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UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-28

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26.05.2004
    
Mexiko-Update Teil II
Unsichtbare UFOs "gefilmt"?
Fast 11 Millionen Menschen erfuhren als Zuschauer dieser abendlichen Sendungen (nach GfK-Angaben am nächsten Tag) von CENAP und Betreiber der Mannheimer UFO-Meldestelle. Im Zuge dessen meldeten sich gerade einmal 5 Menschen mit ihren Beobachtungen (später dazu mehr), zu denen sie mehr erfahren wollten (2 alleine waren Beobachter der 1990er ´Greifswald´-Formation - und in beiden Fällen wurde diese gleichsam von den Meldern mit den Mexiko-Aufnahmen gleichgesetzt weil man "Formationen" sah!). Noch bis zum folgenden Montag riefen Menschen in Mannheim an oder schickten eMails um nachzufragen was der jeweils aktuelle Stand der Nachprüfungen und Untersuchungen zur aktuellen Geschichte sei. Soetwas hatte ich noch nie erlebt, selbst im Supermarkt oder an der Stadtbahnhaltestel sprach man mich an. Die Leute waren sehr neugierig und es gab scheinbar ein immenses Interesse. Im Gästebuch von CENAP meldete sich ein anonymer "Snake" mit Eintrag 532:
"So, ich stoppe schon mal die Zeit, die vergeht, bis unser Wegerklärungs-Papst mit der Auflösung der mexikanischen Sichung kommt (natürlich, nachdem er sich von seiner Verblüffung erholt hat) Was könnte es denn gewesen sein: Vorschläge -
1. 99 Partyheißluftballons auf ihrem Weg zum Horizont
2. 9 mal die aufgehende Venus (die Crew war halt besoffen)
3. 9 Meteoriten, die mal schnell das Flugzeug umkreist haben.
4. 9 Ultraleichtflugzeuge, die gerade licherloh brannten (deswegen auch die hellen Kugeln)
5. 9 UFO-Wegerklärer auf ihrem Weg zum monatlichen Skeptiker-Treffen (haben halt ein bißchen viel gegessen und leuchteten im Schein der tiefstehenden Sonne kugelförmig hell auf)
6. Die Crew war auf Drogen (sollten sie ja schließlich auch jagen)
Fällt euch noch was besseres ein, falls W.W. in Erklärungsnotstand gerät? ... Ich empfehle alleine einmal die vollkommen verdummende Berichterstattung des Cenap über die belgische UFO-Welle!! Und, und, und, man kommt mit dem Aufzählen des ganzen ´entmystifizierenden´ Blödsinnes schon gar nicht mehr nach."
Später lief eine AP-Meldung auf: "Mexico neutral about mysterious lights". Hiernach habe der mexikanische Verteidigungsminister Ricardo Vega Garcia keinerlei Position ob das hier debattierte Material von echten UFOs komme. Aber zumindest warnte er seine Untergebenen in dieser Angelegenheit von "Fliegenden Untertassen" zu sprechen. Das Material sei deswegen freigegeben worden, weil es keinen Sinn mache es als militärisches Geheimnis zu bewahren und es als solches auch keines sei - was sicherlich richtig ist und Sinn macht. So die News 24 im texanischen Houston: http://www.news24houston.com/conten... Und dann noch dies von dpa von diesem Tag um 20 h:
>Mexikos Regierung lässt angebliche UFO-Aufnahmen untersuchen. Mexiko-Stadt (dpa) - Mexiko lässt angebliche UFO-Aufnahmen jetzt untersuchen. Die Regierung will Videos der Luftwaffe, auf denen die Objekte zu sehen sind, Wissenschaftlern zur Verfügung stellen. Das teilte Verteidigungsminister Gerardo Clemente Vega García mit. Das mexikanische Fernsehen hatte diese Woche die Aufnahmen ausgestrahlt, die Piloten der Luftwaffe Anfang März bei einem Erkundungsflug im Osten Mexikos gedreht hatten. Auf den Infrarot-Aufnahmen sind etwa elf leuchtende Punkte zu sehen, die sich hin und her bewegen.<
Dies bedeutet wohl nichts anderes, als dass man Maussan nicht (mehr) wirklich vertraute und erkannte, dass dieser das Material (selektiv editiert?) nur als PR für sich selbst verwendete, anstelle etwas beizutragen um zur Klärung des Geschehens zu führen wie man es sich erhoffte. Auch das es keinerlei offiziellen Kommentar durch einen nicht vorhandenen Vertreter des Generalstabs während der Pressekonferenz gab zeigt auf, dass da die Manschetten bereits anlagen - offenkundig weil man den Fehler machte das aufgezeichnete Material nicht SELBST mal zu untersuchen wie man gerade in jenen ´Minuten´ erkannte als die Aktion schon nicht mehr zu stoppen war. Man ließ Maussan und die betroffene Crew quasi alleine. Ähnlich war es gewesen als die SPANISCHE Luftwaffe 1976 dem baskischen UFOlogen und Journalisten Juan-Jose Benitez von der Zeitung "La Gacete Del Norte" in Bilbao UFO-X-Akten aushändigte, der aber nur auf Sensationsschlagenzeilen aus war und das Material dann groß in der Klatschpresse herausbrachte. Auch hier schmollte die spanische Luftwaffe wegen des Vertrauensbruchs und machte daraufhin zwei Jahrzehnte in Sachen UFOs alles dicht. Aber man hätte wie im Fall Maussan über die windige Gestalt des "Forschers" Benitez gewarnt sein können. Es wiederholt sich also alles irgendwann an anderer Stelle mit neuen Gesichtern wieder. Selbst Erinnerungen an frühere UFO-Klassiker kommen bei ruhigerem Nachdenken in Anbetracht des mexikanischen Falls auf - nämlich an den belgischen Luftwaffen-Zwischenfall von der Nacht des 30.auf den 31.März 1990. Auch hier glaubte man endlich ein "Fliegendes Dreieck" auf den Bord-Radars von zwei Kampfmaschinen auszumachen - welches ansonsten genau wie die mexikanischen UFOs unsichtbar war. In diesem Fall stellte es sich jedoch als ein "Radar-Engel" heraus auch wenn zunächst die belgische Luftwaffe intern den Fall studierte, aber damit nicht auf den wahren Kern kam und ihn der belgischen UFO-Organisation SOBEPS zugänglich machte - und damit der Öffentlichkeit weltbekannt wurde. Die "Allgewaltigen" in hohen Kreisen kochen also auch nur mit Wasser und stehen besonderen Situationen ohnmächtig gegenüber. Man hat zwar angeblich die Ausstattung der Maschine ca 2 Monate lang geprüft, aber die Aufzeichnungen um die es schließlich zwecks der UFOs geht NICHT und erst jetzt nachdem die "Untertassen-Schlagzeilen" um den Globus gingen und den ´Kicherfaktor´ mit sich brachten kam man auf den naheliegenden Gedanken die Videos mal jemanden anderen als einem UFO-Fan zu geben und um Ratschlag nachzusuchen. Zu spät.
Alter Schwede - der Hassanruf: An jenem Abend erreichte mich mal wieder ein "gepfefferten" Hassanruf von einem anoymen Menschen, der mir von der Stimme her gar nicht mal so alt erschien. Hochdeutsch. Es waren nur ein paar Sätze und dann hängte der Typ schon wieder ein. Was mich dabei überraschte waren so Formulierungen wie "Sie beherrschen den ganzen UFO-Nachrichten-Markt mit Ihrer verbreiteten Sch..., nur Lug und Trug, nur Betrügereien am Volk und wie ich sehen konnte arbeiten Sie sogar im Auftrag der Behörden um Lügen zu verbreiten." Dabei spielte er auf Greifswald an! Ausgerechnet dieser Tage lief im Alien.De-Forum ´UFO-Forschung´ dazu eine herbe Debatte voller vieler Unnötigkeiten, wo genau solche Spekulationen auftraten. Der Verwalter (Administrator) des Forums musste sogar zur Vernunft aufrufen und rief nach Mässigung, sonst werde er das Forum dichtmachen. Im Anruf wiederholte sich dies "Angelesene" 1:1. Meine Medienpräsenz an dem Tag schlug da wohl jemanden gewaltig aufs Gemüt - ohne eigentlich zu begreifen was ich zum mexikanischen Fall ausgesagt hatte.
Näher hingeschaut: Infrarot-Engel in Sicht?
Um zu einer schlußendlichen Fall-Bewertung zu gelangen braucht man erst einmal alle Informationen zum Geschehen, dann erst kann man ans Analysieren gehen. Vollständig sind die Informationen so noch nicht gewesen, egal wie beeindruckend die ganze Geschichte zunächst ist. Und irgendwie waren nach einer Abkühlungsphase aufgrund der ersten Begeisterung die Videos dann doch mal wieder im Bereich "Alles oder nichts" angesiedelt. CENAP-Intern setzte mal wieder die große Fachdiskussion ein. Frei nach dem Motto: Sehen - Staunen - Verstehen. Da setzte also unser Flirt mit der ganzen Geschichte naturgegeben ein, schließlich wollen wir UFO-Berichte nicht nur sehen und bestaunen, sondern auch verstehen, wozu natürlich zählt die "Spreu vom Weizen zu trennen", einfach um sich ob des Weizens auch sicher zu sein und nicht auf Katzengold hereinzufallen. Wohl nach dem 1990er Ostsee-Fall (alias ´Greifswald´) die aufregendste Meldung seither für viele, gerade auch wegen dem Filmmaterial, welches (so wie es dargestellt wurde) atemberaubend war (auch wenn nach wie vor niemand weiß, ob Maussan das Gesamtmaterial freigab, oder nur editiert eine Kurzfassung von ihm - was natürlich eine wissenschaftliche Auswertung sehr erschwert). Da die Observationen mit FLIR wohl um die 45 Minuten dauerten, wobei nicht klar wurde ob auch dauerhaft dies mit der Aufzeichnung geschah oder nur "ab und so da hingehalten wurde". Maussan´s Material hat aber keineswegs diese Länge in der Veröffentlichung. Wurde unbequemes Material einfach weggelassen? So ist es eh problematisch das vorgestellte Material zu bewerten, gerade von einem Mann der vorher schon zigfach Videomaterial nur nach seinen eigenen Vorstellungen (= UFOs sind überall massenhaft unterwegs) vorstellte und heftig selbst durch einseitige Vorstellung von UFO-Materialien in seinen Pro-UFO-Sendungen dies alles nur zu unterstützen/fördern suchte.
Wie man anhand der bei Rense.com erstmals vorgestellten vier Einzelbilder aus dem mexikanischen Wärmekamera-Video sehen kann, war wohl sogar etwa eine Stunde lang die Aufklärungsmaschine (deren genauen Eigengeschwindigkeit nicht bekannt wurde) von den Erscheinungen verfolgt worden, bei bestem Wetter - doch von Bodenbeobachtern war ebenso nirgends die Rede. Schon um 16:45 h waren die ersten Wärmebildkamera-Bilder gemacht worden. Nicht erst ab 17 h, aber dies soll kein Problem sein. Die kleine, zweimotorige Propeller-Aufklärungsmaschine Merlin C26A befand sich während des Geschehens zwischen den Städten Copalar (Chiapas) und Carmen (Logwood). Es begann alles mit der Radarwahrnehmung von einem Objekt, weswegen die Crew zwei Meilen vom Kurs abwich, um das zunächst als Drogenschmuggler-Flugzeug angenommene Objekt in Augenschein zu nehmen. Doch am Punkt der Radarortung war nichts zu sehen, vielleicht ein Radar-Engel? Ein natürliches oder künstliches Falschziel? Wie auch immer, der Kommando-Stützpunkt Ciudad del Carmen hatte zur Sichtungszeit nichts auf dem Radar ("there was nothing at all flying in the air at the time, according to the Ciudad del Carmen Airport"), wie General Garcia in einem Radio-Interview mit Carlos Loret de Mola für den Sender "Hoy por Hoy" von der mexikanischer Radiosendergruppe Radiopol am 12.Mai 04 erklärte. Hier erklärte er auch wie unglücklich er mit der laufenden öffentlichen Reaktion sei und er keinerlei Absicht pflegte den Glauben an "UFOs oder Fliegenden Untertassen" zu fördern. Er habe keinerlei persönliche Hypothese zu den Ereignissen: "Alles was ich sagen kann ist, dass diese weißen Flecken auf der Aufnahme sind und mehr weiß ich auch nicht." Übrigens sei diese ganze Angelegenheit KEINE Sache der nationalen Sicherheit für ihn. Daraufhin wurde das Wärmebildsystem SAFIRE II FLIR (FLIR steht für "Forward Looking Infrared System") zugeschaltet, woraufhin dort wo das "Ziel" sein sollte doch etwas ausgemacht wurde. Angeblich so groß wie ein 15.stöckiges Gebäude (niemand weiß wie diese einfach so dahingeworfene Einschätzung zustande kam), was unglaublich genug wäre! Auf einer Videosequenz ist auch ein fettes "Kugel-Duo" auszumachen, welches merkwürdiger Weise untenweg hin abgesetzt einen schmalen Streifen besitzt, ähnlich wie bei einem richtigen bemannten Heißluftballon und seiner Passagier-Gondel darunter (tatsächlich sollte man solche Körper mit einer Wärmebildkamera aufnehmen können). Wenn man sich dann nochmals erinnert, dass es sich hier nicht um optische Aufnahmen, sondern um aufbereitete Bilder eines Infrarotsystems handel, dann könnte dies auch ein bizarrer Fehler in der Sensorik und/oder der (analogen) Bildausgabe gewesen sein.
Einschub. Radars in Flugzeugen sind meisten in der Spitze der Maschine angesetzt und sie dienen dazu den ganzen Luftraum dreidimensional VOR und maximal leicht NEBEN der Maschine abzutasten. Seltsamer Weise wurden die RADAR-Bilder nie gezeigt, nur die Wärmebild-Videos (1). Zudem soll eines der drei von Radar verzeichneten "UFOs" genau HINTER der Maschine erschienen sein während gleichsam Objekte an der linken Seite via Infrarot gar nicht auf Radar erschien! Seltsam. Genauso wie die Aussagen von Lt.German Ramirez Marin, wonach die Crew nur ANNAHM, dass die Erscheinungen das Flugzeug umkreisten. Und: Während die Wärmekamera-Aufnahmen ziemlich konstant waren, flippte das Radar mit seinen Angaben geradezu aus und die Objekte würden dabei mal mit 60 oder 120 oder gar 300 Knoten dahinzischen, konstant wechselten sie ihre Geschwindigkeit und ihre Erscheinungen in der Richtung (sie hüpften geradezu umher) - was keineswegs vom FLIR-System gleichsam angezeigt wird. Wie in den TV-Sendungen gesehen, ist das uns jetzt beschäftigtende Thermobild-System natürlich dazu gedacht, Bewegungen und Objekte am Boden im weiteren Sinne auszukundschaften bzw zu erfassen (auch wenn man es ebenso "in der Luft" einsetzen kann). Dementsprechend sind die entsprechenden Sensorsysteme unterhalb des Flugzeugrumpfs angesetzt und auch nach UNTEN gerichtet, aber im Gegensatz zum breit angesetzten und fixen Radar sind diese Systeme in einer Polyetheylene-Schutzkapsel als Kugel oder Kuppel ausgelegt eingebracht und darin der Sensorenkopf eng anliegend STEUERBAR rundum ausgelegt - genauso wie Sie es von amerikanischen News- oder (auch deutschen) Polizei-/Bundesgrenzschutz-Helikoptern mit ihren Kamerasystemen kennen oder von Bildern bei ´Search And Rescue´-Operationen von Rettungshubschraubern etc. Die FLIR-Cam sitzt unter dem Flugzeug, kann somit nur wahrnehmen was sich unter dem sichtbaren Horizont des Flugzeugs bis hin zu diesem (also das wäre dann parallel zur Fluglage) befindet. So wie ich das verstehe, wurden diese Cams auch eigentlich für die Bodenbeobachtung von Fahrzeugen oder Booten entwickelt. Aus den Aufnahmen lässt sich für mich nicht eindeutig ersehen, wo sich die Objekte nun befanden, sie könnten sich problemlos zwischen Flugzeug und Boden oder auch auf dem Boden befinden. Darüber müssten eigentlich die Radarbilder Aufschluss geben, aber die finden sich eben nirgendwo. So galt es zu warten, bis Mitschriften der Pressekonferenz zum Fall in zumindest englischer Sprache auftauchten, um vielleicht diese Fragen in den Interviews und Statements der beteiligten Flieger beantwortet zu finden - wenn diese Punkte überhaupt angeschnitten wurden.
(1) = Wie am 26.Mai 04 definitiv bekannt wurde, und zwar von Maussan selbst, fanden keinerlei Radaraufzeichnungen von Bord des Aufklärungsflugzeuges statt ("Unfortunately the information in the Radar of the plane was lost, because they never record that."). Und die Merlin-Crew fragte auch 2 x beim Bodenradar nach, ob man dort nicht auch die Objekte ausmachen könne - "but this radar didn´t get the objects at any time in the screen" (man braucht, glaube ich nicht groß Englisch zu können, um diese klaren Worte zu verstehen).
Gerade das "Kugel-Duo" rief bei einigen CENAPlern wie Ferhat Talayhan ("erinnert mich an Aufnahmen von gespiegelten Autoscheinwerfern" (1)) und Norbert Eßer ("vielleicht eine Art ´blind spot´, dieser kann unter bestimmten Umständen wandern und innerhalb einer optischen Schärfeebene liegen") oder Jörg Böhme ("Also, bei dieser einen Sequenz sieht man doch die beiden Lichtbälle, und unter denen sind wie zwei leuchtende Balken. Also muß die Quelle der ´Leuchtkugeln´ auf irgendwas Ebenes in der Nähe gestrahlt haben bzw. Wärme abgegeben haben. Das Ganze wurde dann gespiegelt") den starken unabhängig gefundenen Verdacht auf den Plan, dass dieser nahe Raum um der Thermobildkamera Fläche für einer Art ´Spiegelung´ böte, natürlich können auch im Infrarotbereich (gehört zum Wellenspektrum des Lichtes) solche eintreten. Die einzige Fläche hierfür ist die Innenseite der Schutzkapsel rund um den Sensor! Überall wo elektrische Energie fließt entsteht Wärme. Wärme ist genau wie Licht reflexionsfähig. Wärmestrahlung ist nichts anderes als langwelliges Licht. Die Überlegung dementsprechend war von Norbert Eßer: "Also muss das Gerät gekühlt werden um sich nicht sich selbst zu scannen und Daten zu fälschen. Eine gleichmäßige Temperatur ist, glaube ich, unerlässlich bei solch einem System. Es werden ja Unterschiede zwischen Temperaturen dargstellt. Wenn also das Gerät nicht ordentlich temperiert war könnte aus den 3 ´Öffnungen´ des Instruments Wärme abgestrahlt worden sein die wiederum in der Kapsel gespiegelt worden sind. Kann es sein das die Kühlung des Gerätes einen ´Wackler´ hatte? Die Schutzkuppel könnte die austretende Wärmestrahlung (Infrarot) rundum gespiegelt haben. "
(1) = Verblüffender Weise hatte auch Günter Dantrimont auf der allgemeinen GWUP-Liste unabhängig davon in ähnliche Bahnen gedacht: "Dabei ist mir sofort aufgefallen, dass ein Teil der Aufnahmen der Lichterscheinungen frappierend an Autoscheinwerfer bei Nacht erinnert - und zwar von einem sich schräg nähernden Auto. Typisch dabei die beiden hellen Lichter oben und die beiden kleineren Reflektionen auf dem Asphalt. Vor allem auch die asymmetrische Form der reflektierten hellen Flecke."
GWUPler Walter Linz machte mich darauf aufmerksam, dass das Thema inzwischen auch das ´Messaging Board" der amerikanischen Firma FLIR-Systems erreichte ( http://www.infraredtraining.com/com... Ein schlauer sowie interessierter Forums-Teilnehmer ("Thermoimagen") hatte hier am 12.Mai nachgefragt, welche Stellungsnahme FLIR hierzu abgeben könne und ob eine Ausrüstungs-Fehlfunktion vorliege. Dies machte natürlich bei mir ein mentales Tor auf und es gab einen "Klick". Da muss man einmal genauer hinschauen, mit welcher Technologie wir es bei der Thermofotografie hier zu tun haben und die wir wohl alle ´kennen´ wenn man z.B. an Einsätze des Bundesgrenzschutz im grenznahen Bereich bei Nacht denkt und man dann mit solchen Systemen in der Dunkelheit zB. illegale Grenzüberschreiter sucht. Technik ist nie wirklich perfekt, schon gar nicht die des Menschen. Sollte ein technisches Problem (vielleicht gar über die Software des eigentlichen computergestützen Digitalsystems mit seinen speziellen CCDs) zu einem "thermischen Falschbild" geführt haben? Dies wäre ein neues Phänomen für unser Thema und ein Punkt, der im Gesamtzusammenhang dieses Vorfalls auch einmal intensiver zu beachten war. Entsprechende Anfragen richtete ich am Samstag, den 15.Mai 04, an die Firmen FLIR-Deutschland und Thermography. Parallel einher schickte ich diesbezügliche Anfragen an den NATO-Stützpunkt Geilenkirchen (wo die AWACS stationiert sind) und an die Fliegerstaffeln des Bundesgrenzschutz sowie an die Militärflugzeug-Fachredaktion der Zeitschrift "Flug Revue". Auch Roland Gehardt versuchte sich in Schreiben an die Innenm intserien von Baden-Württemberg und Bayern, sowie Ferhat Talyhan an FLIR-Systems. Die Antworten ließen auf sich warten. Gut, die NATO war gerade in den Vorbereitungen für den Schutz der spanischen Königshof-Hochzeit eine Woche später und dies schien alle Kräfte zu binden, aber warum die anderen angeschriebenen Einrichtungen sich so schwer taten...?
Zwischenzeitlich konnte ich über Linz mehr zum FLIR-System an Bord des mexikanischen Aufklärungsflugzeugs erfahren: Das FLIR System enthält ein thermisches Bilderzeugungs-System, eine Farb-TV Kamera und einen Laser-Entfernungsmesser, alles in einer einzigen gyroskopischen (eine in 2 oder 3 Freiheitsgraden drehbare Aufhängung, wird für Teleskope, Kreiselkompasse etc verwendet) Kuppel zusammen mit allen zusätzlich benötigten elektronischen Einheiten zusammengefasst. Die Kuppel passt in die existierende Aufnahmevorrichtung und wiegt weniger als 145 Pfund. Das gesamte System inclusive Kuppel, elektronischen Einheiten und Verkabelung wiegt weniger als 285 Pfund. Die Kuppel ist im horizontalen Bereich volle 360 Grad und deckt einen vertikalen Bereich von oberhalb der 0 Grad Ebene bis unterhalb -90 Grad ab (Punkt direkt unterhalb des Betrachters). Das FLIR ist in der Lage, horizontale sowie vertikale Korrektur-/Steuer-Kommandos zu empfangen. Die MTF (1) und NETD (2) müssen zusammen in einer Minimal auflösbaren Temperatur-Differenz resultieren, die die thermische Empfindlichkeit und die Auflösung bietet um ein 0,5 m x 2 m große Ziel (Mensch) von anderen thermischen Quellen oder dem Hintergrund festzustellen und zu erkennen, das sich bei klaren Wetterbedingungen in einem Abstand von 30.000 feet befindet.
(1) = MTF: Ein Mass für die Bildschärfe, errechnet sich aus Kontrast und feinster Auflösung bei einem gegebenen optischen System.
(2) = NETD: Rausch-aequivalente-Temperatur-Differenz = Mass für den für ein thermisches Bild notwendigen Temperaturunterschied zwischen beobachtetem Objekt und Umgebung, um ein von Rauschen unterscheidbares Signal zu erhalten.
Kommen wir nun zum ´Forward Looking Infrared System´ der Firma FLIR Systems, dem globalen Führer für Infrarot-Kamera-Technologie - die übrigens auch in der Astronomie eingesetzt wird. Dies wird vielleicht interessant für Sie. Wir beziehen uns hier auf Material der deutschen Internet-Vertretung der Firma unter http://www.flirthermography.de/
Zunächst zur Geschichte der Infrarotstrahlung: Der Astronom Friedrich Wilhelm (Sir William) Herschel entdeckte im Jahr 1800 die infrarote Strahlung. Da er seine Teleskope selbst baute, war er mit optischen Komponenten wie Linsen und Spiegeln bestens vertraut. Herschel wusste, dass das Sonnenlicht alle Farben des Spektrums enthält und zudem eine Wärmequelle ist, und wollte nun herausfinden, welche Farben für die Erwärmung von Objekten verantwortlich sind. Dazu ersann er ein Experiment, in dem er ein Prisma, Pappe und Thermometer mit geschwärzten Kolben verwendete, um die den verschiedenen Farben entsprechenden Temperaturen zu messen. Herschel beobachtete in seinem Experiment einen Anstieg der Temperatur, wenn er das Thermometer vom violetten in den roten Bereich des Farbspektrums bewegte, das er durch die Aufspaltung des Sonnenlichts mit einem Prisma erzeugt hatte. Dabei stellte er fest, dass die höchste Temperatur jenseits des roten Farbbereichs gemessen wurde - die Strahlung, die diese Erwärmung verursachte, war nicht sichtbar. Herschel bezeichnete diese unsichtbare Strahlung damals als "calorific rays" (Wärmestrahlen). Heute kennen wir sie als Infrarotstrahlung.
Thermografie - Theorie: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Thermografie ist die Sichtbarmachung und Messung der von einem Objekt abgestrahlten thermischen Energie mit Hilfe einer Kamera. Thermische oder infrarote Energie ist Licht mit einer Wellenlänge, welche zu groß ist, um vom menschlichen Auge wahrgenommen zu werden. Diese Energie ist derjenige Abschnitt des elektromagnetischen Spektrums, welchen wir als Wärme wahrnehmen. Im Gegensatz zu sichtbarem Licht strahlt in der Welt des Infraroten jedes Objekt, dessen Temperatur über dem absoluten Nullpunkt liegt, Wärme ab. Daher geht sogar von sehr kalten Objekten wie z. B. Eiswürfeln infrarote Strahlung aus. Je höher die Temperatur eines Objekts ist, desto intensiver ist die von ihm abgegebene Infrarotstrahlung. Im Infraroten können wir Dinge erkennen, die sonst für unsere Augen nicht sichtbar sind. Infrarotkameras erzeugen Bilder der unsichtbaren Infrarot- bzw. Wärmestrahlung und ermöglichen damit präzise berührungslose Temperaturmessungen. Fast jede technische Komponente wird heiß, bevor sie ausfällt. Infrarotkameras zeigen diese Probleme frühzeitig und werden dadurch zu einem extrem kosteneffizienten und wertvollen Instrument, das in den verschiedensten Anwendungsfällen zum Einsatz kommen kann. Eine Infrarotkamera ist ein System, das die Infrarotenergie (Wärme) eines Objekts berührungslos detektiert und in elektronische Signale umwandelt. Diese können anschließend zu Videobildern aufbereitet und zu Temperaturberechnungen verwendet werden.Die in den meisten Infrarotkameras von FLIR Systems vorhandene digitale Bildspeicherung erzeugt kalibrierte Wärmebilder mit mehr als 78.000 einzelnen Temperaturmesswerten, die jederzeit mit den Infrarot-Softwareprodukten von FLIR Systems auf einem standardmäßigen PC analysiert werden können.
Eßer schlug vor, den Fall einmal der Firma FLIR Systems vorzustellen; seltsamer Weise erreichte mich an André Knöffel über Wetterzentrale.De (wo ich das Thema vorgestellt hatte und binnen 10 Stunden ein Spitzenwert von 242 Abrufen damit erfuhr; ähnlich auch bei Astronomie.De und Astrotreff.De - auch beim letzteren sorgte das Thema mit 245 Abrufen sofort für allergrößtes Interesse, selbst hier war also das Thema für den Tag zumindest ´In´) parallel mit der selben Idee und lieferte mir auch gleich die eMail-Anschrift von Georg Dittié von der URL "Thermografie" mit, der als Hobby zudem Videoastronomie betreibt. Ihn schrieb ich auch sofort an, nachdem ich von seiner Website weitere interessante Informationen entnehmen konnte, die eben die Thermografie bzw Thermofotografie betreffen. Auf der Hompage von Dittié fanden sich derweilen interessante, weitere Ausführungen rund um das Thema Thermografie:
Um einen Blick in die infrarote Welt zu tun, brauchen wir spezielle Kameras. Diese Kameras basieren auf besonderen Sensoren, die für inrarotes Licht empfindlich sind, vergleichbar mit Videokameras, nur eben für wesentlich größere Wellenlängen. Die Alchemisten der Halbleiterindustie haben heraus gefunden, daß CCD´s und Dioden aus dem Material HgCdTe (QuecksilberCadmiumTellurid) am besten im gewünschten Infrarotbereich funktionieren. Diese Technik ist ein bißchen aufwendig, denn der Sensor strahlt ja auch wie alle anderen warmen Gegenstände auch. Wir müssen ihn also weit unter die Umgebungstemperatur abkühlen, um zu vermeiden, daß wir uns selber blenden. Sehr gut dazu eignet sich flüssiger Stickstoff. Das Bild wird durch zwei Scannerspiegel vor dem Objektiv erzeugt. Der horizontale Scannerspiegel vibriert mit 270 Hertz um seine senkrechte Achse, während der vertikale Scannerspiegel sich in 0.8 Sekunden auf und ab bewegt. Der große Vorteil dieser Technik ist die Kombination aus einem richtigen Bild und einer Temperaturinformation für jeden Bildpunkt. Das nennt man Thermografie.
Zunächst ist eine Thermografiekamera nichts anderes als eine elektronische Kamera wie jede andere auch. Sie gehorcht denselben Gesetzen, die auch im sichtbaren Licht gelten. Zu einer Aufnahme gehört: Das Objekt muß auf geradem Wege sichtbar sein. Was man nicht mit den Augen sieht, kann auch nicht thermografiert werden. Die Kamera muß scharfgestellt werden. Je nachdem wie groß das Objekt ist, muß gezoomt werden. Je nach Temperatur des Objekts muß die Spreizung und die Mittentemperatur der Kamera eingestellt werden. Hier ist allerdings ein Unterschied zur normalen Fotografie: Da das ganze Signal aufgezeichnet wird, kann das Bild ohne jeden Informationsverlust später nach Belieben umskaliert werden. Eine Wärmebildkamera nach dem Scannerprinzip ist ein Gerät, dass das Thermogramm mittels eines einzigen Sensors erzeugt. Dazu wird das Bildmotiv mit zwei Schwenkspiegeln horizontal und vertikal abgetastet, entsteht also mechanisch. Der große Vorteil einer Scannerkamera ist die exzellente Bildqualität, die von keinem anderen Prinzip mehr überboten werden kann, denn hier ist das Rauschen am geringsten und es gibt keinerlei Schwankungen in der Empfindlichkeit. Wenn Präzisionsmessungen oder ganz schwache Temperaturunterschiede gefragt sind, ist eine Scannerkamera die erste Wahl. Der Nachteil ist, daß die Bildaufnahme wegen der hohen Beschleunigungen der Scannerspiegel vergleichsweise langsam geschieht. Etwa alle 0,8 Sekunden entsteht ein Bild. Aufgrund der Spiegelbewegung erscheinen schnell bewegte Objekte mehr oder minder verzerrt. Unter Echtzeit-Thermografie versteht man Wärmebildaufnahmen in der normalen Videofrequenz, also 25 Bilder pro Sekunde. Das erreicht man mit Kameras, die spezielle Flächensensoren für das thermische IR benutzen. Vorteil der Focal-Plane-Arrays (FPA), also der Kameras mit Flächensensor ist ihre Aufnahmegeschwindigkeit und ihre sehr kompakte Bauform, die ohne schnell bewegte Bauteile auskommt. Überall, wo schnell bewegte Objekte oder wo von bewegten Standpunkten (Flugzeug) gearbeitet werden muß, sind sie erste Wahl. Ihr Nachteil ist die nicht so hohe Bildqualität und der höhere Preis, der sich dann auch auf die Kosten der Dienstleistung auswirkt. FPAs mit sehr hoher Bildqualität können das vierfache von Scannerkameras kosten. Dazu kommt, daß die Optik wesentlich komplexer ist. Wenn man zur Wärmebildkamera unter freiem Himmel greift, dann darf die abgebildete Stelle nicht von der Sonne beschienen werden. Am besten sollte vollständige Bewölkung herrschen, zumindest muß das Aufnahmeobjekt im tiefen Schatten liegen.
Ist es möglich, IR-Bilder aus Flugzeugen oder Hubschraubern zu machen? Das funktioniert sogar sehr gut! Aufgrund der Vogelperspektive bewegt sich die Landschaft so langsam, daß luftgestützte Thermografie sogar mit Scannerkameras kein Problem ist. Es gibt es zwei Möglichkeiten, sehr große Bildfelder zu realisieren: a) das Zusammensetzen im Nachhinein von Thermogrammserien zu einem Panorama oder b) die Verwendung einer konvexen Spiegeloptik vor der Kamera, die in einem einzigen Thermogramm eine Fisheye-Perspektive zuläßt. Vorteil ist der geringe Speicher- und Auswertungsaufwand, so dass sich diese Aufnahmemethode sehr zu Serienaufnahmen eignet. Nachteil ist die geringe Auflösung und das Spiegelbild der Thermokamera im Bild. Da gibt es eine ganz andere Schwierigkeit: Fenster aus Acryl oder Glas sind für thermisches Infrarot nicht durchsichtig, deswegen verwendet man Kunststoff dafür. Sie müssen den Boden des Luftfahrtzeugs umbauen oder einfach eine Tür oder Luke öffnen. Oder ´einfach´ wie bei haushaltsüblichen Infrarot-Bewegungsdektoren der Einbruchs-Sicherungstechnik aus dem Baumarkt einen so genannten bei jedem Wetter verwendbaren, also wasserdichten, "anti-masking"-Abdeckschutz aus Kunststoffmaterial einsetzen - übrigens sind schon solche Heimsysteme "Fremdlicht-sicher" ausgelegt und besitzen kleine Parameter-Sensoren um z.B. bei Katzen auf dem Weg nicht anzusprechen um Alarm auzulösen. Die billigen Bewegungsmelder haben aber mit echten Infrarotkameras technisch gesehen praktisch nichts gemeinsam. FLIRs dagegen haben echte Quantendetektoren eingebaut und zwar entweder als Detektorzeile oder Detektormatrix. Diese werten immerhin ca. 50% bis 70% der einfallenden Photonen des jeweils spezifischen Wellenlängenbereichs aus. Je nach Typ des Systems (und Wellenlänge) werden die Optiken und Fenster aus mehr oder weniger exotischen Materialien hergestellt. u.a. Germanium, Saphir, ZnS (Zinksulfid)... Allerdings ist die Interpretation von Wärmebildern eher eine Aufgabe für den geübten Fachmann! Die Software von Microsoft erleichtert die Arbeit "in vertrauter Umgebung" bei Infrarot-Inspektionen Die Analyse der Aufnahmen basiert auf Parametern des Programms für den jeweiligen Einsatzzweck! Ein spezielle Software ist nicht nötig. Es gibt Meßobjekte, die sich nicht so ohne weiteres abbilden lassen, weil sie zu groß sind, zu weit weg sind, schräg zur Blickrichtung angeordnet sind oder gar keine Flächen, sondern Rundungen haben. Thermografiekameras sind kostspielig. Wirklich gute Geräte kosten in einem Systempreis ab 37.500 Euro. Echte Flächenkameras sind bei der gleichen Bildqualität noch drei- bis viermal teurer.
Was haben wir hieraus gelernt? Wichtige Punkte betreffs dem mexikanischen Fall sind, wobei man sich nicht nur an die Filmaufnahmen erinnern sollte, sondern auch auch den besc hriebenen Vorfall als solchen:
+ Was man NICHT mit den Augen sieht, kann auch NICHT thermografiert werden! (In unserem Fall wurde tatsächlich überhaupt nichts gesehen.) Dr.Guido Sonnabend vom NASA Goddard Space Flight Center machte mich aber darauf aufmerksam: "In der Infrarot-Astronomie bekommen wir schöne Bilder von Sternen die im sichtbaren Sepktrum durch ein Hindernis (Staub) komplett unsichtbar sind."
+ Wenn man zur Wärmebildkamera unter freiem Himmel greift, dann darf die abgebildete Stelle nicht von der Sonne beschienen werden. Am besten sollte vollständige Bewölkung herrschen, zumindest muß das Aufnahmeobjekt im tiefen Schatten liegen. (Die Witterungsbedingungen an diesem späten Nachmittag waren schön zu nennen, es gab also wirklichen Sonnenschein und die "Kugeln" erscheinen am bloßem Himmel. Infrarot-Instrumente arbeiten am Besten in der absoluten Dunkelheit.)
+ Panoramasicht. Die Verwendung einer konvexen Spiegeloptik vor der Kamera, die in einem einzigen Thermogramm eine Fisheye-Perspektive zuläßt. Nachteil ist die geringe Auflösung und das Spiegelbild der Thermokamera im Bild.
+ Die Interpretation von Wärmebildern ist eher eine Aufgabe für den geübten Fachmann -(wenn er vorher in seinem Leben schon Erfahrungen ob der angepeilten Objekte sammelte, was aber im speziellen Fall ja nicht gegeben sein konnte).
+ Die Interpretation läuft aber durch die Elektronik mit dem angehämgten Computer und seinem Programm mit festen und "vertrauten" Parametern, d.h. entsprechend also auch einer Liste aller bekannten Objekte auf die man sich bei einer Aufklärungsmission grundsätzlich einstellen muss - reine Wärmebild-"UFOs" dürften kaum dazu gehören und dementsprechend nicht definiert sein. Zur Software gehört damit auch ein aktives Movie-Bildbearbeitenprogramm jenseits der Kamera-Möglichkeiten mit Zoom und Fokusierung. Hier kann sich aber ein Problem aufsummieren.
+ Es gibt Meßobjekte, die sich nicht so ohne weiteres abbilden lassen, weil sie zu groß sind, zu weit weg sind, schräg zur Blickrichtung angeordnet sind oder gar keine Flächen, sondern Rundungen haben. (Angeblich sollen die Objekte so groß wie ein 15.stöckiges Haus gewesen sein, etwa drei Meilen entfernt und wie zu sehen kugelrund.)
Und als wenn dies noch nicht ausreichte, langsam ernsthafte Zweifel zu bekommen, meldete sich auch noch Brad Sparks auf der Projekt 1947-Liste, dem auf den Einzelbildern der Wärmekamera-Videos aufgefallen war, dass merkwürdiger Weise alle Werte der IR-Quellen (UFOs) UNTER den künstlichen Horizont bedingt durch die eigene Flughöhe der Merlin gesetzt sind. Auf keinem Einzelbild fand er den Wert der Objekte in Bezug zum Flugzeug auf gleicher Ebene (oder gar höher), sondern alle Ziele waren so zwischen -30 und -90 Grad (wäre ja direkt unter der Merlin) angesetzt, so als es flögen sie "tief" unter dem Flugzeug in 3.500 m Höhe und damit fast schon über Land. Gut, das macht ja auch Sinn, wenn man weiß dass die Kamera unterhalb des Flugzeugs an einem Flügel angebracht ist um von da aus nach unten zu spechteln, dies gehört auch zu den Spezifikationen der Ausrüstung. Auf gleicher Höhe flogen sie jedenfalls nicht. Und der wichtige Umstand, dass die Erscheinungen aus dem Blauen heraus plötzlich erschienen und nicht ordentlich herbeigeflogen kamen macht die Sache auch nicht gerade ´scharf´. Niemand will es wundern, wenn direktbetroffene Zeugen und Publikum dies wahrhaft "für seltsam" halten. Strukturierte Objekte, wie man sie bei bei Infrarot-Wärmekamera-Systemen her kennt (also z.B. im Wärmebild einen Menschen, einen PKW oder ein Flugzeug als solches in seiner Dreidimensionalität sieht - was auch Sinn und Zweck des System ist, nicht nur im Nahbereich sondern auch in der Distanz, so wird das FLIR-System mit Weitwinkelobjektiven z.B. auch als Feldüberwachung in Kriegszonen oder rund um sicherheitsgefährteten Anlagen eingesetzt), gab es hier aber nicht - einfach nur mehr oder minder intensive "Kugeln" oder runde, ´platte´ Flecken in zwei Dimensionen (1). Dies war auch der Punkt, warum der FLIR-Operator an Bord der mexikanischen Drogenschmuggler-Aufklärungsmaschine verwundert war. Normaler Weise heben sich Fahrzeuge wegen ihrer unterschiedlichen Wärmeentwicklung über Körper und Fläche deutlich strukturiert in 3 Dimensionen ab, da haben wir es wieder - und dies ist genau NICHT die Erfahrung des Mannes am aktuellen Instruments. Er hatte noch nie zuvor soetwas wahrgenommen, etwas was vollständig und kugelrunde eine Wärmequelle war. Und er schloß aus, dass das System FLIR irgendwas anderes als die Wirklichkeit zeigt, anders kannte er es nicht. Doch welches von Menschen gebaute technische System ist wirklich einwandfrei?
(1) = Lt.German Ramirez Marin, Radar-Operateur: "...the FLIR infrared camera operator detected a target without a shape, just a shine."
Zum reinen Wärmebildscanner zählt im Systemkopf integriert der bereits erwähnte "Laser Rangefinder", der einen Laserstrahl ausrichtet und bis zu 20 km Reichweite hat (und selbst in Mehrzwecks-Kampfflugzeugen wie der F-16 oder dem Tarnkappen-Jäger F-117 Verwendung findet, hier sogar mit einem besonderen Feature: einem digitalen Sigalrechner zur "Herausfilterung von Störflecken" weil das Gerät hier Ziele markiert um darauf dann infrarotgelenkte Raketen wie im Irak-Krieg "Wüstensturm" 1991 ´reiten´ zu lassen - die entsprechenden monochromen Nacht-Aufnahmen wie aus einem "Video-Spiel" dazu kennen wir alle (1)) - wie in der Broschüre der Firma zum System in der Anwendung für die Aufklärung ausgewiesen ist. In handlichen Wärmebildkamerasystemen für den industriellen Gebrauch von FLIR sind Laserpointer eingearbeitet. Damit bekommt die ganze Geschichte noch einen zusätzlichen Punkt. Laser werden zur Zielerfassung und Entfernungsmessung eingesetzt. Beim Militär nennt man dies auch "Zielbeleuchter" oder "Objekt-Markierung", wenn z.B. lasergesteuerte "smart bombs" eingesetzt werden um sich auf diesem "pencil-beam" einem ausgesuchten Panzer punktgenau zu nähern. Eine Abwehr dagegen ist nur mit so genannten "Düppeleinsatz"/"Flares" möglich, also aktiven Täusch- und Störmaßnahmen mittels IR-Täuschmittel. Laser sind ja auch fast perfekte Punktlichter und sind deshalb wunderbar immer grob im Focus, was aber passiert mit ihnen wenn sie aufgrund einer Störung in einer Kamerasystemschutzkapsel an deren Innenfläche z.B. ´umherirren´? Auch auf der Project 1947-Liste kam Drew Williamson unabhängig zu einer solchen Einschätzung. Hans-Werner Peiniger verwies auf einen weiteren Punkt, der im Gesamtfeld wichtig ist. Seiner Ansicht nach waren die ursprünglichen Lichter "sehr viel kleiner gewesen" und erst durch die Aufnahme bzw Wiedergabe des bearbeiteten Materials (!) es so ausschaut wie wir es kennen: "Die Infrarot-Technik verstärkt schwache Wärmequellen sehr stark und es kommt hierbei zu Überstrahlungseffekten." Zudem stellte er sich auch vor, das eine nachvollziehbare Erklärungsmöglichkeit für den Ausnahme-Aufnahmen-Fall sich finden könnte. Nach seiner ersten Betrachtung der Aufnahmen wurde er auch sofort an Reflexionen erinnert.
(1) = Der Einsatz der F-117-"Nachtfalke" (!) ist in der Strategie und Taktik genau aus diesem Grunde auf diese Nachtkämpfe ausgerichtet, am Tage funktioniert das Lasersystem eben nur sehr schwer ist aber grundsätzlich möglich wenn spezielle Bodeneinheiten mit leistungsfähigen tragbaren Lasern direkt in der Nähe ein Ziel markieren. So gesehen sind schon die ersten "Laserstrahler" längst im Einsatz! Wären die "miliärischen Kampfflieger-Laser-Pointer" nur viel leistungstärker, bräuchte man die Bomben und Raketen gar nicht mehr und es ginge wie in "Star Wars" zu. Ja, selbst Bomben oder Raketen die ein lasermarkiertes Ziel anfliegen, besitzen Wärmebildkameras um Detailangriffe durch den Bombenschützen zu ermöglichen und Korrekturen noch nach dem Abschuß/Abwurf vorzunehmen. Dies sind jene Irak-Kriegsaufnahmen, wo Kampfmittel auf ein Ziel hinkommen und beim Auftreffen der Bildübermittlungskanal zusammenbricht. Die nächste Generation jener superteuren Waffen benötigt die Kontrollfunktion des FLIR-Systems nicht mehr, sondern fährt auf GPS-Daten eines Satelliten-Netzes ab. Damit ist man völlig wetter- und tagesunabhängig. Alles was aus der Ferne mit Infrarot und Wärmebildkameras zu tun hat braucht gutes Wetter und... Dunkelheit. Es sei mir dennoch ein Wort gestattet: "Intelligente Waffen" führen nicht automatisch zu einem intelligenten Krieg.
Fortsetzung in Teil III
Quelle: CENAP-Archiv
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