb, so wie auch mal das Aussehen eines Markus Wolf geheim bleiben konnte, während man sich heute schon anstrengen muß, dem fröhlichen Vielschreiber und Politrentner aus dem Weg zu gehen. Jetzt veröffentlichen rüstige Veteranen des amerikanischen "Skyhook"-Stratosphärenballonprogramms ihre Memoiren und berichten fröhlich, ja nicht ohne einen gewissen "Ätsch"-Unterton, von ihren jahrzehntelangen nächtlichen Geheimexperimenten über Wüsten und Küstenregionen und vergleichen ihre Erinnerungen mit prominenten kollektiven Ufo-Sichtungen weltweit: Mutterraumschiff und Miniraumschiff in den sechziger Jahren über New Mexiko? Das war das Projekt "Grab Bag", wo ausprobiert wurde, ob die Ballons ihre Fracht mit Fallschirmen abwerfen können. Das Lichter- und Formationengewirr drumherum? Manchmal wurden die Skyhooks von Militärhubschraubern begleitet. Manchmal hatten sie schwach radioaktive Ladung an Bord, daher die leicht erhöhten Strahlenwerte an den Landeplätzen. Die berühmten Berichte über eine Gruppe von Ufos, die 1958 in sehr großer Höhe aus der Sowjetunion nach Westeuropa hereinschwebten? "Beschreibt recht genau unsere im Pazifik gestarteten WS461L-Flüge", schreibt B. Gildenberg, einigermaßen herzlos.
Wie ein vergessener Skyhook zieht Erich von Däniken noch seine letzten Runden am Ufo-Himmel, das macht aber nichts, er gilt längst als harmloser Kult. Seinem ulkigen Schweizer Erlebnispark sollen aber die Besucher ausgehen, zumindest die zahlenden irdischen. Die Ufos sind die dramatischsten, aber keineswegs die einzigen Opfer der neuen Zeit. In England sieht man auch keine Geister mehr. Tony Cornell, der Veteran der britischen Geisterbeschreiber, klagt über den Einbruch von sechzig bis achtzig gemeldeten Spukfällen pro Jahr auf null. Cornell kommentiert: "It is very strange" - und der Mann kann das ja wirklich beurteilen! Ein kurzer Rückblick auf das jüngste Schicksal ähnlich sommerlochrelevanter, angeblich ewiger Menschheitsrätsel und kryptozoologischer Dauerbrenner fällt kaum anders aus. Es ging Schlag auf Schlag: Der Yeti? Ein Bär. Kennedy? Oswald. Loch Ness? Voller Fische, U-Boote und Wasser, ansonsten leer. Die Cheops-Pyramiden? Die Fernsehnation war bei der Roboterbohrung live dabei und weiß seitdem: innen hohl. Auch von den bislang noch nie fotografierten, sagenumwobenen Riesenkraken der Tiefsee weiß man nach einem vierzehnseitigen Aufsatz im vorletzten "New Yorker": Sind manchmal zwölf Meter groß, aber ansonsten auch nur normalsterbliche Tintenfische. Wenn es Sommer wurde, früher, kam zuverlässig auch eine Meldung über ein entlaufenes Exotentier in den deutschen Wäldern, Auen und Baggerseen. Dann gab es eine tagelange muntere Suche, bis das Viech und damit die Nation in Sicherheit war. Dieses Jahr bot man uns nur einen flüchtigen Gorilla im Berliner Zoo, der nach seiner Gefangennahme von dem Boulevardblatt "B.Z." interviewt wurde, und einen entlaufenen schwarzen Panther an der Côte d´Azur, und den auch nur ein paar Tage lang, dann förderte der Großeinsatz der Gendarmen von St. Tropez eine der Beschreibung entsprechende "außergewöhnlich dicke" schwarze Hauskatze zutage.
Es ist daher nur verständlich, daß sich die letzten Rätselfans im Bereich der biblischen Archäologie tummeln, dort, wo keine DNS, kein Infrarot und nur selten eine Kohlenstoffanalyse hinreicht. Da ist man sich der Beständigkeit der Rätsel wenigstens sicher. Nun ist es ja nicht so, daß die Welt uns ganz geheuer wäre, im Gegenteil, und das genau ist das Problem: Die konkrete Furcht - vor Terroranschlägen, Erderwärmung, Nuklearterrorismus - hat die ebenso diffuse wie pervers lustvolle Angst des vergangenen Jahrhunderts abgelöst. Wie es dem Leser eines Krimis immer behaglicher wird, je härter es im Buch kommt, so konnte man in den abschreckungslogisch eingefrorenen Wohlstandsjahrzehnten zwischen Kriegsende und Mauerfall von apokryphen Gruselphänomenen nicht genug kriegen. Dieser Tage bietet schon die gute alte "Tagesschau" Enthauptungsvideos, Nagelbomben und Folterfotos. Irgendwie reicht das der gut informierten, dabei skeptisch-abgebrühten Zeitgenossenschaft, und wer mehr möchte, der tippt einmal bei Google und begibt sich in den Dschungel der Verschwörungstheorien. Die für Außerirdische verbleibende Neugier ist in Zeiten, in denen irdische Wesen wie Richard Perle und Michael Moore die Bildschirme ausfüllen, eher gering. Das mag auf Gegenseitigkeit beruhen: Womöglich möchten die Aliens aus dem All gar nicht mehr über die Erde erfahren, als sie in all den Jahren durch ihre Entführungen zahlloser unbescholtener amerikanischer Farmer aus dem Mittelwesten herausgefunden haben. Und umgekehrt erweist sich die Erde, je mehr wir darüber wissen, nicht mehr als der Planet, in den unbedingt alle Lebensformen des Weltalls einreisen möchten. Denn obwohl kaum noch jemand an Besuche durch Ufos glaubt, ist eine Mehrheit der Bundesbürger davon überzeugt, daß es intelligentes Leben im All gibt. Stephen Hawking stellt immer gern die Gegenfrage: Gibt es denn intelligentes Leben auf der Erde? Die Wissenschaft hat so viele irdische Rätsel gelöst, daß das Immigrationsmodell - Außerirdische kommen und möchten hier wohnen - unplausibel geworden ist. Obwohl schon alles bestens vorbereitet war: Eine Kommission von Ufologen hatte der amerikanischen Regierung empfohlen, ein gelandetes Raumschiff durch einen FBI-Agenten in einem Schutzanzug der höchsten Stufe begrüßen zu lassen, und zwar einen, der auch die Befugnis haben müßte, an Ort und Stelle ein förmliches Einreiseverfahren durchzuführen.
Aber soweit wird es nun nicht kommen, der umgekehrte Weg scheint heute plausibler. Bremer Wissenschaftler fanden gute Belege für die These, daß das irdische Leben von einem Meteoriten eingeschleppt wurde. Damit hätte Hoimar von Ditfurth mit seinem "Wir sind nicht nur von dieser Welt" postum recht bekommen. Und wäre es für diese Spezies nicht mal angebracht und an der Zeit, nachzuschauen, wie die Dinge in der alten Heimat so stehen? Erste Superreiche haben sich ihr privates Raumfahrzeug geleistet und schon mal eine Runde gedreht: Es sieht ganz so aus, als würde die Menschheit sich darauf vorbereiten, irgendwann alienartig über friedlichen anderen Planeten auftauchen, nachts im Nebel über leeren Landstraßen, und dann dort zu landen, wo sich die Nessies tummeln, wo der Yeti röhrt und die Sommerlöcher weit und tief sind.<
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30.06.2004
    
Schon wieder: Feuerkugel-Alarm
"Eine derartige Häufung von grellen Meteor-Erscheinungen ist sehr selten", meint Walter und ist selbst überrascht über "diese Dichte". "Normaler Weise bekommt man vielleicht alle 9 bis 12 Monate mal von einem solchen Vorgang was mit", äußerte er sich am Sonntag. Und eigentlich sei in diesen Wochen noch gar nicht die Zeit für Meteorströme. Kommt da etwas ganz "Dickes" aus dem Kosmos auf uns zu von dem wir noch nichts wissen? Aber "andererseits kann dies natürlich auch ein großer Zufall sein".
Eine kleine Ereigniskette:
Gegen Mittag des Dienstag, den 29.Juni 04, erreichte mich ein Redakteur des "Deister-Anzeiger" aus der "Hannoversche Allgemeine Zeitungs"-Gruppe. Es hatte sich bei der Redaktionskonferenz des Tages ergeben, dass die Zeitung im Zuge der letzten paar Tage einige Meldungen von einem "seltsamen Himmelsphänomen" aus der vorausgehenden Freitagnacht des 25.Juni erhalten habe. Für Sekunden sei in der Region ein "gelblicher Lichtball" in 70 Grad Höhe eingetreten und nach unten hin geflogen. Die Angaben die man mir hierzu machen konnte waren eher vage weil man bei der Zeitung mal wieder nicht mit dem Fall umzugehen wusste und nicht die richtigen Fragen stellte bzw nur halb hinhörte sowie erst aus dem Nachhinein die Erinnerungsfetzen an die Meldungen zusammentrug, sodass ich zur weiteren Bestimmung des Geschehens anregte einen Zeugenaufruf zu machen um das Ereignis besser einzukreisen. Der Redakteur selbst hatte inzwischen schon mit dem Flughafen Hannover diesbezüglich gesprochen, aber die Auskünfte vom Tower nach Skytracker-Disco-Scheinwerfern erschienen ihm dann doch etwas abenteuerlich. So erinnerte sich ein anderer Journalist an die UFO-Hotline in Mannheim und so kam der Anruf zustande.
Nun, der Anruf elektrisierte mich und ich begann freilich meine naheliegenden Quellen diesbezüglich abzuklappern. Zunächst ein Blick bei Wetterzentrale.de - doch ausgerechnet in der fraglichen Nacht hatte es dort einen Serverausfall gegeben. Bei Astronomie.de dagegen meldete Thomas St. beobachtungsnah: "Als ich heute Nacht (26.6.2004) aus der Eifel kam, habe ich Höhe Köln-Lövenich auf der A1 Fahrrichtung Dortmund eine beachtliche Feuerkugel gesehen. Sie flog wohl über mir, exakt parallel zu meiner Fahrtrichtung, und kam dann erst hellgrün leuchtend in meinen Sichtbereich an der Kante Dach/Windschutzscheibe, um 1:01 h. Sie leuchtete sehr hellgrün, wurde dunkler, fast unsichtbar, flammte erneut grün auf und zeigte einen orangenen Schweif, der etwa 3 oder 4mal dem Feuerkugeldurchmesser entsprach. Erst etwa 20° über dem Horizont war sie verschwunden. Das von mir beobachtbare Schauspiel im Bereich meiner Windschutzscheibe dauerte fast 4 Sekunden, ich weiß nicht, wie lange sie für mich unsichtbar über meinem Dach flog. Das war die größte Feuerkugel, die ich je gesehen habe. Kann diese Beobachtung jemand bestätigen?" ´Dione´ aus Wattenscheid daraufhin: "Ja ich kann diese Beobachtung bestätigen. Habe dieses Schauspiel auch nur aus dem Auto beobachten können und dann auch nur das was sich sehr tief über dem Horizont abspielte. Von mir aus gesehen war die Feuerkugel in nördlicher Richtung zu sehen. Die Zeit stimmt genau."
"Feuerkugel überm Thüringwer Wald? Von Österreich aus beobachtet!" meldete Karl Kaiser aus dem oberösterr.Schlägl am 25.Juni 04 im AKM-Forum für Polarlichter, Spaceweather, Astronomie und Raumfahrt: "Das Wetter lud heute wieder zur NLC (= leuchtende Nachtwolken)-Beobachtung ein. Die ´begehrten´ Wolken konnte ich zwar nicht sehen, dafür aber die Nachleuchtspur eines Meteors mit unglaublicher Helligkeit. Im Augenblick des Falls blickte ich zwar in die verkehrte Richtung, aber der Streifen den ich plötzlich zu sehen bekam, leuchtete in der Abenddämmerung im NNW sehr hell auf. Zuerst war er scharf wie ein Kondensstreifen, innerhalb weniger Minuten änderte sich aber sein Aussehen, er bildete Schleifen! Freisichtig konnte ich ihn von etwa 22:23 MESZ bis 22:40 (!) verfolgen, mit dem Feldstecher ca bis 22:45, wäre wahrscheinlich auch noch etliche Minuten länger möglich gewesen. Die Aufleuchthöhe der Spur lag bei etwa 10°. Ein Blick in den Atlas zeigte mir, dass der Bolide etwa im Bereich des Thüringer Waldes (?) in die Atmosphäre eingetreten sein könnte. Die Höhenströmung, die anscheinend sehr stark war, ließ den Streifen nach links driften. Bilder habe ich etliche gemacht, werde den Film morgen zur Entwicklung bringen und so die Belichtungen passen (leider nimmt man sich da viel zu wenig Zeit, genauer zu überlegen), werde ich demnächst Bilder ins Netz stellen."
Beim Astronomie-Forum für Deutschland, Schweiz und Österreich fand ich die Meldung: "Was war das? Am 24.06. 2004 um 23:30 in Stuttgart beobachtet - An besagtem Tag sah ich Nachts einen leuchtend grünen Streif am Himmel, in Form eines Speers. Es sah aus, als würde da etwas durch einen Wolkenriss durchleuchten. Kann mir jemand was dazu sagen? Diese Form war aber viel zu groß für ein normales Flugzeug. Es schien durch einen Wolkenriss hindurch zu leuchten und in einiger Entfernung sah ich am Himmel einen dünnen hellen Strich, wie eine Fortsetzung der Linie. Es leuchtete eigentlich wie eine grüne Röhre." Und Silvia Kowollik hatte am 28.Juni noch einen Anruf von einer Dame aus Tübingen auf der Stuttgarter Sternwarte erhalten, welche am 25.6. um 21:45 Uhr für ca. 1 Minute einen extrem hellen Flugkörper gesehen hatte und ihrem ersten Eindruck nach an ein brennendes Flugzeug glaubte, "dann ´fiel´ ein brennendes Stück Richtung Erdboden, während der Hauptkörper weiterflog (von Nord nach Süd). Das Stück, das runterfiel, scheint in wenigen km Entfernung aufgeschlagen zu sein, aber weder Lärm noch Krater wurde entdeckt." Dann wurde die Leitung leider unterbrochen...
Und dann noch dies: Re-Entry über dem westlichen New York!
Erst am Dienstag den 29.Juni 04 berichtete die in Olean, N.Y. erscheinende "The Times Herald" von einem himmlischen Vorfall in der vorausgehenden Samstagnacht des 26.Juni 04. Hiernach war gegen 22:45 h u.a. von einem Autokino (wo gerade zahlreiche Menschen den Katastrophenfilm "The Day After Tomorrow" sahen und die Erscheinung ausgerechnet genau über der Gigantleinwand auftauchte) aus mindestens 20 Sekunden lang eine "Traube von Lichtern" in Folge eines funkenschlagenden Feuerballs von West nach Ost dahinschießen gesehen worden. Die "gespenstischen Lichter am Himmel" erinnerten viele an die Aufnahmen des verunglückten Space Shuttle COLUMBIA! In weiten Teilen des westlichen Teils des Staates New York wurde die Erscheinung linear dahinfliegend gesehen. Mancher ärgerte sich aufgrund dieser Erscheinung keine Videokamera dabei gehabt zu haben, da hierbei wohl sensationelle Aufnahmen entstanden wären. Wie es sich inzwischen herausstellte, ging dieses "außergewöhnliche Feuerwerk" auf den Rückfall einer russischen Booster-Raketenstufe aus dem Orbit zurück. Dies erklärte der US-Wetterdienst in Buffalo, nachdem man sich dort im Internet schlau gemacht hatte...
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Und dann noch dass: Meteor über Südwest-Australien!
ABC.Online wusste am 30.Juni 04 aus Perth zu berichten, das es am vorausgehenden Dienstag, den 29.Juni, gegen 17.30 h einen Tageslichtfeuerball gegeben hatte, der von vielen Menschen im südlichen Westaustralien zwischen Perth und Albany als ein "großes, feuriges Objekt" mit dickem Rauchschweif ausgemacht worden war wie es in eine südöstliche Richtung dahinschoß - gefolgt von einem Knall am Himmel. Für die meisten Beobachter hatte diese Erscheinung mit einer normalen Sternschnuppe nichts zu tun. Heather Burton aus Walpole sah sogar wie das Teil in irgendwie an einem "Zickzack" erinnernden Bewegung herabkam! Wobei nicht klar wird, ob der Feuerball selbst damit gemeint ist oder die verbleibende Rauchschleppe, die sich dann in der Hochatmosphäre durch Höhenwinde so verzerrte wie es schon einige Male sogar auf Video dokumentiert worden ist und gerade ein paar Tage zuvor etwa so auch im oberösterr.Schlägel fotografiert werden konnte. Dr.Alex Bevan vom WA Museum geht davon aus, dass diese feurige Himmelserscheinung auf einen Meteor zurückging.
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04.07.2004
    
Samstagnacht-Himmelschauspiel über Nord- und Ostdeutschland
´Weißlich-bläulich leuchtet bleich der Nachthimmel auf...´

Es ist später Samstagabend des 3.Juli 04, als kurz nach 23 h bei der Mannheimer UFO-Meldestelle das Telefon klingelt. Eine Dame aus Hamburg berichtete seit etwa 20 Minuten den nördlichen Himmel "ganz komisch" wahrzunehmen. Ein guter Teil "des unteren Bereichs" war zum Horizont hin "weißlich-bläulich und bleich-leuchtend" auszumachen und dort "waren die Wolken aufgehellt" - dies mitten in der Nacht. Völlig geräuschlos sei dies. Noch während des Anrufs sei die Erscheinung zu sehen und ihr Mann berichtete vom Balkon her wie der Himmel aktuell erschien. "Nein, soetwas wie ´wallende Vorhänge´ oder Lichtbögen in orangener oder grünlicher Farbe etc gehen davon auch nicht aus", beantworteten die beiden die Fragen die sich mir ob der dargestellten Erscheinung mit etwas ´Polarlicht-Charakter´ stellten und die ich weitergab. Danach ging es Schlag auf Schlag bis nach 2 h, wo ich schließlich das Telefon aushängte. Weitere derartige Meldungen liefen z.B. aus Görlitz, Fürstenwalde, Greifswald, Dresden, Bremen, Kiel und dem Großraum Berlin auf. Tatsächlich mangelte es an Nordlicht-Charakteristika für das Phänomen, welches in einem breiten Gürtel von Norddeutschland bis hin in den Ostseeraum auftrat.
Verblüffend waren auch die Interpretationen der Menschen wie Dieter M. aus Hamburg, von denen einige fürchteten, dass die Erscheinung "etwas mit der Klimaveränderung" zu tun haben mag - und dies ausgerechnet nach dem großen Erfolgsfilm "The Day After Tomorrow" von Roland Emmerich zum Thema in den Kinos und in allen Medien! Natürlich gab es auch von einer älteren Dame, Charlotte S., aus Berlin die Spekulation, dass "die Außerirdischen da was am Himmel machen", "was sie schon lange durch Medien angekündigt haben". ´Gut´, solche Ideen kommen bei allen größeren Himmelsschauspielen der ungewöhnlichen Art auf. Aber was mich wahrhaft verblüffte war die Verbindung des Ereignisses mit der "Klimakatastrophe", obwohl mir inzwischen klar wurde, dass die außergewöhnliche Himmelserscheinung (die scheinbar um 0:30 h ihr Ende fand) wohl auf so genannte "Nachtleuchtende Wolken" (NLCs) zurückgehen mag. Ein atmosphärisches Naturschauspiel, wo die bereits am Horizont untergegangene Sonne Höhenwolken noch erhellt, die wiederum ihr Streulicht gespenstisch anzuschauen an den Himmel abgeben. Meines Wissens nach das erste Mal, wo ein solches Schauspiel eine breite Bevölkerung erreichte und diverse Spekulationen der fantastischen Art lostrat... - natürlich auch mal wieder im UFO-Zusammenhang.
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11.07.2004
    
CENAP-Aktuell-Update: Wieder Wochenend-UFO-Alarm
Ein Feuerball - und ein ein leuchtendes ´Riesenrad´ am Himmel...

Sonntag, der 11.Juli 2004: Gegen 11:30 h meldet sich ein Herr aus Ingolstadt, welcher 11 Stunden zuvor "einen ziemlich großen grünen Schweif" zwischen München und Nürnberg von Süden nach Norden hoch oben am Himmel dahinrasen sah. Die Bahn war flach und die Erscheinung geräuschlos. Der Durchgang fast von Horizont zu Horizont erfolgte in etwa 3 Sekunden. Der Melder hatte schon bei Flugsicherungen etc versucht mehr dazu herauszufinden, kam da aber nicht weiter und bekam die Mannheimer UFO-Meldestelle empfohlen, die er via Internet dann ausfindig machte. Aus Landshut meldete sich bald darauf eine Frau K. die bereits den ganzen Vormittag Radio hörte und in den Nachrichten nichts von ihrer Sichtung einer "grün-blauen Kugel mit Schweif" erfuhr, die sie irgendwann zwischen Mitternacht und 1 h gesehen hatte, wie sie "quer über den Himmel gegen Norden schoß um dann in vier oder fünf davonstiebenden kleinen Teilen zu vergehen". Für sie war das Geschehen "unheimlich lautlos vor sich gegangen" und fragte halbwegs amüsiert nach, "ob dies ein UFO-Zwischenfall" gewesen sei - auch wenn sie eher "an einen Kometen" glaubte. Eine Paar aus Kirchheim hatte "zwischen Mitternacht und 1 h" einen Spaziergang "um die Blöcke gemacht", als beide "ein Megaobjekt in Blau oder Grün herbeischießen sahen, welches geräuschlos und binnen Sekunden in vielen kleinen Teilen gegen vielleicht Norden hin verging". Das "aufregende Ereignis" hatte sie sehr aufgewühlt, sodass sie die alten Zeitungen nochmals durchmachten, weil sie "die Tage da was von UFOs gelesen hatten" - und so kamen sie nach Mannheim durch.
Als sich dann noch ein Herr aus Neumarkt i.d.Opf. meldete und "irgendwann gegen 0:30 h" beim Gassigehen mit dem Hund "einer bläulich-grünlichschimmernden, mächtigen Flugkörper mit Schweif" von Süden kommend "geradlinig gegen Norden" ziehen sah und ausmachte wie der "in einem Brockenregen geräuschlos nach 5 Sekunden verging", machte ich mich schnell auf ins Internet zur Exploration. Bei Wetterzentrale.de fand ich nichts, in den Astronomie-Foren auch nichts, aber beim AKM-Forum hatte sich ´Sam´ aus Landsberg am Lech (50 km westlich Münchens) mit dem Betreff "Sehr heller Bolide über Bayern - So.11.07.04" eingetragen: "Habe soeben zwischen 0 und 2 Uhr am Himmel eine äußerst beeindruckende blau strahlende Feuerkugel über den Himmel Richtung Nordhorizont jagen sehen. Ab ca. 40° über Nord zerfiel dieses Teil in mind. 10 - 12 Bruchstücke, wie bei einer Silvesterrakete!! Kommt fast an den Boliden vom Frühjahr 2002 über Südbayern heran. Wer hat diese Hammersternschnuppe noch gesehen??"
Alsbald schickte ich eine Mail in die NAA-Liste und hinterließ in den Astroforen sowie bei Wetterzentrale.de eine Nachricht mit dem Aufruf an Teilnehmer sich zu melden, wenn sie etwas dazu sagen könnten oder selbst Beobachtungen machten. Dann ging es weiter Schlag auf Schlag, entweder durch weitere Telefonanrufe oder Meldungen aus dem Internet. Herr Schröder, "aber ich bin nicht der Bundeskanzler", aus Kitzingen war in der Nacht gerade aus dem PKW gestiegen, als "ein Himmelsschein in blau-grün alles erhellte". Sofort schaute er hoch und sah "einen rassenden Lichtkörper gegen Norden" hin und "halbwegs über dem Horizont sofort auch zerbrechen". Dann war alles auch schon vorbei. Auch er hatte Radio am Morgen schon gehört um in den Nachrichten dazu etwas zu vernehmen, "vielleicht ist ja ein Flugzeug explodiert". Nur war da nichts, sodass er es bei seiner Zeitung versuchte (aber da war die Redaktion noch nicht besetzt) und dann über die ESOC in Darmstadt die UFO-Meldenummer bekam. Ähnlich übrigens die erste Reaktion auf meinen Aufruf im Netz von ´Lars´ bei Wetterzentrale.de: "Wir waren zu der Zeit auf dem Weg von München nach Kirchheim (östlich München) und haben dieses Schauspiel auf einer recht dunklen Landstraße gut wahrnehmen können. Es waren einige dünne ac-Felder am Himmel, die durch diesen ´Blitz´ extrem grünlich und weißlich aufgehellt wurden. Wir dachten zuerst an ein Gewitter, aber der Abend war bis dahin klar und die Luft trocken und kühl, zudem dauerte die Erscheinung viel zu lang. Dann eher Flugzeug-Unglück oder Meteorit." Und bei Astro.Info meldete sich ´Putzig´ mit: "Auch in der Schweiz (Mittellland, Nähe Olten) wurde der grünlich leuchtende Meteor gesehen. Wir waren mit 3 Autos unterwegs und alle haben ihn gesehen. Er bewegte sich in nordwestlicher Richtung und zerfiel in 2-3 Teile und verschwand."
Somit meldete sich dpa aus Straßbourg (!) bei mir und führte ein kurzes Gespräch wegen der Ereignisse aus der vergangenen Nacht (1). Bald darauf bekam ich über die NAA-Liste diese Meldung von Thomas R., allerdings aus Dresden und betreffe 0:27 h: "Ich sah im Augenwinkel einen Lichtschweif sehr tief am süd-südwestlichen Horizont von Ost nach West entlangziehen, als ich hinsah, beobachtete ich gerade noch das Ausglühen des Objektes. Von der Zeit kommt das absolut hin, nur wenn es zwischen München und Nürnberg auch gesichtet wurde, dann muss es sich in sehr großer Höhe abgespielt haben. Die Farbe Grün kann ich nicht bestätigen, daran kann ich mich nicht erinnern. Die Richtung meiner Sichtung habe ich unter Berücksichtigung eines Fehlers von +/-10° auf 220° ausgemessen. Übertragen auf eine Deutschlandkarte entspricht dies einer Linie die von Dresden aus ziemlich genau durch Nürnberg verläuft. Diese Linie muß der Bolide also kurz vor dem Ausglühen überschritten haben." Frau B. aus der Nähe von Dachau berichtet telefonisch danach, was "irgendwann vor Eins" sie vom Balkon ihrer Wohnung gesehen hatte, als sie noch eine Zigarette rauchte: "Erst war da ein Blitz, ganz komisch grünlich oder so gefärbt und schon schoß was am Himmel von Süden nach Norden sekundenlang dahin - und nach ein paar Sekunden war alles weg. Ich wartete auf einen Donner oder so, kam aber nicht." Das "dahinschießende Teil" soll "vielleicht halb so groß wie der Mond" gewesen sein "und da zog noch was hinterher". Erst am frühen Nachmittag bekam sie von einem Bekannten an der Münchner Sternwarte dann meine Rufnummern, nachdem sie "seit 10 h überall hin schon telefonierte"...
(1) = Daraus entstand dann eine sda-Meldung wie sie schon bald u.a. die ´Neue Zürcher Zeitung´ oder die ´Basler Zeitung´ aufgriff (aber genauso die apa für Österreich, wie ich später anhand der ´Tiroler Zeitung´ und dem ´Standard´ sehen konnte) und auch der SWR sich gleich wegen eines Kurzinterviews dazu meldete und der ARD- bzw ZDF-Videotext auf S.551 bzw S.137 aufgriff sowie Spiegel.Online unter http://www.spiegel.de/panorama/0,15... verwendete ("Vermeintliches UFO gesichtet"): Feuerball am Schweizer Himmel - Zahlreiche Anrufe bei Ufo-Meldestelle
>Ein grünlich-blauer Feuerball am Himmel hat in der Nacht zum Sonntag zahlreiche Menschen von der Schweiz bis ins deutsche Frankenland in Aufregung versetzt. Bei dem Ufo dürfte es sich um einen Meteoriten gehandelt haben.
(sda/dpa) Das Telefon der Ufo-Meldestelle CENAP in Mannheim klingelte pausenlos, nachdem gegen 1 Uhr für etwa 3 Sekunden ein «grünlich- blaues Ufo» von Süden nach Norden quer über den Himmel schoss. Geräuschlos wie eine «übermächtige Silvesterrakete» verglühte es und zerbrach in bis zu einem Dutzend Fragmente. Das vermeintliche Ufo sei wahrscheinlich ein Metall-Meteorit, erklärte Amateurastronom und langjährige Ufo-Forscher Werner Walter nüchtern. Wissenschafter sprächen von einem Feuerball-Boliden, dem grossen Bruder der Sternschnuppe. Ähnliches sei bereits am 6. April 2002 beobachtet worden. Später habe man bei Neuschwanstein einen Stein aus dem All gefunden. Für eine genauere Untersuchung benötige er allerdings Filmaufnahmen des nächtlichen Schauspiels. 
Bei Wetterzentrale.de meldete sich auch ´Udo´: "Der Bolide war auch hier in Aschaffenburg zu sehen, 290 nach 110 Grad, im Endstadium schön ich mehrere Teile zerberstend, hoher Grünanteil. Untergang bei ca. 20 Grad Elevation und 110 Grad Azimuth." Beim Astrotreff.de meldete sich ´BzFrank´: "Habs direkt gesehen, ich fuhr gerade im Auto heim, Richtung Osten auf der Landstrasse zwischen RT-Rommelsbach und Metzingen (südlich Stuttgart) als es taghell wurde und ich eine Feuerkugel durch die Frontscheibe des Autos sah (also Richtung Osten). Sie flog recht schnell (schätze mal 3-4 sek) quer (von rechts nach links, also grob Richtung N-NW) über den sichtbaren Himmelsausschnitt und ist dabei in mehrere Fragmente zerfallen, wobei die initiale Lichterscheinung selbst weiss, die Fragmente weiss und auch farbig erschienen. Ich würde den Durchmesser eher klein und hell beschreiben (kleiner als Vollmond, aber subjektiv sehr hell - so Marke Xenon-Scheinwerfer), es ist aber schwer so eine kurze, schnelle und unverhoffte Show einzuschätzen. Die Spur war nur ein paar Sekunden zu sehen." Hans-Werner Peiniger von der Lüdenscheider GEP meldete auch einen dortigen Falleingang zur Sache: "Ich habe über dem Himmel von 07318 Saalfeld/Saale am11.07.04 um 0:28 Uhr ein sehr hell-grün leuchtendes Objekt abstürzen sehen, das fast aussah als wenn dies brennen würde! Für diese Sichtung habe ich noch eine weitere Zeugin!" Unter Berücksichtigung der Dresdner Beobachtung dehnte sich damit das Beobachtungsgebiet aus und damit verschob sich der ´Boliden-Durchgangs-Korridor´ nach NO hin. Dies bestätigte auch ein Bericht von Peer J., der mich am Abend erreichte: "Wir haben in Jena (Thüringen) am 11.07.2007 gegen 0:30 Uhr eine von SE nach SW fliegende, erst grünliche, dann orange-gelbliche ´Erscheinung´ gesehen. Dauer: mind. 3 sec, eher etwas mehr. Wie eine überdimensionale ´Sternschnuppe´, aber langsamer und flacher fliegend. Zerfiel am Ende in mehrere Teile."
Im AKM-Forum war etwas später zu erfahren, das ein Beobachter ebenso aus Ingolstadt sich meldete und knapp berichtete: "Habe es auch über Ingolstadt sehen können, sehr hell, in Richtung Norden. Uhrzeit ca. 0:30 h." Auch Peter M.meldete: "Kann die Beobachtung auch bestätigen. Habe den Boliden ebenfalls in der Region von Ingolstadt, nahe bei Eichstätt auf dem Osterberg (Pfünz) sehen können. Vom hellen Kern lösten sich mehrere Bruchstücke..." Im Forum von Astronomie.de meldete sich Franz Z. aus Uttwil/Schweiz: "Habe zur fraglichen Zeit, also Sonntag 11. 07. um 0:30 h eine grüne Feuerkugel gesehen. Ich fuhr mit dem Auto von Konstanz nach Romanshorn (CH) und sah plötzlich aus dem Augenwinkel ein blendendes diffuses weisslich-grünes Licht über dem Bodensee, also am nördlichen Himmel. Als ich kurz hinsah erkannte ich eine diffuse, sehr helle Kugel (ca. Mond - Grösse), die von Osten her im Winkel von ca. 45° gegen Westen flog und dann in ca. 3 bis 4 Stücke zerbrach, die stark grün leuchteten. Zuerst dachte ich an Seenotmunition von einem Schiff auf dem See aber dazu war es zu gross (abgesehen dass die Notraketen rot sind). Habe etwas sehr ähnliches schon mal vor vielen Jahren auf den Malediven gesehen, seither nie wieder."
Erste Nachgedanken: Wäre das Ereignis vielleicht zwei/drei Stunden früher geschehen, dann wäre vielleicht die Dimension der Meldeeingänge so verlaufen wie am 6.April 2002 zum damaligen ´Süddeutschland-Feuerball´ - der immer noch ´unübertroffen´ ist. Auch spielte das Wetter dieses Mal nicht richtig mit und es war in weiten Teilen des Landes bewölkt, sodass die Sichtchancen sowieso reduziert waren. Zum Glück passierte der Vorfall in der Samstag-/Sonntagnacht und noch nicht all zu spät. Unter der Woche sind gegen 0:30 h weitaus weniger Menschen unterwegs, als am Wochenende zu dieser Zeit. Um zum rechten und spektakulären astronomischen Zwischenfall zu werden bedarf es also auch gewisser umfeldlicher Gegebenheiten. Gleiches gilt für die zeitliche Abfolge der Meldeeingänge. Im aktuellen Fall geschahen diese quasi ´erst am nächsten Tag´ während 2002 oder beim Januar-Feuerball 2004, den Herbst-Nordlichtern von 2003 sowie bei den "Nachtleuchtenden Wolken" eine Woche vor dem aktuellen Boliden sofort die Reaktionen kamen, weil die Zeit ´gut´ war um herumzutelefonieren und schließlich mich zu erreichen.
Und wieder wurde es komplexer, komplizierter...
An diesem Abend noch rief mich ein Redakteur der Internet-Zeitung "Ostemarsch.de" an, um mir einen Vorfall zu schildern, der 1 Stunde nach dem vorausgehenden Feuerball-Ereignis im Bereich Niederelbe passiert war.
"UFO-Alarm - Rätselhaftes Riesenrad über Großenwörden" hieß es da in einer ersten Berichterstattung an diesem 11.Juli: "Himmelserscheinung: Ufo-Alarm über der Ostemarsch! 11. 7. 2004. Rosemarie Kück und Ehemann Günther Kück glaubten ihren Augen nicht zu trauen. Als sie in der Nacht zum Sonntag, 11. Juli,  ´gegen 1.30 Uhr´ zurück in ihr Haus an der Großenwördener Seestraße kamen, sahen sie in Richtung Kirche ´über eine Minute lang´ eine merkwürdige Himmelserscheinung: ein leuchtendes Etwas, das sich ´wie ein Riesenrad´ drehte. Das rätselhafte Ding war, wie Rosemarie Kück gegenübergrossenwoerden.de erklärte, ´viel größer als der Mond´, drumherum oder drinnen wimmelten ´kleiner werdende Punkte´ - ein ´einmaliges Schauspiel, wunderschön anzusehen´, am sternklaren Himmel. Ob das Objekt 10 oder 100 Kilometer oder weiter entfernt war, sei ´schwer zu sagen´, meint Günther Kück. Was war da los? Sicher ist: Die beiden Großenwördener waren nicht die einzigen Deutschen, die in dieser Nacht bizarre Himmelserscheinungen gemeldet haben - allerdings meistens in Süddeutschland. ... Ob die Kücks nun von einem Boliden oder von Nachtwolken oder einem ganz anderen Phänomen irritiert wurden, läßt sich wohl am besten klären, wenn sich andere Augenzeugen unter osten@oste.de melden, die in der Nacht zum Sonntag Ähnliches beobachtet haben."
Da dies zunächst wenig hergab, bat ich um weitere Informationen zur Sache. Der Redakteur sprach nochmals mit den Kück´s und dabei kam heraus, dass das "Lichter-Riesenrad" wohl schon vorher am Himmel gewesen war, als die Beobachtung einsetzte. Zudem wurde nach der Heimkehr das Lichtgebilde weiterhin von der Wohnung aus gesehen und die Leute gingen zu Bett, obwohl es nach wie vor am Himmel sich milchig-trübe drehte. Etwa 15 Minuten lang wurde es weiterhin an Ort gesehen. Als sie um 4 h nochmals aufstiegen und nachschauten, war die Erscheinung weg. Die Wetterverhältnisse in dieser Nacht waren hier exzellent und absolut klar gewesen - "Niederschläge hatten die Luft gereinig"! Hörte sich verdächtig nach einem Wochenend-Einsatz von einem Skytracker-Lichteffektgerät an - bereits in der Vergangenheit hatte es genau solche Beschreibungen merkwürdiger Himmelsphantome in der auch hier verwendeten Wortwahl gegeben, die genau darauf zurück gingen. Auch das Wetter spielte hierbei mal wieder mit, um die hochführenden Lichtkanäle nicht sichtbar werden zu lassen. Inzwischen erfuhren die Kück´s auch von einem Nachbar, dass "soetwas" vor Jahren bereits einmal in der Gegend gesehen worden war und "irgendetwas mit einer Strandparty zu tun hatte"... Soetwas zu sehen bringt immer einen ´magic moment´ mit sich. Tags darauf wurde auf der Webseite etwas überhöht ergänzt: "Deutschlands Ufo-Hobbyforscher Nummer eins, Werner Walter aus Mannheim, wurde vom Redaktionsteam dieser Website eingeschaltet. Er hat eine verblüffende Theorie zum Rätsel von Großenwörden und bittet alle Leser dieser Homepage um Mithilfe bei der Lösung." Der Artikel dazu las sich dann so:
"Wurden die Kücks in Großenwörden von einem Boliden oder von Nachtwolken irritiert? Ufo-Forscher Walter tippte am Sonntag abend im Gespräch mit dem Redaktionsteam dieser Website auf ein Phänomen der dritten Art. Bei Großveranstaltungen wie Open-Air-Diskos werden immer häufiger - aus Flugsicherungsgründen nur an Wochenenden - so genannte Skytracker eingesetzt, auch Search-Lights genannt (mehr unter www.skytracker.com). Das sind ´unscheinbare Geräte, groß wie ein normaler Kühlschrank´, die pro Abend für 400 Euro gemietet werden können und die auch in mobiler Ausführung verfügbar sind, zum Beispiel auf Pick-ups montiert. Entertainment-Lichtkanone: Des Rätsels Lösung? Die Lichtkanonen können mit speziellen Vorsatzlinsen auch Feuerräder projizieren. Die Reichweite betrage bei Horizontalprojektion und klarem Wetter 20 bis 25 Kilometer. Walter: "Das muss also nicht im nächsten Nachbarort gewesen sein." Der Fachmann spricht in diesem Zusammenhang von ´Wochenend-Ufos´. Eine Feuerrad-Beobachtung in Darmstadt habe sich kürzlich als Skytracker-Effekt herausgestellt. Der Ufo-Forscher bittet um Hilfe bei der Lösung des Rätsels von Großenwörden. Im bayrischen Hundham entpuppte sich im Juni ein angebliches Ufo als Effekt, den ein ´Search-Light´ hervorgerufen hatte. Der ´Münchner Merkur´ zitierte dazu einen Experten mit den Worten: Search-Lights verfügten ´über enorme Strahlkraft´ und seien ´deshalb in weiten Entfernungen zu erkennen. Bei bewölktem Himmel können sie durchaus etwas gespenstisch wirken.´ Um den mysteriösen Fall zu klären, bittet Ufo-Forscher Walter die Leser dieser Website, sich umzuhören, ob in der Nacht zum Sonntag irgendwo westlich von Großenwörden eine Party mit Skytracker-Einsatz stattgefunden hat. Hinweise erbittet das Redaktionsteam dieser Website unter osten@oste.de. Über den Großenwördener ´Wochenend-Ufo-Alarm´ berichtete Walter noch am Sonntag abend auf seiner Website.
Zurück zu unserem Ausgangsfall. Der "UFO-Feuerball" beschäftigte am Montag, den 12.Juli 04, dann auch die gedruckte Presse - so z.B. die ´Augsburger Allgemeine´ ("Feuerball löst ´Ufo-Fieber´ aus"), die ´Badische Zeitung´, die ´Berliner Morgenpost´, ´BILD´ ("UFO-Alarm im Süden Deutschlands"), ´Frankfurter Rundschau´ ("UFO-Meldungen wegen Feuerball"), ´Magdeburger Volksstimme´ ("War Feuerball am Himmel ein Meteorit?"), ´Mannheimer Morgen´ ("Meteorit mutiert zu einem UFO"), ´Neue Osnabrücker Zeitung´ ("Silvesterrakete" am Juli-Himmel - Aufregung um nächtlichen Feuerball"), ´Neuer Tag´ - (Danke mal wieder an Stephan Raßmann vom Karo-Team, der diesbezüglich ein offenes Auge hatte). Und es gab weitere Meldungen zum eigentlichen Ereignis am Nachthimmel. So von Kristin K.: "Wir haben ebenfalls eine grün, blaue Erscheinung quer über den Nachthimmel fliegen sehen. Wie eine Silvesterrakete, mit langem Schweif. Etwa 4 Sekunden lang, relativ flach über dem Horizont. Wir waren unterwegs von Marienberg in Richtung Großrückerswalde, Annaberg-Buchholz. Also mitten im Erzgebirge. Es war ein schönes Schauspiel, erst glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, aber meine drei Mitfahrer haben es auch gesehen. Eine ganz genaue Uhrzeit kann ich Ihnen leider auch nicht sagen. Wir waren bis nach Mitternacht (etwa 0:15 Uhr) in einer Kneipe. Ich schätze, dass es zwischen 0:25 Uhr und 0:40 Uhr war. Ich kam durch den Bericht auf Spiegel Online auf Sie. Dann habe ich bei Google nach CENAP gesucht. Als ich den Artikel las, habe ich mich gefreut, dass wir etwas besonderes beobachtet haben. Wir dachten jedoch nicht, dass die Sache noch so weit entfernt stattfand. Wir haben das Ding schon in Streckewalde niedergehen gewähnt. Viel Spaß weiterhin bei der UFO-Forschung. Ich muss sagen, die Hintergründe interessieren mich eher weniger. Aber es war schön anzusehen. Wir hatten Glück."
Matthias L aus Heidenheim an der Brenz: "Meine Freundin, Petra Z., und ich haben am Sonntag gegen 00:30 ebenfalls das seltsame Objekt gesehen. Wir waren mit Freunden beim Grillen und holten gerade Holz (standen mitten auf einer dunklen Wiese) als es plötzlich taghell wurde. Als wir nach oben schauten sahen wir eine riesige Kugel (ca. so groß wie der der Vollmond), die sehr hellweiß leuchtete. Jedoch nicht grün oder orange wie es von den anderen Beobachtern geschildert wurde. Das Licht war strahlend weiß, wirkte jedoch Künstlich (wie es von diesen hellen LED-Taschenlampen erzeugt wird), wir waren uns deshalb sicher dass es sich um kein natürliches Phänomen handeln kann. Die Kugel schien abzustürzen und zog dabei einen langen ebenfalls weißen Schweif hinter sich her. Schließlich verschwand die Erscheinung hinter dem Wald. Das ganze lief in ca. 3 sek ab. Die Lichtkugel zog sich jedoch nicht über den gesamten Himmel, sondern schien erst in der Mitte aufgetaucht zu sein. Das nächste was uns verwirrte war dass die Erscheinung sehr tief gewesen sein muss, da es in Heidenheim gerade total bewölkt war (folglich muss das alles ja unter den Wolken gewesen sein)... Ich wusste zunächst nicht an wen man sich bei soetwas meldet, deshalb die späte eMail..."
Auch ´Dan´ aus der Schweiz meldete sich: "Wir waren auf dem Weg nach Deutschland. Es war kurz nach dem Dorf Mumpf (Kanton Aargau). Die Uhrzeit kann ich nicht genau sagen, doch es war bestimmt nach Mitternacht. Ich denke 0:30 h könnte hinhauen. Diesen grünen Feuerball haben wir aus nächster Nähe gesehen. Wir waren nicht sicher worum es sich dabei handelt. Zuerst waren wir der Meinung es wäre ein normales Feuerwerk. Doch waren wir unsicher, denn es kam mit relativ hoher Geschwindigkeit in einem fast parallel verlaufenden Winkel zur Erde geflogen, bevor es in 3 oder 4 kleinere Stücke auseinander gefallen ist und kurz darauf erlosch. Ich hab so etwas noch nie gesehen!! So wie ich das beurteilen konnte, war zwischen uns und der Sternschnuppe keine 5 Kilometer. Und das Ding war sehr schnell. Da der Himmel zu dieser Zeit teilweise bewölkt war, konnte man sehen wie das Ding durch eine Wolke hindurch raste...und man konnte sogar in der Wolke eine Leuchtspur sehen. Es war auf jeden Fall sehr aufregend."
Hansueli K. aus dem schweizer Sempach: "Ich war in der Nacht vom 10. auf den 11. Juli 2004 in Avanches (Schweiz, Nähe Murten) und habe mir die Oper ´Carmen´ im Amphytheater angeschaut. Um etwa 0.30 Uhr gab es von Süden nach Norden in sehr geringer Höhe und Distanz (gemäss meinem Empfinden) während 2-3 Sekunden einen intensiv grün-blauen Feuerstreif am Himmel. Meine Kollegen sagten mir, dass dies ein Scherz sei, und jemand eine Rakete losgelassen hat. Allerdings war absolut kein Geräusch zu hören und die Flugbahn war von oben flach nach unten. Ich vermute, dass es sich um einen Meteor handelt. Am Montag, 12.7.04 habe ich dann in der Zeitung darüber gelesen und einen Link auf ihre Homepage gefunden, wo man die Erscheinung melden kann, was ich hiermit tue."
Stephan P.: "In der Nacht von Samstag auf Sonntag, am 11.7. früh um 0.25 h, Standort bei Schärding, 13 km südlich von Passau: Ich war draußen und hab gerade den Lagunennebel im Schützen im Okular, als es um mich weißlich hell wurde, wie wenn ein Autoscheinwerfer mich aus 100 m Entfernung anleuchten würde, ich hab mir erst gedacht, der besoffene Nachbar ist doch schon vor 10 Min Heim gekommen, und hab daher das Auge erst nach ca 2 Sekunden vom Okular weg genommen, und da war er, der Bolide, kam aus dem Kopf der Schlange und erlosch im ´Haar der Berenicke´, als ich ihn bewusst sah (ca 5 Sekunden lang), war er grünlich, mit Schweif, so hell, wie der ´Neuschwanstein-Bolide´, den ich auch gesehen hatte, allerdings der jetzige von meinem Standpunkt aus deutlich höher am Himmel, er zerbrach beim Erlöschen auch nicht in mehrere Teile, ich hab geglaubt, während des Beobachtung auch ein ´leises Zischen´ zu hören, was ich aber eher als Einbildung ansehe, da er dann ja extrem nahe gewesen sein müsste. Intuitive Schätzung der Entfernung war ca 5 bis 10 km, was aber wg der Unmöglichkeit für die menschliche Wahrnehmung solche Entfernungen am Himmel einzuschätzen, wohl auch eine Täuschung war (den Neuschwanstein-Boliden hab ich fälschlicherweise ähnlich nah eingeschätzt). Donner hab ich hinterher auch keinen gehört. Es war absolut beeindruckend."
Thomas R., Oberbayern: "Ich konnte die Feuerkugel um 00:27 MESZ in der Nähe von Velden bei absoluter Stille rundum erleben (ich schätze die Helligkeit auf -6 mag, in den Maxima vielleicht auch -8 mag) und habe keinerlei Geräusche gehört während des Fluges. Da bin ich mir sehr sicher. Habe danach extra gelauscht, konnte aber ausser ganz weit entferntem Gewittergrollen (passend zum Wetterleuchten am Horizont) nichts hören." Dazu noch eine Kurzmeldung von einem ´Chef´: "Wohne im Münchener Norden und hab sie in nördlicher Richtung gesehen. Sie war so hell, dass sie sogar den Boden erleuchtete. War die größte und hellste Sternschnuppe
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