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Astronomie - Der Rekord-Meteorit von Treysa (1916)

 

Nach dem am Montagabend um 18 Uhr eine Feuerkugel/Bolide über Süddeutschland bis runter nach Italien beobachtet werden konnte, ist nachfolgende Geschichte von einem Rekord-Meteoriten welcher in Hessen gefunden wurde im Jahre 1916 von Interesse.

Für die Zeitgenossen war es eine feurige Kugel, die mit Donnerschall zur Erde sauste. Sie berichteten von rollendem Getöse, Pfeifen wie von Kanonenkugeln, Rauchsäulen, leuchtendem Schweif, zitternder Erde und fliehenden Schafherden. Der Meteorit von Treysa steht bis heute im Guinnessbuch der Rekorde.

Zu verdanken hat er dies dem Forscher Alfred Wegener (1880 bis 1930), der im Mittelpunkt des „Studium Generale“ der Marburger Philipps-Universität steht. Darin geht es um seine bahnbrechende Theorie von der Kontinentalverschiebung, um seine Arbeiten über Wolken, Tornados und Krater, aber auch um den größten je in Hessen gefundenen Meteoriten.

Peter Masberg, Leiter des Mineralogischen Museums Marburg, wird am 25. Januar über ihn referieren. Genau genommen hat Wegener den beeindruckenden Meteoriten überhaupt nicht gesehen, der an einem sonnigen Nachmittag des 3. April 1916 in Kurhessen niederging. Er kam erst wenige Tage später während seines Fronturlaubs nach Marburg, wo er von 1909 bis 1919 als Privatdozent für Meteorologie, praktische Astronomie und kosmische Physik lehrte. Nachdem er zunächst mehrere Tage vergeblich nach dem Meteoriten suchte, verfolgte er die Spur der Feuerkugel systematisch: Auf der Suche nach Augenzeugen schaltete er Anzeigen in mehreren Tageszeitungen. Dabei stellte sich heraus, dass der Meteorit in einem Umkreis von 160 Kilometern zu sehen gewesen war.

Mehrere Tage zog er in der Region um Treysa persönlich von Dorf zu Dorf, um sich den Meteoriten vom ersten Aufglühen bis zum letzten Leuchten genau beschreiben zu lassen. Kinder und Jugendliche bekamen schulfrei, um dem Wissenschaftler bei seinen Recherchen zu helfen. Von mehr als 100 Menschen ließ er sich Standort, Richtung und Eintrittswinkel des Feuerstrahls schildern.

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Foto: Coordes-UNI Marburg

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